Ich hab nie jemanden so bewundert wie dich, dich in all deinen Farben und immer im Kopfstand, und anders als alles was ich jemals gesehen habe. Oder irgendjemand je gesehen hat, weil sie hald nie richtig hingesehen haben, aber das tun sie ja jetzt auch nicht. Aber ich hab hingesehen, und ich hab in dich gesehen und ich hab dich in mich sehen lassen.
Und dann warst du weg, irgendwo in Holland, und hast mir Briefe geschrieben auf Rosa Papier. Ich hab dich so vermisst, hab mir immer vorgestellt wie du dir mich vorstellst , während ich mich dich beim vorstellen von mir vorstelle. Und dann warst du wieder da, und ich hab am Bahnhof auf dich gewartet, wir haben uns umarmt, nicht schnell, eine , zwei, drei Minuten lang und ich habe geweint.
Am Abend hast du mir geschrieben, zieh dich an und komm raus, denn du wĂźrdest drauĂen warten. Und das hast du auch getan, auf deinem Moped. Ich war noch nie Moped gefahren. Noch nie Moped mit dir gefahren. Du hast mich abgeholt, und bist mit mir Fritten essen gefahren, und Bier trinken. Auf der Dachterrasse in dem alten Lokal, dass jetzt nichtmehr gibt. Und danach hast du mich auf den Schlossberg gesetzt und wir haben uns gekĂźsst.
Und jetzt kenn ich dich nicht mehr, weil das ist jetzt 5 Jahre her, und du bist jetzt nichtmehr bunt. Du bist auch nichtmehr hier, nicht in meiner Stadt. Aber die Stadt ist nicht das einzige was du zurĂźckgelassen hast. Du hast deine Magie nicht mitgenommen, und dein Lachen nicht eingepackt. Du bist jetzt dort in deiner GroĂstadt, allein. Und ich bin hier, allein.
Man muss sich weiter entwickeln, aber du hast dich nicht entwickelt, denn beim entwickeln bleibt man wer man ist und wird ein bisschen mehr von dem aber du bist nicht mehr geworden, du bist immer weniger geworden bis du verschwunden bist. Und jetzt bist du jemand anderer. Und manchmal weine ich im Schlaf.