Ich wĂĽrde Jahrtausende lang die Sterne durchwandern, in alle Formen mich kleiden, in alle Sprachen des Lebens, um dir Einmal wieder zu begegnen. Aber ich denke, was sich gleich ist, findet sich bald.
Friedrich Hölderlin: Hyperion
Alisa U Zemlji Chuda

Andulka
trying on a metaphor
Monterey Bay Aquarium

Janaina Medeiros
PUT YOUR BEARD IN MY MOUTH
Cosmic Funnies
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@theartofmadeline

let's talk about Bridgerton tea, my ask is open

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❣ Chile in a Photography ❣
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Not today Justin
DEAR READER
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@riatilos
Ich wĂĽrde Jahrtausende lang die Sterne durchwandern, in alle Formen mich kleiden, in alle Sprachen des Lebens, um dir Einmal wieder zu begegnen. Aber ich denke, was sich gleich ist, findet sich bald.
Friedrich Hölderlin: Hyperion

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Dieses Haus wird nun auch mein Haus sein. Es hat unendlich viele Zimmer und Kammern, einen riesigen Keller, einen staubigen Dachboden, auf dem geheimnisvolle Dinge in alten Schränken darauf warten, irgendwann wiederentdeckt zu werden. Es hat mich aufgenommen wie eine Muschel das Sandkorn, mich einverleibt und in seinen uralten Organismus eingefügt.
Daniela Krien: Irgendwann werden wir uns alles erzählen
Ich weiĂź, was er vorhat. Er will, dass ich die Entscheidung treffe. Er will nicht sagen: Bleib bei mir! Er will mir seine schlechtesten Seiten zeigen, und ich soll ihn trotzdem lieben. Oder eben gehen. Doch ich gehe nicht.
Daniela Krien: Irgendwann werden wir uns alles erzählen
"Liebst du mich?", frage ich ihn und wage nicht, ihn dabei anzusehen. Ich weiĂź, ich wĂĽrde die LĂĽge erkennen.
Daniela Krien: Irgendwann werden wir uns alles erzählen
jetzt muss ich erwachsen werden. Gerade jetzt, wo es nach vorne so viele Möglichkeiten gibt, schließt sich die Tür zur Kindheit für immer. Und was passiert jetzt? Nichts. Es gibt keinen Knall, kein Getöse, kein Donnergrollen. Es geht einfach weiter, und doch ändert sich alles.
Daniela Krien: Irgendwann werden wir uns alles erzählen

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Der Zauber des Anfangs ist verflogen; unsere Begegnungen haben nun die Ruhe der Gewohnheit angenommen. Er fällt nicht mehr sofort über mich her, und manchmal reden wir nur. Die Angst vor dem Entdecktwerden ist der Erkenntnis gewichen, dass die Wahrheit nicht immer ans Licht kommt. Da frage ich mich, was sonst noch alles im Verborgenen stattfindet, von dem ich nie erfahren werde.
Daniela Krien: Irgendwann werden wir uns alles erzählen
In den Abendstunden lüge ich leichter. Morgens, wenn ein kühles Licht die Gesichter schattenlos ausleuchtet, dann geht es mir oft elend. In der Klarheit dieser frühen Stunden scheint mein Handeln schwerer zu wiegen, das Gewissen stärker zu sein, die Moral ganz wach. Später am Tag verschwindet mein sittliches Gefühl. In den Nächten fehlt es gänzlich.
Daniela Krien: Irgendwann werden wir uns alles erzählen
Beim Henner ist das andersherum. Sein Begehren ist absolut. Danach kommt alles andere. Ich sehe immer gleich, wie sehr er mich will, in seinen Augen und dem Ausdruck seines Gesichts. Seine Grobheit ist ebenso natürlich, wie es die Sanftheit vom Johannes ist. Für mich hat sie ihren Schrecken verloren. Ich weiß nun, sie gehört zu ihm; es ist nicht seine Art, mäßig zu lieben.
Daniela Krien: Irgendwann werden wir uns alles erzählen
Wenn er arbeitet, lese ich. Später erzähle ich ihm davon, doch das meiste kennt er schon. Trotzdem hört er mir genau zu und will stets wissen, wie ich diese oder jene Figur finde und wer mir am besten gefällt. Einmal sagt er: "Manchmal bist du so klug und dann wieder ein trotziges kleines Mädchen." Das kränkt mich und macht mich widerspenstig, doch dann lieben wir uns, und ich vergesse alles. Er liebt mich jetzt anders. Nicht mehr so wütend wie am Anfang. Und er schämt sich für nichts, das ist ganz neu für mich. Er sagt mir, was ich tun soll, und fragt mich, was ich möchte. Das Licht macht er niemals aus, er will immer alles sehen. Auch ich soll das tun; er will nicht, dass ich schamhaft den Blick senke vor seinem aufgerichteten Geschlecht. Immer und immer wieder sagt er mir, es sei nichts Schlechtes daran, was wir tun. Dass ich es endlich glauben kann, verdanke ich ihm. Im Grunde ist er mein erster Mann. Ich bin niemals wirklich aufgeklärt worden. Alles, was ich über die Liebe weiß, ist aus verborgenen Ecken zu mir gehuscht, mir eingeträufelt worden von anderen, die mehr wussten. Am ende jedoch hatte das Bild noch viele leere Stellen. Mir reicht schon eine einzigezufällige Berührung, wenn er mittags zu mir an den Herd kommt und in den Topf schaut, um ihn erneut zu wollen. Das hat er schnell begriffen und quält mich dann ein bisschen, indem er sich hinter mich stellt und seine Hand langsam unter meinen Rock schiebt, weiter und weiter, seine rauen Finger mich sanft streicheln, ich sie in mir spüre und er sie plötzlich wieder wegzieht. Er liebt es, wenn ich ihn bitte, nicht aufzuhören, und fragt dann immer wieder: "Was, Maria, was genau soll ich nicht aufhören ... Sag´s mir, sag mir, was du willst ..." und ich flüstere: "Streichle mich weiter ...", und dann beginnt er von Neuem. Es liegt eine Selbstverständlichkeit in all dem, die lässt uns vieles hoffen.
Daniela Krien: Irgendwann werden wir uns alles erzählen
Jedes Mal, wenn ich sein Reich betrete, weiĂź ich nicht, wer ich sein werde, wenn ich es wieder verlasse. DrauĂźen erneuert sich die Welt, doch hier steht die Zeit still.
Daniela Krien: Irgendwann werden wir uns alles erzählen

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Ich bin nicht mehr die, die ich einmal war. Aber wer bin ich jetzt?
Daniela Krien: Irgendwann werden wir uns alles erzählen
Doch da denke ich an mein eigenes Geheimnis und begreife, es gibt Dinge, die können gleich erzählt werden, andere haben ihre eigene Zeit, und manche sind unsagbar.
Daniela Krien: Irgendwann werden wir uns alles erzählen
Ich habe die ´Karamasows´ vernachlässigt. Gerade jetzt, wo etwas Schreckliches geschehen ist. Fjodor Karamasow ist tot. Umgebracht, und alles weist auf seinen Sohn Dmitri als Mörder hin. Aber mitten im größten Unglück und als ihm schon alles egal ist, zeigt Gruschenka ihm ihre Liebe. Manchmal rettet die Liebe alles.
Daniela Krien: Irgendwann werden wir uns alles erzählen
Wir sitzen am Ufer und halten die Füße ins Wasser. Johannes sieht mich nur noch durch die Kamera an. Jede Geste wird zum Bild, jeder Blick zur Unendlichkeit. Er löst mich aus der Zeit und hält einen Augenblick fest, der gleich danach unwiederbringlich verloren ist - jedes Bild ein kleiner Tod.
Daniela Krien: Irgendwann werden wir uns alles erzählen
Er nimmt mich an den Händen und zieht mich aufs Bett. "Komm!", sagt er, "es ist heiß hier oben. Zieh dein Kleid aus." Ich folge ihm widerspruchslos. Das Fenster steht weit offen, draußen zwitschern die Vögel wie trunken vom Sommerglück. Die Spinnen sind nicht zu sehen, erst am Abend kommen sie wieder heraus und weben ihre feinen Fäden. Johannes hält mir den Mund zu, niemand soll uns hören; niemand soll wissen, wie die Liebe klingt.
Daniela Krien: Irgendwann werden wir uns alles erzählen

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Wenn es nur einmal so ganz stille wäre. Wenn das Zufällige und Ungefähre verstummte und das nachbarliche Lachen, wenn das Geräusch, das meine Sinne machen, mich nicht so sehr verhinderte am Wachen -: Dann könnte ich in einem tausendfachen Gedanken bis an deinen Rand dich denken und dich besitzen (nur ein Lächeln lang), um dich an alles Leben zu verschenken wie einen Dank.
Rainer Maria Rilke: Wenn es nur einmal ganz stille wäre
SCHREIB DICH NICHT zwischen die Welten, komm auf gegen der Bedeutungen Vielfalt, vertrau der Tränenspur und lerne leben.
Paul Celan: Schreib dich nicht. In: Paul Celan - Die Gedichte. Kommentierte Gesamtausgabe in einem Band, herausgegeben und kommentiert von Barbara Wiedemann, Frankfurt am Main 2005, S. 493. (via walter-benjamin-bluemchen)