Ich habe gerade nach oben geschaut und da war es wieder: dieses traumhafte Bild, in dem man sich einfach nur verliert. Ein Moment, in dem die Welt für eine Sekunde den Atem anhält und man alles um sich herum vergisst.
Früher habe ich fast jeden Tag an meinem Fenster gesessen. Ich habe den Blick in die Unendlichkeit gerichtet, nur um der Realität wenigstens für einen kurzen Moment zu entkommen. Ein Time-Out. Fünf Minuten Atmen. Fünf Minuten Freiheit.
Doch irgendwann wurden die Mauern um mich herum immer dicker. Der Schalter für meine Gefühle wurde umgelegt – eiskalt ausgeknipst. Ich war so taub, dass ich das Leuchten da oben gar nicht mehr wahrgenommen habe. Ich habe verlernt, nach oben zu sehen.
Und heute? Nach all den Jahren sitze ich plötzlich wieder an genau diesem Fenster. Die Mauern sind noch da, aber ich sehe wieder hin. Ich spüre wieder etwas. Und ich verliere mich im Leuchten der Stille.














