Etwa um 1945 bis 1950
Verschickâs doch zugenĂ€ht
In den Jahren nach dem 2. Weltkrieg herrscht groĂe Armut in weiten Teilen der Bevölkerung. Gut dran ist, wer sich selbst versorgen kann, oder in der Lage ist, wichtige Produkte wie z. B. Bohnenkaffee mit anderen zu tauschen oder einfach was abgeben kann, auch ĂŒber gröĂere Entfernungen hinweg. Da ein persönliches Treffen sicherlich schön wĂ€re, aber mit beschwerlichem und teuren Reisen verbunden ist, werden Pakete verschickt. Darauf warten allerdings auch allerhand Strolche, die die besten Sachen herausnehmen. Da Klebeband zwar schon erfunden, aber Mangelware ist, werden Pakete mit Bindfaden zugebunden. Derlei Pakete lassen sich natĂŒrlich so öffnen und wieder verschlieĂen, dass man nichts davon sehen kann. Erst beim Ăffnen ist dann die EnttĂ€uschung groĂ, wenn der ersehnte Bohnenkaffee fehlt.Â
Die GroĂmutter geht daher hin und wickelt die Pakete in ein altes Leinentuch ein, das sie mit groben Stichen und dickem Faden zunĂ€ht. NatĂŒrlich kann man auch solch ein Paket plĂŒndern, aber die Hemmschwelle ist ausreichend groĂ, dass die bösen Buben eher die Finger davon lassen.
Berichtet von Markus Winninghoffs Vater im September 2017
(Markus Winninghoff)















