Holland IV 2026 - Tag 11
Mannen en vrouwen, dames en heren! Herrschaften!
Überall Wasser, Boote und romantische Grachten: Am Wochenende waren wir mit unserem Wohnmobil in Lemmer in den Niederlanden.
Noch nie gehört? Ich vorher auch nicht, dabei ist der Ort wunderschön und unter Deutschen seit Jahren sehr beliebt.
Der Begriff Lemsterhoek kommt seit 1165 vor. Eine kleine Festung im Westen vom heutigen Lemmer, die 1400 von den Holländern erobert wurde.
Lemmer (fries. De Lemmer), wurde bereits 1288 unter dem Namen anerkannt.
Im 16. und 17. Jh. entwickelte sich Lemmer als bedeutender Handelshafen.
Seit dem 18. Jahrhundert spielte die Fischerei in Lemmer eine immer wichtigere Rolle.
Aufgrund der Lage an der Zuiderzee, dem heutigen IJsselmeer, wurde Lemmer oft zum Ziel von Angriffen.
1799 landeten britische Truppen in Lemmer. Davor hatten sie bereits schon Enkhzuizen, Medemblik und Stavoren erobert.
Für die parallel zur Zuiderzee verlaufende Zijlroede und den darauf zufließenden Lemsterrijn wurde in Lemmer auch ein Binnenhafen angelegt.
Im Verlaufe des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Lemmer zum wichtigsten Fischereihafen der Niederlande.
Diesen Umstand verdankte der Ort unter anderem seiner Flotte von 146 Schiffen, darunter auch die ‘Lemsteraken’ genannten Plattbodensegler – traditionelle, aus Lemmer stammende Segelschiffe.
Die Straßenverbindung mit dem restlichen Friesland förderte die Entwicklung von Lemmer ebenfalls.
Bis ins 20. Jahrhundert hinein war Lemmer einer der bedeutendsten Fischerorte der Niederlande.
Mit dem Bau des Abschlussdeichs und der Einpolderung von Flevoland verlor Lemmer in der Fischerei an Bedeutung.
Lemmer wird auch das "Tor von Friesland" genannt und hat diesen Namen sicherlich verdient, mit seinem lebendigen maritimen Zentrum voller historischer Gebäude, gemütlicher Geschäfte und Terrassen am Wasser.
Außerdem ist es gut an alle Wasserstraßen angeschlossen, so dass man mit dem Boot in alle Richtungen fahren kann.
Früher war die Lemster Schleuse so etwas wie das Tor zu Deutschland, hier begann der Kanal Richtung Ems. Heute wird die Schleuse meistens von Freizeitskippern genutzt.
Das Durchfahren durch Lemmer selbst kostet immer 7 Euro Gebühr, auch wenn man nicht in der "City" anlegen möchte. Es muss passend in den Holzschuh an der Angel gelegt werden, die der Wärter zum passierenden Boot auswirft.
Die Schleusen und die Schleusenwächterhäuschen stammen aus dem Jahr 1888. Man kann das alte Zentrum vom Wasser aus befahren.
Der Hafenmeister achtet darauf, dass die Liegeplätze am Kanal eng belegt werden, damit viele Schiffe Platz haben. Die Anleger sind auch für größere Jachten geeignet.
Lemmer hat alle Zutaten für einen perfekten Wochenend-Ausflug: Viel Kultur, tolle Cafes und Restaurants, unzählige besondere Geschäfte – und ganz viel Wasser.
Der Stadtkern von Lemmer ist umgeben von malerischen Grachten. Jeder, der sein Boot mitbringt, darf hier fahren – egal ob mit dem Paddel- oder Speedboot.
Mehre Bootsverleiher im Ort bieten Boote zum chatern an – auch ohne Bootsführerschein bis 25 PS. Quer durch den Ort führt der Wasserweg 't Dok.
Vom großen Ausflugsboot bis zu kleinen Kähnen, die sich spontant über eine App mieten lassen, ist hier ganz viel möglich um die Stadt vom Wasser aus zu entdecken.
Außer zum Ijsselmeer hinaus, gibt es auf der gesamten Seenplatte keine Schleusen, da der Wasserstand überall einheitlich hoch ist. Lediglich einfach zu durchfahrende Brücken müssen passiert werden.
Besucher können am Seitenrand der Schleuse die vielen Boote, die nach Lemmer hineinfahren, oder von dort wieder die Weiten des IJsselmeers aufsuchen, bestaunen.
Die Innenstadt wird durch Grachten und Schleusen in kleine Bereiche eingeteilt und an der Flaniermeile kann man direkt am Wasser sitzen, neben den Booten.
Die Häuser sind meist nur zweistöckige, alte Kaufmannshäuser und dadurch hat Lemmer seinen besonderen Charme: klein, gemütlich und übersichtlich. Im Gegenteil zu anderen Orten sind wirklich viele Cafés und Restaurants an den Seiten der Hauptgracht.
Entlang des großen Kanals ziehen sich sowohl Bistros, Restaurants, aber auch Geschenkartikelläden mit viel Stil. Etwas abseits der Hauptmeile gibt es für die Segler Segelmacher und andere nützliche Orte.
Entspannend ist der Blick auf den Kanal, wenn die Schiffe und Yachten von dannen ziehen oder anlegen. Die Brücken heben sich für die Durchfahrt an den Straßen und der Verkehr muss innehalten.
Last but not least hat Lemmer auch einen weitläufigen Sandstrand mit einem Beachclub mit Blick auf das Ijsselmeer.
Der Strand ist auch als Lemsterstrand bekannt. Wer einen erholsamen Tag am Wasser verbringen möchte, ist hier genau richtig.
Der westlichste Teil des Strandes ist offizielles Freilaufgebiet für Hunde. Hier dürfen Hunde das ganze Jahr laufen, schwimmen und toben. Zwischen dem 1. Oktober und dem 30. April dürfen Hunde überall frei laufen.
Während der Hauptsaison (zwischen 1. Mai und 30. September) sind Hunde am Strand, mit Ausnahme des Hundestrandes, nicht erlaubt.
Ein Wochenende reicht nicht aus, um auch nur annähernd alle Shops in Lemmer anzusteuern. Wir waren beeindruckt von dieser tollen Stadt.
Hier gibt es nicht die üblichen großen Ketten, sondern unzählige kleine besondere Gassen und Läden. Wer gerne einkaufen geht, sollte hier unbedingt etwas mehr Zeit mitbringen.
Am Nachmittag tingelten wir durch den malerischen Ortskern von Lemmer, um uns einen Überblick zu verschaffen.
Und da haben wir schon gemerkt: Wow, ist das hübsch hier! So ein pittoreskes, wunderschönes Dorf. Kein Wunder, dass Lemmer auch „Venedig von Holland“ genannt wird.
Am frühen Abend zogen wir noch einmal los, um zu Abend zu essen.
Wir hatten clevererweise eine Tischreservierung vorab platziert.
Das war bei dem milden Wetter auch dringend notwendig.
Irgendwann machten wir uns dann auf den Rückweg, der Himmel verdunkelte sich zusehends und der Wind frischte auf.
Doch wir hatten Glück und sind dem Regen davon gelaufen. 10 Minuten, nachdem wir an unserem Wohnmobil eintrafen, brach die Hölle los.
Tot ziens!
Angie, Micha, Honey & der Hasenbär












