Der erweiterte Erwerbsbegriff zur Förderung demokratischer Teilhabe
Bei einem erweiterten Erwerbsbegriff wird die reproduktive Dimension berĂŒcksichtigt. Wenn von Arbeit gesprochen wird, geht es um die bezahlte Arbeit. Erwerbsarbeit gilt als produktiv und Sorgearbeit als reproduktiv. Der Ausschluss aus der ProduktionssphĂ€re wertet auch die bezahlten SorgetĂ€tigkeiten ab und ist strukturelle Ursache fĂŒr den Gender Pay Gap.
âąÂ Um Gerechtigkeit in der Bezahlung zu erlangen, mĂŒssen SorgetĂ€tigkeiten anerkannt und aufgewertet werden.
âąÂ Zudem sind in Hinblick auf die wirtschaftliche Bedeutung der SorgetĂ€tigkeiten QualitĂ€tsoffensiven in diesem Bereich wichtig.
Auch entlang weiterer Kategorien sozialer Ungleichheit kann man die Spaltung des Arbeitsmarktes hinterfragen: Junge oder Àltere BeschÀftigte, Menschen mit Behinderung sowie Migrantinnen und Migranten. Diese Menschen haben nicht nur generell niedrigere BeschÀftigungsquoten, sondern sie arbeiten auch hÀufiger in atypischen und prekÀren ArbeitsverhÀltnissen.
âąÂ Nicht nur die politische Steuerung, sondern alle Akteure und Akteurinnen des Arbeitsmarktes sollten den Abbau sozialer Exklusion forcieren.
Eine weitere Dimension, die durch den gesellschaftlichen Wertewandel zunehmend an Bedeutung gewinnt, ist die ökologische Dimension der Arbeit. Hier gibt es vermehrt Unternehmen, die sich nach ökologischen Kriterien ausrichten. So gibt es eine âGemeinwohl Ăkonomieâ, in der Unternehmen in ihrer âGemeinwohl-Bilanzâ die Nachhaltigkeit in Bezug auf die Arbeit nachweisen.
âąÂ Wichtig ist es, dass versucht wird, Umwelt-, Sozial und Wirschaftspolitik nicht gegeneinander auszuspielen, sondern zischen ihnen eine Balance herzustellen.
So selbstverstĂ€ndlich diese Forderungen auch anmuten mögen â es bedarf nicht weniger als der VerĂ€nderung unserer gesamtgesellschaftlichen Einstellung zur Arbeit.