Savatage & Nevermore@KUNST!RASEN, Bonn, 13.08.2026
Mal eine neue Location und Nevermore mit neuem Frontmann ansehen war die Agenda für diesen Konzertbesuch. Savatage sind natürlich immer ein Genuss. Die Open-Air-Bühne und das Drumherum waren schick anzusehen, lediglich die Bühne war sehr hoch angelegt. Das ist gut für die Zuschauer, aber recht schwierig zum Fotografieren. Vor der Show lief reichlich Werbung auf den Seitenwänden. So klein war es dort ja nicht, also wurde hier sicherlich querfinanziert. Als dann um 19 Uhr Nevermore auf der Bühne standen, deren Drummer Van Williams bereits zuvor lautstark vom Publikum angefeuert wurde, ging es ab. Eine gut durchmischte Setlist und Sänger Berzan Önen ließ keinen Zweifel als großartigen Ersatz für den verstobenen Warrel zu. Er suchte oft das Gespräch mit dem Publikum und moderierte charmant die Songs an, während die Menge, fast zu Tränen gerührt, Songs wie "The Heart Collector" mitsang. Auch ein kleiner Live-Gesangsworkshop forderte die Meute heraus, bei dem man von der tiefen bis zur hohen Stimmlage mitsingen sollte. Der Frontmann hatte die Range auf jeden Fall drauf und konnte somit auch anwesende Musiker wie Jen Majura (ex-Evanescence, Knorkator) überzeugen. Nach etwa vierzig Minuten war es leider schon vorbei. Man hätte sich gerne auch ein längeres Set gewünscht, denn es waren bereits sehr viele Leute auch wegen der Vorband da. Die Farbintensität auf den Leinwänden war übrigens ziemlich krass (wohl auch den Animationen, die später bei Savatage folgten, geschuldet) und die rote Gitarre des noch jungen Mitglieds bei Nevermore, dem Puerto Ricaner Jack Cattoi, wirkte fast leuchtend. Etwas witzig ist jedoch die Tatsache, dass der "Kunstrasen" eigentlich nur Dreck als Untergrund bot anstelle einer grünen Bewachsung. Glücklicherweise sengten wir in der Hitze und nicht bei Regen. Aber der Staub wurde ja nicht aufgewühlt, weil die älteren Semester der Anwesenden nicht in Tanzekstase verfielen. Savatage legten gleich nach dem Intro mit dem starken "Dead Winter Dead" los und als Ersatz für 'Mountain King' Jon Oliva wurden gleich zwei Keyboarder eingesetzt. Natürlich gab es von diesem Album später auch noch "This Is The Time". Sänger Zak Stevens gestikulierte dabei oft wild wie ein Dirigent für die staunenden Zaungäste herum und untermalte somit die Kraft der musikalischen Höhepunkte. So gab es auch mal seltene Töne in der Setlist mit "Unusual" aus "Power Of The Night", dessen Covermotiv diese Tournee zierte. Bei "Chance" gab es ebenso wie auf der letzten Tour ganz viele Flaggen im Hintergrund und man setzte sicherlich ein Zeichen für Frieden in diesen schäbigen Zeiten. Obwohl er ja auch viele Soloalben veröffentlichte, überraschte Gitarrist Chris Caffery auch mal mit der Übernahme an den Lead Vocals bei "Warriors", ebenfalls einem alten Song aus "Power Of The Night". Mit dem zuvor gespielten Instrumental "Prelude To Madness" hatte Zak dann wohl eine kleine Auszeit hinter der Bühne. Bei "Power Of The Night" selbst hoben auch alle, wie es in den Lyrics beschrien wird, die Faust. Passend zum Einsetzen der Dämmerung gab es "Sirens". Etwas schade, dass zu "Believe" eine Bildstörung auf dem großen Screen auftrat, die sich durch den weiteren Verlauf des Abends zog, wurde der Song doch angeleitet mit einer persönlichen Message von Jon Oliva und nach dem Klavierintro von der gesamten Band und natürlich auch dem Publikum begleitet. Das war sehr bewegend, da ja auch Bilder mit Jon und seinem Bruder Criss im Hintergrund liefen und die Leute zur Melodie mit den Armen mitschwangen oder Feuerzeuge zückten (ja, die waren bei der alten Generation glücklicherweise noch in der Überzahl). Auch Songs von "The Wake Of Magellan" sowie das Titelstück selbst fanden ihren Weg in die Setlist. Nach 95 Minuten war das wundervolle Spektakel dann mit "Edge Of Thorns" erstmal vorbei, aber natürlich ließ die Band "Hall Of The Mountain King" als Zugabe nicht aus. Um etwa 21:45 Uhr war es dann vorbei und Harmonie durchströmte sicherlich jeden der hier Anwesenden. Resümierend eine hervorragende Show mit tollem Sound, aber nur begrenzte Sitzmöglichkeiten.
The official website of Savatage — one of the most influential and enduring acts in progressive metal. Eleven groundbreaking albums, hundred










