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i just found out some people call tipex "white out"????
crazy realisation.
what do you call the stuff that makes your pen mistakes go away
tipex/tipp-ex
white out/wite out
correction fluid/correction liquid/"the good stuff"
what on earth is that ive never seen anything like it in my life
inhaled too much Tipp-Ex fumes. dizzy from painting with Tipp-Ex. i love the smell of Tipp-Ex. may have accidentally huffed Tipp-Ex. all my senses are surrounded by Tipp-Ex.
XXX
Alicitos “tipp-ex” 😆
www.alicitos.com

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Der Frühling (The Spring), 1975 by J.G.Wind
Seit 1967
Von Hand
Meine Geschichte des Schreibens, die Schulerfahrungen ausgeklammert, beginnt 1967. Meine Dissertation musste geschrieben werden. Und obwohl ich leidlich mit einer Schreibmaschine umgehen konnte, war es mir trotz Tipp-Ex unmöglich, meinen Text einigermaßen ordentlich zu Papier zu bringen, so dass ich professionelle Hilfe brauchte.
Zehn Jahre später begann ich literarische Texte zu schreiben. Erst waren es Gedichte und Kurzgeschichten, eine (inzwischen veröffentlichte) Novelle und schließlich auch ein Roman. Was hat sich seither für mich verändert? Eigentlich nicht viel. Ich schreibe immer noch von Hand und übertrage zeitnah das nur für mich lesbare Geschreibsel in eine für alle lesbare Schrift. Soweit, so gleich. Der Aufwand, der dann folgte, unterschied sich allerdings gewaltig von dem, der heute betrieben werden muss. Für einen Geschichtenschreiber, der keinen Verlag mit einem gut funktionierenden Lektorat im Hintergrund hat, war die Textüberarbeitung via Schreibmaschine mit gewaltigem Arbeitsaufwand verbunden. Tipp-Ex war da das geringste Übel. Ganze Passagen mussten immer wieder neu geschrieben werden. Das hieß schnibbeln und kleben, bis die einzelnen Blätter aus bis zu fünf Lagen bestanden. Was Wunder, dass so manche kleine Unschönheit auf Fortbestehen beharrte und sich durchsetzte, wenn der Eifer des Autors erlahmte. Dann kam der PC und mit ihm eine vorher kaum vorstellbare Arbeitserleichterung. Eure Frage, ob die Dateien auf die damals üblichen Disketten passten, kann ich mit ja beantworten. Selbst der 500-Seiten-Roman passte drauf. Ob man auf Word überhaupt Texte fertigschreiben kann, war eine weitere Frage. Man kann. Das ist wie beim Naschen. Man muss auch mal “nein” sagen können.
(Rudolf Schimke)
Mitte der 70er Jahre, Mitte der 80er Jahre, 1998 und 2018
Von Referenten und Schreibdamen
Als ich Mitte der 70er Jahre als sog. Hilfsreferent ins Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft kam, war ein Kernstück der ministeriellen Organisation ein Schreibbüro mit etwa dreißig im Schichtdienst tätigen Schreibdamen, eifersüchtig bewacht von deren Leiterin, über deren Schreibtisch sämtliche Schreibaufträge laufen mussten. Wenn man sich mit ihr gut stand, konnte man bei ihr um 18 Uhr noch Aufträge für den Spätdienst unterbringen und den fertigen Text – normalerweise handelte es sich um einen Vermerk für die Leitung oder für die Kommunikation mit anderen Referaten und Abteilungen im Haus - am nächsten Morgen abholen. Ein solcher Vermerk bestand aus dem auf Normalpapier geschriebenen Original für den im Kopf benannten Adressaten und bis zu vier Durchschlägen für das Ministerbüro, das Büro des parlamentarischen und des beamteten Staatssekretärs. Eine Kopie erhielt der Verfasser, der damit auf sehr störanfälligen, stromfressenden und Hitze abstrahlenden Kopiergeräten weitere Kopien anfertigen (lassen) konnte.
Allerdings ging es nicht immer so glatt: Fehler mussten von der jeweils mit dem Text befassten Schreibdame korrigiert, mit Tipp-Ex oder einem zeilenlangen Korrekturband überklebt, manche Seiten oder ganze Vermerke komplett neu geschrieben werden. In die farblich markierten Kopien für die Leitungsbüros – grün für Minister, lila (!) für den Parlamentarischen Staatssekretär, rot für den beamteten Staatssekretär – mussten die Korrekturen ebenfalls übertragen werden. Es dauerte manchmal mehrere Tage, bis ein einmal diktierter Text fertig war und „auf die Leiter“ geschickt werden konnte. Und dann war man niemals sicher, ob der Vermerk von irgendeinem Beteiligten oder Vorgesetzten – mitzeichnenden Referaten, dem eigenen Referatsleiter, Unterabteilungsleiter, Abteilungsleiter, Staatssekretär – ohne weitere Korrekturwünsche abgezeichnet oder zurückgeschickt wurde. Bevor der Vermerk dann endgültig „nach oben“ gehen konnte, musste man gegebenenfalls zur Rücksprache bei einem am Text Anstoß nehmenden Hierarchen vorsprechen. Und dann musste, wenn man sich in der Rücksprache nicht durchsetzen konnte, das Schreibbüro erneut ran – ein Albtraum für jeden jungen Mitarbeiter, jede junge Mitarbeiterin. Erfahrene “Ministranten“ zeichneten sich dadurch aus, dass sie den „richtigen“ Aufbau eines Vermerks intus hatten: Ein Ministervermerk durfte in der Regel nicht länger als vier Seiten sein, notfalls mit einem Anhang versehen, zum Beispiel einem Redeentwurf. Schon auf Seite 1 musste der Verfahrens- oder Beschlussvorschlag – Kenntnisnahme, Billigung, Zeichnung eines Briefentwurfs oder „weitere Veranlassung“, was immer das sein mochte – stehen. Jeder Text musste natürlich analytisch und politisch „korrekt“ sowie sprachlich verständlich und rechtschreibsicher diktiert, korrigiert und fehlerfrei versandt werden.
All das gab es, als ich 1998 ins Ministerium zurückkam, nicht mehr: Die Leiterin des Schreibbüros war in Rente gegangen, nachdem sie über zwanzig Jahre lang ihre von uns despektierlich Hühnerhaufen genannten Mitarbeiterinnen ausgebildet, angeleitet und manchmal -getrieben sowie durchaus im Wortsinne behütet hatte, sich deren und unser aller Sorgen angehört, auf Betteleien und „ … muss sofort erledigt werden, der Minister sitzt schon im Dienstwagen und wartet …“ stoisch reagiert und ihre Nerven ruiniert hatte. Und doch war es schön, das Schreibbüro zu haben, besonders Weiberfastnacht war jedes Jahr der Höhepunkt, dann schwärmten die jungen Damen mit Maske und im Kostüm und mit einem Glas Sekt in der Hand aus, feiernde Sachbearbeiter und Referaten mal in einer anderen Verfassung zu erleben. Jedenfalls eine Eheschließung ist, soweit mir bekannt, zwischen einer Schreibdame und einem Mitarbeiter des „höheren“ Dienstes zustande gekommen. Das hatte was.
Und was ist aus den anderen Schreibdamen geworden? Sie wurden auf die etwa vierzig Referate des Ministeriums verteilt, schrieben für diese weiter Vermerke nach Diktat oder handschriftlichem Entwurf, bekamen aber auch zusätzliche Büroaufgaben zugewiesen. Neue Tätigkeitsbeschreibungen ermöglichten ihnen die Chance auf eine kleine Beförderung.
Ganz ähnlich hatte ich dies bereits Mitte der 80er Jahre bei der OECD in Paris erlebt, wo PC-ähnliche Schreibautomaten schon früher als in der Bundesrepublik eingesetzt wurden. Mit diesen Umorganisationen wohl aller Ministerien war faktisch eine stärkere Autonomie und eine Aufwertung der Referate, der Herzkammern des Ministeriums, verbunden. Der Preis war eine geringere Flexibilität der Gesamtorganisation. Die Vorteile überwogen aber, was sicher wesentlich auf die enormen Möglichkeiten des PCs zurückzuführen ist.
Allmählich setzte jedoch auch eine neue Bewegung ein: Referenten schreiben ihre Texte immer häufiger selbst in den PC und sparen sich so den Umweg über das Diktieren. Damit ist auch ein völlig neuer Schreibstil entstanden, das unmittelbare, ja spontane Texten, Umstellen, Korrigieren, Löschen und neu Schreiben … Schlecht ist das nicht, man arbeitet sozusagen ganzheitlich. Manchem – wie mir – gefällt es so viel besser als das früher umständliche, Zeit raubende und Nerven ruinierende System Schreibbüro. Das lag übrigens in der zehnten Etage unseres Ministeriums, in dem unsere Büros vom siebten bis zum vierzehnten Stockwerk verteilt waren – also genau im Zentrum.
(Klaus Luther)