SchÀtzen und messen Sie erreichbare Ziele mit diesen 3 Metriken
SchÀtzen und messen Sie erreichbare Ziele mit diesen 3 Metriken
Ein erfolgreicher Ansatz, um erreichbare Ziele zu erreichen, beginnt mit einer sorgfÀltigen Planung. Ganz gleich, ob Sie einen Karriere- oder GeschÀftsplan erstellen oder ein bedeutendes Ereignis im Leben planen, es ist wichtig, Ihre Ziele anhand bestimmter Kennzahlen messen zu können.
Die wichtigsten Kennzahlen zur Messung erreichbarer Ziele
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Soziale Medien - Ihr Einfluss auf Gesundheit und Gesellschaft
Das Medium Smartphone hat bedeutenden Anteil daran, dass soziale Medien aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken sind. Ihn geradezu bestimmen. Mit der EinfĂŒhrung des iPhone durch Apple (â Steve Jobs) im Jahr 2007 und dem sich daran anschlieĂenden Boom sozialer Netzwerke können wir nahezu zu jeder Zeit an jedem Ort der Welt Informationen senden, empfangen und soziotechnisch vernetzt sein. Was aber auch bedeutet ĂŒberall und zu jeder Zeit erreichbar und abrufbereit zu sein. Wir tauschen Meinungen und Erfahrungen aus, pflegen interkulturelle Beziehungen. Einander fremde und weit entfernt lebende Menschen haben es mittels sozialer Medien so einfach wie nie zuvor sich kennenzulernen und Freundschaften zu schlieĂen. Soziale Medien haben nicht nur das Potenzial die Welt zu verĂ€ndern, sie gestalten bereits unsere Lebenswirklichkeit.
Klassische und moderne Medien
Wenn wir ĂŒber soziale Medien sprechen, sollten wir uns zunĂ€chst einen Ăberblick zu den Arten von Medien verschaffen. Es gibt vier Dimensionen von Medien: TechnizitĂ€t, FunktionalitĂ€t, SozialitĂ€t und KognitivitĂ€t.
Abbildung 1: Dimensionen von Medien (Quelle: Rusch (Hrsg.) 2002)
Die Dimension der TechnizitÀt beschÀftigt sich mit der MaterialitÀt eines Apperates und dem VerhÀltnis zur eigenen Körperlichkeit. Vor diesen Hintergrund gibt es klasssiche und moderne Medien. WÀhrend klassische Medien bereits sehr lange existieren, sind moderne Medien noch nicht allzu lange auf dem Markt. Zu den klassischen Medien zÀhlen Zeitung, Radio, TV, Kino, Print und Plakat. Moderne Medien sind Computer, Smartphone, Notebook, Tablet.
In der Dimension der FunktionalitĂ€t ist den genannten klassischen Medien die One Way Road und Zeitgebundenheit gemein. Sie sind entweder Sender oder EmpfĂ€nger, entweder Speicher- oder Ăbertragungsmedium. Moderne Medien sind dagegen interaktiv. Sie sind zugleich Sender und EmpfĂ€nger, orts- wie zeitunabhĂ€ngig, Speicher- und Ăbertragungsmedium.
Diese Eigenschaften hinsichtlich ihrer FunktionionalitĂ€t sind jedoch kein allgemeingĂŒltig zeitloses Kriterium fĂŒr die Kategorisierung in ein klassisches oder modernes Medium. Einzig die mittel- bis langfristige AktualitĂ€t kategorisiert Medien in klassisch und modern. Heutige moderne Medien werden in der Zukunft als klassisch gelten, sobald neue mediale Innovationen auf den Markt gelangen.
Marketing und Metriken
Blicken wir auf Unternehmens- und Marketing-Strategien der Plattformbetreiber sozialer Medien begegnen uns Algorithmen, die auf Gewinnorientierung getrimmt sind. Dank umfangreicher Daten ĂŒber Nutzerverhalten können Plattformbetreiber ein gewinnbringendes und zugleich kostengĂŒnstiges personalisiertes Marketing mittels Internetwerbung schalten. Werbeposts in sozialen Medien laden zum Retweeten und Weiterleiten ein. Im Gegensatz zu Print, TV oder Radio kennt Internetwerbung weder regionale noch nationale Grenzen. Mittels Metriken kann der Erfolg eines Werbespots oder einer Onlinewerbung analysiert und notfalls justiert werden (HYGH AG 2022).
Unter den Metriken gibt es Key Performance Indicators (KPI). Das sind Leistungskennzahlen, die den Erfolg einer Werbekampagne sichtbar machen. Key Performance Indicators im Social-Media-Marketing sind Impressions, Reichweite, Click-through-Rate (CTR) und Share of Voices (SoV). Impressions bezeichnet im Social-Media-Bereich wie oft eine Anzeige oder ein Posting auf einem Screen angezeigt wird. Impressions können mehrfach fĂŒr ein und denselben Nutzer gezĂ€hlt werden. Bei der Reichweite geht es um die Gesamtzahl der User, die eine Anzeige oder ein Posting gesehen haben. CTR ist das VerhĂ€ltnis von Klicks auf eine Anzeige zur Anzahl der Impressions. Man misst so die EffektivitĂ€t einer Werbeanzeige oder -maĂnahme. SoV gibt an, wie hĂ€ufig die eigene Marke in den sozialen Medien im Vergleich mit der Konkurrenz erwĂ€hnt wird (Kuhnert 2022).
Das Prinzip Filterblase
Auf Basis dieser Leistungskennzahlen und den Daten zum Nutzerverhalten wird nicht nur Werbung personalisiert und justiert, auch Themenbereiche werden, abgestimmt auf bisherige PrĂ€ferenzen, priorisiert und personalisiert angeboten. In diesem Zusammenhang sprechen wir von der berĂŒchtigten Filterblase. Plötzlich ist das World Wide Web ein personifiziert abgesteckter Bereich ĂŒber deren Grenzen wir immer seltener hinauskommen, wenn wir uns von den Algorithmen leiten lassen.
Die Gelegenheit unbekannte und weit entfernt lebende Menschen kennenzulernen besteht weiterhin, wird aber unwahrscheinlicher insofern wir Gewohnheiten nachgehen, die bisher kein Interesse an anderen Kulturen offenbarten.
Im Sinne der Gewinnorientierung nĂ€hren Algorithmen Gewohnheiten. Sie bieten an was wir mögen, um uns auf die Plattformen der Betreiber zu ziehen und zu halten. Je lĂ€nger wir verweilen, stöbern, umso mehr wir klicken, desto mehr Daten geben wir preis. Diese Daten generieren fĂŒr die jeweiligen Plattformbetreiber Gewinn. Sie sind reinstes Gold. Datenschutz hin oder her. Ihr Wert ist bestĂ€ndig. Sie fĂŒttern die Algorithmen, die daraufhin stetig feinere auf uns zugeschnittene Angebote prĂ€sentieren.
Bewegen wir uns in sozialen Medien, drehen wir uns im Kreis mit vielen Gleichgesinnten. Es ist nicht minder gesagt ein El Dorado fĂŒr Populisten, Demagogen und dergleichen. Abgekapselt in der Filterblase fĂŒttern wir und werden gefĂŒttert. Wir erfahren Zustimmung, identisches Gedankengut. Sichtweisen bilden sich aus, verhĂ€rten: Zugehörigkeit, Akzeptanz und Applaus. Wir schwimmen auf einer Welle, fĂŒhlen uns gut, angekommen, verstanden. Kehren immer wieder zurĂŒck, um mehr davon zu haben. Sind sĂŒchtig nach jeden Klick, jeden Post, jedes Like. Richten uns aus, können nicht mehr ohne sein. Wollen immer wieder Akzeptanz und Applaus, um den Dopaminspiegel in die Höhe zu treiben (Kolonko 2019; ZAPP 2022).
Nachdem wir in den Dimensionen der TechnizitĂ€t und FunktionalitĂ€t gestartet sind, haben wir nun die BrĂŒcke zur SozialitĂ€t und KognitivitĂ€t geschlagen. Die Dimension der SozialitĂ€t beschĂ€ftigt sich mit den Folgen tatsĂ€chlicher Gebrauchsweisen. Die Dimension der KognitivitĂ€t geht auf Intentionen, Denkstile und subjektive Sinnzuschreibungen ein. Die folgenden Kapitel bewegen sich schwerpunktmĂ€Ăig in den Dimensionen der SozialitĂ€t und KognitivitĂ€t.
Fake News und Hetze
Eine Medaille hat immer zwei Seiten. Treffen wir auf andere Meinungen, kann es passieren, dass unbedacht Posts abgesendet und empfangen werden, die nicht sachlich, sondern persönlich und beleidigend sind. Nicht selten kommt es zu einer Gruppendynamik in dem weitere Posts dieser Art abgesendet werden. Die schöne heile Welt wandelt sich in ein Martyrium.
Fake News, die unschuldige Menschen einer Straftat bezichtigen, können schwere Folgen fĂŒr die zu Unrecht Beschuldigten haben. Ihr Leben wird auf den Kopf gestellt, nicht selten werden sie gemieden und geĂ€chtet. Soziale Medien nehmen unverkennbar Einfluss auf unser Leben, unseren GemĂŒtszustand, unsere Wahrnehmung, unsere Gesundheit.
Ungesunde Scheinwelt
Eine geringe Medienkompetenz begleitet die Nutzung sozialer Medien. Das gelesene Wort wird zumeist, ohne zu hinterfragen fĂŒr bare MĂŒnze genommen. Verbreitete Gedanken, Ideen, Geschichten, MĂ€rchen lassen Scheinwelten erblĂŒhen. Wir zeigen gerne was wir haben und was wir nicht haben pimpen wir auf. Bilder sind zumeist ĂŒberzeichnet und surreal. Mit ihnen entsteht ein Ideal, das in der RealitĂ€t nur sehr schwer erreichbar ist. Doch immer wieder sehen wir makellose Körper, perfekte Welten, ein LĂ€cheln auf den Lippen.
Wir haben die Angewohnheit uns stÀndig mit anderen zu vergleichen. Warum hat der was ich nicht habe? Was der kann, kann ich schon lange. Wenn wir es jedoch nicht schaffen, den gleichen makellosen Körper zu bekommen, in der gleichen schönen heilen Welt stets mit einem LÀcheln aufzuwachen. Was dann?
Der dĂ€nische Philosoph und Schriftsteller SĂžren Kierkegaard schrieb einst: âDas Vergleichen ist das Ende des GlĂŒcks und der Anfang der Unzufriedenheitâ (Hornert 2012).
In dem vermeintlichen Wissen, dass das eigene Leben besser sein könnte, weil wir es tĂ€glich wahrnehmen und serviert bekommen, entstehen Gedanken und GemĂŒtszustĂ€nde, die auf dunklen Pfaden wandeln. Wir genĂŒgen uns nicht mehr, werden unzufrieden. Unser SelbstwertgefĂŒhl leidet, wir verlieren den glauben etwas bewirken zu können. Hoffnungslosigkeit macht sich breit. Wir verfallen gar, Im Falle niedriger Resilienz, in Depression.
Wissenschaftler der University of Pennsylvania empfehlen maximal 30 Minuten am Tag sich in sozialen Medien aufzuhalten. Je mehr Zeit in sozialen Medien verbracht wird, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit depressive Symptome zu bekommen. Besonders vor dem Hintergrund stÀndig unerreichbaren Idealen ausgesetzt zu sein, weil wir, obwohl es uns nicht gut tut, in der Angst etwas zu verpassen nicht davon los kommen (Hunt et al. 2018; Ozimek/Bierhoff 2019; Taylor-Jackson/Moustafa 2021).
DarĂŒber hinaus rauben uns soziale Medien Lebenszeit und verursachen Gelenkbeschwerden in dem wir nicht mehr selbstbestimmt, sondern ganz automatisch Social-Media-KanĂ€le aufsuchen. Wie von Geisterhand landen wir immer wieder bei ihnen. Können den Blick nicht aufrichten, weil wir im Bann von Social Media sind. Der Kopf ist stĂ€ndig nach vorn geneigt und zieht die HalswirbelsĂ€ule in Mitleidenschaft (NDR 2017).
Resilienzfaktor Medienkompetenz
Kierkegaard machte im 19. Jahrhundert auch die Aussage: âJe mehr Leute es sind, die eine Sache glauben, desto gröĂer ist die Wahrscheinlichkeit, daĂ [sic!] die Ansicht falsch ist. Menschen, die recht haben, stehen meistens allein.â und stellte damit eine fĂŒr unsere Gegenwart interessante Hypothese auf (Schefter 2022).
Vor dem Hintergrund sozialer Medien suggeriert die Aussage eine unzureichende Medienkompetenz. Hinzu kommt, dass Plattformbetreiber und Influencer sozialer Medien fokussiert Emotionen triggern, die den Nutzern schöne GefĂŒhle bescheren sollen. Der Wahrheitsgehalt in Posts, Vlogs wie Blogs ist eher sekundĂ€r. Likes, Anzahl der Aufrufe und Follower sind das Nonplusultra. In diesem GefĂŒge kann es durchaus passieren, dass viele Menschen etwas glauben, das nicht wahr ist. Wir geraten in diesem Fall an die PlausibilitĂ€tsgrenzen der Demokratie, wenn Entscheidungen aufgrund von Mehrheiten gefĂ€llt werden, deren Wissen auf emotional getriggerte Unwahrheiten beruhen und diese Entscheidungen gleichzeitig folgenschwer sind.
Das PhĂ€nomen Filterblase zeigt Tendenzen von abgeschotteten Parallelwelten, in denen sich Gedankengut ausreift und fundamentiert. Vor neutralen Hintergrund wĂ€re das zunĂ€chst nichts Beunruhigendes. Doch in Anbetracht unzureichender Medienkompetenz in Kombination mit einer FĂŒlle von Informationen, deren Wahrheitsgehalt nicht verifiziert ist, wird das PhĂ€nomen Filterblase zu einem Risikofaktor fĂŒr bestehende VerhĂ€ltnisse.
Hetze und Indoktrination in den sozialen Medien schĂŒren Hass und Gewalt bis hin zu Attentate und TerroranschlĂ€ge. Medienkompetenz wird damit neben einem Resilienzfaktor fĂŒr ein selbstbestimmtes Leben auf Individualebene zum Resilienzfaktor auf Systemebene.
Entsprechend verleihen soziale Medien auch die partizipative Möglichkeit sich gegen MissstĂ€nde zu organisieren, aufzulehnen und die Gesellschaft mitzugestalten. Der Arabische FrĂŒhling entwickelte sich im Fahrwasser sozialer Medien. AutoritĂ€re Machthaber fĂŒrchten dieses Potenzial. Ihre Antwort ist Ăberwachung und Zensur, wĂ€hrend sie gleichzeitig ihre Staatspropaganda einer unmĂŒndigen und geringfĂŒgig medienkompetenten Bevölkerung prĂ€sentieren.
Technoider Neokommunismus
Die heutigen technischen Mittel erlauben es jeden BĂŒrger zu ĂŒberwachen, zu steuern und zu kontrollieren. Vornehmlich autoritĂ€re Staaten machen von dieser Möglichkeit Gebrauch. BĂŒrger, die aus der Reihe tanzen, werden sanktioniert, verleumdet, geĂ€chtet und verbannt. Den Ăberwachungsstaat im Nacken sitzend, sind sie dazu angehalten soziale Normen zu hegen und zu pflegen. Jeder Schritt kann eine Sanktion zur Folge haben. Klarheit in Form sozialer Normen kann zu einem Sicherheitsempfinden fĂŒhren. Andererseits neigt diese Art der StaatsfĂŒhrung dazu Angst und Schrecken zu verbreiten. Die freie persönliche Entfaltung und selbstbestimmtes Handeln sind eingeschrĂ€nkt. Jede Offenbarung wird registriert und bewertet. Gedanken bleiben unausgesprochen und GefĂŒhle werden möglichst kaschiert. Kalte Herzen frösteln aparte Seelen.
Aus der Angst ins GlĂŒck
Die sozialen Medien sind ein Spiegelbild unserer Gesellschaft. So wie wir Raubbau auf der Erde begehen, so unersĂ€ttlich sind wir nach Likes und Follower. Gleichzeitig haben wir Angst BesitztĂŒmer zu verlieren. Wir sind unsicher, wissen nicht wie die Zukunft aussieht. Wir quantifizieren unsere Welt, um Sicherheit zu gewinnen und bewegen uns doch nicht mehr als im Hamsterrad. Wir sollten unsere Werte und Intentionen hinterfragen: Welchen Wert hat es, dass wir uns nach Metriken beurteilen lassen? Erfahren wir dadurch GlĂŒck oder ist es nicht mehr als das Junk-Food fĂŒr den schnellen Kick?
Inneres GlĂŒck ist fern jeglicher Profitorientierung. Aus diesem Grund ist es von enormer Bedeutung weltweit ethische wie gemeinwohlorientierte Algorithmen einzufĂŒhren, die keiner profitorientierten Marketing-Strategie folgen. DarĂŒber hinaus ist es wichtig weltweit in Bildungseinrichtungen ein Fach zur Erlangung von Medienkompetenzen zu etablieren, um ein selbstbestimmtes Leben zu fĂŒhren.
In der Gewissheit inneres GlĂŒck in Kombination mit Gemeinwohl zu erfahren, kann die Transformation von einer profitorientierten zu einer gemeinwohlorientierten Gesellschaft vollzogen werden. Auf der Grundlage gesunder wie friedlicher soziokultureller und ökonomischer Bedingungen können wir einen positiven Einfluss auf unsere Umwelt und unsere Umwelt auf uns ausĂŒben. In einer Gesellschaft, die nicht aus Gewinnern und Verlierern besteht, sondern jeder Mensch zufrieden und glĂŒcklich ist, niemand fĂŒrchten muss Hunger und Durst zu leiden, wird Verlustangst weichen und Neid, Missgunst, Habgier als GeiĂel der Menschheit schwinden.
Soziale Medien können dazu beitragen. Sie haben die Macht Menschen zu verbinden, Gesellschaften partizipativ zu wandeln und zu gestalten, Weltbilder auszureifen und Frieden zu bringen. Was wir daraus machen liegt bei uns.
Autor: Christoph Ahlfeld
Literaturverzeichnis
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Hunt, M. G.; Marx, R.; Lipson, C.; Young, J. Â (2018): No More FOMO: Limiting Social Media Decreases Loneliness and Depression. Journal of Social and Clinical Psychology, 37(10), 751.
HYGH AG (2022): Klassische Medien â Welche Medien gelten als Traditionell und wo ist der Unterschied zu den neuen Medien? Online verfĂŒgbar unter: HYGH: URL: https://hygh.tech/en/klassische-medien/. Letzter Zugriff 22. Mai 2022
Kolonko, S. (2019): Wie uns Social Media abhĂ€ngig macht. Online verfĂŒgbar unter: YouTube: URL: https://www.youtube.com/watch?v=Wj0kROaA4s4. Letzter Zugriff: 29. Mai 2022
Kuhnert, E. (2022): KPIs und Metriken in Social Media â einfach erklĂ€rt. Online verfĂŒgbar unter: rheindigital: URL: https://rheindigital.de/blog/2022/kpis-und-metriken-in-social-media-einfach-erklaert-rheindigital/. Letzter Zugriff 22. Mai 2022
NDR (2017): Smartphone-Nacken: Was bei Schmerzen hilft. Online verfĂŒgbar unter: NDR: URL: https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Smartphone-Nacken-Was-hilft-bei-Schmerzen,nackenschmerzen120.html. Letzter Zugriff 16. Juni 2022
Ozimek, P.; Bierhoff, H. W. (2019): All my online-friends are better than me â three studies about ability-based comparative social media use, self-esteem, and depressive tendencies. Behaviour & Information Technology, 39(10), 1110â1123. https://doi.org/10.1080/0144929x.2019.1642385
Schefter, T. (2022): Rechthaben. Online verfĂŒgbar unter: Aphorismen.de: URL: https://www.aphorismen.de/zitat/16308. Letzter Zugriff 28. Juni 2022
Taylor-Jackson, J.; Moustafa, A. A. (2021): The relationships between social media use and factors relating to depression. The Nature of Depression, 171â182. https://doi.org/10.1016/B978-0-12-817676-4.00010-9
ZAPP (2022): Tik Tok: Mit diesen Tricks raubt die App unsere Zeit. Online verfĂŒgbar unter: NDR: URL: https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/zapp/TikTok-Mit-diesen-Tricks-raubt-die-App-unsere-Zeit,zapp13762.html. Letzter Zugriff 16. Juni 2022
Schneller, höher, stÀrker - Wie Metriken den Leistungssport verÀndern
Sportpraktiken waren bereits seit den AnfĂ€ngen der Menschheit prĂ€sent. Dokumentationen in alten Zivilisationen wie bei den Ăgyptern, Azteken und auch Griechen, die zu Ehren des Gottes Zeus, die olympischen Spiele ausgetragen haben, unterstreichen diese Aussage. Im Laufe der Zeit wurde der Sport professionalisiert und verlangte dem Körper des Athleten mehr und mehr ab, wodurch der Wettbewerb zunahm. Ein Beweis dafĂŒr ist der Zeitunterschied zwischen dem ersten und zweiten Platz.
FrĂŒher betrug dieser Zeitunterschied einige Sekunden und in manchen Sportarten sogar Minuten. Heute liegt der Unterschied in der GröĂenordnung von Zehntelsekunden. Daher wird jedes einzelne Detail berĂŒcksichtigt, um diesen Bruchteil einer Sekunde gegenĂŒber der bisherigen Leistung zu verbessern. Doch auch bei allen BemĂŒhungen der Sportler hat jeder Körper seine individuelle physische Grenze. Um dennoch den ersten Platzt erreichen zu können, genĂŒgt es nicht lediglich seinen Körper zu trainieren, auch die Technik der BewegungsausfĂŒhrung und die Strategie des Sports mĂŒssen perfektioniert werden. Diese Optimierungsversuche ĂŒberschreiten teilweise die Grenze zwischen Leistungssport und dem privaten Lebensstil, wie zum Beispiel bei der ErnĂ€hrung oder Alkoholkonsum.
Aus diesem Grund setzt sich dieser Blogbeitrag mit der Problematik: âWie weit darf Leistungsvermessung im Leistungssport gehen und wurden die Grenzen der Vermessung bereits ĂŒberschritten?â auseinander.
Was ist Leistung? Â
Als Grundlage fĂŒr die nachfolgenden Aspekte muss zunĂ€chst auf die Frage, was Leistung ist eingegangen werden: Leistung kann in drei Kategorien eingeteilt werden, dennoch ist es schwierig eine konkrete Definition festzulegen, da Epoche und Setting beachtet werden mĂŒssen.
Das Ziel der Wirtschaft ist es, immer mehr Arbeit in immer weniger Zeit des Menschen zu pressen, wodurch Leistung in alle Lebensbereiche ĂŒbergreift. Auswirkungen von dieser stĂ€ndigen Belastung sind beispielweise Depressionen, Burnout und Ungerechtigkeit. Trotz dieser negativen Aspekte leben wir in einer Leistungsgesellschaft. In dem Bereich Ăkonomie verhĂ€lt sich Leistung Ă€hnlich. Der Leistungsgedanke hat sich zunehmend in jeden Winkel unseres Lebens geschlichen. Eine starke Identifikation mit dem Beruf und das Arbeiten an freien Tagen oder von zu Hause sind Resultate davon. Ebenfalls werden in privaten Lebensbereichen wie Sport oder Partnerschaft Effizienzberechnungen, NĂŒtzlichkeitsdenken und Kosten-Nutzenanalysen angewendet. Das âAbschaltenâ nach Feierabend ist dadurch nicht mehr gegeben, wodurch sich die Gesellschaft zu einer stĂ€ndig erreichbaren, viel arbeitenden, perfektionistischen Kultur, in der jeder den ersten Platz erreichen möchte, entwickelt.
Umgangssprachlich kann festgehalten werden, wenn eine Person sich anstrengt, leistet sie etwas. Leistung kann in Trias aufgeteilt werden, darin enthalten ist eine zielgerichtete Handlung, eine Leistungsvermessung und Anstrengung. Der Unterschied zwischen qualifizierenden Leistungen und welchen die nur als Unterhaltungsfaktor dienen, muss auch beachtet werden. Ebenfalls gilt es zu untersuchen, ob die Leistung qualitativ oder quantitativ vermessen werden soll.
AbschlieĂend zu diesem Punkt ist es wichtig hervorzuheben, dass Leistung keine natĂŒrliche Kraft ist und keine gerechte Gesellschaftsordnung existiert. Damit dies der Fall sein könnte, mĂŒsste die Person, die am meisten leistet, mehr bekommen, als jemand der wenig oder weniger leistet (Distelhorst, 2014).
Leistungsmessung im Leistungssport
Da nun die Thematik der Leistung besser bekannt ist, beziehen wir uns nun auf die Leistungsmessung im Leistungssport.
Bevor Technologien eingesetzt werden können, muss zunÀchst der Prozess der Leistungserbringung verstanden werden. Viele Faktoren wirken auf den Prozess der Leistungserbringung ein.
Am Anfang stehen die Leistungsvoraussetzungen, das heiĂt Anforderungen, Motive und FĂ€higkeiten eines Sportlers. Die Leistungsvoraussetzungen kommen dann im Leistungsvollzug zu einem Ergebnis. Dieses Ergebnis wird dann möglichst objektiv bewertet. Die Leistungserbringung kann jedoch auch in einem Leistungsversagen enden. Nach der Leistungsbewertung kann es zu OptimierungsmaĂnahmen kommen, auf legalem, aber auch illegalem Wege. Genau bei dem Schritt der legalen Leistungsoptimierung können Daten eine Hilfe sein (Lobinger and Stoll, 2019).
Auszugsweise wird die Leistungsmessung mit Hilfe von Kamera- sowie Sensordaten vorgestellt. Jedoch gibt es noch Unmengen anderer Möglichkeiten, um Erfolg zu messen, wie etwa durch Fitness Tracker oder auch ĂŒber Profile in den Sozialen Medien. Dazu im nĂ€chsten Abschnitt mehr.
Zu Beginn wird die Leistungsmessung mit Hilfe von Kameradaten betrachtet. Diese spielen zum einen wĂ€hrend WettkĂ€mpfen eine Rolle, da schnelle Ereignisse und deren korrekte Erkennung einen wichtigen Einfluss auf den weiteren Verlauf des Spiels. Dementsprechend betrachten Hochgeschwindigkeitskameras das Spielgeschehen aus mehreren Winkeln, sodass beispielsweise im FuĂball, die Position des Balles berechnet werden kann. Diese Informationen werden unter anderen im Videobeweis verwendet oder auch fĂŒr automatische Aufwertungen, wie gelaufene Gesamtdistanz. Dadurch kommt es seltener zu umstrittenen Situationen.
AuĂerdem können die Bilddateien auch mit Zusatzinformationen versehen werden, wie Geschwindigkeitsangeben bei SchmetterbĂ€llen im Badminton. Diese Informationen fĂŒhren zur AttraktivitĂ€tssteigerung vieler Sportarten(Stamm, 2013).
Neben der Verwendung im Wettkampf werden auch Kameras im Trainingsalltag verwendet, wie man am Beispiel des Trampolinturnens sehen kann. Dort zeichnen Kameras ein dreidimensionales Bild der Athletin bzw. des Athleten und ihrer/seiner SprĂŒnge auf, liefern somit viele Ansatzpunkte fĂŒr Verbesserungen.
Wie bereits angedeutet, werden auch diverse Sensoren zur Leistungsmessung verwendet. Diese können die Leistung ohne BeeintrĂ€chtigung und ohne PlatzbeschrĂ€nkung oder umstĂ€ndliche Aufbauverfahren ĂŒberwachen. Dadurch kann die LeistungsfĂ€higkeit von Spielern und die Belastung im Spiel bewertet werden (Camomilla et al., 2018).
Unter anderem wird die  Radiofrequenz-Identifikationstechnologie in Verbindung mit einer Software verwendet, um Spieler zu analysieren. In Mannschaftsspielen wird die Technologie zur Bewegungsanalyse der Spieler verwendet. Mit Hilfe einer 2D-Ortung auf dem Spielfeld, kann die Feldansicht modelliert werden, worauf man die genauen Positionen der Spieler erkennen kann. Dies ist auf nachfolgender Graphik zu erkennen:
Abbildung 1 : 2D-Ortung auf dem Spielfeld
Dabei veranschaulichen die schwarzen Kreise die Positionen der Spieler.
Bei Einzelsportarten werden die Biomechanik und die Bewegungen des Spielers untersucht. Dabei hilft der 3D-Modus, um die Bewegungen zu erfassen. Diese AusfĂŒhrungsweisen werden dann modelliert, wie in Graphik 2 zu erkennen ist:
Abbildung 2: 3D-Modus
Mit jedem Knoten wird ein bestimmtes Körperteil dargestellt.
Die erfassten Daten können in zwei verschiedenen Berichtsmodi abgebildet werden. Zum einen in Echtzeit und zum anderen können nach der Datenerfassung Berichte mit Statistiken, wie zurĂŒckgelegte Distanz erstellt werden (Gomide Foina et al., 2010).
Egal welche UnterstĂŒtzungsmöglichkeiten verwendet werden, muss ein Kompromiss zwischen dem Potenzial der Technologie und der praktischen Anwendbarkeit im Feld gefunden werden.
Denn neben den bereits genannten Vorteilen, lassen sich auch Probleme bei dem Einsatz von Technologien finden. Zum einen sagen Daten nichts ĂŒber die GrĂŒnde von Leistung beziehungsweise Leistungsversagen aus. Es ist immer eine Interpretation der Daten notwendig. AuĂerdem muss in der jeweiligen Situation beachtet werden, dass die DatenerfassungsgerĂ€te das Spiel in keinerlei Hinsicht beeintrĂ€chtigen dĂŒrfen. AuĂerdem kann Technik nur als ErgĂ€nzung zum Trainerteam gesehen werden, denn welche Technologie ist in der Lage aktive Hilfe zu leisten? Des Weiteren besteht immer eine Verletzungsgefahr durch die verwendeten Hilfsmittel, auf wenn diese in der Regel minimal ist.
Metriken im Leistungssport und ihre Auswirkungen
Doch wie wirken sich diese Metriken auf das Individuum, die Gesellschaft, sowie die Wirtschaft aus?
Aus Anthropologischer Sicht, ist der Drang das eigene Leben zu dokumentieren oder zu vermessen auf die Natur des menschlichen Wesens und dem ĂŒber Generationen erlernten Verhalten zurĂŒckzufĂŒhren. Der Mensch als soziales Wesen, welches immer in einem System von Beziehungen besteht, sehnt sich nach Anerkennung und WertschĂ€tzung durch sein soziales Umfeld aber auch durch sich selbst. Um unsere Entscheidungen und Verhaltensweisen zu bewerten, ziehen wir uns, sowohl als Gesellschaft aber auch als Individuum externe Bewertungsinstanzen zur Hilfe. Um unseren Wert innerhalb einer Gesellschaft mit dem Ziel der stetigen Selbstoptimierung zu definieren, können Zahlen, vor allem im Leistungssport einen idealen BewertungsmaĂstab bilden (EidemĂŒller, 2016).
Wir leben in einer Selbstoptimierungsgesellschaft! Es besteht ein Trieb zur stetigen Selbsteffektivierung und Selbststeigerung. Dieser wird durch Zahlen greifbar und fĂŒhrt dazu, dass sich viele Menschen, anhand von Zahlen, ihren persönlichen Wert zuschreiben. Dieser Wert wiederum nimmt Einfluss auf das eigene Selbstbild und kann Handlungen, sowie Denkweisen maĂgeblich bestimmen. So wird die sportliche Leistung oftmals als Indikator fĂŒr LeistungsfĂ€higkeit und Selbstdisziplin gesehen. Der daraus resultierende sportlich aussehender Körper symbolisiert wiederum Macht und Kontrolle.
Doch was macht die Zuschreibung des persönlichen Wertes und des eigenen Körpers durch Zahlen und Statistiken mit der Dynamik der Gesellschaft und ihren Individualakteuren?
Anders als die soziale Stellung als Mitglied einer Gesellschaft kannst du deine körperliche Leistung und Ă€uĂerliches Erscheinungsbild unabhĂ€ngig von externen Faktoren beeinflussen. Die Steigerung der LeistungsfĂ€higkeit tritt oftmals zeitnah ein und somit auch die Steigerung deines Selbstwertes. Dies lĂ€sst sich durch Metriken sehr gut festhalten. Daher liegt es nahe, fĂŒr eine schnelle Steigerung unseres Selbstwertes eine körperliche VerĂ€nderung anzustreben. BerĂŒcksichtigen wir allerdings die Tatsache, dass ein sportlich geformter Körper mittlerweile fĂŒr jeden mit Hilfe einer Schönheits-OP zugĂ€nglich ist, kann dieser nicht mehr als Indikator fĂŒr LeistungsfĂ€higkeit gesehen werden. Ein weiterer wichtiger Einflussfaktor stellt die VerfĂŒgbarkeit leistungssteigernde PrĂ€parate wie Schmerzmittel oder illegale Substanzen dar. Diese sind ĂŒberall erhĂ€ltlich und mindern somit den Wert einer âguten Leistungâ (Fausten, 2020).
Im Leistungssport gibt es daher klare Verordnungen und regelmĂ€Ăige Dopingtests, um einen fairen Wettkampf unter gleichen Bedingungen zu gewĂ€hrleisten. Anders sieht es allerdings im privaten Fitness-Bereich aus. Nach zwei Jahren Pandemie findet wir in den Sozialen Medien ein ĂbermaĂ an TrainingsplĂ€nen und Angeboten, die man zu Hause ohne GerĂ€te nach machen kann. Dazu gibt es ErnĂ€hrungsplĂ€ne und extra Shakes, um âdeinen Körper in Form zu bringenâ. Es wird uns als Konsumenten suggeriert, dass wir nur PlĂ€ne befolgen und bestimmte Produkte zu uns nehmen mĂŒssen, um unseren Traumkörper ganz einfach zu erreichen. Und wenn das nicht funktioniert, mĂŒssen wir wohl was falsch gemacht haben. Sind wir dann etwa weniger LeistungsfĂ€hig als andere? Sind wir dann weniger wert? Oder haben wir vielleicht doch auf fehlerhafte Informationen vertraut?
Metriken können bei der Einordnung von ârichtigenâ und âfalschenâ Informationen eine Hilfe sein und somit gesundheitsfördernd eingesetzt werden. Beispielsweise bei der Erkennung von Anorexie hilft ein Tracking von Kalorien, der NĂ€hrstoffaufnahme und des Energiebedarfes.
Doch selbst wenn wir ĂŒber die FĂ€higkeit verfĂŒgen, Informationen ĂŒber sportliche Leistungen einzuordnen oder zu bewerten. Dabei besteht eine zweite Gefahr durch Fitness-Influencer und âSportstarsâ. Fitness-Influencer gewĂ€hren uns intime und private Einblicke in ihr Leben, wodurch wir ihnen Vertrauen und Empathie entgegenbringen. Doch was fĂŒr uns nur eine Art Freizeit Unterhaltung ist, liefert erfolgreichen Influencern eine Plattform und die nötige Reichweite. Es wird Werbung geschaltet und Produkte vermarktet - ohne dass wir als Konsumenten es merken. Durch die Vermischung von privaten und geschĂ€ftlichen Inhalten wird es immer schwerer zwischen Werbung und ânormalenâ BeitrĂ€gen zu unterscheiden, geschweige denn Werbung zu vermeiden. Auch immer mehr Unternehmen machen sich den neuen Wirtschaftszweig zugute und lassen Stars und Influencer ihre Produkte ĂŒber zweite Hand vermarken (Romanin, 2021).
An der Stelle können wir allerdings nur abwarten und beobachten wie sich der neu Wirtschaftsmarkt entwickelt und was das alles fĂŒr uns als Konsumenten bedeutet.
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Exitstrategien
Da wir dauernd mit Metriken zur Leistungsmessung konfrontiert sind, mĂŒssen wir schauen, ob und wie wir diesem Einflussfaktor entgegenwirken können. Dabei gibt es verschiedene AnsĂ€tze, die verfolgt werden mĂŒssen.
Zum einen sollten nicht alle Bereiche im Sport getrackt werden, nur jene bei denen eine Sinnhaftigkeit besteht. Ebenfalls muss den Athleten bewusst sein, dass eine verbesserte Leistung nicht direkt Erfolg bedeutet, aber dennoch ein Fortschritt besteht, selbst wenn dieser nicht vermessen werden kann. Im Leistungssport wie zum Beispiel beim Bobfahren sollte öfter hinterfragt werden, ob die Daten ĂŒberhaupt aussagekrĂ€ftig sind, da die Technik bei so geringen Zeitunterschieden versagen kann. Zusammenfassend gesagt: wie hoch ist die GranularitĂ€t, wie genau ist die Messung und ist es Schlussendlich ein Leistungsunterschied oder ein Messunterschied?
Das Vermessen der Leitung ist in vielen Sportbereichen vorteilhaft, jedoch sollte ein gesunder Bezug zu den Daten hergestellt werden und anstatt auf diese blind zu vertrauen sollten Athleten ebenfalls auf ihren Körper hören. Jedoch können wir als Gesellschaft der Leistungsvermessung nicht komplett entfliehen, aber das Denken diesbezĂŒglich können wir verĂ€ndern und verbessern. Â
Verfasst von: Nina Stehle, Rahel Barkat, Anne Mangold
Literaturverzeichnis
Bohl, N. (2021) KĂŒnstliche Intelligenz im Trampolinturnen: Sprossenwand. Available at: https://sprossenwand.dtb.de/turn-team-deutschland/kuenstliche-intelligenz-im-trampolinturnen (Accessed: 18 May 2022).
Camomilla, V. et al. (2018) âTrends Supporting the In-Field Use of Wearable Inertial Sensors for Sport Performance Evaluation: A Systematic Reviewâ, Sensors, 18(3), p. 873. doi:10.3390/s18030873.
Distelhorst, L. (2014) Leistung: das Endstadium der Ideologie. Bielefeld: Transcript (Edition Politik, Band 18).
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Arbeitsplatz der Zukunft
â Können moderne Technologien die Arbeit messbar optimieren?
Abb. 1: Arbeit 4.0
Wir befinden uns in einem stetigen VerĂ€nderungsprozess, wenn es um das Thema âArbeitâ geht. Derzeit geht es vor allem um eine Verschiebung der analogen zur digitalen Welt.
âArbeit 4.0â beschreibt genau diesen Wandel. Es geht um neue Perspektiven, diverse zentrale Trends und Entwicklungen zu einer digitalisierten Arbeitswelt hin, wobei Stichwörter wie âPeople Analyticsâ und Metriken eine bedeutende Rolle spielen (MĂŒtze-Niewöhner and Nitsch, 2020). Der Begriff âArbeit 4.0â leitet sich in gewissem MaĂe von der aktuellen Diskussion ĂŒber die vierte industrielle Revolution âIndustrie 4.0â ab, rĂŒckt jedoch Arbeitsformen und ArbeitsverhĂ€ltnisse in den Mittelpunkt der Thematik und umfasst somit nicht nur den industriellen Sektor, sondern die gesamte Arbeitswelt (Bundesministerium fĂŒr Arbeit und Soziales, 2015). Der Fokus wird stĂ€rker auf den arbeitenden Menschen, die Arbeitsteilung zwischen Mensch und Technik und die Organisation von Arbeit gelegt (MĂŒtze-Niewöhner and Nitsch, 2020). Diese digitale Transformation wird zudem von einer Alterung der Gesellschaft und der Belegschaft sowie einem Hinblick auf das Erwerbspotenzial begleitet (Rump and Eilers, 2017, p. 0). Da wir uns inmitten dieser Phase befinden, sind die Bedeutungen fĂŒr die Arbeitswelt und den individuellen Menschen bisher nicht in GĂ€nze zu erfassen. Es lassen sich somit keine endgĂŒltigen Antworten auf zukĂŒnftige Resultate treffen, sondern nur Entwicklungsperspektiven aufzeigen (MĂŒtze-Niewöhner and Nitsch, 2020).
Abb. 2: Entwicklungsschritte zur digitalisierten Arbeitswelt
Betrachtet man nun die letzten Jahre lassen sich folgende Aspekte im Entwicklungsprozess festhalten:
Eine stetige Digitalisierung und Technisierung sowie Entwicklungen in Wissensökonomie und Innovationsökonomie, eine zunehmende Individualisierung und ein gewisser Wertewandel in der Arbeitnehmerwelt (Rump and Eilers, 2017).
Dieser dynamische Prozess fĂŒhrt letztendlich zu VerĂ€nderungen in der Arbeitswelt, man kann diese auch als âmoderne Arbeitsweltâ bezeichnen, in der sich Aufgabenprofile, AblĂ€ufe, Arbeitsformen und Arbeitsbeziehungen, bis hin zu Berufsbildern verĂ€ndern (MĂŒtze-Niewöhner and Nitsch, 2020).
Diese âUmbruchphaseâ wirft fĂŒr jeden Arbeitnehmer*in Fragen auf. So auch die Ăberlegung, wie sich bestimmte ArbeitsplĂ€tze in Zukunft verĂ€ndern könnten. Beispiele hierzu werden im spĂ€teren Verlauf beschrieben.
Digitale Technologien sind in der heutigen Arbeitswelt bereits allgegenwÀrtig. Hierzu ein paar Fakten, die sich aus unterschiedlicher Sichtweise festhalten lassen.
Stand der Digitalisierung aus Sicht von BeschÀftigten:
Ein homogenes Bild
Mehr als 80 % der BeschÀftigten nutzen Informations- oder Kommunikationstechnologien bei der Arbeit, zum Beispiel Computer oder Smartphones (BMAS 2016). Vor allem in der Unternehmensorganisation (99%).
18 % der befragten BeschĂ€ftigten sind in keiner Weise von Digitalisierung betroffen (DGB-Index âGute Arbeitâ 2016).
Hohe Anteile digitaler Arbeit finden sich auch, vielleicht anders als vermutet, im Fahrzeugbau (76Â %) und Maschinenbau (75Â %) wieder (DGB-Index âGute Arbeitâ 2016).
Die elektronische Kommunikation erfolgt hĂ€ufig ĂŒber E-Mail, Smartphone, soziale Netze etc. (63 %)
(DGB-Index âGute Arbeitâ 2016).
54 % der Befragten arbeiten mit unterstĂŒtzenden elektronischen GerĂ€ten, zum Beispiel Scannern, Datenbrillen oder DiagnosegerĂ€ten (DGB-Index âGute Arbeitâ 2016).
Stand der Digitalisierung aus Sicht von Betrieben:
Ein heterogenes Bild
63,5 % der befragten Produktionsbetriebe gaben an, keine modernen digitalen Technologien einzusetzen (IAB +ZEW, 2016).
Die Bereitschaft fĂŒr die Industrie 4.0 ist vorhanden:
Der Mittelstand erwies sich jedoch als zurĂŒckhaltender als die befragten GroĂunternehmen (Lerch et al. (2017).
Eine Differenzierung von Betrieben, die sich mit der Nutzung digitaler Technologien noch nicht befasst haben, ĂŒber Betriebe, in denen der digitale Wandel zugange ist, bis hin zu wenigen Unternehmen, die bereits Digitalisierungstechnologien einsetzen, ist erkennbar (z.B. Marketing und Vertrieb) (Arntz et al. 2016a; Lichtblau et al. 2015; Lerch et al. 2017; Zimmermann 2017).
Stand und Entwicklungsperspektiven aus ĂŒberbetrieblicher Sicht
In Deutschland arbeiten 42 % der BeschÀftigten in Berufen mit hohen Automatisierungswahrscheinlichkeiten. Dies bedeutet nicht, dass sie vollkommen automatisierbar oder substituierbar sind. Vielmehr geht es um Teilbereiche und bestimmte Aufgabenfelder (Bonin et al. 2015).
Unter BerĂŒcksichtigung der TĂ€tigkeitsstrukturen reduziert sich der Anteil von 42 %der BeschĂ€ftigten, die in durch Automatisierung bedrohten Berufen arbeiten, fĂŒr Deutschland auf 12 %
(Bonin et al. 2015).
Eine Szenarioanalyse zeigt, dass es somit nur minimale Auswirkungen der Digitalisierung auf das Gesamtniveau der BeschÀftigung gibt, jedoch wird erwartet, dass es deutliche Verschiebungen von ArbeitsplÀtzen zwischen Branchen, Berufen und Anforderungsniveaus geben wird (Zika et al. 2018).
Demografischer Wandel
Auch der demografische Wandel ist im Kontext der Technisierung und Digitalisierung nicht zu vergessen. Die Gesellschaft wird immer Ă€lter. Der demografische Wandel spielt in Deutschland mittlerweile eine bedeutende Rolle. Eine sinkende Zahl an Menschen im jĂŒngeren Alter und die zugleich steigende Zahl an Menschen in höherem Alter beeinflussen die Altersstruktur enorm. Jede zweite Person in Deutschland ist derzeit Ă€lter als 45 Jahre und jede fĂŒnfte Person Ă€lter als 66 Jahre (Statistische Bundesamt, o.J.).
Ein Vergleich der Altersstruktur aus dem Jahr 2019 mit dem Jahr 1990 zeigt die VerÀnderung des demografischen Wandels sehr deutlich:
Abb. 3: Altersaufbau der Bevölkerung 2019 im Vergleich zu 1990
Mit diesem Wandel gehen auch altersassoziierte Problematiken einher, zu denen unter anderem ein Wandel der LeistungskapazitĂ€t des Arbeitnehmers und eine Zunahme an AusfĂ€llen durch inadĂ€quate Arbeitsbedingungen gehört. Die zunehmende KomplexitĂ€t auf der Arbeit, aufgrund der Menge an Informationen durch Kommunikationsmittel wie Computer, Smartphones und Internet, fĂŒhrt gleichermaĂen auch zu einer Verdichtung der Arbeit (Hermeier, Heupel and Fichtner-Rosada, 2019). ZusĂ€tzlicher Druck und Ăberforderung können resultieren. Auch technische Störungen fĂŒhren, bei Unerfahrenheit, zu Stress. Besonders der Bereich der âAkzeptanzâ im Betrieb, sollte ebenfalls nicht unterschĂ€tzt werden (Hermeier, Heupel and Fichtner-Rosada, 2019). Denn wo keine Akzeptanz herrscht, fĂ€llt es auch schwer, etwas zu implementieren, was anschlieĂend genutzt wird. Konzepte der alters -und alternsgerechten Arbeitsgestaltung rĂŒcken somit deutlich in den Vordergrund (MĂŒtze-Niewöhner and Nitsch, 2020). Diese Aspekte betreffen jedoch nicht nur die âĂ€ltere Generationâ, sondern könne fĂŒr jede(n) Arbeitnehmer*in eine Herausforderung darstellen.
GegenĂŒber den Problematiken stehen die Chancen der Technisierung und Digitalisierung. Hierzu zĂ€hlt unter anderem eine vernetzte und flexible Arbeitswelt, welche âarbeitenâ einfacher und unabhĂ€ngiger gestalten kann. Zudem gibt es positive Auswirkungen auf die körperliche und seelische Verfassung. Selbstvermessungstechniken, die im spĂ€teren Verlauf noch thematisiert werden, können vor allem Motivations- und ProduktivitĂ€tssteigernd wirken (Hermeier, Heupel and Fichtner-Rosada, 2019).
Halten wir als Zwischenfazit folgendes fest:
Diese technischen/digitalen VerÀnderungen finden bereits teilweise statt und nehmen stetig zu
Es bieten sich Entscheidungs- und GestaltungsspielrĂ€ume, die ĂŒber Richtung, Verlauf und Ergebnisse in Zukunft entscheiden. Es gilt den ârichtigenâ Umgang zu finden.
Eine Betrachtung der vorliegenden Aspekte ist auf gesamtgesellschaftlicher und volkswirtschaftlicher Ebene nötig
Es entsteht eine gesellschaftliche, individuelle und wirtschaftliche Relevanz des Themas.
Abb. 4: KPI-Darstellungen
VerÀnderung vermessen
Das Institut âDGB-Index Gute Arbeitâ fĂŒhrt seit 2007 jĂ€hrlich eine bundesweite reprĂ€sentative Befragung von Arbeitnehmern in Deutschland, in Form eines âComputer Assisted Telephone Interviewâ, kurz âCATIâ, durch.
Beim Institut âDGB-Index Gute Arbeitâ handelt es sich um ein Institut des Deutschen Gewerkschaftsbundes (im weiteren DGB), welches eigens fĂŒr bundesweite ReprĂ€sentativerhebungen und deren Auswertung, sowie Kommunikation der Ergebnisse zustĂ€ndig ist (Dipl.-Ing. (FH) Stefan Luber / Nico Litzel 2019).
Aber warum erlĂ€sst ein Gewerkschaftsbund solche Befragungen, grĂŒndet gar ein spezialisiertes Institut zur Erhebung?
-Ziele des DGB umfassen laut Satzung, die Vertretung der sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Interessen von Arbeitnehmern. Um âGute Arbeitâ, nicht nur aus Sicht des Arbeitnehmers ermitteln zu können bedarf es spezieller Werkzeuge.
Wie sieht eine solche Befragung aus? Welche Kennzahlen sind notwendig, um Interessen, sowie Leistung von Arbeitnehmer, aber auch Arbeitgeber zu ermitteln?
Hier stoĂen wir bereits auf einen wichtigen Begriff im Bereich der Metriken am Arbeitsplatz.
âKey Performance Indicatorsâ, kurz KPIs, sind, wie die deutsche Ăbersetzung bereits Vermuten lĂ€sst, nichts anderes als Indikatoren oder Kennzahlen zur Messung der Leistung. KPIs werden verwendet, um die Leistung diverser AktivitĂ€ten einer Organisation oder eines Unternehmens zu messen. Je nach Bereich sind unterschiedliche KPIs relevant. So interessiert sich eine Marketingabteilung fĂŒr andere Kennzahlen als Logistik oder Management. Wichtige Kennzahlen im Content-Marketing stellen hierbei beispielsweise Besucher beziehungsweise Aufrufzahlen, Verweildauer und Anzahl neuer Nutzer dar (Dipl.-Ing. (FH) Stefan Luber / Nico Litzel 2019).
Abb. 5: KPI-Prozess
âPeople Analyticsâ mit dem Personalcontrolling, welches Personaldaten ĂŒber gewisse ZeitrĂ€ume hinweg erfasst, als Grundlage, stellen die Analyse von diesen personenbezogenen Daten dar. Dabei liegt das Hauptaugenmerk darauf, mithilfe der erhobenen Daten, kausale ZusammenhĂ€nge aufzudecken und diese interpretieren zu können. Eine Art âUrsache-Wirkung Forschungâ. Zur Verdeutlichung nehmen wir als Beispiel die im Personalcontrolling gesammelten Daten zur Mitarbeiterzufriedenheit. âArbeitsklimaâ, âZusammenarbeitâ, âVerhalten der Vorgesetztenâ und weitere. People Analytics können diese Daten verwenden, um eine Fragestellung zu generieren, die wie folgt lauten kann:
âWie lĂ€sst sich die Mitarbeiterzufriedenheit langfristig steigern?â (Georg Loscher und Stephan Kaiser 2019).
Erhoben werden diese Daten auf verschiedenste Art und Weisen. Dazu zĂ€hlen unter anderem Umfragen, Human Ressource Softwares, Software zur ProduktivitĂ€tsmessung oder biometrische Analysen. Letztere sind in Deutschland allerdings nicht zulĂ€ssig, denn sensible Daten mĂŒssen geschĂŒtzt werden. Das ist auch bei People Analytics nicht anders. Die DSGVO (Datenschutzgrundverordnung) hat dazu strenge Vorschriften verfasst. Siehe: https://dsgvo-gesetz.de/ (v.A Art.5,6,13,22).
In Bezug auf Arbeitszufriedenheit und Motivation bezieht man sich grundsÀtzliche auf zwei verschiedene Arten von Messverfahren.
Das âBRUGGEMANN-Modellâ (Bruggemann, 1974), als theoriebezogenes Verfahren, geht davon aus, dass das Individuum einen SOLL-IST-Vergleich in Bezug auf seine Arbeitssituation durchfĂŒhrt und die aus diesem Vergleich resultierende (Un- )Zufriedenheit durch psychische Prozesse strukturiert. Es ergeben sich sechs unterschiedliche Formen der Arbeitszufriedenheit. (Fischer, Lorenz, and Andrea Eufinger, 1991). Die Subskalen aus der Skala zur Messung von Arbeitszufriedenheit (SAZ), als theoriefreie Verfahren (Fischer / LĂŒck, 1989) hingegen, geben den Befragten zur Messung der Arbeitszufriedenheit verschiedene Aspekte der Arbeit vor. Als Antwortmöglichkeiten werden hierbei fĂŒnfstufige Likert-skalen, das sind graduelle Antwortskalen bspw. von "nicht zufrieden" ĂŒber "wenig zufrieden" bis "sehr zufrieden", dargestellt.
Abb. 6: Metrischer Arbeitsplatz
Metrische ArbeitsplÀtze
Es gibt verschiedene Metriken, die man am Arbeitsplatz verwenden kann. Hierzu gehören auch Tools wie âHumanyzeâ, deren Aufgabe es ist, den Prozess zu unterstĂŒtzen.
âHumanyzeâ beschĂ€ftigt sich mit der Arbeitsplatz-Analytik, GeschĂ€ftsprozessoptimierung und personenbezogenen Analytik. Ziele von âHumanyzeâ sind die BedĂŒrfnisse der BeschĂ€ftigten in Einklang mit den Unternehmenszielen zu bringen, durch eine kontinuierliche Ăberwachung von objektiven Verhaltenskennzahlen. AuĂerdem sollen FĂŒhrungskrĂ€fte, durch die Analyse dieser Unternehmensdaten, bessere Entscheidungen treffen können.
Diese Ziele werden vom âOrganisational Health Score (OHS)" erfasst. Hierbei wird zu einem vermessen, wie die Arbeit erledigt wird, zum anderen werden Verhaltensweisen, Strategien und Prozesse identifiziert. Dadurch soll der Erfolg in einem Unternehmen optimiert werden. Der OHS wird in den drei Hauptkategorien âEngagementâ, âProduktivitĂ€tâ und âAnpassungsfĂ€higkeitâ aufgeteilt (Siehe Abb. 7). Durch umsetzbare Metriken und Indikatoren wird eine Gesamtpunktzahl gemessen, die den Gesamterfolg darstellt.
Abb. 7: Organisational Health Score (OHS)
Generell werden die Metriken in Arbeitsplatzkultur (Krankheitstage oder LÀnge des Arbeitstages eines BeschÀftigten) und umsatzbezogene Indikatoren (monatliche Verkaufszahlen oder abgeschlossene Projekte) unterschieden. Durch verschiedene Daten aus Kollaboration-Tools, Ortungssystemen und Umfragen kann eine Ansicht des Arbeitstages erstellt werden.
âHumanyzeâ gewĂ€hrleistet den Mitarbeiterdatenschutz und die AnonymitĂ€t der BeschĂ€ftigten (DSGVO/CCPA-konform).
Weitere Beispiele fĂŒr Metriken in anderen Unternehmen(-bereichen) sind die Amazon Performance Metriken und Recruiting Metriken.
Nachdem Beispiele vorgestellt wurden, greifen wir folgende Frage erneut auf:
âWelche ArbeitsplĂ€tze werden sich in welcher Weise verĂ€ndern?â
Metriken können in verschiedenen Bereichen der Arbeitswelt angewendet werden:
Geschlechtergerechtigkeit
âMetriken sollten verwendet werden, um die Anzahl von Frauen in FĂŒhrungspositionen zu verfolgen, einschlieĂlich Praxispartnern, Bereichs- und Abteilungsleitern, akademischen Dekanen, FĂŒhrungskrĂ€ften im Gesundheitswesen und RedaktionsausschĂŒssen und Sprechern.â â- Cansino et al. 2021â
Vorteile der Metrik in diesem Bereich ist, dass man einen guten Ăberblick ĂŒber die Geschlechterstruktur in einem Unternehmen hat. Somit haben sowohl Frauen als auch MĂ€nner die gleiche Chance auf eine Position und die Gleichstellung von Frauen und MĂ€nner wird gewĂ€hrleistet.
Allerdings können durch diese Metrik Benachteiligungen der MÀnner und unfaire Positionseinstellungen entstehen, da man sich nur nach diesem Wert richtet und nicht nach der Qualifikation. In diesem Zusammenhang könnte auch die Kompetenz der eingestellten Mitarbeiterin hinterfragt werden.
Selbstvermessung
Die Selbstvermessung ist eine weitere Methode, um den Arbeitsalltag zu messen. Hierbei wird die Gesundheit der BeschĂ€ftigten fokussiert, indem man die Gesundheitsdaten vermisst. Dazu können Tools wie Gesundheitsapps helfen. Auch Wearables wie Smartwatches oder Gamification-AnsĂ€tze, wie WettkĂ€mpfe zwischen Kolleg*innen, können die Selbstvermessung unterstĂŒtzen. Des Weiteren können auch Entspannungstechniken wĂ€hrend der Arbeitszeit angewandt werden, indem regelmĂ€Ăig Push-Benachrichtigungen aufkommen. Die Gesundheitsdaten werden vermessen und in der App dokumentiert.
Durch diese Selbstvermessung hat man mehr Selbstbestimmung und Kontrolle ĂŒber die eigenen Daten. Man wird nicht von Externen ĂŒberwacht und es ist jedem selbst ĂŒberlassen, ob er/sie die App benutzt oder nicht.
Allerdings können die Daten vernachlĂ€ssigt oder verfĂ€lscht werden, indem das Wearable entweder nicht getragen wird oder nicht selbst ausgefĂŒhrte Bewegungen registriert werden. Des Weiteren kann es sein, dass die BeschĂ€ftigten keinen Sinn in der Nutzung der App sehen.
Zum Abschluss eine kurze Diskussion, um weitere Anregungen Ihrerseits zu schaffen:
Die Digitalisierung in ArbeitsplĂ€tzen bietet verschiedene Vorteile, dennoch stellt sich die Frage, inwieweit Daten abgesichert sind und eventuell auch fremdentwendet werden. Datenschutz ist ein wichtiger Teil und darf vor allem bei der Metrisierung des Arbeitsplatzes nicht fehlen. Sensible Daten dĂŒrfen von Arbeitgeber*innen nicht verwenden werden, deshalb sollen die Persönlichkeitsrechte in der digitalen Arbeitswelt gestĂ€rkt werden. Sowohl AktivitĂ€ten in der digitalen Arbeitsumgebung als auch soziale Netzwerke der Mitarbeiter*innen können Datenschatten hinterlassen, die von Arbeitergeber*innen genutzt werden können. Deshalb bedarf es an neuen rechtlichen, technischen und organisatorischen Schutz- und AbwehrmaĂnahmen fĂŒr die Persönlichkeitsrechte der BeschĂ€ftigten (Ver.di 2015).
Gerade Datenverarbeitungsskandale, wie VideoĂŒberwachung am Arbeitsplatz oder Leistungskontrollen durch Handscanner, zeigen den Missbrauchspotenzial der Digitalisierung am Arbeitsplatz. Teilweise werden auch Daten von auĂerbetriebliches Verhalten, wie Leidenschaften oder Kontakte der BeschĂ€ftigten, von Arbeitgeber*innen genutzt. Deshalb muss ein BeschĂ€ftigungsdatenschutzgesetz geschaffen werden, um sowohl die dienstliche als auch die private SphĂ€re zu schĂŒtzen. Das Gesetz soll unter anderem ein grundsĂ€tzliches Verbot von anlassloser Beobachtung/Ăberwachung, Datennutzung auf geregelte FĂ€lle, Festlegung von Löschungsfristen und Regelungen zu Sanktionen bei DatenschutzverstöĂe beinhalten (Ver.di 2015).
Vor allem der gewerkschaftliche Handel ist zwingend notwendig fĂŒr den Schutz der Persönlichkeitsrechte.
Der Deutsche Gewerkschaftsbund
Er setzt sich fĂŒr eine solidarische Gesellschaft ein. National und international vertritt er die Gewerkschaftsbewegung und ist gleichzeitig die politische Stimmt der Mitgliedsgewerkschaften (Deutscher Gewerkschaftsbund, o.J.).
-Besonders gewerkschaftliche Weiterbildung ist essenziell:
Wie sich die Technisierung, Digitalisierung und Metrisierung auf Arbeitnehmer*innen und deren Arbeitsbedingungen auswirken kann, konnte in den vorherigen Abschnitten dargelegt werden. Die Frage, die offen bleibt, ist, welche weiteren Akteure in dieser digitalen Transformation eine bedeutende Rolle spielen.
Zu nennen sind hier die BetriebsrĂ€te*innen, der einzelnen Betriebe/Unternehmen/Konzerne. Ihre Aufgabe ist es, die Interessen der Arbeitnehmer*innen zu vertreten und stellvertretend fĂŒr sie mit dem Arbeitgeber, ĂŒber bestimmte Inhalte, zu verhandeln. Hierzu zĂ€hlen zum Beispiel die Einhaltung von Gesetzen und Verordnungen, die Durchsetzung der Gleichstellung von Frauen und MĂ€nnern, die Förderung von Arbeitsschutz-MaĂnahmen und die Förderung von BeschĂ€ftigungen Ă€lterer Arbeitnehmer*innen (Deutscher Gewerkschaftsbund, 2022b). Auch bei der digitalen Transformation in einem Betrieb/Unternehmen/Konzern braucht es BetriebsrĂ€te*innen, die ĂŒber den aktuellen Stand von Digitalisierung und Industrie 4.0 Bescheid wissen und als informierte Vertretung fungieren können. Arbeits- und GeschĂ€ftsprozesse sowie horizontale und vertikale AblĂ€ufe mĂŒssen eingeordnet und verstanden werden. Nur so sind kompetente Reaktionen möglich, wenn ein Betrieb/Unternehmen/Konzern umstrukturiert und digitalisiert werden soll (Deutscher Gewerkschaftsbund, 2022a).
Digitale Arbeitswelt: Immer effizienter und messbarer?
Die digitale Transformation lÀsst sich unter folgenden Gesichtspunkten betrachten: Wo wird Arbeit effizienter gestaltet, wo wird die QualitÀt von Arbeit erhöht?
Doch hierbei besteht die Gefahr des kapitalistischen Systems, wobei die erst genannte Perspektive dominiert. ProduktivitĂ€tszugewinne wĂŒrden hier vor allem der Kapitalseite zugutekommen. BetriebsrĂ€te*innen mĂŒssen also fĂŒr beides kĂ€mpfen (Deutscher Gewerkschaftsbund, 2019).
"...immer schneller mussten die Erfahrungen der Wirklichkeit als Zahlen darstellbar sein. Wir können zwar zĂ€hlen, aber wir vergessen immer schneller bei welchen Dingen es ĂŒberhaupt wichtig ist, dass sie gezĂ€hlt werden und warum es ĂŒberhaupt wichtig ist. "
-Josef Weizenbaum Metrische Kulturen-
(Die Macht der Computer und die Ohnmacht der Vernunft, 1977)"
Dieses Zitat soll noch einmal verdeutlichen, dass es nicht wichtig ist, Alles zu erfassen und zu messen. In erster Linie mĂŒssen die Metriken den Menschen zu Gute kommen. Sind Verfahren, wie die HR Analytics mit der prĂ€diktiven Analytik (Was wird als nĂ€chstes passieren?) und der prĂ€skriptiven Analytik (Wie soll man sich Verhalten?), welche Mitarbeiter*innen in sogenannten âScoringsâ in Schubladen stecken beziehungsweise in Bestenlisten einordnen, neben dem ethischen Aspekt ĂŒberhaupt wĂŒnschenswert? (Jan-Paul Giertz, 2021)
-Entscheidend sind aus Sicht des Autors eine ethische Analyse datengesteuerter algorithmischer Systeme im Personalmanagement, Michele Loi, guter Datenschutz, fachliche Kompetenz, transparente Verfahren und eine sorgfĂ€ltige ĂberprĂŒfung der Auswirkungen automatisierter Entscheidungen.
Abb. 8: Bewertung abgeben
Bewertung
Die Leitfrage, ob moderne Technologie die Arbeit messbar optimieren können, kann eindeutig mit âJaâ beantwortet werden.
Gerade Tools wie âHumanyzeâ zeigen, dass man durch verschiedene Verhaltenskennzahlen oder KPIs, die Arbeit analysieren kann und anhand davon, MaĂnahmen zur Optimierung anleiten kann. Jedoch mĂŒssen einige Aspekte beachtet werden, bevor eine Metrik am Arbeitsplatz angewendet wird.
Zu einem stellt sich die Frage, ob die Metriken am Arbeitsplatz ĂŒberhaupt umgesetzt werden können. Im BĂŒro lassen sich Metriken einfacher intergieren als in einem LKW.
Des Weiteren muss entschieden werden, wie sinnvoll eine Metrik in dieser Berufsrichtung ist und ob es nicht doch zu einem QualitĂ€tsmangel kommen wĂŒrde. Denn wenn man eine Metrik einsetzt, um die StĂŒckzahl eines Produkts, die eine Mitarbeiter*in erzielt hat, zu vermessen, dann zĂ€hlt fĂŒr diese BeschĂ€ftigten nur die StĂŒckzahl und weniger die QualitĂ€t.
Ein weitere wichtiger Punkt ist die Technikakzeptanz. Gerade der obengenannte demografische Wandel zeigt, dass es immer mehr Ă€ltere BeschĂ€ftigte geben wird. Deshalb ist es umso wichtiger, die Mitarbeiter*innen aufzuklĂ€ren und zu unterstĂŒtzen.
Personenbezogene Daten dĂŒrfen nicht missbraucht werden, somit muss der Datenschutz gewĂ€hrleistet sein. Besonders Gewerkschaften, wie der DGB, beschĂ€ftigen sich zunehmend mit der digitalen Transformation der Arbeitswelt und dem Datenschutz. Generell muss die Gesellschaft auf einer Metrisierung eingestellt werden und vor allem muss die Transparenz geschaffen werden (Wer hat Zugriff auf welche Daten?).
Auch Datenskandale, wie in der Diskussion genannt, können BeschÀftigten ein schlechtes Bild vermitteln.
Metriken können den Arbeitsplatz und viele verknĂŒpfte Bereiche optimieren. Wenn die angemerkten Punkte eingehalten und Daten nicht missbraucht werden, können sowohl BeschĂ€ftigte als auch FĂŒhrungskrĂ€fte davon profitieren.
Autor*innen: Kalliopi Gkaroumpas, Laura-Karin Wilde, Arnold Maier
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Study der Hans-Böckler-Stiftung, DĂŒsseldorf, ISBN: 978-3-86593-366-9
Die Beeinflussung von Metriken auf unser Arbeitsumfeld und unsere Privaten Beziehungen
In diesem Blogbeitrag geht es nicht nur darum, wie Metriken und Algorithmen unsere privaten Beziehungen beeinflussen, auch die VerĂ€nderungen der Arbeitswelt werden hier thematisiert.  Â
Wenn euch diese Themen interessieren, bleibt gerne dran. Â Â
Bis dass der Tod uns scheidet - Ja, das ist ein Sprichwort, welches die meisten von uns hoffen, eines Tages einmal aussprechen zu dĂŒrfen und im Idealfall auch das ganze Leben lang zu leben. Â
Doch kann man das heutzutage ĂŒberhaupt noch?  Â
Schaut man sich die Beziehungen und Ehen in der Vergangenheit an, merkt man schnell einen enormen Unterschied zu der jetzigen Zeit. Â
Damals waren Mann und Frau noch abhĂ€ngig voneinander, sie waren also eine Einheit und wurden so auch wahrgenommen.  Â
WĂ€hrend der Mann sich nicht um Haushaltsaufgaben wie kochen und waschen, sowie die Kindererziehung kĂŒmmern konnte, konnte dir Frau sich nicht alleine um die Finanzen kĂŒmmern. Kindererziehung und Haushalt waren klar definierte Aufgaben fĂŒr die Frau, Abreiten um eigenstĂ€ndig Geld fĂŒr sich zu verdienen, fĂŒr die Frau damals undenkbar.  Â
Es gab ein Plan fĂŒr alle, dieser lautete: frĂŒh Heiraten, schnell Kinder kriegen, bis ins hohe Alter zusammenbleiben. Ja, bis dass der Tod scheidet, das war der Standard. Â
Es war ein Skandal, wenn jemand ledig blieb, eine Frau arbeiten gehen wollte, ebenso war eine Scheidung damals undenkbar, man blieb sein Leben lang zusammen, egal ob glĂŒcklich oder nicht.  Â
Heutzutage ist das nicht mehr so:Â Â
Heute ist es eher so, dass diese Einheit fĂ€llt jetzt weg, da ja Mann und Frau auch alleine und unabhĂ€ngig fĂŒr sich sorgen können. Der Mann kann sich selber um seinen Haushalt kĂŒmmern und es ist ânormalâ, dass eine Frau arbeiten geht um Geld zu verdienen.
Daneben gab es auch einen Sozialer Wandel, das heiĂt, dass heute aus Liebe geheiratet wird, es geht in erster Linie um die beiden Partner selbst und diese stehen mit ihren individuellen BedĂŒrfnissen im Mittelpunkt. Â Â
Das bedeutet aber gleichzeitig auch, dass es viel mehr Beziehungsarbeit und -fĂ€higkeit als frĂŒher erfordert, eine funktionierende Beziehung zu fĂŒhren.  Â
Es konnte auch beobachtet werden, dass eine deutliche Tendenz zu Kettenbiographien besteht, darunter kann man sich vorstellen, dass jeder Mensch drei oder mehrere relevante Beziehungen in seinem Leben hat. Â
Bis dass der Tod uns scheidet? FĂŒr immer und ewig? Von wegen! Die Gegenwartsgesellschaft lebt das moderne Beziehungsmodell der seriellen Monogamie. Nach Trennung, Scheidung oder Tod des Partners ist es selbstverstĂ€ndlich die nĂ€chste Beziehung einzugehen, und nicht fĂŒr den Rest des Lebens allein zu bleiben. Â
Die Beziehungen beruhen auch vielmehr auf IntimitĂ€t und SexualitĂ€t und Emotionen wie Vertrauen, Geborgenheit, VerstĂ€ndnis.Â
Die Partnerschaften scheitern heutzutage aber auch oft dadurch, dass zu viel und falsch kommuniziert wird. Gerade durch die Smartphones und sozialen Medien stehen wir eigentlich permanent im Austausch miteinander. Das fĂŒhrt auch dazu, dass Beziehungen oft zu viert gefĂŒhrt werden--> Handy 1, Handy 2, Partner 1, Partner 2.Â
Dies bietet eine gute Ăberleitung, um jetzt noch auf die Gegenwartsgesellschaft zusprechen zu kommen.
Innerhalb der Beziehung wird deutlich mehr kommuniziert als jemals zuvor, auch nonverbal oder durch das Handy. Auch das Thema Selbstoptimierung war noch nie so zentral wie heute, jeder will besser werden, und anderen gefallen. Aus der stark Ich-Zentrierte Gesellschaft resultiert auch ein perfektionsdrang, keiner möchte mehr Fehler machen, auf andere möchte man makellos wirken und ja keine SchwÀche zeigen.  Die Beziehungen sind geprÀgt von der Schnellebigkeit und dem permanenten Stress, dem jeder ausgesetzt ist.
Zu beobachten ist auch, dass fĂŒr alles was uns im Leben wichtig ist tun wir viel: Â
FĂŒr den Job gehen wir auf Fort- und Weiterbildungen,
fĂŒr die Gesundheit gehen wir regelmĂ€Ăig zum Arzt und fĂŒr das Wohnen renovieren wir die Wohnung oder ziehen um, falls wir uns nicht wohlfĂŒhlen.
FĂŒr die Paarbeziehungen hingegen investieren wir nicht so viel. Wir glauben diese laufen einfach mit und funktionieren dann auch ganz von allein.  Und wie lernen wir in einer Zeit, welche geprĂ€gt von Schnelllebigkeit, Stresse und Digitalisierung ist, neue Menschen, im Idealfall die Liebe des Lebens kennen?  Â
Es wird tatsĂ€chlich auch immer schwieriger den richtigen Partner fĂŒr ein gemeinsames Leben, auĂerhalb der Arbeit oder Ă€hnlichem zu finden. Hier kommen heutzutage die unzĂ€hligen Dating Plattformen und Apps mit ins Spiel. Immer mehr Leute nutzen diese, um neue Kontakte zu knĂŒpfen, meist mit der Hoffnung, die Liebe des Lebens (zumindest fĂŒr einen Lebensabschnitt) zu finden. Die Nutzung der Dating Services steigt immer weiter an. Viele Unternehmen entwickeln deswegen immer mehr Dating Plattformen und versuchen diese auch immer weiter zu verbessern. Â
Wie finde ich den richtigen Partner fĂŒrs Leben? Keine Branche verspricht eine so klare Antwort auf diese Frage der Partnerwahl zu haben wie die Online-Dating-Industrie.  Mithilfe von Technologien, Algorithmen und KI soll die Partnersuche in Zukunft noch einfacher, genauer und schneller gemacht werden.  HierfĂŒr werden Daten zu Vorlieben, Interessen und CharakterzĂŒgen gesammelt und von Algorithmen genutzt, um passende Nutzer gegenseitig vorzuschlagen um so den perfekten Partner finden. Je mehr Daten zur VerfĂŒgung stehen, desto exaktere Ergebnisse können daraus resultieren.  Die Online-Dating Branche hat einen immer höheren Einfluss auf die Gesellschaft und das nicht erst seit Corona. WĂ€hrend man frĂŒher potentielle Liebespartner bei der Arbeit oder im Freundeskreis kennengelernt hat, kann man nun auf zig Portalen und zahlreichen Apps Menschen aus der ganzen Welt kennenlernen Â
Zum Beispiel Fatchd!Â
Fatchd! ist eine Dating-App welche durch/Mithilfe von KI Liebe schaffen soll.  Fatchd bedeutet Face + Match, der Name beruht auf der Methodik, welche genutzt wird um potentielle PĂ€rchen zusammenzubringen. Doch wie funktioniert das ganze genau?  Die KI benötigt nur zwei Portraitfotos, um zu prĂŒfen, ob ein potentielles Paar zusammenpasst, oder nicht.   Hier handelt demnach nicht der Instinkt der Nutzer, sondern maschinelles Lernen.   Die App wurde mit den Matching-Ergebnissen von etwa 5 Millionen Paaren dazu trainiert, auf den ersten Blick zu erkennen, welche Paare in Punkto Freizeit, Beziehung, Lebensstil ect. Ăberschneidungen aufweisen. Aus diesen Erkenntnissen leitet Fatchd! die Vorhersagen fĂŒr neue Paare ab.
Abbildung 1: Fatched!
GegensĂ€tze ziehen sich an â so zumindest die Erkenntnis der Plattform DNA-Romance.Â
Bei DNA-Romance wird eine KI genutzte, um Nutzer anhand ihrer Gene zu verkoppeln.  Das Ganze funktioniert so, dass Singles ihre Speichelprobe selber entnehmen und anschlieĂend versenden. Ein Unternehmen wertet diese Proben dann im nĂ€chsten Schritt aus.  Merkmale wir die GröĂe, das Gewicht, die Augen- oder auch Haarfarbe des Partners sind wichtige Merkmale, weshalb darauf schlieĂen lĂ€sst, dass die Genetische Veranlagungen tatsĂ€chlich bei der Partnerauswahl beteiligt sein können. DNA-Romance generiert potentielle Ăbereinstimmungen basierend auf einer DNA-Analyse von Genen, die an der Reaktion des Immunsystems beteiligt sind und die die Forschung mit der menschlichen Anziehungskraft in Verbindung gebracht hat.  Es scheint, dass Menschen mit gröĂeren Unterschieden in ihren Rezeptoren â bekannt als HaupthistokompatibilitĂ€tskomplex oder MHC (Major Histocompatibility Complex) â sich eher ansprechen. GegensĂ€tze, so scheint es also, ziehen sich an â was den evolutionĂ€ren Vorteil hat, Kinder möglicherweise mit einer breiteren Palette von Immunwaffen zur BekĂ€mpfung von Krankheiten zu erschaffen. Â
Die âAnti-Tinderâ App - HingeÂ
Eine weiter App welche Metriken nutzt, um den perfekten Partner zu finden ist Hinge:  Hier ist es eben nicht das âklassischeâ Datingprofil versehen mit dem Namen, dem Alter und Bildern.  Das Einrichten eines Datingprofils dauert tatsĂ€chlich etwas lĂ€nger, denn so individuell wie jeder Mensch ist, so soll auch das Profil sein.
Das Einrichten durchlĂ€uft mehrere Schritte.  Zu Beginn wĂ€hlt man sein eigenes Geschlecht aus, weiblich, mĂ€nnlich oder divers. Daraufhin gibt man seine SexualitĂ€t an. Hier habt man eine Auswahl zwischen 21 verschiedenen SexualitĂ€t wie den âBasicsâ (Heterosexuell, Homosexuell, Bisexuell) aber auch Omnisexual, Fluid, Asexuell, etc. können hier ausgewĂ€hlt werden.  Im nĂ€chsten Schritt gibt man an, was man daten möchte - Mann, Frau, Divers, Alles?
Was das Hinge-Team jedoch aus den Daten und den primĂ€ren Erfahrungen der Menschen schöpfte, war die Erkenntnis, dass eine echte Verbindung nur schwer allein anhand von Fotos zu erkennen ist. Deshalb werden neben Bildern, auch Videos und auch Sprachnachrichten ins Profil hochgeladen um dieses persönlicher zu gestalten. Optional kann man auch seine GröĂe und Ethnie angeben. Ob man bereits Kinder hat oder wie die zukĂŒnftige Familienplanung ist. Auch kann man den Arbeitsplatz, die Heimat, den erworbenen Abschluss, die religiösen oder politische Interessen, sowie den Alkohol-, Tabak-, Marihuana-, und Drogenkonsum abgeben.Â
Das Motto hierbei lautet: âthe more you share, the better your matches will be.â Also je mehr du von dir Preis gibst, desto besser wird dein Match/Treffer werden.
Der Fokus liegt bei Hinge also nicht nur auf dem Aussehen, sondern vielmehr auf der Stimme, den Interessen, und dem Lebensstil. Die Nutzer vervollstĂ€ndigen ihre Profile durch Beantwortung mehrerer âPrompsâ, damit sie ihre Persönlichkeit besser zeigen, anstatt diese nur zu beschreiben.
Beispielsweise:
Meine StĂ€rken sind...  Â
Mich zu daten ist wie...Â
Eines meiner Lebensziele ist... Â Â
Die schlimmste Idee die ich jemals hatte...Â
Ich weiĂ es ist an der Zeit Hinge zu löschen, wenn... Â
Die Konzentration liegt bei dieser App auf den Matches und nicht direkt auf die nĂ€chste Person. Das Team veröffentlichte zudem auch wechselseitige Algorithmus-Empfehlungen, wodurch potentielle Partner mit hoher Beziehungswahrscheinlichkeit gepaart wurden. Derzeit entwickeln sie Funktionen, mit denen sie aus den Offline-Erfahrungen der Nutzer lernen können und hoffen, noch genauere Einblicke zu erhalten und mehr Theorien zu testen. Â
Abbildung 2: Hinge (eigene Darstellung, Screenshot)
Durch die Plattformen scheint es, dass es ja ganz einfach sein muss dadurch den richtigen Partner zu finden, doch inwiefern gibt es Positives und Negatives an dieser Entwicklung?  Â
Der groĂe Einfluss der Technik wird vor allem von Àlteren Generationen als ausschlieĂlich negativ angesehen, dabei kann dieser Einfluss auch seine positiven Seiten haben. Die Technik ist eine Abhilfe fĂŒr die Partnersuche. Durch die erhöhten Anforderungen in vielen Bereichen, ist es fĂŒr einen groĂen Teil der Bevölkerung immer schwieriger offline einen Partner oder auch den richtigen Partner zu finden. Hier ist das Online-Dating eine groĂe Hilfe, da es auch wĂ€hrend anderen TĂ€tigkeiten, zum Beispiel Essen oder Bahn fahren, betrieben werden kann... quasi Multi-Tasking. Die Vorauswahl der Algorithmen erhöht die Passung: Durch die Vorauswahl eines Matching-Algorithmus können dezidierte nicht-passende Menschen vorher ausgeschlossen werden und die Passung der Vorgeschlagenen Personen erhöht werden. Die Chance wird also höher, dass die vorgeschlagenen Matches wirklich zu dir passen.  Trotz der positiven und unterstĂŒtzenden Aspekte, hat Online-Dating auch viele negative Seiten. Ein groĂer Punkt ist hier vor allem die AnonymitĂ€t. Ist die Person, die ich online date in RealitĂ€t genauso wie online? Sind wir auch in RealitĂ€t auf einer WellenlĂ€nge? Die Chemie zwischen zwei Personen ist nicht direkt feststellbar. Jemand kann online sehr sympathisch und interessant auf mich wirken und wenn wir uns treffen merke ich erst, dass ich die Person leider doch sehr uninteressant finde. Aber auch der Betrug spielt eine wichtige Rolle. Auch vergebene Personen können Dating Apps und Plattformen nutzen. Oft melden sich aber auch Personen auf solchen Plattformen an, um andere Menschen vor allem finanziell zu betrĂŒgen. Ein weiterer Kritikpunkt ist auch die sexuelle BelĂ€stigung: 6 von 10 Frauen in den USA, wurden von MĂ€nnern weiter kontaktiert, nachdem sie kein Interesse bekundet haben. Daraufhin folgten Gewaltdrohungen und Beleidigungen. Ebenfalls werden oft ungefragt intime Bilder zugesendet, was eindeutig eine BelĂ€stigung darstellt.  Menschen werden immer schwerer zufriedenzustellen, auch hier spielt der Perfektionsdrang und die Selbstoptimierung mit ein. Dadurch tendieren immer mehr Nutzer ihr Selbstbild online zu verfĂ€lschen und nicht ihre wahre Persönlichkeit preisgeben.Â
Doch wie weit geht der Mensch? Inwieweit wĂŒrde der Mensch die Technik und Digitalisierung nutzen, um Erfolg in der Liebe zu haben? Â
Vielleicht können menschliche Partner eines Tages auch ganz ersetzt werden. Zum Beispiel personalisierte Avatare, die in der virtuellen oder echten RealitĂ€t exakt dem Bild des "perfekten" Partners entsprechen. Was machen diese Entwicklungen mit der Liebe? Und können sie uns tatsĂ€chlich zu besseren Beziehungen verhelfen?  In dem Science-Fiction Film Blade Runner 2049 geht es vor allem um die KI und an welchem Punkt diese lebendig wird. (Manipulation, UnterstĂŒtzung) Hauptcharakter K wird von dem kĂŒnstlichen Hologramm Joi begleitet. Sie ist seine Partnerin, ihr vertraut er alles an, sie begleitet ihn ĂŒberall hin. Â
Officer K hat in ihr seine perfekte Partnerin gefunden. Nach zahlreichen Abenteuern stellt K sich im Verlauf des Filmes fest, dass Joi ein kommerzielles Produkt ist â ĂŒbergroĂ beworben, ĂŒberall im dystopischen L.A. von 2049. Der Werbeslogan des Hologramms: âSie sagt Dir alles, was du hören willst.â Â
Ist es tatsÀchlich eine gute Idee gewesen, sich von einer KI beraten zu lassen oder sich gar zu verlieben?
Abbildung 3: Officer K und Joi
Wo bleiben die Perspektiven und individuellen Meinungen?Â
Virtuelle Freundinnen, die sich mit den Nutzern unterhalten gibt es bereits und boomen vor allem in LĂ€ndern wie Japan.Â
Auf Algorithmen basierende Dating-Plattformen sind bereits Alltag. Es ist denkbar, dass VR, KI und Robotik zukĂŒnftig ihren Platz im Liebesleben erobern könnten. Die Tatsache, dass Menschen ein Beziehungsleben auch mit nicht humanoiden in Betracht ziehen, könnte ein Zeichen dafĂŒr sein, dass wir an der Schwelle zu einer neuen Entwicklung hinsichtlich andersartiger Beziehungsformen stehen. Â
Algorithmen und Metriken sind essentielle Bestandteile des Datings. Es wird immer mehr zur Norm die Partner fĂŒrs Leben online kennenzulernen. Es ist nicht verkehrt, dass zwei Personen sich ĂŒber das Internet kennen und lieben lernen, jedoch kann die Technik hier sowohl Vor- als auch Nachteile mit sich bringen. Doch die Frage, die wir uns stellen ist, was die Zukunft in dieser Hinsicht noch so mit sich bringt.Â
Human Resource Management im Wandel
Neben den privaten Beziehungen, können auch die Arbeitsbeziehungen nĂ€her betrachtet werden. Entwicklungen im Human Resource Management haben die Beziehungen in der Arbeitswelt verĂ€ndert. Human Resources, die auch Humankapital genannt werden, umfassen alle immateriellen Ressourcen, die ein/eine Arbeitgeber*in durch seine Mitarbeiter*innen erhĂ€lt. Dazu gehören das Wissen, die FĂ€higkeiten und die Motivation jedes einzelnen Mitarbeiters. Um die Ressourcen im Unternehmen optimal zu nutzen, wurde das Human Resource Management eingefĂŒhrt. Dieser Bereich kĂŒmmert sich um alle Belange, die mit dem Personal des Unternehmens in Zusammenhang stehen und ist somit die Vermittlungsstelle zwischen Unternehmen und Mitarbeitern. Diese MaĂnahmen verfolgen das Ziel, den bestmöglichen Unternehmenserfolg und die gröĂtmögliche EffektivitĂ€t bei den Arbeitnehmern*innen zu erreichen.
Die VerĂ€nderungen des Human Resource Management haben bereits im 19. Jahrhundert begonnen, als sich ein eigenstĂ€ndiger Bereich Personalwesen entwickelt hat. Die VerĂ€nderungen wurden besonders durch den globalen Wettbewerb in den IndustrielĂ€ndern herbeigefĂŒhrt, wodurch sich auch die Anforderungen an die Unternehmen und die Mitarbeiter*innen geĂ€ndert haben. Dazu gehören beispielsweise die stĂ€rkere Eigenverantwortlichkeit oder die FlexibilitĂ€t hinsichtlich der Arbeitszeit, dem Arbeitsort, den Arbeitsbeziehungen und der Organisation. Der Mensch mit seinen Ressourcen rĂŒckt somit in der Arbeitswelt immer mehr in den Fokus und wird fĂŒr das Unternehmen ein zunehmend wichtiger Bestandteil.
Modernes, Digitales Arbeiten
Digitales, modernes Arbeiten hat sich besonders durch die Digitalisierung etabliert. Damit ist die VerĂ€nderung von Prozessen gemeint, die zunehmend durch digitale GerĂ€te abgewickelt werden. Heutzutage können neue Maschinen mit digitalen Schnittstellen entwickelt werden, die das Arbeiten im Unternehmen erleichtern. Durch die digitalen Schnittstellen entsteht eine gemeinsame Datenbasis fĂŒr das Unternehmen, wodurch Informationen ausgetauscht werden können. Dies wiederum beugt MissverstĂ€ndnissen vor und hebt die EffektivitĂ€t hervor. Durch die vielfĂ€ltigen und neuen Arbeitsmodelle, die durch die Digitalisierung entstehen, kann die Arbeit, je nach Beruf, orts- und zeitungebunden ausgefĂŒhrt werden. Die neuen Arbeitsmodelle bieten daher groĂe Chancen, als auch groĂe Herausforderungen fĂŒr die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
In einer Zeit, in der FachkrĂ€fte immer schwerer zu finden sind, Stellen immer schneller besetzt werden mĂŒssen und sich der Rekrutierungsprozess, um geeignete Mitarbeiter zu finden, immer aufwendiger gestaltet, ist der Ruf nach UnterstĂŒtzung laut. Daher ist KĂŒnstliche Intelligenz, auch gern als KI abgekĂŒrzt, einer der wichtigsten Trends in der Digitalisierung. Viele Unternehmen setzen KI bereits ein beispielsweise in der Entwicklung, in der Produktion und in der Verwaltung. Aber auch im Alltag hilft uns KI in einigen Bereichen ganz offensichtlich, in anderen jedoch eher versteckt. Denn mit Maschinen zu sprechen, ist fĂŒr viele Menschen mittlerweile Alltag geworden (z.B. Spracherkennung). Wenn es um kĂŒnstliche Intelligenz geht, ĂŒberlegen sich Unternehmen immer hĂ€ufiger, ob es eine gute Alternative oder eher eine ErgĂ€nzung wĂ€re.
Es ist absehbar, dass die Weiterentwicklung von KI einen groĂen Einfluss darauf haben wird, wie wir in Zukunft arbeiten werden. Jetzt schon ist sichtbar, dass Routinejobs besser von einer Maschine erledigt werden können als von einem Menschen. Es kommt somit auch zur Umschichtung von Aufgaben. Umschichtungen von Arbeit erfolgen immer dann, wenn die Maschine Aufgaben schneller oder gĂŒnstiger erledigt oder sogar beides gleichzeitig schafft. Also weg vom Menschen hin zu Maschine. Desweiter ist es sehr wahrscheinlich das in der Zukunft schriftliche, und insbesondere die gedruckten Bewerbungen verschwinden werden. An ihre Stelle werden Online-Tools treten, die zum Job passende Fragen stellen. Bereits heute gibt es Apps, in denen Bewerber per Video spontan auf Fragen antworten mĂŒssen. Es gibt Roboter wie Matilda, die automatisierte Bewerberinterviews anhand von 76 Fragen fĂŒhren kann. Matilda liest die Emotionen der Kandidaten, analysiert sie und reagiert empathisch darauf.
Roboter Recruting
Einigen Unternehmen nutzen bereits eine automatisierte Vorauswahl von Bewerbungen. FĂŒr Bewerber haben solche Systeme einen klaren Nachteil. Wer die Maschine mit seinen Unterlagen nicht ĂŒberzeugt, schafft es nicht bis ins VorstellungsgesprĂ€ch. Gleichzeitig gibt es auch Vorteile, Bewerber, die wissen, worauf es ankommt, können mit zum Beispiel bestimmte SchlĂŒsselbegriffe beim Roboter punkten. Damit sind nicht die typischen Bewerbungsfloskeln gemeint wie âbelastbarâ, âmotiviertâ oder âteamfĂ€higâ. Sondern spezielle SchlĂŒsselbegriffe, die im Stellenangebot stehen und die typisch fĂŒr die Branche und fĂŒr die ausgeschriebene Position sind. Allerdings befĂŒrchten einige Bewerber, dass man seine individuelle Persönlichkeit aufgrund von standardisierten Online-Formularen nicht zum Ausdruck bringen kann. Doch das ist bei genauerem Hinsehen gar nicht der Fall. Vielmehr steigen die Chancen, vorurteilsfrei nach seiner Leistung und nicht nach einer subjektiven EinschĂ€tzung bewertet zu werden. KI hat im Recruiting ein groĂes Potenzial. Denn der Mensch trifft oft Entscheidungen nicht nur nach Fakten, sondern bezieht seine GefĂŒhle ein, hört auf sein BauchgefĂŒhl und lĂ€sst sich von seinen persönlichen Werten, Ansichten und Charaktereigenschaften leiten. Eine Maschine hat keine Vorbehalte und kennt keine Vorlieben. Sie bewertet die Kandidaten ausschlieĂlich auf Basis von Fakten und ist deshalb als besonders fair und objektiv anzusehen. Hinzu kommen weiter Eigenschaften, wie die Zeitersparnis, Sprachen, FlexibilitĂ€t und LernfĂ€higkeit der KI.
Abbildung 4: Roboter Recruting
Abbildung 5: Roboter Recruting Auswahlverfahren
Schlussfolgernd kann man sagen:
KI ist zunĂ€chst einmal eine Methode der Datenanalyse und dient dazu, bessere Vorhersagen ĂŒber den zukĂŒnftigen beruflichen Erfolg von Bewerbern zu treffen. Damit ein KI-System zu einer Aussage kommt, mĂŒsse es trainiert bzw. angelernt werden. DafĂŒr braucht es eine sehr hohe Anzahl an Daten.
Es ginge beim Roboter Recruiting also nicht darum, dass sich ein Computer einen Menschen anschaut und dann auf irgendeine mystische Weise ein Urteil fĂ€llt. Vielmehr geht es um eine automatisierte Vorhersage menschlicher Urteile mit Hilfe ausgefeilter statistischer Methoden. Dadurch können Urteilsfehler stĂ€rker vermieden werden. Denn anders als Recruiter werden Roboter nicht mĂŒde und haben keine Vorurteile.
Worklogging
Der Begriff âWorkloggingâ ist fĂŒr viele ein Fremdwort. Um darauf genauer eingehen zu können, muss der Begriff des âLifeloggingsâ vorgezogen werden. Lifelogging ist ein anderer Begriff fĂŒr Self-Tracking, und bedeutet das Protokollieren von verschiedenen Aspekten des alltĂ€glichen Lebens. Bekannt ist dies durch das Gesundheitsmonitoring, das viele Menschen in der heutigen Gesellschaft betreiben. Beispiele hierfĂŒr sind KalorienzĂ€hler oder SchrittzĂ€hler, mit denen wir unser Handeln kontrollieren. Wir legen somit unser gesamtes Leben und unsere Verhaltensweisen in Form von Daten online ab und können diese auch jederzeit einsehen. Was daraus entsteht macht uns angreifbar, denn alle unsere AktivitĂ€ten können ĂŒberwacht und kontrolliert werden, so auch im Arbeitsleben. Und genau hier kommt der Begriff âWorkloggingâ ins Spiel. Damit ist das Daten-Tracking im Unternehmen gemeint, wie beispielsweise die Anwesenheitserfassung oder die Leistungsvermessung am Arbeitsplatz.
Aber wie stehen die Arbeitnehmer*innen selbst zu dem Daten-Tracking im Unternehmen?
Man kann davon ausgehen, dass ein Mensch, der in seiner Freizeit privates Self-Tracking betreibt, auf dieses âWorkloggingâ wahrscheinlich mit gröĂerer Akzeptanzbereitschaft reagieren wird. Allerdings greift das Vermessen von ArbeitsvorgĂ€ngen mit Hilfe intelligenter Systeme in das Selbstbestimmungsrecht der Personen ein. Ebenso besteht die Gefahr, dass Gegenstands- und Prozessdaten mit personenbezogenen Daten verknĂŒpft werden, und somit RĂŒckschlĂŒsse auf die einzelnen Personen möglich sind.
Daraus entsteht eine neue virtuelle Lebenslage fĂŒr die Arbeitergesellschaft. Vor Jahrzehnten wurde das Arbeitsleben durch die individuelle âPersonalakteâ beeinflusst. Hierbei wurde eine personenbezogene Dokumentation durch den/die Arbeitgeber*in durchgefĂŒhrt und es wurde sich mit dem Betriebsrat abgestimmt, was in die Akte aufgenommen werden darf und was nicht. Diese Informationssammlung hatte einen rechtsverbindlichen Charakter, wurde auf Papier dokumentiert und war nur fĂŒr wenige Personen zugĂ€nglich und einsehbar. Durch die Digitalisierung, das Daten-Tracking und die Ăberwachung der Menschen hat sich die Situation am Arbeitsplatz gewandelt. Die Datenspuren, die der arbeitende Mensch hinterlĂ€sst, gehen somit im Inhalt weit ĂŒber die âPersonalakteâ hinaus.
Dies hat zur Folge, dass eine stĂ€ndige VerfĂŒgbarkeit von personenbezogenen Daten vorliegt und auch Schwierigkeiten in der IdentitĂ€tsbildung entstehen können. Wenn jeder Schritt ĂŒberwacht und kontrolliert wird, sind die Menschen in ihrem Handeln eingeschrĂ€nkt. Man darf sich keine Fehltritte mehr erlauben, ohne der Gefahr einer KĂŒndigung ins Auge zu blicken. Zudem verschĂ€rft sich die Lage, wenn man bedenkt, dass der Fokus immer stĂ€rker auf der EffektivitĂ€t der Menschen liegt. Eine freie Entfaltung am Arbeitsplatz fĂŒr die Arbeitnehmer*innen ist somit unmöglich.
Das ZugehörigkeitsgefĂŒhl, welches die Menschen vorher am Arbeitsplatz hatten, schwindet womöglich immer mehr. Die Vorstellungen von der Arbeit und von sich selbst entwickeln sich neu. Die Frage, die man sich hier stellen kann, ist: Wollen wir in einer Gesellschaft leben, die sich nur durch die Leistung am Arbeitsplatz definiert? Auch Konkurrenzdenken und Leistungsdruck wĂŒrden sich verstĂ€rken. Ganz davon abgesehen sind die Auswirkungen, die diese Prozesse auf unsere Gesundheit hĂ€tten.
Abbildung 6: Worklogging
Im Zusammenspiel von Mensch und Maschine liegt die StĂ€rke der KI. Damit ist gemeint, dass es ein sparsamen Einsatz der natĂŒrlichen Ressourcen ermöglicht zum Beispiel Zeitersparnis. Wie im Beitrag erwĂ€hnt entstehen immer weitere und neue Technologien sowie GeschĂ€ftsprozesse.
Durch die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine kann die KI bestehen.
Verfasst von:
Julia Baumgarten, Elena Hanslik, Nina Huskic, Lilly Meischner
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Facebook kombiniert zukĂŒnftig die Kostenmetriken ĂŒber alle KanĂ€le hinweg. AuĂerdem gibt es acht neue Standard-Events. #facebook #facebookevents #metriken https://goo.gl/5oNYmr