Strip Poker war ein eher schlichtes Computerspiel, bei dem man gegen Frauen Poker spielte, genauer gesagt gegen die Bilder von Frauen, und immer, wenn man eine Runde gewann, zog die Frau ein Kleidungsstück aus. Wenn man verlor, zog sie sich wieder an. Es war ein sehr sehr nerviger Weg zu einem Bild von einer barbusigen Frau, aber wir hatten ja damals nichts. Man konnte nicht einfach “barbusige Frau” googeln (was zum Zeitpunkt des Aufschreibens 2017 übrigens auch keine besonders erfüllende Googlesuche ist).
Jedenfalls wollte ich nicht jedesmal warten, bis ich fünf Runden im Poker gewonnen hatte – mehr Kleidungsstücke musste man nie wegpokern. Ich wollte sofort die nackten Frauen sehen, der Vorgang des Ausziehens war mir egal. Sowohl Bilder als auch Programm lagen in Binärformat vor, in großen Datenklumpen, man konnte also nicht so einfach die Bilder woanders hinkopieren. Screenshotten war auch noch nicht erfunden, oder ich wusste nicht, wie es ging. Und das Spiel lief auf einer Diskette und übernahm den gesamten Computer. Die Lösung: Ich lud die Datenklumpen in meinen Debugger für Assemblerprogramme, ein Hex-Editor, mit dem man direkt an der Quelle herummanipulieren konnte. Und dann dauerte es sicher auch nur ein paar Wochen, um herauszufinden, welcher Klumpen welchem Bild entspricht, und die Adressen im Programm so umzudrehen, dass die Frau am Anfang nackt ist und sich dann sukzessive anzieht, statt umgedreht.