Und an Abenden wie heute wird mir wieder schmerzlich bewusst wie sehr meine Angst mich kontrolliert.
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Und an Abenden wie heute wird mir wieder schmerzlich bewusst wie sehr meine Angst mich kontrolliert.

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Schnitt für Schnitt geht das Leben bergab...
Es ist nicht so, dass das sterben weh tut sondern dass das Leben uns mehr schmerzt.
Manischer Kreislauf
Letzte Woche wurde ich wieder daran erinnert, wie schön der Sommer doch eigentlich ist. Es waren bis zu 20 Grad, und dabei ist erst Februar. Früher gab es sowas nicht, da hat es von Oktober bis März durchgeschneit aber inzwischen schneit es ja nicht mehr. Deshalb ist der Winter auch so Öde geworden. Es gibt abgesehen von den Feierlichkeiten eigentlich nichts, worauf man sich richtig freuen könnte.
Im Januar hatte ich diese Motivationsbombe. Jeder von uns kennt dieses Neujahrsgefühl, wenn man sich einbildet, dass dieses Jahr alles so viel besser laufen wird. Ich hatte mir ganz viel vorgenommen, Sport, gesünder ernähren, mehr rausgehen, mehr mit Leuten machen, Ängste fallen lassen. Im Endeffekt ist jetzt schon März und es hat sich immer noch nicht viel getan. Alles was von der Motivation noch übrig ist, sind kleine Gedankenfetzen, die alle paar Tage mal hochkommen und schnell wieder nachlassen. Der Winter, die Leute, Termine, irgendwie hat mir alles die Laune versaut, sodass ich jetzt schon wieder hier rumsitze und vor mich hin vegetiere. Ich habe keine Lust mich da reinzusteigern, aber irgendwie geht es nicht anders.

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Höchste Höhen, tiefste Tiefen. An warmen Tagen glaub ich wirklich, dass mich alle lieben und fühl' mich als könnt ich fliegen. Dann kommt die schwarze Wolke, macht mich klein und ich will mich erschießen. Standardkrisen eines manisch Depressiven!
Prinz Pi - Schwarze Wolke
Manisch, 2017, C-Print, Diasec, from: eternal. #contemporaryphotography #art #nature #landscape #fotografie #photography #michaelkoch #contemporaryart #fineart #plants #red #artwork #eternal #manisch
Grenzlinie #4
Da fühlt man sich tagelang so, als wäre man gerade im Prozess des akuten Sterbens, weil man keine Kraft mehr hat, aufzustehen, ja sich sogar festhalten muss, um hoch zu kommen. Oder wenn man vor Leere und Kaputtheit einfach nur da sitzt und in die Luft starrt, während man nicht mal weiß, ob man gerade in Gedanken versunken ist oder völlig entleert auf den Tod wartet. Und später kann man sich einfach nicht erinnern, weil das Ganze in einer Art Parallelwelt geschah, in der man über keine Kontrolle verfügt. Und dann ist man verwirrt und kennt sich nicht mehr aus, liegt nächtelang wach, verweigert die Medikamenteneinnahme und denkt wieder an Suizid, doch weiß, dass es nicht das ist, was man selbst ist. Was einen auszeichnet. Denn wer möchte schon auf seine Krankheit reduziert werden? Ich möchte ja auch nicht auf meine Sexualität reduziert werden. Das möchte ich nicht. Ich möchte ich sein, mich selbst spüren, mich kennen. Und dann wird einem spätere Tage bewusst, wie am Boden man doch ist, oder auch nicht ist, und dann plötzlich überkommt einem die Manie, die wilde Lust, die Agilität und die pure Rücksichtslosigkeit auf die verheerenden vergangenen Tage. Und dann könnte man Bäume ausreißen, denkt auf einmal nicht mehr nach, sondern ist einfach nur am Leben. Man fühlt wieder und kann sogar sagen “Ich bin okay”, weil man unbekümmert und völlig selbstverständlich fühlt. Einfach fühlt. Und es fühlt sich gut an. Ziemlich gut. Ungewöhnlich gut. Sodass man daran denkt, nie wieder in ne Klinik gehen zu brauchen, weil es ja auf einmal “Klick” gemacht hat. Weil es funktioniert. Seit etwa 20 Minuten. Weil man Kontrolle hat. Seit etwa 20 Minuten. Oder nur das Gefühl von Kontrolle? Ist das nicht vielleicht sogar besser? Oder nicht authentisch genug?
Vielleicht schläft man dann ein und tritt am nächsten Tag völlig sorgenfrei, leichtfüßig und verändert aus dem Schlafgemach, doch vielleicht weiß man auch nicht mehr, wer man ist und kennt sich nicht mehr aus. Ja vielleicht weiß man dann einfach nicht mehr weiter und denkt sich “Fuck, was geschieht hier eigentlich?” Dann wird man wieder so schwer, sackt zu Boden und will schreien, weinen, doch zugleich lachen und schweigen, weil es unbeschreiblich schmerzhaft ist. Weil man sich nicht mehr auskennt. Sich selbst nicht mehr kennt. Keine Kontrolle hat.