Wind- Die Chroniken von Hara (1) Meuchelmörder zwischen verfeindeten Magiern
Wind - Die Chroniken von Hara 1
Gelesen von Oliver Siebeck
Geschrieben von Alexey Pehov
Die dunklen Magier wollen die lichte Magie endgültig bezwingen. Viele Menschen geraten in Gefahr, so auch Lahen und ihr Mann Ness, ein Bogenschütze. Beide leben von ihrem Beruf als Meuchelmörder. Nicht nur jene Hexer verfolgen sie, denn auch die Magier des Lichtes jagen Lahen und Ness. Vor Jahre hatten sie eine Anhängerin der lichten Magie ermordet...
So in etwa schreibt der Anbieter, da finde ich die Inhaltsangabe des Buchverlags noch besser.
„Doch als plötzlich auch die Verdammten, die Anhänger der schwarzen Kunst, Lahne verfolgen, wird klar, dass sie sich ihrer magischen Gabe bemächtigen wollen. Zusammen müssen Lahen und Ness verhindern, dass der dunkle Funke erneut entzündet und Hara ins Chaos gestürzt wird. Es beginnt ein Wettlauf um ihr Leben – und der Kampf um die Magie in ihrer Welt (von piper fantasy)
Direkt am Anfang machen wir die Bekannschaft mit Nekromanten und dem feindlichen Königreich Nabathor. Sie treffen am Stadttor von Hara zusammen mit dunklen Magiern ein und verschaffen sich gewaltsam auf magische Weise Zutritt zur Stadt. Bewaffnete Reiter und Untote fallen schließlich in Hara ein. Dieser kleine Eindruck macht deutlich: Wir haben es mit mehreren Hauptcharakteren zu tun und der Autor braucht keine kleinen Vorgeschichten!
Anschließend reisen wir mit Lahen und Ness durch die Welt und erfahren viel über ihre Vergangenheit. Hier konnten mich die ersten vier Stunden, bis auf die „Eröffnung“, nicht fesseln.
In dieser Zeitspanne lasse ich micht für ein Werk begeistern oder treffe zumindest die Entscheidung mich zu zwingen weiterzuhören. Abgebrochen habe ich eine Erzählung erst einmal.
Die Reise ist weitgehend unspektakulär. Zwischendurch gibtes jedoch ein paar Wendungen mit Weggefährten und Nebencharakteren für Ness und Lahen. Ich rechne es dem Autor hoch an, dass die beiden oft in Schwierigkeiten geraten und ihnen nur knapp entkommen. Das schafft so etwas wie einen Spannungsbogen und zugleich wirkte es auf mich realisitisch, dass man nicht jeder Gefahr „mal eben so“ entkommen konnte. Schließlich entwickeln wir alle uns und ENDLICH einmal keine Helden, die alles mühlos lösen können.
Im Verlauf geschehen mehrere mitreißende und auch unerwartete Begegnungen und Wendungen mit Personen. Ob sie guter oder böser Natur sind, möchte ich an dieser Stelle offen lasst. Es gibt da eine Überraschung
Hört selbst nach, wie es um das Schicksal von Ness und Lahen steht.
Oliver Siebeck liest die Textpassagen routiniert. Während des Erzählens hatte ich am Anfang das Gefühl, dass seine Lesegeschwindigkeit und Lautstärke immer wieder auf und ab springt. Und das an unpassenden Stellen (keine spannenden Momente). Jedoch war dies nur mein Empfinden und ich kann mich auch getäuscht haben. Ab der Hälfte des Hörbuches verschwindet das auch wieder.  An Johanes Stecks („Zwerge“) und Bernd Höschlers („Siegel der Finsternis“) Vortragsleistungen kommt er nicht heran (siehe frühere Besprechungen). Sie gelten für mich als wahre Meister ihres Berufes, zumindest was die 6 Hörbucher davor angeht.
Die Dialoge gestaltet Siebeck lebhaft und variert die Stimmen hervorragend, so dass man die Charaktere unterscheiden kann.
Untote und Fantasy, dass passt für mich als Fan klassischer Fantasy (Drachen, Magie, Schwerter & Elfen) nicht zu sammen. Nach Game of Thrones und Das Lied von Eis und Feuer scheint dies, aus meiner Sicht, leider, populär geworden zu sein (siehe auch „Das erste Horn“). Ein routinierter Oliver Siebeck, der wunderbare Stimmenversteller, lässt mich über dramaturgische Schwächen in der Erzählung hinwegsehen.
Der Autor gibt uns und seinen Figuren einen „roten Faden“, doch dass Lahen und Ness sich benahe zu unbehelligt in einer Welt bewegen, in der alle gegen sie sind, verbietet sich doch (meiner Meinung nach).
In der zweiten Häfte des Hörbuches verlor ich mich jedoch dann leider in der Erzählung. Ich wollte aber nicht aufhören, weil ich das Ende erfahren wollte. Eigentlich schade, da ich gerne Handlungsabfolgen höre, denn auch einen Gang zu Fuß durch die Stadt kann man eindrucksvoll beschreiben.
Fazit: Drei Sterne für den Kampf um die Magie, in den zwei Meuchelmörder mit jener Gabe hineingeraten!