Als Stadtmensch einen eigenen Acker
Als angehende Selbstversorgerin erzählt Kathi Blumfeld aus Berlin ĂĽber ihr auĂźergewöhnliches Projekt. Vor Wochen hat sie als Stadtmensch die Entscheidung fĂĽr den GemĂĽseanbau auf einem eigens dafĂĽr vorgesehenen gepachteten Acker getroffen.Â
Kathi arbeite viel, es dreht sich seit Jahren alles um Arbeit … und sie unterbricht nur, wenn sie mit ihren Hunden spazieren geht oder zu einem Event reisen muss. Das war ihr auf Dauer zu wenig. Sie wĂĽnscht sich schon immer einen Ausgleich und das am besten in freier Natur. Das Angebot, das sie in den sozialen Netzwerken kĂĽrzlich gefunden hatte, entsprach daher ganz und gar ihren BedĂĽrfnissen.Â
Ein Bauernhof verpachtet ganze Ackerparzellen, die seit letztem Herbst bereits mit GrĂĽndĂĽngung vorbehandelt und fĂĽr die Bepflanzung aufbereitet wurden. Von den Hofbetreibern sind schon einige GemĂĽsesorten gesät worden. Kohlrabi, Erbsen, Salat, Fenchel, Spinat, Sonnenblumen, Rote Bete, Zwiebeln, Möhren, Spitzkohl, Mangold, Rotkohl, Dill, WeiĂźkohl, Pastinaken verweilen längst im Acker, um zu wachsen.Â
Kathi ist nun fĂĽr das Unkraut jäten, Pflegen, Pflanzen, Hegen und GieĂźen verantwortlich. In ein paar Wochen, wenn kein Frost mehr zu befĂĽrchten ist, sorgt sie fĂĽr die restliche Anpflanzung der vom Landwirt vorgezogenen Jungpflanzen wie Tomaten, Radieschen, Zuckermais, Stangenbohne, Buschbohne, Paprika, KĂĽrbis. Die Kartoffeln bringt der Hofbetreiber in der nächsten Woche fĂĽr sie in den Acker.Â
Die Parzelle ist ausreichend groĂź, um fĂĽr einen 2-Personenhaushalt eine ordentliche Erntemenge einfahren zu können. Von Mai bis Ende Oktober bringt ihr Acker verschiedene GemĂĽsesorten ans Tageslicht und ohne groĂźe Umwege direkt in ihren Kochtopf.Â
„Frisch geerntet schmeckt Gemüse richtig gehaltvoll und wesentlich aromatischer als das vorab gekühlte Gemüse (damit es besser hält) aus dem Supermarkt und konventionellem Gemüsehandel“, so versichert es ihr die Hofbetreiberin. Als Selbstversorger ist Kathi in diesem Jahr unabhängig von Preisschwankung durch Angebot und Nachfrage. Zudem ernährt sie sich gesünder, weil sie bei ihrem eigenen Gemüse weiß, dass keine Pestizide eingesetzt werden. Sie wird ihr Gemüse mit Netzen vor Insekten schützen. Die vorausgegangene Gründüngung hat den Boden auch schon genügend gekräftigt, sodass sie nur noch wenig düngen muss.
Überdies lernt Kathi nun auch einiges über den Anbau von Gemüse. Zum Beispiel, welches Gemüse, zu welcher Jahreszeit ausgepflanzt und ausgesät wird. Und welche Gemüsesorten sich zusammen vertragen und welche in der Nachbarschaft gepflanzt werden, um ungebetene Insekten zu vertreiben. Die Hofbetreiber beraten sie und stehen ihr bei Fragen und Tipps jederzeit und sogar per Messenger zur Verfügung.
Dadurch bekommt Kathi ein FeingefĂĽhl fĂĽr das, was sie tut und worauf sie achten muss. „Der Austausch mit den Landwirten liegt mir sehr am Herzen. Dadurch bekomme ich eine Sichtweise auf Dinge, die mir sonst als Stadtmensch gänzlich fremd bleiben wĂĽrde. Ich werde mir auch fĂĽr meinen eigenen Garten nĂĽtzliche Fertigkeiten und Wissen aneignen können“, so erzählt sie.Â
NatĂĽrlich geht es Kathi nicht nur ums Arbeiten, sondern auch um das Verweilen in der Natur. Bei gutem Wetter drauĂźen sein, den Abend auf dem Acker entspannt ausklingen lassen und den Sonnenuntergang genieĂźen, ist eine entschleunigende, wohltuende Aktivität, die den Menschen neue Energie verleiht. Â
Diese Art RĂĽckbesinnung auf die Natur ist auch ein wichtiger Beitrag bezĂĽglich Umweltschutz. SchlieĂźlich schĂĽtzt und wertschätzt der Mensch nur das, was er kennt und womit er sich verbunden fĂĽhlt.Â


















