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Wir haben eine Auswahl der schönsten 1000Zeichen-Texte für euch zusammengestellt. 1000 ZEICHEN LIEBE & 1000 ZEICHEN LEBEN Mit Beiträgen von u.a. Roger Willemsen, Cordt Schnibben, Atze Schröder, Nilz Bokelberg, Kim Frank, Ulli Tückmantel, Micky Beisenherz, Lucas Vogelsang, Julia Friese, Timon Karl Kaleyta, Friedemann Weise, Katrin Theiner, Isabelle Erler, Carolin Hafen, Clara Ott, Tobias Jochheim, Sebastian Dalkowski, Lena Steeg und vielen mehr! Ein Heft kostet 3 Euro, beide zusammen gibt es für 5 Euro, zzgl. 1,45 Porto. Einfach eine Mail an [email protected]. Und gerne teilen!
In eigener Sache
Keine großen Worte: Wir nehmen den 1000. Text zum Anlass, um eine Pause einzulegen. Wir sind stolz auf das, was wir bisher erreicht haben, und wir sind Euch dankbar, dass Ihr uns so unterstützt habt – aber jetzt müssen wir erst mal durchschnaufen und überlegen, wie es weitergeht. Wie lange das dauert, können wir noch nicht sagen. Doch wenn wir zurückkommen, dann meinen wir es ernst.
Unser langweiliger Scheiß (1000)
VON BERND BEGEMANN
Als nach zwei Stunden die erste fremdenfeindliche Wortmeldung kam, waren meine Nachbarn fast erleichtert. Nur ein Nazi auf dieser Infoveranstaltung des Bezirksamtes, ein überschaubares Ärgernis. Denn es handelte sich bloß um einen alten Säufer, der eher mit sich selbst zu schimpfen schien. Ich saß zu weit weg, um zu beurteilen, ob ihm das Mikrofon vielleicht sogar IRONISCH gereicht wurde.
„Das kann ja wohl nicht angehen“, ereiferte er sich tastend, „dass den Ausländern alles in den Hintern geschoben wird und den Rentnern hier... also die Rentner hier müssen hungern!“
„Danke für diesen Beitrag“, sagte der sachlich-freundliche Diskussionsleiter und sammelte das Mikrofon wieder ein.
Dieser alte Narr, dachten vielleicht einige.
Das wirklich Unglaubliche, so unbegreiflich, dass wir herkommen und es uns von einer Menschenmenge bestätigen lassen mussten, ist doch dies: Da gibt es wirklich welche, die ihr Leben riskieren, um hier bei uns sein zu dürfen.
Hier bei uns und unserem langweiligen Scheiß.
Darum, und egal wie (999)
VON TOBIAS JOCHHEIM (FEAT. SPACEMAN SPIFF)
Warum eigentlich? Also … alles?
Wie bloß nicht wahnsinnig werden oder sogar ein Kind in diese Welt setzen, die voller Finanzdienstleister ist, Waffenlobbyisten, Köpfungsvideos und Menschen, die absichtlich Falschmeldungen über Vergewaltigungen durch Flüchtlinge in Umlauf bringen?
Die Antwort gibt Spaceman Spiff, der so ein Fuchs ist, dass ich ihm 594 meiner letzten 1000 Zeichen vorm Jubiläum überlasse:
„Du kamst für den Strand unter den Füßen und gingst mit Sand in den Schuhen.
(…)
Du rennst erst im Kreis und dann gegen dieses Leben aus Beton und dein Mut baut sich ein Fahrrad aus Zweifeln und fährt darauf davon.
(…)
Deine Augen sprechen Bände deine Narben ein Bücherregal doch du läufst weiter gegen Wände nur noch Wände überall.
(…)
Es kämpft sich ganz gut mit gebrochenen Armen ein gebrochener Wille schlägt dich zu Brei.
Man könnte meinen du hast deinen Willen nicht mehr dabei.
Und ich auf meiner Insel in diesem Meer aus allem was kommt doch meine Angst baut sich ein U-Boot aus Neugier und taucht darin davon.“

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KEIN ABSCHIED (998)
VON LENA STEEG
Eine der besten deutschen Songzeilen aller Zeiten kommt von Casper. „Dies ist kein Abschied / Denn ich war nie willkommen“. Was schwingt da für eine brutale Wut mit, eine Power auch. Man weiß sofort, wo man steht. Eher nicht auf der rührseligen Adieuumarmungsseite. Eher auf der „Don’t Look Back In Anger“-Seite, nur weniger versöhnlich. Betonung auf Anger.
Dies hier ist auch kein Abschied, denn es wird ja noch so viel passieren. Aber wenn ich zurückschaue, sehe ich im Gegensatz zu Casper – ungelogen – nur Schönes. Ich weiß, dass Sebastian jetzt die Hände überm Kopf zusammenschlägt, weil sein oberstes Gebot in diesen drei Jahren 1000 Zeichen immer war: „Keine selbstreferenzielle Scheiße schreiben!“ Aber heute geht’s mir nicht um einen coolen Text. Mir geht es ums Danke. An Clara, Kim, Nilz, Katrin, Jeni, Caro, Felix, Toby und all die Gastautoren, die uns immer wieder diese sehr besonderen Texte zugesteckt haben. Es war toll mit euch. Es könnte ewig so weitergehen. Danke für jedes Zeichen.
Was es ist (997)
VON CLARA OTT
Nein, es ist kein Date, denkst du, und fährst in Jeans statt Kleid zur Bar. Weil die leider geschlossen ist, hat er beim Italiener daneben spontan einen Tisch reserviert, winzig, mit Kerze, in einer romantischen Ecke. Ihr esst, lacht, trinkt Wein und weil es kein Date ist, diskutiert ihr sehr offen über alles. Wieso ihr gerne flirtet und was ihr euch von der Liebe erhofft und wie das mit Kinderwunsch, Treue und One-Night-Stands aussieht. Es ist kein Date, aber trotzdem gibt es Komplimente und lange Blicke. Ihr sprecht über den Status des Singles, als er sagt, er wäre gar keiner. Kurz bist du verwirrt, dann erleichtert. Und du sagst, wie gut, dass das hier kein Date ist, was er lächelnd bestätigt. Ihr quatscht weiter, bis das Restaurant schließt. Er zahlt, bringt dich zum Bus. Ihr umarmt euch mehrfach, und du sagst, dass es ein Rendezvous und kein Date war: Eine Verabredung ohne falsche Erwartungen. Ohne dieses Ziehen im Bauch sitzt du im Bus und morgens wachst du auf und alles ist gut.
Ich bin nie ganz wach (996)
VON KATRIN THEINER
Heute ist mir klar geworden, dass ich seit mehr als 30 Jahren benachteiligt bin: Ich vertrage kein Koffein. Dabei wäre mein Leben bestimmt ganz anders verlaufen, wenn ich auf Kindergeburtstagen zur Spezi-Fraktion gehört hätte, statt Sprite zu trinken. Ich hätte als Jugendliche mehr Taschengeld gehabt, wenn ich auf Schützenfesten eine Flasche Rum-Cola in meiner Jacke hätte reinschmuggeln können, anstatt abgestandenes Bier in schlechtgespülten Bechern zu kaufen. Meine Schulnoten wären besser gewesen, wenn ich dank Kaffee wach und aufnahmefähig gewesen wäre - von meinem Abi-Schnitt ganz zu schweigen. Mit bombigem Schulabschluss und Power am Morgen wär ich der Generation Praktikum bestimmt schneller entflohen und hätte mit 25 nicht mehr unterbezahlt bei einem Musiksender geknechtet. Ich würde gesünder und jünger aussehen, könnte ich mir Matcha-Tee mit einem Besen feudeln und länger leben würde ich auch. Und über was hätte ich heute alles schreiben können, hätte der Tag mit Kaffee begonnen.
Danke (995)
VON NILZ BOKELBERG
Der letzte Dienstag-Text vor dem großen Jubiläum: 1000 mal 1000 Zeichen. Ich will ganz ehrlich sein: Ich hatte zwar nie Zweifel, dass dieses Projekt so lange läuft, aber ich hatte so meine Zweifel, dass ich so lange durchhalten würde. Ich hab schon andere Aufgaben mit weniger Aufwand aus dümmeren Gründen abgebrochen.
Aber diese 1000 Zeichen, die haben es mir irgendwie angetan. Danke, dass ich bei diesem Projekt dabei sein darf. Sebastian, der immer meine Texte viel zu spät bekommt und dann noch lektorieren muss, wofür ich ihm und seiner Geduld wahnsinnig dankbar bin, hat mich mal gefragt, warum ich eigentlich nie Anekdoten aus meiner VIVA-Zeit aufschreiben würde, da müsste es doch ganz viel geben, was man gut in 1000 Zeichen erzählen könnte. Und er hat Recht und ich hab lange drüber nachgedacht, warum ich das nie mache.
Und da mir kein triftiger (hab ich gerade zum ersten Mal in meinem Leben geschrieben, das Wort) Grund eingefallen ist, mache ich das jetzt einmal: Oh Mist, Zeichen alle!
Hairy Potter (994)
VON SEBASTIAN DALKOWSKI
Ich lasse mir nicht oft die Haare schneiden. Nur so oft, dass die Frisörin jedes Mal sagt, dass ich mir ganz schön lange nicht mehr die Haare habe schneiden lassen. Was stets so klingt, als wäre ich mit einem dunklen Leberfleck erst nach vier Monaten zum Arzt gegangen.
Jedenfalls gibt es immer diesen Moment, in dem die Frisörin mir den Pony schneidet und die Haare knapp an meinen Augen vorbei nach unten rieseln. Dann muss ich an den Friseur denken, der mir als Kind die Haare geschnitten hat, bis ich ihn irgendwie nicht mehr leiden konnte, und der in diesem Moment des Pony-Schneidens immer sagte, ich solle die Augen zumachen.
Ich weiß deshalb immer nie, ob ich jetzt auch noch die Augen zumachen soll oder ob als Erwachsener die Haare immer nur vorbeirieseln, aber niemals ins Auge, oder ob der Frisör damals nur auf Nummer sicher gehen wollte. Ich will mich ja nicht blamieren vor der Frisörin, ich will aber auch keine Haare in die Augen bekommen.
Ich mache die Augen deshalb immer so halb zu.

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Schubladen (993)
VON ERIC AHRENS
Eine App hatte dir geholfen, sie zu finden: die Helene-Fischer-Fans unter deinen Facebook-Freunden. Klammheimlich hattest du sie aus deiner Liste gelöscht. Dabei warst du mit einigen ziemlich gut befreundet. Aber das zählte in Anbetracht der Tatsachen nicht. Denn Helene Fischer zu hören, ist verwerflich. Die hören nämlich nur Vollidioten. Das ist Schlager und Schlager ist der Soundtrack für die Verblödung des Volkes. Sowas läuft auf dem Oktoberfest, am Ballermann und in Dörfern, wo man sagt: „Ich bin kein Nazi, aber…“. Gebildete Menschen hören das niemals. Hundertprozentig.
Mit dieser sauber sortierten Schublade fühltest du dich stets erhaben und im Recht. Bis zu dem Tag, als du deine Eltern besuchtest und deine Mutter ihre neue Lieblings-CD einlegte. „Atemlos“ dröhnte durch die Wohnstube, und sie klatschte im Takt. Da klemmte plötzlich dein Schubladensystem. Tränen kullerten dir übers Gesicht, und du wusstest nicht mehr, worauf man sich in dieser Welt überhaupt noch verlassen kann.
Twitter (992)
VON TOBIAS JOCHHEIM
140 Zeichen? Mir reichen nicht mal 140 Zeilen, die Maximallänge eines regulären Tageszeitungstexts, das 30-Fache. Ich brauche 7.000, 10.000, 12.000 Zeichen. 14.000 als Obergrenze wären okay.
Aus Eitelkeit natürlich. Aber auch, weil ich dem stroboskopartigen Ausstoß der Contentfabriken etwas entgegensetzen will: Geschichten. Mit Anfang und Ende, Beispielen, Bildern, Assoziationen, Volten, Ambivalenzen, Abschweifungen, einer Prise Poesie. Weil ich weiß, wie gefährlich es wäre, mich auf das Wettrennen um Witzigkeit, Originalität und Krassheit einzulassen.
Und weil ich von nichts fundierte Kenntnis habe – was man in tausenden Zeichen hervorragend verstecken kann, in 1.000 nur mit verdammt viel Mühe und in 140 überhaupt nicht.
Eric Jarosinski alias @NeinQuarterly weiß was: „#WieManDasGlück findet Überlegen Sie, wo Sie es zuletzt gesehen haben. / Sehen Sie nach, ob es noch da ist. / Wenn nicht, fragen Sie sich, warum es gegangen ist. / Wenn doch, fragen Sie sich, warum Sie nicht geblieben sind.“
BITTE NICHT AUTHENTISCH SEIN (991)
VON LENA STEEG
Wenn sich Menschen daneben benehmen, im Fernsehen oder meinem Freundeskreis, ist ihre letzte Ehrenrettung immer der Satz: „Ich bin halt authentisch.“ Ich würde darauf gerne verzichten. Ich finde es unangebracht, dass Leute sich, wenn sie sich keine Mühe geben, schlechte Arbeit leisten, schlechte Freunde sind, anderen gegenüber laut oder ungerecht werden, auf ihr „Temperament” oder das Schwachsinnsargument „So bin ich halt“ stützen. Ich finde: Dann hört halt auf damit und seid anders! Der Wert von Höflichkeit wird unterschätzt: In öffentlichen Debatten, in der Beziehung zwischen Mann und Frau, im Internet sowieso. Der, der höflich ist, wird für einen Blender gehalten, für heimlich intrigant oder einfach langweilig. Ich finde, es gibt eine Menge Situationen, in denen es absolut okay wäre, den ersten Impuls runterzuschlucken und stattdessen zu schauen, was der Situation und der Konstellation gut tut. Auch wenn das bedeutet, dass man für fünf Minuten mal nicht total authentisch sein kann.
Euer Krieg & Unser Frieden (990)
VON CLARA OTT
Vielleicht ging es uns einfach immer viel zu gut. Vielleicht brauchen unsere Generationen-X&Y diese Flüchtlingskrise, um das eigene Dasein auf Menschlichkeit und Würde zu überprüfen, als nur auf Jahresgehalt, Designercouch und Fair-Trade-Clothes. Vielleicht musste es so kommen, dass Krieg nicht mehr „in der Welt herrscht“, sondern der Krieg zu uns kommt. Krieg heißt Leid und Tod, Existenzangst und wahnsinnige Ungerechtigkeit. Wir kennen das bloß aus nüchternen Geschichtsbüchern, den verblassenden Erzählungen unserer Großeltern und aus Hollywood. Aber Bürgerkrieg, Terrormilizen und Machthaber mit Chemiegaswaffen sind inzwischen keine außenpolitischen Randnotizen mehr. Sie finden nicht mehr Tausende Kilometer entfernt statt, weil ihre Auswirkungen zu spüren, zu sehen sind. Seien wir dankbar, noch auf der sicheren Seite zu stehen. Begrüßen wir Menschen, die wir sein könnten. Fragen wir nach, was wir tun können. Alle Generationen des Friedens stehen in der Schuld, Kriegsopfern beizustehen.
Versagt (989)
VON CAROLIN HAFEN
„Es geht mir gut“, sagte die Tochter und verstand das ganze Gewese nicht. „Mir fehlt doch nichts.“ Was sollte sie auch sagen? Es war kein Platz im Raum zwischen ihnen, keine Wörter vorhanden für die Einsamkeit und die gescheiterten Beziehungen. „Eben das ist das Problem“, erwiderte die Mutter und holte Luft. Sie tippte ihr mit dem Zeigefinger herablassend an die Stirn. „Es geht dir zu gut“, sagte sie. „Du bist zu eigenwillig. Du kannst keine Meinung gelten lassen. Du musst keine Kompromisse eingehen“, sagte sie. „Das kannst du gar nicht, Kompromisse.“ Endlich ließ sie von ihr ab. Die Tochter sagte nichts mehr. Sie kannte die Forderung schon seit Jahren: „Ich will Enkelkinder, die mir gleich sehen.“ Ob all diese Dinge stimmten, ob es an ihr lag, spielte keine Rolle. Die Worte waren gesagt. Die Verletzungen zugefügt. Der Vorwurf der Schuld stand unausgesprochen im Raum. Über dreißig, ledig und kinderlos. Die Worte „Du machst mich einsam“ lagen ihr auf der Zunge. Ausgesprochen ändern sie aber nichts.

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Ihre Fernbedienung (988)
VON NILZ BOKELBERG
Meine Freundin liebt Dmax. Sie ist total traurig, dass sie bei sich zu Hause nur den halben Tag diesen angeblichen „Männer“-Sender empfangen kann, da er sich bei ihr eine Frequenz mit, ausgerechnet, dem Kinderkanal teilt. Sie würde am liebsten den ganzen Tag irgendwelche Ice-Road-Trucker oder Wüsten-Griller oder Feuerwehrmänner auf den Osterinseln, oder was auch immer da läuft, gucken.
Sie hat auch tatsächlich RTL Nitro bei ihrem Fernseher auf die 1 programmiert! Nitro! Wo vormittags immer „Chips“ laufen und ähnlich altes Archivmaterial.
Als ich das zum ersten Mal gesehen habe, konnte ich es nicht glauben. Man kann doch nicht einfach RTL Nitro, ein Mini-Mini-Spartensender, ausgerechnet auf die 1 legen! Da gehört doch das Erste hin! Auch die anderen Sender sind nicht dort, wo sie hingehören. Aber Nitro auf der 1, das fand ich das stärkste Stück.
Und dann ist mir aufgefallen, wie unheimlich bescheuert meine Empörung ist. Man soll sich die Sender legen, wie man sie guckt und nicht umgekehrt.
Die Richtlinie der Schande (987)
VON SEBASTIAN DALKOWSKI
Die EU-Richtlinie 2001/51/EG hält Flüchtlinge davon ab, das viel günstigere Flugzeug zu nehmen, anstatt über den lebensgefährlichen Land- und Seeweg einzureisen. Die Richtlinie besagt, dass Fluggesellschaften die Kosten übernehmen müssen, wenn sie eine Person ohne Visum in den Schengen-Raum fliegen, die keinen Anspruch auf Asyl hat. Also fliegen die Fluggesellschaften niemanden ohne Visum. Ich mache den Fluggesellschaften keinen Vorwurf. Fluggesellschaften machen keine Politik. Politiker machen Politik.
Und wir derweil? Wir diskutieren darüber, ob Zeitungen Bilder zeigen dürfen, die die Folgen dieser Richtlinie zeigen. Dass die Motive dieser Zeitungen nicht selbstlos sind (Überraschung: Zeitungen handeln niemals selbstlos), gibt uns eine Rechtfertigung, die Veröffentlichung abzulehnen. Dabei wollen wir die Bilder bloß aus unseren Köpfen haben. Wir zeigen mit den Fingern auf die, die die Schande zeigen. Nicht auf die, die die Schande verursachen.
Aber hey, die besuchen immerhin Asylheime.