Island 2021 - Tag 12 Teil 4
Nach den Pseudokratern suchen wir die nächste Möglichkeit den Tag bei diesem herrlichen Wetter bestmöglich zu nutzen.
Zurück geht in Richtung Norden, auf der Ostseite des Myvatn. Hier bietet sich der Besuch des Dimmurborgir an.
Es gibt ein Restaurant, einen Souvenir-Shop und ein Toilettenhäuschen, dessen Benutzung 200 Kronen kostet.
Unten gibt es kostenlose Picknick-Plätze. Darauf breiten wir den Inhalt unserer Kühltasche aus. Neben uns sitzen reizende Franzosen.
Das Gebiet zeigt bizarr geformte Steinformationen eines ausgehärteten Lavafeldes.
Island hat unzählige malerische vulkanische Merkmale, aber möglicherweise ist keines bedrohlicher als das Dimmuborgir-Gebiet in der Nähe des Mývatn-Sees im Nordteil des Landes.
Das Vulkanfeld ist mit gezackten schwarzen Lavaspitzen und Höhlen bedeckt, die vor etwa 2300 Jahren bei einem massiven Ausbruch entstanden sind. Diese ominösen Lavaformationen sollen angeblich der Eingang in die Unterwelt sein.
Zum Zeitpunkt des Ausbruchs befand sich wahrscheinlich ein kleines Gewässer an der Stelle, das sich dann mit Lava füllte und einzigartige Skulpturen erzeugte, als das überschüssige Magma wegfloss.
Eines der beeindruckendsten Wahrzeichen ist ein natürlich geformter Felsbogen, der als „Die Kirche“ bekannt ist.
Der Name Dimmuborgir bedeutet übersetzt „Dunkle Schlösser“ oder „Dunkle Städte“, und der ominöse Name ist nicht nur dank der unheimlichen Felsformationen, sondern auch dank der gruseligen Folklore, die mit dem Ort verbunden ist, eine passende Bezeichnung.
Als das Christentum ins Land kam, soll dies Ort gewesen sein, wo Luzifer landete, nachdem er aus dem Himmel geworfen wurde.
Traditionellere Folklore besagt, dass das Lavafeld die Heimat der unzähligen gruseligen isländischen Trolle ist, die als The Yule Lads bekannt sind.
Diese Proto-Santa-Figuren sind Misch-Trolle mit so interessanten Namen wie Spoon-Licker und Window-Peeper.
Uns sind sie allerdings nicht begegnet - vielleicht hat auch deshalb der Zauber von Dimmuborgir auf uns nicht so recht gewirkt.
Diese mystische Geologie und gruselige Mythologie klingt nicht nur nach einem Heavy-Metal-Traum, sondern der Ort inspirierte den Namen der norwegischen Black-Metal-Legenden Dimmu Borgir.
Verschiedene Rundwege bieten sich für einen Besuch an.
Der Anblick der wunderschönen Farben und Formen löst bei uns die Motivation für neue Aktivitäten aus.
Unterschiedlich lange Wanderwege führen zwischen den Türmen und Wänden aus Lava hindurch.
Die Wanderwege sind farblich unterschiedlich ausgewiesen und damit sich auch niemand verläuft sind die Wege dementsprechend mit farblichen Pföcken markiert.
Allerdings schwächelt jetzt mein Schuhwerk. Von der ganzen Lauferei und Kletterei löst sich langsam die Sohle.
Die Wanderwege sind in auch in unterschiedliche Schwierigkeitsgrade eingeteilt. Der schwierigste ist die “Rote Route”.
Wir laufen nur die blaue und die gelbe Runde, mit leichten Steigungen. Das reicht für unsere lädierten Knie. Bei uns haben ja alle "Knie”, selbst unsere Katze humpelt.
Man muss es ja nicht total übertreiben - und ich überlege gerade, ob ich wohl unserem Orthopäden (einem Schulfreund von mir) eine Karte schicke...