Ich habe ein neues Fitnessarmband. Es zĂ€hlt die tĂ€glichen Schritte und kann auĂer der aktuellen Pulsfrequenz auch den Blutdruck und die SauerstoffsĂ€ttigung im Blut anzeigen. In der zum Armband gehörenden App wird die Schlafdauer und der Anteil von REM-Schlaf, Tiefschlaf und leichtem Schlaf angezeigt. Das Band und die App können ja viel behaupten. Wie kommen sie ĂŒberhaupt darauf? Internetrecherchen ergeben, dass bestimmte Schlafphasen mit typischen Variationen der Pulsfrequenz einher gehen.
Am Abend kucke ich auf dem Sofa liegend fern, es ist nicht sonderlich spannend, ich nicke ein. Hinterher zeigt die App, dass ich 13 Minuten geschlafen habe. Anhand der Pulsfrequenz hat die App also den Zustand âwach und rĂŒhrlos auf dem Sofa liegenâ von âschlafend rĂŒhrlos auf dem Sofa liegenâ unterscheiden können.
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Wenn Sie in einer ungewohnten Umgebung schlafen, erholt sich nur die HĂ€lfte Ihres Gehirns!
"Die linke Seite scheint wacher zu sein als die rechte", sagt Yuka Sasaki, auĂerordentlicher Professor fĂŒr Kognitions-, Sprach- und Psychologiewissenschaften an der Brown University.
Das Ergebnis, das in der Zeitschrift Current Biology veröffentlicht wurde, hilft zu erklĂ€ren, warum sich Menschen nach dem Schlafen an einem neuen Ort mĂŒde fĂŒhlen. Und es deutet darauf hin, dass Menschen etwas mit Vögeln und MeeressĂ€ugern gemeinsam haben...
Den "First-Night-Effekt" entdeckten die Schlafforscher bereits vor Jahrzehnten, als sie begannen, Menschen in Schlaflabors zu untersuchen. In der ersten Nacht (in einem Labor) ist der Schlaf einer Person normalerweise so schlecht, dass die Forscher dieser Daten meist gar nicht in ihren Analysen berĂŒcksichtigen.
Sasaki aber wollte wissen, was genau wÀhrend dieser ersten Nacht im Gehirn vor sich geht. So untersuchten sie und ein Team von Forschern die Gehirnwellenmuster von 35 Studenten der Brown University.
Von besonderm Interesse war dabei die sogenannte Delta AktivitÀt, also lange Wellenmuster, die im Tiefschlaf auftreten.
Sie fanden heraus, dass in der ersten Nacht im Labor die AktivitĂ€t der langsamen Wellen in bestimmten Bereichen der rechten HemisphĂ€re gröĂer war als in den entsprechenden Bereichen der linken HemisphĂ€re.
Nach der ersten Nacht jedoch verschwand dieser Unterschied.
Um zu bestĂ€tigen, dass die linke Seite des Gehirns wirklich wacher war, fĂŒhrte das Team zwei weitere Experimente durch:
Zuerst lieĂen sie die schlafenden Studenten einen sich wiederholenden Standardton hören, gefolgt von einem einzelnen Ton einer anderen Tonhöhe. Wenn jemand wach ist oder nur leicht schlĂ€ft, reagiert das Gehirn auf diesen abweichenden Ton. Und das Gehirn der Studenten reagierte - aber nur auf der linken Seite.
Dann spielten die Forscher ein GerÀusch, das laut genug war, um jemanden zu wecken, der nur leicht schlief. Und sie fanden heraus, dass die Studenten schneller aufwachten, wenn der Ton in das rechte Ohr gespielt wurde, das mit der linken Seite des Gehirns verbunden ist.
Die FĂ€higkeit, nur eine Seite des Gehirns auszuruhen, wurde noch nie zuvor bei Menschen nachgewiesen, sagt Niels Rattenborg, Leiter der Vogelschlafgruppe am Max-Planck-Institut fĂŒr Ornithologie in Seewiesen, Deutschland.
"Wir wissen seit geraumer Zeit, dass einige MeeressÀuger wie Delfine [...] sowie viele Vögel mit jeweils einer HÀlfte des Gehirns schlafen können", so Rattenborg.
Vor einigen Jahren fĂŒhrte Rattenborg ein Experiment mit Enten durch, das mindestens eine Möglichkeit nahelegt, wie der Tiefschlaf von nur einer HirnhĂ€lfte einen evolutionĂ€ren Vorteil bringt. Das Experiment bestand im Wesentlichen darin, Enten in eine Reihe anzuordnen und ihnen beim Schlafen zuzusehen.
Rattenborg fand heraus, dass Enten mit einem einem Artgenossen auf beiden Seiten ihr gesamtes Gehirn in den Schlaf versetzen und beide Augen geschlossen halten. "Bei den Enten am Ende der Reihe schlief jedoch nur eine HĂ€lfte des Gehirns", sagt er. "Ein Auge blieb offen und dieses richteten sie von den anderen Enten weg, als ob sie nach sich nĂ€hernden Raubtieren Ausschau halten wĂŒrden."
Auch bei MeeressÀugern lÀsst sich dieses PhÀnomen beobachten...
FĂŒr Delphine ist es wichtig regelmĂ€Ăig an der OberflĂ€che Sauerstoff aufzunehmen, zudem schlafen sie oft an neuen Orten und obendrein sind ihre Feinde ĂŒberwiegend nachtaktiv. Da Delphine aber ein sehr hoch entwickeltes Gehirn haben, entwickelten Sie eine Strategie um beide HirnhĂ€lfte (wenn auch nacheinander) eine Ruhepause zu ermöglichen.
So schlafen Sie oft nebeneinander und tauschen die Position, sodass jedes Tier mal die eine und mal die andere HirnhÀlfte ausruhen kann.
"Raubtiere sind zwar heutzutage kein groĂes Problem mehr fĂŒr uns Menschen. Aber das menschliche Gehirn wurde in einer Zeit geformt, in der die NĂ€chte dunkel und voller Schrecken waren." sagt Rattenborg.
Quelle
No wonder we don't feel rested after a first night in a new place: Half of our brain has stayed alert while the other half enjoyed deeper sl
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Ein guter und tiefer Schlaf mit ausreichend langen Tiefschlafphasen kann dabei helfen, Alzheimer vorzubeugen. âEine gesunde Lebensweise kann den Verlauf von Demenz positiv beeinflussen und zu mehr LebensqualitĂ€t bei Patienten fĂŒhrenâ, sagt Prof. Dr. Ulrich Sprick, Chefarzt am Memory Zentrum, dem Demenz-Kompetenzzentrum in Neuss. âGenauso wie ausreichend Bewegung an der frischen Luft, befriedigende soziale Kontakte und Hobbys vorbeugend auf die neurodegenerative Erkrankung wirken, schafft dies auch gesunder Schlaf.â
Vor allem dem normalen Tiefschlaf, einer Schlafphase mit hoher regenerativer QualitĂ€t â wird eine besondere Bedeutung bei der Vorbeugung von psychiatrischen und neurodegenerativen Erkrankungen unterstellt. Ist der Tiefschlaf ĂŒber sehr lange ZeitrĂ€ume hinweg immer wieder gestört, kann das sogar die Entstehung von Alzheimer begĂŒnstigen.
Eine US-Studie gibt Hinweise, dass der Einsatz des Schlafmittels Trazodon wichtige Tiefschlafphasen fördert â und Demenzpatienten davon profitieren
Demenz ist eine Erkrankung, die sich ĂŒber viele Jahre anbahnt. Wenn Zellen im Gehirn absterben, kann dieser Verlust eine ganze Zeit lang kompensiert werden. Was Wissenschaftlern aufgefallen ist: Bevor die Diagnose Demenz gestellt wird, hatten viele Betroffene ĂŒber Schlafstörungen geklagt. In verschiedenen Studien wurde bereits gezeigt, dass zwischen Schlaf und Anzeichen fĂŒr eine Demenzerkrankung wie eine Anreicherung von Beta-Amyloid und EinschrĂ€nkungen der Denkleistung ein Zusammenhang besteht.
Besonders fiel in manchen Studien die Bedeutung bestimmter Schlafphasen auf. In diesen langsam-wellig (slow wave) genannten Phasen schlĂ€ft man besonders tief. Fehlen diese Schlafphasen oder werden sie unterbrochen, ist der Schlaf bereits kurzfristig weniger erholsam. Die entscheidende Frage war nun, ob Schlafmittel eine Option sein könnten â konkret das Mittel Trazodon, das den Schlaf und speziell die Slow-wave-Phase des Schlafs fördern kann â, lĂ€ngerfristig einem Abbau der Denkleistung entgegenzutreten. Das Deutsche Gesundheitsportal bringt die Studie von amerikanischen Wissenschaftern in den Fokus und beantwortet die Frage, ob gesunder Schlaf das Gehirn vor SchĂ€den schĂŒtzen kann.