Geld fĂźr eine Serie ausgeben ist irgendwie immer noch nicht viel leichter geworden
Seit heute gibt es "Murderbot" von Martha Wells als Serie, wie ich bei Mastodon erfahre (alle vorangegangenen AnkĂźndigungen habe ich verpasst). Ich will die Serie sehen, weil ich alle Bände mehrmals gelesen habe. Aleks will sie sehen, weil er den Murderbot-Darsteller Alexander Skarsgard aus "Generation Kill" liebt. Wir wĂźrden beide gern fĂźr die Staffel oder einzelne Folgen bezahlen. Das geht aber nicht, man muss ein Apple-TV-Abo abschlieĂen (1 Woche gratis, danach 9,99 im Monat).
"Mach du das mal", bitte ich Aleks, denn er hat ein Macbook, da geht das sicher besser. Aber die Sache zieht sich hin, so dass ich währenddessen erforsche, wie es bei mir ginge.
Die Antwort ist: gar nicht, weil ich aus historischen GrĂźnden mit einem US-Account bei Apple angemeldet bin, der nichts von meiner deutschen Kreditkarte weiĂ. Ich mĂźsste erst meinen Account nach Deutschland umziehen. Das geht aber nicht, mit einer Fehlermeldung, die ungefähr "es kĂśnnte hieran liegen oder daran oder an sieben weiteren Dingen" lautet.
Inzwischen ist Aleks etwas weiter gekommen, aber nicht viel: In Chrome auf dem Macbook verschwindet die Abonnieraufforderung auch nach dem Abonnieren nicht, und die Serie lässt sich nicht starten. In Safari geht es dann, stßrzt aber reproduzierbar nach dem ersten Werbespot (der vor dem Anfang der Folge kommt) mit einer Fehlermeldung ab.
Ich lese den Techniktagebuchbeitrag von Alina Smithee Ăźber illegales Streaming fĂźr Ahnungslose, betrachte die Links im Wikipediaeintrag "Bittorrent" und verbringe etwas Zeit im "Piracy"-Subreddit. Die meisten Links von dort funktionieren Ăźberhaupt nicht, manche ein bisschen. Wir kĂśnnten die Serie in einem etwa postkartengroĂen Fenster gucken, und bei jeder Bewegung, also wenn ich den Film starten oder pausieren oder die Lautstärke ändern will, Ăśffnen sich Werbefenster fĂźr Kryptowährungen oder Aliexpress. (Das liegt nur an meiner Ahnungslosigkeit, es gibt sicher viel besser funktionierende MĂśglichkeiten, ich weiĂ nur nicht, wo.)
Aleks versucht währenddessen wßtend, sein 1-Woche-Gratis-Abo wieder zu kßndigen. Das scheitert mit der Fehlermeldung, eine Kßndigung sei nur mÜglich, wenn mindestens eine Abbuchung stattgefunden habe. (Am nächsten Tag klappt es dann doch noch mit der Kßndigung. Die Fehlermeldung ist nur irrefßhrend.)
Am Ende lege ich einen ganz neuen Apple-Account an mit meiner deutschen Kreditkarte und schlieĂe das 1-Woche-Gratis-oder-auch-nicht-Abo ab. Danach geht es in Firefox immer noch nicht (auf die gleiche Art wie bei Aleks: die Abo-Aufforderung bleibt), aber in Chromium geht es endlich. Bis zu diesem Punkt haben wir eine Stunde gebraucht.
Was lustig ist, weil Aleks, bei dem es nicht geht, einen Apple-Laptop hat und ich einen Framework-Laptop, auf dem Linux läuft. Es ist auch lustig, weil Murderbot gleich in der ersten Folge von seiner eigenen umfangreichen Serien-Piracy berichtet.
Aus der Techniktagebuchredaktion erfahre ich später, dass es inzwischen wohl unßblich und vielleicht gar nicht mehr vorgesehen ist, zum Gucken von Apple TV den Browser zu benutzen. Aber ein Extragerät nur fßr das Ansehen von Filmen gibt es in diesem Haushalt nicht. Auf dem Macbook von Aleks ist auch keine Apple-TV-App vorinstalliert, wie das bei neueren Geräten der Fall zu sein scheint, denn dafßr ist es zu alt (von 2020).