Ansichtskarte
Schwedt (Oder) - Wohnheim
Reichenbach (Vogtl): VEB BILD UND HEIMAT Reichenbach i.V. (III 18 203 A 1/B 143/71 3/1109)
Foto: [Rudolf] Kampmann
1971

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Schwedt (Oder) - Wohnheim
Reichenbach (Vogtl): VEB BILD UND HEIMAT Reichenbach i.V. (III 18 203 A 1/B 143/71 3/1109)
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Siegen, Wohnheim, Oktober 2017
Wenn Ihr ein wenig plaudern wollt, Askbox ist offen! Hab einen eher blöden Tag hinter mir und bin froh, morgen Abend wieder zum Wohnheim zu fahren. Was macht Ihr so? :3
06.03.17
This is my new dorm! :) I moved here last Wednesday, had a lot of fun throughout the weekend and started my second semester of uni today. Since I was a little too lazy and haven’t gotten the best grades in my first semester, I really want to try to work harder now, and do the best that i possibly can! I hope you’re all doing good and had a nice monday xx

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Wie kommst du zurecht mit deinen Depressionen und was tust du sobald du von Gedanken belastet wirst?
Also wenn ich im Wohnheim bin, dann hat die Depression kaum eine Chance, mich nieder zu zwingen. Manchmal, ja, da schafft sie es, aber dann lasse ich das auch mal durchgehen. Solche Tage gehören dazu. Im Wohnheim ist es so, dass immer was los ist. Natürlich langweile ich mich auch oft, aber meist sind viele Leute da und mit den meisten Betreuern verstehe ich mich super, sodass ich immer Ablenkung habe und gar nicht dazu komme, mich von Gedanken einholen zu lassen. Und selbst wenn, dann ist es meist so, dass ich jederzeit mit meiner Betreuerin reden kann, wenn sie gerade Dienst hat.
Wenn das nicht der Fall sein sollte und ich von Gedanken belastet werden sollte, dann gehe ich raus, gehe spazieren oder dusche im heiß-kalten Wechsel. Oder ich geh schon auch gern mal einen smoken, wobei das wegen der Suchtgefahr und Illegalität hier an dieser Stelle nicht zu empfehlen ist (!). Meistens aber geht das Gedankenkarussell erst dann los, wenn ich, bereit zu schlafen, im Bett liege. Dann hänge ich entweder auf Tumblr rum oder halte es einfach aus. Und ich halte es stundenlang aus, bis ich irgendwann dann mal einschlafe. Leider muss ich es am nächsten Tag dann büßen, weil mir meist übel ist und ich absolut erschöpft bin und mich krank fühle. Das geht dann so einen Tag und am nächsten bin ich dann wieder fit.
So wie es jedoch nun seit ner Woche ist, nämlich dass ich bei meinen Eltern bin, verbringe ich die meiste Zeit mit Serien schauen, schlafen, essen, Musik hören, Tumblr und Schreiben. Habe nun wieder angefangen, Gedichte zu schreiben. Es war mir lange nicht mehr so richtig möglich, was Gelungenes zu schreiben, doch nun kann ich meine Gefühle und Gedanken wieder besser in Worte fassen.
Wie machst du jeden Tag weiter ?
Nun, ich atme ein und aus und picke mir einige Dinge heraus, auf die ich positiv voraus schauen kann. Ich rede mir selbst Gutes ein, damit ich mich nicht von Zweifeln usw. einholen lasse. Klar, oft habe ich Downs und bin traurig, nachdenklich, unzufrieden, habe sehr oft Angst, fühle mich verloren. Aber ich baue mir im Moment ein stabiles Umfeld auf, das mir als Kind und auch bis vor einigen Monaten fehlte. Doch da ich nun von Sonntag bis Freitag in einem betreuten Wohnheim wohne und so ziemlich selbstständig bin, aber doch immer sehr gut aufgehoben bin bei unseren Erziehern, habe ich gute äußere und stabile Umstände. Das stabilisiert mich selbst im Inneren auch. Dazu gehe ich regelmäßig zur Therapie, bin jeden Tag ca. 2 Stunden draußen an der frischen Luft und habe viel Spaß mit meinem Kumpel in der Schule und dazu bin ich an meiner Schule einfach gut dabei, weil mir Sprachen, Wirtschaft, Politik und EDV Spaß machen. Ich bin also motiviert, auch obwohl ich schon jetzt extrem traurig bin, dass ich in 1 ¾ Jahren wieder aus dem Wohnheim ausziehen muss… :( Aber das schiebe ich weg, denn ich genieße jeden einzelnen gelungenen Augenblick und versuche, die ungelungenen Augenblicke zu akzeptieren und hinter mir zu lassen. Klappt nicht immer und ich muss mit bisschen Gras nachhelfen, aber das ist schon mal ganz okay. Solange ich zielstrebig bleibe und mich selbst nicht aus dem Auge verliere, ist alles gut!
Hermsdorf, Dezember 2016