🇩🇪
Unsere Mädels
Es gibt Menschen, die sehen in einer Milchkuh einfach nur ein Nutztier.
Ich nicht.
Diese schwarz-bunten Rinder begleiten mich, seit ich denken kann. Ich bin zwischen ihnen groß geworden. Zwischen dem Geräusch der Fressgitter, dem Duft von Silage, frischer Milch und warmem Stall im Winter. Für manche klingt das vielleicht seltsam romantisch. Für mich klingt es nach Zuhause.
Unsere Mädels sind das Herz des Hofes. Ruhig wiederkäuend im Abendlicht, neugierig am Weidezaun oder morgens um fünf mit diesem Blick, der sehr deutlich sagt: „Wenn du schon hier bist, kannst du auch gleich Futter anschieben.“
Und ja, ich kenne tatsächlich fast jede einzelne mit ihren Eigenheiten. Die eine diskutiert grundsätzlich mit dem Melkroboter, die nächste klaut Futter wie ein schlecht erzogener Labrador und irgendeine schafft es immer, genau dann Blödsinn zu machen, wenn man eigentlich Feierabend wollte.
Aber genau das liebe ich.
Kühe sind keine Maschinen. Sie haben Charakter. Manche sind ruhig und sanft, andere stur wie ein alter Belarus im Winter. Manche wollen gekrault werden, andere schauen einen an, als hätte man persönlich ihre komplette Blutlinie beleidigt.
Und vielleicht versteht man diese Liebe zu den Tieren auch nur, wenn man wirklich mit ihnen lebt.
Wenn man nachts noch einmal in den Stall fährt, weil eine Kuh kalbt. Wenn man sich ehrlich freut, wenn ein krankes Tier wieder frisst. Wenn man manchmal einfach zwischen ihnen steht und merkt, wie ruhig einen diese Tiere machen können.
Für viele sind es einfach 200 Kühe.
Für mich sind es meine Mädels.
Und ich glaube, genau deshalb funktioniert unser Hof auch so, wie er funktioniert. Weil man spürt, ob Tiere nur gehalten oder wirklich gemocht werden.
Am Ende geben sie uns Milch.
Aber eigentlich geben sie mir deutlich mehr als das.
🇬🇧
Our Girls
Some people see a dairy cow as nothing more than livestock.
I do not.
These black-and-white cows have been part of my life for as long as I can remember. I grew up around them. Around the sounds of feed gates, the smell of silage, fresh milk and the warmth of the barn in winter. To some people that may sound strangely romantic. To me, it sounds like home.
Our girls are the heart of the farm. Calmly ruminating in the evening light, curiously waiting at the pasture fence or standing there at five in the morning with a look that very clearly says: “Well, if you are already here, you might as well push the feed closer.”
And yes, I genuinely know almost every single one by personality. One always argues with the milking robot, another steals feed like a badly trained Labrador and somehow there is always one causing chaos exactly when you thought the day was over.
But that is exactly what I love.
Cows are not machines. They have character. Some are calm and gentle, others stubborn like an old Belarus tractor in winter. Some want attention and scratches, others look at you as if you personally insulted their entire bloodline.
And maybe you only truly understand this kind of love when you actually live with these animals.
When you drive back to the barn at night because a cow is calving. When you are genuinely relieved to see a sick animal eating again. When you simply stand among them and realize how calming these animals can be.
For many people, they are simply 200 cows.
For me, they are my girls.
And honestly, I think that is exactly why our farm works the way it does. Animals can feel whether they are merely kept or genuinely cared for.
In the end, they give us milk.
But truthfully, they give me far more than that.
Anja✍🏼















