Schon fast ein Monat ist vergangen, seitdem wir uns durch das VIS-Programm gefressen haben. Dutzende Filme haben wir noch unbewusst im Hinterkopf lungern. Gestillt ist der Hunger, doch die politische Botschaft eines metaphorischen Trash-Kürzestfilm will noch verdaut werden.
Die “Mondprobleme” betitelten 105 Sekunden des deutschen Regisseurs Clemens Thurn amüsieren zunächst mit einem pointierten Dialog zwischen Raumfahrer und Mond. Ob er landen dürfe, fragt der Astronaut -- nach dessen Verneinung, warum es nicht gestattet sei. Es gäbe Probleme. Welche? Der amateurhaft animierte Mann im Mond antwortet knapp: Mondprobleme.
Die Prämisse klingt gelesen so unfassbar fad, doch durch die verstörend schlechte Ästhetik und dem absurden Skript, gelingt es Thurn, Weltprobleme auf eine höhere Ebene zu stellen. Die kurze Halbwertszeit des Schmunzelns verklingt nach dem Entziffern der Metapher:
Im vergangenen Jahrhundert hat der Mensch neben seinen altbekannten weltlichen Invasionen es geschafft, mit Technik, Größenwahn und Wettrüsten nun auch das All zu erobern. Nach Erlaubnis hat er bis zu diesem Kurzfilm niemals gefragt -- weder beim Abstellen ausländischer Truppen in Bürgerkriegsregionen oder um die Ausbeutung eh schon geplagter Gebiete.
Wir sollten uns mit uns selbst beschäftigen und uns viel lieber ganz down-to-earth mit unseren first-world-problems zufrieden geben, solange die Welt uns noch zu Füßen liegt.








