Schlechte Flughafentechnik verzögert meine RĂŒckkehr ins eigene Bett
Aus LebensverlĂ€ngerungsgrĂŒnden bin ich grundsĂ€tzlich zwei Stunden vor Abflugzeit am Flughafen, heute sind es umstĂ€ndehalber sogar drei. Als die Abflugzeit nĂ€herrĂŒckt, entnehme ich einer Anzeigetafel das Gate, von dem mein Ryanairflug abfliegen soll. Das sieht ungefĂ€hr so aus:
Ich habe die Anzeigetafelkonstruktion schon bei der Ankunft vor ein paar Tagen fotografiert, weil ich es interessant fand, dass hier vier Flachdisplays von halbwegs zeitgemĂ€Ăer GröĂe kombiniert wurden, von denen zwei Werbung zeigen, wĂ€hrend oben eine traditionelle LED-Laufschrift scrollt. Die Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen!
Die Halle mit den Gates ist nicht auf gute Akustik optimiert, alle Durchsagen lauten:Â âLadies and gentlemen, BORBEL GNABORBEL your flight SCHNORBORBEL FLORBEL BONGDIBONGâ. Ich achte also nicht auf die Durchsagen und gehe stattdessen hin und wieder zur Anzeigetafel, um dort nachzusehen. Mein Flug wird zu einem anderen Gate in derselben Halle verlegt. Dann noch mal zu einem anderen. Dann zu einem ein paar Minuten FuĂweg entfernten Gate in einem anderen Teil des Terminals.
Anderthalb Stunden spĂ€ter als geplant boarden wir schlieĂlich. Die Passagiere vor mir schimpfen auf ungebĂŒhrliche Weise mit der armen Frau am Gate, nur weil sich der Abflug ein bisschen verspĂ€tet hat. Ich strahle sie mit der Superkraft der ImmerzufrĂŒhdaen und deshalb Ungestressten an, sage âÂĄHola!â und lege mein Handy mit dem Bordkarten-QR-Code auf den Scanner. Der Scanner piepst und blinkt rot. Ich betrachte noch mal die Angaben zum Flug, die eindeutig die des RĂŒckflugs und nicht etwa des Hinflugs sind. âThis is a Ryanair ticketâ, sagt die Kontrolleurin. âYes it isâ, sage ich verwirrt, was soll es denn auch sonst sein. âBut this is a Eurowings flightâ, sagt sie.
Es ist jetzt 17:30. Der Eurowings-Flug nach Berlin hÀtte eigentlich um 14:10 abfliegen sollen. Durch die VerspÀtung und die diversen Gate-Verlegungen muss ich irgendwann von der Ryanair-Schlange in die Eurowings-Schlange geraten sein. VerspÀtet hat sich hier heute einiges, was eventuell damit zu tun hat, dass am Flughafen Hamburg der Strom ausgefallen ist. In den Schlangen grummeln viele Passagiere, die nach Hamburg wollten oder auf ein Flugzeug warten, das von dort hÀtte kommen sollen.
Die Fluggesellschaft wird am Gate eher klein angezeigt, nicht komplett unmöglich, sie zu ĂŒbersehen:
Auf gut GlĂŒck gehe ich zurĂŒck zum allerersten Gate. Es ist zwar geschlossen, aber dort stehen um die 15 Passagiere und zetern auf das Gatepersonal ein. Es ist von Berlin die Rede, also nehme ich an, dass ihnen dasselbe passiert ist wie mir, stelle mich dazu und zetere solidarisch mit. Unser Ryanair-Flugzeug ist nĂ€mlich noch da, man kann es drauĂen sehen. Sie dĂŒrfen uns nur nicht mehr hineinlassen.
AllmĂ€hlich stellt sich heraus, dass die anderen Passagiere ein ganz anderes Problem hatten als ich: Der Flug ist vom ersten Gate nur bis zum direkt danebenliegenden gewandert und um anderthalb Stunden verschoben worden. Das stand aber nirgends: Weder an dem Display ĂŒber dem Gate noch auf den Anzeigetafeln. Dort war die ganze Zeit nur âgate changedâ zu lesen.â Einzige Quelle fĂŒr die Information, dass der Flug hier zu finden sein könnte, waren die Durchsagen.
NatĂŒrlich bleibt unser vielstimmiges Gezeter ergebnislos, das GepĂ€ck der anderen ZurĂŒckgelassenen wird wieder ausgeladen. Ryanair erklĂ€rt sich fĂŒr unzustĂ€ndig, weil die Anzeigetafeln Sache des Flughafens sind. Die zustĂ€ndige Flughafenperson erklĂ€rt sich fĂŒr unzustĂ€ndig, weil sie die Details weder kennt noch erfahren will und ĂŒberhaupt findet, dass Passagiere besser aufpassen sollten. (Sie tut das auf Spanisch, meine Inhaltsangabe ist aus ihrem Gesichtsausdruck ĂŒbersetzt.)
Ich fliege 28 Stunden spĂ€ter als geplant zurĂŒck, diesmal mit Easyjet. Der Flug ist zwar auch wieder verspĂ€tet und wird an ein anderes Gate verlegt und die diesbezĂŒglichen Durchsagen sind unverstĂ€ndlich. Das macht aber nichts, weil Easyjet eine vernĂŒnftige App hat: