Wenn ich dir nur irgendwie begreiflich machen könnte, was du in mir auslöst.
Ich finde einfach keine Worte, die diesem Zustand auch nur ansatzweise gerecht werden. Du bist völlig unverhofft in mein ohnehin schon chaotisches Leben gestolpert und hast auf einen Schlag alles darin erschüttert.
Ich frage mich im Nachhinein, warum ich all die Therapien und Klinikaufenthalte hinter mich gebracht habe. Letztlich hätte es wohl einfach nur dich gebraucht. „Nur dich“ , das klingt so leichtfertig ausgesprochen. Denn wo bitteschön begegnet man schon einer Seele wie der deinen? Eine Kommentarspalte im Internet war definitiv der letzte Ort, an dem ich jemanden wie dich vermutet hätte.
Manchmal frage ich mich ernsthaft, ob die vertraute Ordnung meiner Welt in sich zusammengebrochen ist. Ob ich das alles nur träume oder in der falschen Realität erwacht bin.
An Drogen kann es nicht liegen, dieses Kapitel habe ich hinter mir gelassen. Aber das Gefühl, das du in mir hinterlässt, gleicht mittlerweile einem verdammt berauschenden, hellen Trip.
All die lähmenden Fragen nach Moral, Anstand und Vernunft verblassen mit jeder geschriebenen Zeile und jeder Sprachnachricht von dir ein Stückchen mehr.
Doch die Angst, dass du genauso schnell wieder im Nichts verschwinden könntest, wie du aufgetaucht bist, ist allgegenwärtig. Sie gräbt sich unaufhaltsam tiefer in mich hinein. Mein Verstand und die Narben meiner Vergangenheit halten mich fest im Griff, sie füttern den Zweifel.
Werde ich den Mut aufbringen, mich gegen meine eigene Geschichte und meine innere Blockade zu stellen?
Es tobt noch so viel ungeklärter Lärm in meinem Kopf, der mich ausbremst. Aber ein Teil von mir ist bereits viel zu laut geworden, er schreit unentwegt nach dir. Sobald ich deine Stimme höre, entgleitet mir jegliche Konzentration. Ich verliere mich so sehr in dem Moment, dass ich mich danach anstrengen muss, den Faden unseres Gesprächs wiederzufinden.
Sogar ein leises Gefühl von Eifersucht hat sich schon in mir geregt. Und das, obwohl wir uns noch nie im Leben physisch gegenüberstanden.
Und wie geht es jetzt weiter? Jetzt schenkst du mir einen Tag und zwei Stunden unserer Lebenszeit, damit wir uns endlich in die Augen blicken können. Du teilst deine wertvolle Zeit in deinem ohnehin dichten Alltag mit mir. Dafür empfinde ich eine tiefe, aufrichtige Dankbarkeit. Auch wenn die Angst und die Zweifel gerade wie eine Lawine über mir zusammenbrechen. Ich sehne mich unendlich danach, dir endlich leibhaftig gegenüberzustehen.
Das bleibt aber unter uns und wird nie ausgesprochen.










