POLYGLOTT UND ERFINDER VON GEHEIMSPRACHEN
Dazu der Lyriker Jan Wagner:
Es gibt ja diese eigentlich anrührende Szene des Jungen, des Kindes Stefan George, der im Schilf sitzt, im Schilfpalast, wie er es nennt. In diesem Text über Mallarmé sagt er: Jeder Dichter wünscht, eine Geheimsprache zu erschaffen, oder eine Sprache, die die unheilige Menge eben nicht kennt. Und George als Kind entwirft eine Geheimsprache, das ist ein ungeheuer faszinierender Aspekt, eine Geheimsprache, in die er sogar den ersten Gesang der Odyssee übersetzt. Es gibt ein Gedicht von ihm, wo er das Kind im Schilfpalaste beschreibt, das da sitzt und eine eigene Sprache formt, und dieses Gedicht endet mit zwei Zeilen in dieser Geheimsprache.
Süss und befeuernd wie Attikas choros Über die hügel und inseln klang: CO BESOSO PASOJE PTOROS CO ES ON HAMA PASOJE BOAÑ
Ich glaub, ein paar Leute aus seinem Kreis haben irgendwann alles vernichtet, was Rückschlüsse bieten könnte auf diese Geheimsprache. Aber es hat sie gegeben, und das ist faszinierend, dass George, das Kind George, einsam, ohne Jünger, in diesem Schilf sitzt bei Bingen, und eine Geheimsprache entwirft.
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