Wenn Sie in einer ungewohnten Umgebung schlafen, erholt sich nur die Hälfte Ihres Gehirns!
"Die linke Seite scheint wacher zu sein als die rechte", sagt Yuka Sasaki, auĂerordentlicher Professor fĂźr Kognitions-, Sprach- und Psychologiewissenschaften an der Brown University.
Das Ergebnis, das in der Zeitschrift Current Biology verÜffentlicht wurde, hilft zu erklären, warum sich Menschen nach dem Schlafen an einem neuen Ort mßde fßhlen. Und es deutet darauf hin, dass Menschen etwas mit VÜgeln und Meeressäugern gemeinsam haben...
Den "First-Night-Effekt" entdeckten die Schlafforscher bereits vor Jahrzehnten, als sie begannen, Menschen in Schlaflabors zu untersuchen. In der ersten Nacht (in einem Labor) ist der Schlaf einer Person normalerweise so schlecht, dass die Forscher dieser Daten meist gar nicht in ihren Analysen berĂźcksichtigen.
Sasaki aber wollte wissen, was genau während dieser ersten Nacht im Gehirn vor sich geht. So untersuchten sie und ein Team von Forschern die Gehirnwellenmuster von 35 Studenten der Brown University.
Von besonderm Interesse war dabei die sogenannte Delta Aktivität, also lange Wellenmuster, die im Tiefschlaf auftreten.
Sie fanden heraus, dass in der ersten Nacht im Labor die Aktivität der langsamen Wellen in bestimmten Bereichen der rechten Hemisphäre grĂśĂer war als in den entsprechenden Bereichen der linken Hemisphäre.
Nach der ersten Nacht jedoch verschwand dieser Unterschied.
Um zu bestätigen, dass die linke Seite des Gehirns wirklich wacher war, fßhrte das Team zwei weitere Experimente durch:
Zuerst lieĂen sie die schlafenden Studenten einen sich wiederholenden Standardton hĂśren, gefolgt von einem einzelnen Ton einer anderen TonhĂśhe. Wenn jemand wach ist oder nur leicht schläft, reagiert das Gehirn auf diesen abweichenden Ton. Und das Gehirn der Studenten reagierte - aber nur auf der linken Seite.
Dann spielten die Forscher ein Geräusch, das laut genug war, um jemanden zu wecken, der nur leicht schlief. Und sie fanden heraus, dass die Studenten schneller aufwachten, wenn der Ton in das rechte Ohr gespielt wurde, das mit der linken Seite des Gehirns verbunden ist.
Die Fähigkeit, nur eine Seite des Gehirns auszuruhen, wurde noch nie zuvor bei Menschen nachgewiesen, sagt Niels Rattenborg, Leiter der Vogelschlafgruppe am Max-Planck-Institut fßr Ornithologie in Seewiesen, Deutschland.
"Wir wissen seit geraumer Zeit, dass einige Meeressäuger wie Delfine [...] sowie viele VÜgel mit jeweils einer Hälfte des Gehirns schlafen kÜnnen", so Rattenborg.
Vor einigen Jahren fßhrte Rattenborg ein Experiment mit Enten durch, das mindestens eine MÜglichkeit nahelegt, wie der Tiefschlaf von nur einer Hirnhälfte einen evolutionären Vorteil bringt. Das Experiment bestand im Wesentlichen darin, Enten in eine Reihe anzuordnen und ihnen beim Schlafen zuzusehen.
Rattenborg fand heraus, dass Enten mit einem einem Artgenossen auf beiden Seiten ihr gesamtes Gehirn in den Schlaf versetzen und beide Augen geschlossen halten. "Bei den Enten am Ende der Reihe schlief jedoch nur eine Hälfte des Gehirns", sagt er. "Ein Auge blieb offen und dieses richteten sie von den anderen Enten weg, als ob sie nach sich nähernden Raubtieren Ausschau halten wßrden."
Auch bei Meeressäugern lässt sich dieses Phänomen beobachten...
FĂźr Delphine ist es wichtig regelmäĂig an der Oberfläche Sauerstoff aufzunehmen, zudem schlafen sie oft an neuen Orten und obendrein sind ihre Feinde Ăźberwiegend nachtaktiv. Da Delphine aber ein sehr hoch entwickeltes Gehirn haben, entwickelten Sie eine Strategie um beide Hirnhälfte (wenn auch nacheinander) eine Ruhepause zu ermĂśglichen.
So schlafen Sie oft nebeneinander und tauschen die Position, sodass jedes Tier mal die eine und mal die andere Hirnhälfte ausruhen kann.
"Raubtiere sind zwar heutzutage kein groĂes Problem mehr fĂźr uns Menschen. Aber das menschliche Gehirn wurde in einer Zeit geformt, in der die Nächte dunkel und voller Schrecken waren." sagt Rattenborg.
Quelle
No wonder we don't feel rested after a first night in a new place: Half of our brain has stayed alert while the other half enjoyed deeper sl














