Alice Cooper & The Howlers@Amphitheater, Gelsenkirchen, 09.07.2026
Nach der tollen Show beim letzten BOBfest, wollte ich mir den alten Schockrocker gerne ein weiteres Mal zu Gemüte führen. Die Logistik im Aphitheater scheint diesmal jedoch ziemlich versagt zu haben, standen die Besucher doch bis zum Ende des Parkplatzes an. So etwas habe ich ja nicht einmal beim Rock Hard Festival gesehen. Um zwei Minuten vor 20 Uhr betraten dann zwei Typen die Bühne. Der eine sang und spielte Gitarre, der andere am Schlagzeug. The Howlers aus Großbrittanien. Nennen sich selbst Garage und Desert Rock, präsentierten aber eher eine fade Mischung aus Indie Poprock, der keinem im Publikum gefiel. Einige Songs fingen stark an, wurden dann aber zäh vom eintönigen und einschläfernden Gesang heruntergezogen. Ab und zu noch Sprechgesang und die Backings vom Band. Ziemlich öde. Das Publikum war auch sehr durchwachsen. Beim Blick auf die Tribüne sah man buntgemischte Farben, sogar rosa T-Shirts oder Strickoberteile (an vermeintlichen Männern). Wenn man derart viel Kohle aufruft, ist klar, dass nicht nur der richtige Fan aufkreuzt, sondern mal wieder elitäre Arschlöcher, aber eine bessere Vorband hätten wir echten Rocker doch schon verdient. Kurz vor 20:30 Uhr griff der Gitarrist noch mal richtig in die Saiten, um einen Powerchord anzutäuschen, aber es blieb beim seichten Melodiesüppchen. Als wenn man mit einem kleinen Schwanz schneller beim Sex wird, dies aber nichts am Akt verbessert. Pünktlich um 21 Uhr kam der alte Mann auf die Bühne, um unser aller Laune wesentlich zu verbessern. Im Publikum lernten wir noch Christine und Tanja aus der Thrash-Hochburg Velbert kennen. Jetzt konnte ja nichts mehr schiefgehen. So war es auch. Direkt als zweites Stück "No More Mr. Nice Guy". Die Bühne war nicht so aufwendig wie beim BOBfest gestaltet. Es gab nur eine Leinwand, auf der allerdings interaktiv Animationen mit den Livevideos gezeigt wurden. Ansonsten natürlich die üblichen Gimmicks mit Puppe, Horrorshow oder das Werfen von Perlenkletten à la Mardi Gras bei "Dirty Diamonds". Weitere Hits wie "Only Women Bleed" oder "Hey Stoopid" haben auch nicht gefehlt. Die übliche Massenhysterie kam beim Radiohit "Poison" und die Ersatzgitarristin für die sich im Mutterschutz befindende Nita Strauss, Anna Cora, spielte Soli mit mehr Eiern als die meisten Männer. Schon die dritte gutaussehende Blondine bei Cooper, und spielen können die alle. Auch die Köpfungsszene und der große Frankenstein fanden Platz während des Spektakels. Etwas eigenartig "Smells Like Teen Spirit" von Nirvana vor der letzten Zugabe "Under My Wheels". Aber eine tolle Show mit teilweise schäbigem Publikum, aber einer dafür umso großartigeren Band.
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Unter dem Motto „Alice´s Attic“ geht Schockrocker Alice Cooper auf Tour durch Europa.













