Die Hamburger BuchDruckKunst Messe findet in der 21. Auflage statt. Eine Vielzahl von Künstler:innen und Editionen zeigen ihre außergewöhnlichen Werke auf der Messe, die im deutschsprachigen Raum die größte und bekannteste Verkaufs-Messe für Buchkunst und Druckgrafik ist. Die BuchDruckKunst 2026 bietet Besucher:innen das gesamte Spektrum rund um das künstlerisch hochwertige Buch. Die 3 Topics der…
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Druckgrafik aus: Halle an der Saale vom 09.04. bis 06.06.2026
65 beteiligte Künstlerinnen und Künstler, 4 Ausstellungen, 1 Katalog – das sind die Eckdaten des Ausstellungsprojektes „Druckgrafik aus Halle an der Saale“, das der Kunstverein jetzt zum sechsten Mal ausrichtet. Seit 1996 wurden in regelmäßigen Abständen immer wieder Mitglieder des Kunstvereins sowie in Halle (Saale) und Umgebung ansässige Kunstschaffende eingeladen, sich mit einer aktuellen…
Artist Talk: Merete de Kruyf und ihre vielschichtigen Bilderwelten
Liebe Merete, herzlich willkommen und wie wunderbar, dass du an meinem ersten Artist Talk im neuen Jahr 2026 teilnimmst und den Lesern wie auch mir einige Fragen zu deiner Kunst und deinem Werdegang beantwortest. Kannst du dich bitte kurz vorstellen? Erzähle doch ein wenig, wie du zur Kunst gekommen bist. Gab es z.B. ein besonderes Ereignis, das den Ausschlag dafür gegeben hat, um die…
Next Season: Magdeburg vom 22. 06. bis 05. 09. 2021
Next Season: Magdeburg vom 22. 06. bis 05. 09. 2021
Auf den ersten Blick scheinen die in der Ausstellung “Next Season” gezeigten Arbeiten nichts gemeinsam zu haben: verschiedene Techniken, Materialien, Zugänge. Lässt man sich intensiver auf die Arbeiten von Nora Mona Bach, Linda Grüneberg, Johannes Nagel, Hanna Sass und Ulrike Zabel ein, so offenbaren sich plötzlich ungeahnte Verbindungen. Zunächst: Fast alle ausgestellten Werke sind dem Ankauf…
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Aus der Studierstube: Zum Kriegsende heute vor 75 Jahren präsentiert Stefanie Steinmann Linolschnitte des Pazifisten Meinrad Peier
Aus der Studierstube
Nachlassaufarbeitung Meinrad Peier, Teil 3
2018 durfte das Kunstmuseum Olten den Nachlass des politisch engagierten Linol- und Holzschneiders Meinrad Peier (1903–1964) aus Lostorf bei Olten als Geschenk seines Sohnes entgegennehmen. Dank einer die Schenkung ergänzenden finanziellen Unterstützung kann der kunst- und kulturhistorisch interessante Bestand aktuell von einer jungen Kunsthistorikerin erschlossen werden.
In einer mehrteiligen Serie gibt Stefanie Steinmann Einblick in diese Arbeit und stellt KĂĽnstler und Werk vor, aus aktuellem Anlass, dem heutigen TAG DER BEFREIUNG, widmet sie sich Peiers Bildern von Krieg und FlĂĽchtlingselend:
Meinrad Peier – NIE WIEDER KRIEG
Heute vor 75 Jahren, am 8. Mai 1945, endete der Zweite Weltkrieg mit der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands. Als die Waffen endlich schwiegen, waren mehr als 60 Millionen Menschen tot. Sie waren gefallen an der Front, verbrannt in Bombennächten, gestorben an Hunger, Kälte und Gewalt oder in Konzentrationslagern ermordet. Die Schweiz konnte sich war einer Invasion entziehen, aber Wirtschaft, Gesellschaft und Zeitgeschehen waren dennoch stark vom Krieg betroffen.
Die sozialdemokratische Partei begann angesichts der immer stärker sichtbaren Folgen der Nazidiktatur ihr Programm weiterzuentwickeln: sie strich das Ziel der «Diktatur des Proletariats» und begann die Frage der militärischen Landesverteidigung neu zu diskutieren.
Die Delegierten der SP des Kantons Solothurn beschäftigten sich an drei Parteitagen 1933/34 mit den Programmänderungen. Die Genossen hatten kein Problem mit der Streichung des Ziels der «Diktatur des Proletariats», aber mit der plötzlich positiveren Bewertung der Landesverteidigung taten sie sich schwer. Regierungsrat Jacques Schmid (1882–1960) unterstützte den Kurswechsel hin zur Landesverteidigung, da ihm dies aber von radikalen Genossen übelgenommen wurde, argumentierte er auf der Linie der Gewerkschaften, die sich bereits zuvor dazu bekannt haben.
Jacques Schmid hatte vor seiner Karriere als Regierungs- und Nationalrat von 1911–1931 als Redaktor bei der «Neuen Freien Zeitung» (ab 1920 «Das Volk») in Olten den politischen Kurs dieses Blattes mitgeprägt. «Das Volk» war vorerst radikal pazifistisch und blieb auch während der Kriegsjahre kritisch gegenüber der Schweizer Militärpolitik. Dies führte denn auch dazu, dass das Territorialkommando 4, das für die Zensur der Oltner Blätter verantwortlich war, immer wieder einzelne Artikel beanstandete und sogar mit der Einführung einer Vorzensur drohte.
Der Holz- und Linolschneider und Sozialdemokrat Meinrad Peier (1903–1964) wurde 1926 zum eigentlich Hauskünstler der Genossenschaftsdruckerei (GDO) in Olten und arbeitete auch regelmässig für «Das Volk». In den Kriegsjahren schuf Peier eindrückliche Illustrationen, welche das Leiden der Bevölkerung zeigen (Abb. 2–5). Der Künstler stellte überforderte und verwundete Soldaten dar, er porträtierte aber auch die Hinterbliebenen, die Frauen und Kinder, mit Tränen in den Augen. Gleichzeitig karikierte er auch Kriegstreiber wie Göring und Goebbels, welche – wie Kinder – mit Waffen spielen und sich lieber mit ihren Medaillen brüsten, anstatt sich um die grossen Probleme der Menschen zu kümmern (Abb. 7&8). Die Darstellungen sind äusserst ausdruckstark und stellen einen Spiegel der Zeit dar. Sie haben zweifelsohne aufgewühlt und zur Sensibilisierung der Bevölkerung beigetragen.
Im Zweiten Weltkrieg kritisierten die Sozialdemokraten die aus ihrer Sicht skandalöse Flüchtlingspolitik der Schweiz, wurden doch unter dem Motto «Das Boot ist voll» viele Menschen an der Grenze zurück in ihr Heimatland und damit in den sicheren Tod geschickt. In einer grossen Flüchtlingsdebatte im Nationalrat im Jahr 1942 unterstützten die bürgerlichen Parteien die Flüchtlingspolitik des Bundes, während die SP diese verurteilte und darauf hinwies, dass sie ähnliche Verschärfungen wie die Ausmerzungspolitik der Nazi beinhaltete.
So forderten auch die Solothurner Sozialdemokraten 1942 am Parteitag mehr Menschlichkeit für die Flüchtlinge. «Das Volk» erlaubte sich, die schweizerische Asylpolitik deutlich zu kritisieren und schilderte den Leser*innen in diversen Beiträgen brutale Fälle von Rückweisungen an der Grenze sowie die schlechte Behandlung von Flüchtlingen in Arbeitslagern und Strafanstalten.
Auch Meinrad Peier nahm diese Thematik in seinen Bilderkatalog auf. So finden wir etwa eine Darstellung von KriegsflĂĽchtlingen vor einen Stacheldrahtzaun (Abb. 9) oder auch ein Portrait eines abgemagerten Insassen von Buchenwald (Abb. 10).
Meinrad Peier hat zwar – wie so mancher Sozialdemokrat – seine pazifistische Gesinnung während des Zweiten Weltkrieges relativieren müssen, weil auch er die verheerende Wirkung der Nazipolitik miterlebte. Am Ende des Krieges wurde er aber wiederum ein eifriger Befürworter des Weltfriedens und schuf – vor genau 75 Jahren – den noch immer aktuellen, symbolträchtigen Linolschnitt «NIE WIEDER KRIEG» (Abb. 1).
Stefanie Steinmann
Kunstmuseum Olten, Projekt Nachlassaufarbeitung Meinrad Peier
Verwendete Literatur:
Geschichte des Kantons Solothurns, 20. Jahrhundert (5. Band, Teil 2), hrsg. vom Regierungsrat des Kantons Solothurn, Solothurn: Lehrmittelverlag, 2018.
Historisches Lexikon der Schweiz (HLS):
Artikel zur Geschichte der Sozialdemokratie in der Schweiz
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