Ich arbeite gerade am ersten Kapitel. Der Comic wird kapitelweise veröffentlicht. Wenn du Interesse hast, kannst du ihm gerne folgen.
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Das wird noch lange dauern, ich bin erst bei der Hälfte des ersten Kapitels des Comics. Wenn Ihnen dieser Beitrag gefällt, besuchen Sie doch mal meine Seite.
Hallo! Ich bin Leo und dieser Account ist für meinen Comic „Mental“! Ich veröffentliche die Comics immer in größeren Paketen, damit ich mehr Zeit zum Arbeiten habe. Ich gehe ja auch noch zur Schule, deshalb habe ich nicht so viel Zeit!
Ich bitte um jegliche Unterstützung! ♥️
Fühle mich fremd in dieser Welt (°ㅂ°╬)

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Title: Komisch (コーミッシュ) Author(s): Kaim Tachibana Publisher(s): Shinshokan (South) Year: 1995-2002 Volumes/Chapters: Vol. 6 Ch. 44 Main Tags: Shounen-ai | Shoujo | School Life Availability Online: not available
9. April 2025
Den Schluß der folgenden Geschichte muß ich revidieren, denn eben kam ein Anruf von einem "Institut", welches die braven Bürger zu ihrem Wahlverhalten (ganz anonym) befragen wollte.
Und ich dummes Ding habe mich reinlegen lassen!! Entgegen meiner Erfahrung habe ich wahrheitsgemäß geantwortet und JA-ICH HÄTTE ES BESSER WISSEN MÜSSEN!
Aber man ist ja auf der anderen Seite des Telefons auch cleverer geworden, denn ich wurde nicht nach meinem Alter, sondern nach meinen Jahren in einer festen Beziehung gefragt.
Und da war ich raus!!! Da kann ich jetzt meckern und krakelen und die "Alters-Diskriminierungs-Karte" ziehen. Raus ist raus!!
Umfragen
Früher, in der alten Welt gab es keine Meinungs-Umfragen, jedenfalls nicht am Telefon, weil nur wenige DDR- Bürger einen Telefon-Anschluß besaßen.
Und die Meinung des Volkes war ja auch in der DDR nicht wichtig, ansonsten gäbe es dieses Land noch.
Das änderte sich schlagartig in den frühen 90-ger Jahren.
Ich weiß nicht, wie oft das Telefon bimmelte und ein netter Mensch von irgendeinem Institut mit klangvollem Namen bei mir anrief und meine Meinung zu den verschiedensten Themen wissen wollten.
Ich bin neugierig, kontaktfreudig und recht schwatzhaft. Also ließ ich mich gern in Gespräche verwickeln und gab bereitwillig und vor allem ehrliche Auskünfte.
Völlig arglos berichtete ich über unsere Wohnsituation und gab artig meine Meinung zu Demokratie, Presse und anderen Themen zu Protokoll.
Manchmal las ich anschließend in der Zeitung (Ja, bis Mitte der Neunziger hatten wir tatsächlich noch eine Tageszeitung abboniert!), was die Meinungsforschungsinstitute so herausgefunden hatten. Meist war ich erschüttert, denn meine Meinung war völlig unterrepräsentiert. Oder es gab zu wenige Leute mit einem so gesunden Menschenverstand wie dem meinem.
Im Laufe der Jahre zweifelte ich allerdings die Richtigkeit solcher Umfragen und Statistiken an, denn das Internet war auch in unserem Haushalt zu einer der wichtigsten Informationsquellen geworden.
Die Zeitung hatte ausgedient. Sie wurde schlicht nicht mehr gebraucht, so wie früher. Es gab ja unterdessen diese tollen Müllbeutel für den Abfalleimer.
Eines Tages, es muß Anfang 2000 gewesen sein, änderte ich tief gekränkt meine Antwort-Strategie, nachdem ich zu meinen Rundfunk-Hörgewohnheiten befragt werden sollte. Der Mann am anderen Ende der Leitung wollte zuerst mein Alter wissen. Ehrlich wie ich bin, antwortete ich wahrheitsgemäß.
Die Enttäuschung des Herren war groß, weil meine Stimme doch so jung klinge. Kunststück, ich bin Sängerin. Halloooo?!?! Aber er erklärte mir flugs, dass Menschen über Vierzig aus der werberelevanten Hörer-Gruppe herausfallen. Und dann legte er auf, der Schnösel!
Ich war bis ins Mark getroffen, denn gerade MEINE Hörgewohnheiten hätten vielleicht etwas zur Veränderung der grottigen Rundfunkkultur in der Hauptstadt beigetragen!
Aber eben diese Abfuhr weckte meine Kreativität. Wart’s nur ab, Henry Higgins... dachte ich bei mir und legte mir ein Profil zu, mit dem ich garantiert die ideale Interview-Besetzung wäre.
Lange musste ich nicht warten, als das Telefon wieder klingelte, um mich nach meinen Einkaufs-Gewohnheiten zu befragen.
Ich gab an, dreiunddreißig Jahre alt zu sein und Studentin der Politikwissenschaften im 15. Semester. Beim Haushaltseinkommen stutzte die freundliche Frau am anderen Ende der Leitung. Offensichtlich schienen ihr die 3500 € etwas übertrieben. Meine Fantasie schlug Purzelbäume und ich erklärte ganz relax, monatlich sehr großzügig von meinen wohlhabenden Eltern unterstützt zu werden.
Die Umfrage war super geworden, denn ich schwärmte von all den Nobelmarken, von denen ich schon gehört hatte: Chanel, Lagerfeld, Hugo Boss und in Gedanken spazierte ich die Friedrichstraße hoch und runter und zählte alle Läden auf, in die ich noch nie reingegangen war. Niemand konnte das überprüfen!
Mein neues Profil war so brillant, dass unsere Telefonnummer danach sicher meistbietend an alle Umfrage-Institute verhökert wurde. Ich veränderte immer mal einen Parameter unwesentlich, aber es lief wirklich gut.
Mein Mann war umfrageresistent und stieß die Frager regelmäßig vor den Kopf, weil er einfach auflegte.
„So werden wir die Welt nie ändern! Wir sind doch das Volk und müssen schon sagen, wie wir fühlen, unsere Wünsche äußern und wo es langgehen soll“, kritisierte ich seine ablehnende Haltung.
Aber obwohl ich zum Wohle aller Bürger brav die vielen Fragen beantwortete, schien sich nichts zu ändern im Land.
Die Mieten stiegen jedes Jahr unerbittlich, die Zahl der zu erwartenden Rente auf den mir zugesendeten Auskunftsbögen der Rentenversicherung schrumpfte mit jedem vorläufigen Bescheid, die Fernsehprogramme wurden schlechter und langweiliger und ich immer übellauniger.
Wenn ich schon nichts wirklich bewirken konnte, wollte ich auch nicht mehr befragt werden!
Anfangs versuchte ich, die Meinungsforscher abzuwimmeln und probierte es mit dem Übervierzig-Trick, obwohl ich bereits über Fünfzig war. Aber die Statistiker blieben beharrlich und heuchelten plötzlich Interesse auch an der Meinung dieser Zielgruppe, die in den USA schon lange „Golden Oldies“ genannt werden.
Die Umfragen gingen mir allmählich auf den Keks, meine Geduld war erschöpft, aber denen ging die Luft nicht aus. Anfangs war ich noch höflich, aber als das nichts half, legte ich mir superneue Profile zu und diese funktionieren 100%-ig.
Ich verrate jetzt mal meine Geheimnisse und Tricks!
Wer nicht befragt werden möchte, dem empfehle ich - ganz nach Gusto folgende Strategien:
Melden sie sich nie mit ihrem Namen!
Ein schlichtes, eher leises „Hallo?“ genügt.
Lassen sie erst mal den Anrufer erzählen und wenn er eine Antwort erwartet, dann sagen sie nach einer langen Pause schwach, nichts verstanden zu haben, weil sie schon 94 sind. Unterbrechen sie ihn im weiteren Verlauf des Telefonates öfter mit einem netten „Wie bitte?“.
Bleibt er hartnäckig, dann teilen sie ihm sie ihm nach einer Weil mit, daß es an der Tür geklingelt hat und legen sie den Hörer neben das Telefon.
Sehen sie sich nun einfach einen schönen Film an, tragen sie den Müll raus oder bereiten sie das Mittagessen vor. Nach einer Viertel Stunde können sie den Hörer wieder auflegen.
Besonders viel Spaß macht mir persönlich die Kindernummer. Ich werde nach meinem „Halloooooo?!“ oft nach der Mama gefragt.
Je nach Lust und Laune brülle ich dann sehr laut „Maaaammmaaa!“ in den Hörer, ungefähr 5-6 mal. Schließlich erkläre ich geheimnisvoll, dass die Mama in der Badewanne ist, aber nicht mit dem Papa, und dass ich sie nicht stören darf.
Dann rufe ich fröhlich: „Tschühüss!“ und lege auf.
Als ich vor der letzten Wahl gefragt wurde, welcher Partei ich wohl meine Stimme geben wolle, erfand ich eine besonders knackiges Profil:
Ich gab vor, eine arbeitssuchende, emanzipierte, lesbische, achtundvierzigjährige Sozialwissenschaftlerin mit Kinderwunsch zu sein, die seit 10 Monaten in ihrem Einfamilienhaus auf dem Lande lebt - mit 12 jungen und sehr tüchtigen Migranten zusammen. Dieses recht persönliche Wohn-Projekt funktioniere fantastisch.
Ich teilte mit, keine Verständigungsschwierigkeiten zu haben, denn ich spreche englisch mit den gut gebildeten Syrern und Kisuaheli mit den restlichen Mitbewohnern.
Für die familiäre Unterbringung bekäme ich pro Neuankömmling monatlich 700 € und habe seitdem keine finanziellen Probleme mehr. Ich sympathisiere mit der AFD, denn die findet es ja gut, wenn Frauen zukünftig mehr für die Familie da sind!
Seit einem Jahr bin ich tatsächlich nicht mehr angerufen worden!