" The Bridge to Nowhere " // La Réunion (2024)

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" The Bridge to Nowhere " // La Réunion (2024)

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Woche 2 - MĂ€rkte und Uni
Es ist wieder Mittwoch. Jetzt bin ich schon eine Woche hier. Ich habe wieder frei und bin wie immer etwas planlos, was ich mit meiner ganzen Freizeit machen soll. Man darf immer noch nicht im Meer baden, ich habe kein Fahrrad oder Auto um mich fortzubewegen und ich weiĂ nicht, ob jemand Zeit hat, etwas mit mir zu unternehmen. Es gibt ein hippes CafĂ© in Le Port namens Origami, also entschlieĂe ich mich, einen Spaziergang dorthin zu machen. Je öfter ich die 20 Minuten in das Stadtzentrum zu FuĂ gehen, desto kĂŒrzer wirken sie auf mich. Langsam fĂŒhle ich mich auch sicherer und nicht mehr so beobachtet. Ich trinke einen Latte Macchiato, froid, avec lait vĂ©gĂ©tal. Mein Französisch ist sehr fehlerhaft, aber ich kann bestellen und bezahlen. Mein Buch das ich fast lese, ist schon bald zu Ende. Ich hoffe, ich kann irgendwo englische BĂŒcher kaufen.
Am nĂ€chsten Tag wache ich sehr frĂŒh auf. Eigentlich wache ich jeden Tag sehr frĂŒh auf. Um 6 Uhr wird es hell und auf der StraĂe vor meinem Fenster laut. Ich entscheide mich dazu, meinen Morgen zu nutzen und gehe Joggen. Solange die Sonne noch hinter den Bergen ist, ist es noch nicht zu heiĂ. Ich laufe die mir vertraute StraĂe zum Cap SacrĂ©-Coeur entlang. Nach 3 km bin ich wieder zuhause und völlig verschwitzt. Das nĂ€chste Mal laufe ich vielleicht weiter.Â
Danach geht es in die Uni. Wir haben ein Fach namens Transition environnementale. Wie kann man GebĂ€ude nachhaltig bauen und an Zyklone und hohe Temperaturen anpassen. Ich versuche, dem GesprĂ€ch zwischen unserer Lehrerin und meinen Mitstudierenden zu folgen. Das was ich verstehe, wirkt sehr banal auf mich und ich bin etwas verwirrt, warum wir nach ĂŒber zwei Jahren Studium ĂŒber Albedo und CO2 AusstoĂ reden. Danach haben wir die Aufgabe in Gruppen Referate vorzubereiten. Unser Thema ist der AuĂenbereich von HĂ€usern. Ich arbeite fĂŒr mich alleine, da die anderen auf Französisch miteinander sprechen. Ich habe langsam das GefĂŒhl, dass es fĂŒr alle nervig ist, mit mir auf englisch zu reden.
Obwohl mich die Uni etwas langweilt, vergeht meine erste Woche dort sehr schnell und es ist schon Freitag. Wieder zu frĂŒh aufwachen, zu FuĂ zur Uni, etwas verspĂ€tet dort ankommen. UnpĂŒnktlich zu sein, ist hier aber kein Problem, denn das sind alle. Auch die Lehrerin ist noch nicht da, deshalb verlassen wir das GebĂ€ude wieder und gehen auf einen Markt. Dort gibt es zwischen Palmen einen Obststand nach dem nĂ€chsten. Wir kaufen uns mit meinem Geld Avocados und DrachenfrĂŒchte. Das Obst essen wir zurĂŒck in der Uni. Ich finde die roten und weiĂen sehr lecker und nehme mir vor, öfter Obst und GemĂŒse auf MĂ€rkten zu kaufen.
Der Tag zieht sich sehr. Wir arbeiten die ganze Zeit selbststĂ€ndig an unserem Projekt. Wir sollen 3 Din A3 BlĂ€tter fĂŒr die Analyse fĂŒllen, aber meine Gruppenmitglieder wollen sehr viele PlĂ€ne zeichnen. Bei mir ist irgendwann die Luft raus und ich will eigentlich nicht mehr bleiben. Manche gehen auch schon frĂŒher oder sind nur am Handy. Aber unsere Lehrerin ist die ganze Zeit da und im Stundenplant steht, dass wir das Fach bis abends haben. Nach 9 Stunden im gleichen Raum gehen wir endlich nach Hause und das Wochenende beginnt.
Abends fahre ich mit SalomĂ© zu einer Bar in Boucan Canot. Wir trinken alkoholfreie Cocktails und unterhalten uns auf Englisch und Französisch. Zwei Mitstudierende von mir bringend mich nach Hause, da SalomĂ© bei ihrem Freund schlĂ€ft. Immer wieder bin ich erstaunt, wie nett alle sind und mich einfach so ĂŒberall mit hinnehmen.
Ich schlafe am Samstag nicht aus, denn ich will einen frĂŒhen Bus nehmen, um mich um 10 Uhr in Saint-Leu mit Zoe und Leo zu treffen. Ich laufe eine halbe Stunde zur Bushaltestelle, um nicht umsteigen zu mĂŒssen. Auf der Busfahrt lĂ€uft anfangs alles gut, ein paarmal schreit die Fahrerin etwas unverstĂ€ndliches nach hinten. Ich ignoriere Sie. Das letzte Mal hĂ€tte ich sie nicht ignorieren sollen, denn nur drei Stopps vor meinem Ziel drehen wir um, fahren auf die Autobahn und sind plötzlich bei der Endstation, die viel weiter im SĂŒden liegt, als ich sein wollte. Es ist mittlerweile halb zwölf. Ich steige aus, rufe Zoe und Leo an. Sie machen sich auf den Weg zu mir. Solange ich auf sie warte, gehe ich in einen Biosupermarkt. Eine Flasche Limonade kostet 5âŹ, ein MĂŒsliriegel 4âŹ. So viel kostet hier also gute QualitĂ€t.Â
Etwas verspĂ€tet schaffen wir es dann doch noch auf den Markt, trinken frisch gepressten Saft, bummeln und essen Samoussas. In einem Restaurant essen wir Burger und Bowls, dann gehts in den nĂ€chsten Ort auf ein Eis und noch nach Le Port fĂŒr ein GetrĂ€nk. Le Farniente.
In den nĂ€chsten Morgen starte ich wieder mit einem Markt, dieses Mal in lâHermitage und mit der Uni Freundesgruppe meiner Mitbewohnerin. Eigentlich sollte es eine Ăberraschungsgeburtstagsfeier fĂŒr Maya sein, aber die ist mĂŒde und ist deshalb nicht dabei. Nachdem sich die HĂ€lfte von uns eine Schale voller StĂŒcke Obst gekauft hat, fahren wir an den Strand. Es ist erst neun Uhr morgens, deshalb ist es in der Sonne noch sehr angenehm. Ich gehe zum ersten Mal auf der Insel ins Meer. Das Wasser ist warm, aber angenehm. Am Strand plaudere ich mit meinen Mitstudierenden, aber nach einer Stunde fahren wir schon wieder, da unser Fahrer Enzo nach Hause will. Ich bin etwas enttĂ€uscht, da ich mich auf einen ganzen Strandtag eingestellt habe, aber so lĂ€uft das mit Fahrgemeinschaften und ich bin einfach nur froh, dass ich mitgenommen werde.
Um meine frisch gewonnene Meeressehnsucht zu befriedigen, treffe ich mich nachmittags wieder mit Zoe und Leo. Dieses Mal fahre ich selbst. SalomĂ© hat mir angeboten, ihr Auto zu nehmen. Ich habe die ganze Zeit Angst, die StraĂenregeln zu missachten oder das Auto kaputt zu machen, aber ich komme gut am Strand an. Leider können wir wieder nur kurz am Strand liegen, da es plötzlich anfĂ€ngt, sehr stark zu regnen. Wir packen unsere Taschen und gehen zu einem Cafe. Nach einer Portion Pommes machen wir uns auf den Weg in den SĂŒden zur Bar BDF in lâEtag-SalĂ©. Dort Essen wir Pizza, tanzen und schauen einer Trommelband mit Afrikanischer Musik zu.
Am Montag habe ich wieder Uni. Ich nehme an einem Fach namens SociĂ©tĂ© et Architecture teil. Es ist sehr interessant, da es mich stark an meine Soziologievorlesungen in Stuttgart erinnert. Doch leider verstehe ich nur wenig von dem Gesprochenem und versuch anhand der PowerPoint das Besprochene nachvollziehen zu können. Die Lehrerin sagt mir, ich könne die Klausur am Ende auf Englisch schreiben. Trotzdem bin ich mir unsicher, ob ich den Stoff dafĂŒr verstehen werde. Ich ĂŒberlege immer stĂ€rker, das Studium so minimal wie möglich zu gestalten und nur die allernötigsten Kurse zu wĂ€hlen. Das wĂŒrde dieses Fach nicht beinhalten.
Am Nachmittag haben wir die zweite und letzte Stunde des Fachs Transition environnementale. Wir prÀsentieren unser Referat. Ich habe mir meinen Text mit ChatGPT auf Französisch vorbereitet. Unter dem Vorlesen merke ich, dass plötzlich alle ihre leisen GesprÀche eingestellt haben um mir zuzuhören. Nachdem ich fertig bin, klatschen alle. Mich französisch sprechen zu hören, hat wohl niemand erwartet.
Am nĂ€chsten Tag bin ich wieder nur in der Uni. Wir arbeiten aber selbststĂ€ndig und ich finde das Arbeitsklima sehr angenehm. Ich verbringe zwar meine Mittagspause alleine und rede nur mit meiner Gruppe, fĂŒhle mich aber trotzdem sehr wohl und aufgehoben.
Dieses positive GefĂŒhl kann ich nach den ersten Wochen neben der Uni auch fĂŒr meine Unterkunft und le Port sagen. Ich fĂŒhle mich zuhause und nicht mehr unwohl. Gerade sind meine Eltern im Flugzeug auf dem Weg zu mir, morgen kommen sie an. Ich freue mich sehr, sie zu sehen und mit Ihnen die Insel zu erkunden.
Bassin Bleu à Sainte-Anne, La Réunion, 1960-70.
Sous les Filaos sur la plage de lâermitage Ă La RĂ©union
Le royaume des abysses dévoile sa bande annonce. https://www.cine974.com/actu-cine/le-royaume-des-abysses-devoile-sa-bande-annonce/5282/?utm_source=dlvr.it&utm_medium=tumblr

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Lawrence Ravail - La Réunion 12.20
3/4
www.chymer.com