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A couple of weeks ago I took this photo in the womenâs restroom at my sonâs offices. Employees had put up sticky notes on the mirror to encourage each other. I love the culture that has been created there. There are affirmation meetings where employees give kudos to other employees for stepping up to help on a project or who had presented creative ideas to make their workplace better. ThisâŠ
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Moederdag is al weer voorbij en Vaders staan al weer te trappelen om zelf verwend te worden. Nou ja, ik denk dat velen al elke dag hun natje en droogje ontvangen, maar op deze dag eens extra geëerd worden.
Vandaag een mooie tip voor de man, stijlvolle kleding van hemdvoorhem.nl
Zelf had ik niks met vaderdag, echter ik ben het gaan waarderen door mijn stiefvader en natuurlijk mijn eigen man. DoorâŠ
Es ist ein recht milder Tag im April, wir sind in Tokyo, mitten in der Innenstadt genau genommenâŠ
Doch wir befinden uns nicht irgendwo in Tokyo, neineinâŠ
Sondern in direkter NĂ€he zum wohl berĂŒhmtesten und gleichzeitig auch chaotischstem Zebrastreifen der Welt. Der Shibuya-Kreuzung, ein Ort an dem die Zeit nicht einfach nur zu vergehen scheint, hier wird man, so wirkt es, von ihr in Form schier endlosen Menschenlawinen einfach mitgerissen.
In diesem Fluss aus moderner Hektik, beschĂ€ftiger Rastlosigkeit und TurbokapitalismusâŠ
Menschen werden hier zu einem herrenlosen Ameisenhaufen, dem seine Duftspur abhandengekommen zu sein scheint und Autos zu einer buntbemalten, blechernen Masse, die sich zwischen den GebĂ€uden hindurch schiebt, wenn die Ampel-Schaltungen denn gnĂ€dig sindâŠ.
Von ĂŒberall bewerben beleuchtete, kunterbunte, animierte Werbeschilder, Tafeln und ganze GebĂ€udewĂ€nde KĂŒnstler, Firmen, Produkte, Filme, Serien, Software und wer weiĂ was sonst noch.
Die Shibuya-Kreuzung, das ist ein Ort an dem sich die Menschen gerne verabreden, an dem hÀufig Konzerte gegeben werden, von dort ansÀssigen Plattenlabels, um ihre Interpreten zu bewerben.
Es ist eben nicht nur ein Ort der Hektik und der Massen, es ist auch ein Ort des Zusammenkommens- und FindensâŠ
Und an einer dieser Ecken, direkt am BĂŒrgersteig, da steht eine kleine, weiĂe, hölzerne VerkaufshĂŒtteâŠ
Vielleicht sogar mehr ein kleines âVerkaufshĂ€uschenâ, ein klitzekleiner Laden, mittendrin, im Chaos.
An seinen beiden Seiten wirbt es in bunter Schrift mit den âFrischesten und schönsten Blumen in ganz Tokyoâ.
Bis in die hinterste Ecke ist das kleine âGebĂ€udchenâ vollgestopft mit den besten Blumen, die man in der Stadt finden kannâŠ
Im Innern, hinter dem Tresen, da stehen Cayman und sein treuer Begleiter, der Kameramann!
WĂ€hrend Cayman verwelkende BlĂ€tter und BlĂŒten um sich herum abpultâŠ
Schaut der Kameramann mit halbzugekniffenen Augen dem stockend-pulsierend-wilden Treiben der stĂ€dtischen Bevölkerung zuâŠ
Vollkommen âLost in Translationâ diese Leute, denkt sich der Kameramann, davon ist er ĂŒberzeugtâŠ
WĂ€hrend Cayman damit beginnt, einen kleinen StrauĂ aus roten Rosen mit einem herzförmigen Gummiband zusammenzubinden, rummst es auf einmal unter dem VerkaufstresenâŠ
Cayman fragt: âWas war das denn?â
Der Kameramann fragt: âWas war was?â
Cayman sagt: âNa dieser dumpfe Schlag unter dem Tresen!â
Der Kameramann winkt gelassen ab: âAaach⊠Das war bloĂ Toshi!
Cayman fragt: âWer ist Toshi?!â
Der Kameramann erwidert: âNa der wohnt hier jetzt hier im Laden, zur Untermiete, sozusagen!â
Cayman fragt verwundert: âUnter dem Verkaufstresen?!â
Der Kameramann antwortet: âKlar! Ich hab ihm da ne kleine Bude drunter eingerichtet!â
Entsetzt legt Cayman den RosenstrauĂ zur Seite: âWAS?! WARUM?! WER IST TOSHI?!? UND WIEâŠâ
Der Kameramann sagt entspannt: âNa er heiĂt Toshi! Toshi Yamata! Er ist dreiundzwanzig, studiert irgendwas mit IT und hat mich gefragt, ob ich was wĂŒsste, wo er erstmal âunterkommenâ könnte!â
Cayman kratzt sich am Kopf: âAlso damit ich das richtig verstehe⊠DU hast einem dreiundzwanzigjĂ€hrigem IT-Studenten erlaubt, unter unserem Verkaufstresen zu wohnen?! WARUM?!â
Der Kameramann ĂŒbergibt einer jungen Frau einen kleinen StrauĂ, sie bezahlt passend in bar: âNaja, seine Freundin hat Schluss gemacht und jetzt iss er irgendwie frustriert und brauchte mal nen Tapetenwechsel! Verstehste? Und so iss der Laden nachts bewacht und Toshi zahlt 100 Tacken Miete warm den Monat! Hab ihm die Bude unterm Tresen nach japanischen Architekturrichtlinien extra eingerichtet!â
Cayman schĂŒttelt den Kopf: âDa wohnt also ein Typ namens Toshi Yamata unter unserem Verkaufstresen, den DU extra fĂŒr ihn ausgebaut hast?â
Der Kameramann sagt stolz: âExaktamente! Mit FuĂbodenheizung, Wlan, groĂer Badewanne, ner kleinen Sauna und sogar einem Springbrunnen im Foyer! Was man doch alles aus so ein bisschen Raum machen kann, wenn man sich an japanische Bauvorschriften hĂ€lt was? Höhöhö!â
Gerade will Cayman loslegen, der mahnende Zeigefinger ist schon obenâŠ
Da öffnet sich unter dem Tresen eine dezent verbaute SchiebetĂŒrâŠ
Toshi Yamata schaut heraus, guckt sich kurz um, schaut rauf zu Cayman und sagt höflich: âAaahh⊠Cayman-San un Kameraamaan-San! Ihr zwei haben wirklich gemacht sehar hĂŒbsche Blumenstrausse! Wirklich sehar schön! Sehar schön! Deutschland bauen japannisse Wohnungen seehr guut!â
Toshi Yamata schnappt sich den kleinen Einkaufsbeutel, den der Kameramann mitgebracht hat und zieht die SchiebetĂŒr wieder hinter sich zuâŠ
Mit entsetzt-fragendem Gesicht schaut Cayman den Kameramann an...
Der Kameramann meint bloĂ trocken: âNur MĂ€nner die keine Frauen haben, wissen wie unfassbar traurig es ist, zu den MĂ€nnern zu gehören, die keine Frauen haben⊠Mein Freund!â
Pathetisch betont fĂŒgt er noch hinzu: âUnd nur MĂ€nner, die schon mal Frauen hatten und nun ebenfalls zu den MĂ€nnern gehören, die keine Frauen mehr haben, wissen wie unweit herzzerreiĂender es doch ist, nun MĂ€nner zu sein, die keine Frauen mehr haben!â
Cayman und der Kameramann schauen sich ausdruckslos in die AugenâŠ
Dann gehen beide wieder ihrer TĂ€tigkeit nach, so als wĂ€re nie etwas gewesenâŠ
Anerkennend sagt Cayman: âStimmt auch wieder!â
Cayman liest
Dieses Mal:
Haruki Murakami
Von MĂ€nnern, die keine Frauen haben
(Kurzgeschichten)
âDas fĂŒnfte Elementâ
âVersehrte, kleine WesenâŠâ
In vielen Romanen und Geschichten Murakamis, da sind es MĂ€nner, denen etwas, meistens ganz Spezielles fehlt. Denn âirgendwieâ, da sind sie immer âunvollstĂ€ndigâ, âunvollendetâ, âsuchendâ aber eben nicht unbedingt âwissend wonachâ. Meistens suchen diese MĂ€nner, eigentlich immer, eine Frau. Jemand, mit dem sie ihr Leben gemeinsam fĂŒhren und so endlich âvollkommenâ sein können, es endlich sein dĂŒrfen.
Doch meistens sind diese MĂ€nner immer und ewig auf der Suche nach âDer RichtigenââŠ
Aber anstatt aktiv nach âIhrâ zu suchen, mit dem Herzen also, vögeln sie glieber alles, was einmal zu einer Tasse Kaffee zu ihnen in die Wohnung kommt. Und so wirklich ernst wird es nie mit diesen Frauen und so irren diese kleinen, versehrten Wesen, diese MĂ€nner die keine Frauen haben weiter durch die von Murakami erfundene Weltgeschichte.
So entsteht ein Teufelskreis, ein trauriger, kleiner Teufelskreis, den die Betroffenen meistens nicht von alleine und aus eigener Kraft zu durchbrechen vermögen, so sehr sie sich auch anstrengen.
So bleiben sie dann eben versehrte, kleine Wesen, welche weiterhin fragend, suchend und immer tief verunsichert von all der Einsamkeit in ihrem Herzen, ihre Abenteuer durchschreiten. Und natĂŒrlich ALLES zu geben bereit sind, um, wenn sie dann âDie Richtigeâ gefunden haben, sie auch fĂŒr sich zu gewinnen.
Der âFabrlose Herr Tazakiâ ist ein neueres Paradebeispiel fĂŒr diesen Typus Mann, den Murakami da gebastelt hat und den er auch immer wieder in seinen Geschichten in Erscheinung treten lĂ€sst.
Wenn die Hauptpersonen mal Frauen sind, dann haben sie entweder bereits einen Mann, dem sie Befehle und Anweisungen erteilen ODER aber sie sind bei ihrer Suche wesentlich âflexiblerâ und als Single wesentlich âzufriedenerâ, als die MĂ€nner. Denn Frauen, die haben nebenbei oftmals noch ganz andere Gedanken im Kopf und sind oftmals viel zuversichtlicher, dass IHR âMister Rightâ schon noch kommen wird.
Und wenn nicht, dann suchen sie sich eben einen, der dem am nÀchsten kommt.
Die MĂ€nner sind da meistens wesentlich instabiler in ihrer Seelenlandschaft und viel fragiler in ihrem Seelenleben â Zumindest in Murakamis Geschichten.
Und um eben genau diesen speziellen Typus von Mann geht es in diesen neun âLong Short Storysâ wie der Meister sie zu nennen pflegt:
âŠ:::::Um MĂ€nner, denen es sehr schlecht geht, ganz einfach deshalb, weil sie MĂ€nner sind, die keine Frauen haben:::::âŠ
Das eigenstÀndige Organ
Im SF-Klassiker âDas FĂŒnfte Elementâ mit Bruce Willis, können die Guten am Ende die Welt nur deshalb vor der Zerstörungswut vom bösen âMister Shadowâ, also dem LEIBHAFTIGEN BĂSEN und seinem Handlanger ZORG retten, weil Held Corben und Heldin Lilu ihre Liebe fĂŒreinander entdecken, gerade noch rechtzeitig. Denn nur mit der Liebe, der leibhaftigen Liebe kann das Böse besiegt und das Leben beschĂŒtzt werden.
Denn um DAS BĂSE, welches in Form eines riesigen, brennenden Komet-Planeten auf die Erde zurast, kann nur mithilfe ALLER FĂNF ELEMENTE, welche auf der Erde befindlich sind, plattgemacht werden.
- FEUER â WASSER â ERDE â LUFT-
- Und die LIEBE â
Das sind die fĂŒnf lebensspendenden Elemente, die es braucht, um DAS LEBEN zu erzeugen und auch zu schĂŒtzen.
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Nun kann aber eben dieses âFĂŒnfte Elementâ auch ganz anders interpretiert werden, Murakami tut dies beispielsweise in einer besonders drastisch- und heftig ausufernden Geschichte um einen selbstverliebten, oberflĂ€chlichen Arzt, den jenes âFĂŒnfte Elementâ am Ende den Tod bedeutet, weil dessen Lebensstil âDie Liebeâ kategorisch ausschlieĂt.
Der Ansicht des Doktors nach, besitzen Frauen ein zusĂ€tzliches, ein eigenstĂ€ndiges Organ, welches zum LĂŒgen da ist, weshalb Frauen lĂŒgen könnten, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken. Da dieses âOrganâ also fĂŒr sich selbststĂ€ndig arbeitet, bekĂ€men diese Frauen auch kein schlechtes Gewissen, weil sei es ja selber gar nicht merkten.
Nun ist dieser Arzt, Doktor Tokai ist sein Name aber offenbar selber mit diesem âOrganâ ausgestattet.
Denn zwei oder gleich drei Frauen gleichzeitig zu haben, als Schönheitschirurg keine groĂe Sache! Und so verdammt gutaussehend wie er ist⊠Who Cares!â
Ein schlechtes Gewissen besitzt der Arzt nicht, warum sollte er auch?
Bis der Tag kommt, als er einer Frau verfĂ€llt, zum allerersten Mal in seinem nicht mehr ganz so frĂŒhlingsfrischen Leben. Erstmals, da ist er verliebt, ja geradezu verfallen, dieser groĂartigen, dieser umwerfenden, tollen Frau.
Er kann sich allerdings nicht vorstellen, dass die Liebe ein ganz normaler Bestandteil des Lebens ist, fĂŒr ihn ist sie das jedenfalls bis Dato nicht. Und so passiert, was eben durchaus passieren kann bei so einer AffĂ€reâŠ
Die Frau verlÀsst ihn.
Aber nicht nur ihn, sondern auch gleich noch ihren Ehemann.
Sogar von einem dritten Mann im Bunde ist die Rede aber Dr. Tokai ist leider nicht der GlĂŒckliche, sondern war nur das Sprungbrett, die nette AffĂ€re. Jetzt ist die Frau frei und schert sich einen Dreck um die Kerle, welche sie hinterlassen hat. So kommt der Doktor zu der zweifelnden Frage: âWas bin ich eigentlichâ und zu der beĂ€ngstigenden Erkenntnis, dass ihn diese brennende Leidenschaft, die er fĂŒr die Frau empfindet, wohl umbringen wird. Denn er selber kann und will mit all dem Schmerz und der Leidenschaft nicht zurechtkommen. Und er will sie schon mal gar nicht dauerhaft ertragen, dazu ist ER nicht in der Lage.
Am Ende, da testet er, seelisch vollkommen zerstört, an sich selbst eine These der Nazis:
Was passiert, wenn man einen hochdotierten, intelligenten und kultivierten Menschen von allem beraubt was ihn ausmacht und ihn bis zum Tode aushungert? Was bleibt dann von dem Menschen?
-These: Das was DANN ĂŒbrigbleibt, DAS ist der eigentliche Mensch-
So begeht Dr. Tokai, schon nach dem ersten Mal ĂŒberhaupt, dass IHN eine Frau verschmĂ€hte, Selbstmord auf die wohl grausigste Art und Weise. Er hungert sich selber zu Tode. Um herauszufinden, âWas er eigentlich ist?â und âWas von Ihm ĂŒbrigbleibtâ, ohne das eigentliche Problem seiner selbst zu erkennen.
Doktor Tokai kannte die Liebe nicht, er kannte auch die Frauen nicht, er sah immer nur sich selbst und sein VergnĂŒgen. Auf die Idee, dass eine dieser Frauen mehr könnte fĂŒr ihn empfinden, kam er nie.
Wollte er auch nicht, denn die Liebe, diese brennende, allesbeherrschende Leidenschaft fĂŒr ein anderes, menschliches Wesen, ja das hielt er sich stets von sich fern.
Bis es ihn dann doch ereilte. Vielleicht war es die Biologie oder einfach nur Schicksal. Doch ihm blieb bis zum Schluss die traurige aber einfĂ€ltige Gewissheit, dass es dieses âEigenstĂ€ndige Organâ der Frauen war, welches ihm dieses Elend brachte. Begriffen hat er bis zum Schluss rein gar nichts.
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Die Liebe, sie kann erschaffen, sie kann retten und sie kann zerstören.
Zumindest dann, wenn einer von beiden sie und ihre Kraft, ihre Wirkweise nicht kennt.
Nicht kennen will und nie Erfahrungen mit ihr sammelte.
Wen sie dann ereilt, der wird sie weder verstehen, noch wird er mit ihr umgehen können.
Vielleich aber ist die Liebe selber ja ein âEigenstĂ€ndiges Organâ?
Warum sonst tut es weh? Warum sonst, sagt man, sei jemand Liebeskrank? Warum sonst spricht man vom âgebrochenen Herzenâ? Und von âLiebeskummer?
Vielleicht, ja vielleichtâŠ
Da sitzt dieses eigenstÀndige Organ ja irgendwo in unserem Kopf, unserem Geist, unserer Seele?
Und wer es nie benutzt und dessen Wirkung dann doch eines Tages zu spĂŒren bekommt, den zerstört es, macht es wahnsinnig, den bringt es um. Ganz einfach, weil er nie gelernt hat, damit umzugehen, es zu verstehen.
Wohl auch, weil dieser âJemandâ  vielleicht nie passende, charakterliche âAntikörperâ gebildet hat, fĂŒr den Fall, dass was schiefgeht⊠Das Organ ihn krank machtâŠ
Könnte doch sein, oder?
Geschichten, von MĂ€nnern die keine Frauen haben und sich immer mehr da hineinsteigernâŠ
Die Liebe, sie geht oftmals mit einer anderen, eigentlich gegenteiligen GemĂŒtsregung Hand in Hand: Der Angst.
Wer kennt das denn nicht? Da steht DIE FRAU der TrĂ€ume oder zumindest DIE FRAU, die man so unbedingt erobern will und dann geht das Drama innerhalb des eigenen Körpers auch schon losâŠ
Die Beine werden weich wie Pudding, die HĂ€nde schwitzen, kalter SchweiĂ bricht aus, das Herz beginnt zu rasen, der Hals schnĂŒrt sich zu und das Gehirn macht keinerlei Anstalten mehr, zum Rest seines Wirtes zu gehören, sondern schaltet in den âTrump-Modusâ, also auf totalen Durchzug. Und alles was dann vielleicht noch aus dem eigenen, trockenen Mund kommt, ist Schwachsinn den keiner mehr versteht.
Der singende PandabĂ€r Cro hat da mal so ein schönes Lied darĂŒber rausgebracht, wie dieser Prozess des âScheiternsâ allgemein ablĂ€uft: âBye Bye! Bye Bye meine Liebe des LebensâŠâ
So ergeht es im Grunde genommen auch dem Jungen in der Kurzgeschichte âYesterdayâ.
Kitaru ist sein Name, er ist ein sehr sehr lockerer Typ, ein wirklich sehr lockerer Typ. Und ein schrÀger Vogel.
Er lernt diverse japanische Dialekte, warum genau, das weià er selber nicht aber er tut es einfach.           Mit seinem Studium, da geht es nicht wirklich voran, einfach WEIL⊠Ja WEIL⊠Pfhhh Weià auch nicht.
Kitaru ist eben ein sehr widersprĂŒchlicher Kerl, auch in sich selbst. Und so macht er eigentlich immer vollkommen irrationale Dinge, die nix mit seinen eigentlichen Zielen zu tun haben. Auch im Umgang mit seiner Freundin, die beiden kennen sich quasi schon seit dem SandkastenâŠ
Das MĂ€dchen will nur ihn, sie will mit ihm ihr Leben verbringen, mit ihm gemeinsam die Leidenschaft fĂŒreinander teilen. EIGENTLICH steht Kitaru ein tolles, ein sicheres und ein gemĂŒtliches Leben ohne groĂe Sorgen bevor. Alles was er tun mĂŒsste ist, endlich sein Studium vernĂŒnftig anzugehen und dem MĂ€dchen eine LiebeserklĂ€rung zu unterbreiten. Dem MĂ€dchen wĂ€re es persönlich am allerliebsten, eigentlich sehnt sie sich sogar danach, dass Kitaru ihr einfach beim nĂ€chsten Treffen unter den Rock fasst und dann mit ihr schlĂ€ft.
Mehr mĂŒsste er nicht tun. Aber Kitaru tut das exakte Gegenteil. Er versucht alles, um diese Entscheidung, diese Dinge herauszuzögernâŠ.
Er zögert sein Studium immer wieder heraus, versucht seine Freundin mit seinem Kumpel (Der ErzĂ€hler) zu verkuppeln. In der Annahme, dass er sie so âzwischenlagernâ könnte, bis er irgendwann vielleicht mal so weit ist. Doch als sein Kumpel das Gegenteil macht und Kitaru dazu drĂ€ngt, sich quasi zu entscheidenâŠ
Da nimmt er ReiĂausâŠ
Viele Jahre spÀter, der ErzÀhler ist inzwischen verheiratet, freischaffender Autor.
(ErzĂ€hlt Murakami aus seinem Leben?) Das MĂ€dchen ist beruflich recht erfolgreich aber immer noch ledig, sie kann Kitaru einfach nicht loslassen, geschweige denn vergessen. Dieser aber ist in alle Himmelrichtungen verweht und nicht mehr auffindbar, wĂŒrde er nicht ab und zu mal eine Postkarte schickenâŠ
Wie gesagt, Kitaru HĂTTE einfach nur zu Ende studieren und mit ihr ins Bett gehen mĂŒssen, dann wĂ€re alles seinen guten Weg gegangen. Stattdessen reist er nun als Arbeitsnomade durch Amerika,  als schlecht bezahlter Sushi-Koch. So bleiben am Ende ein Mann, der keine Frau hat und eine Frau, die keinen Mann hat.
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Der Liebe ist, wenn man wie Kitaru ist, einfach nicht zu trauen.
Eigentlich, wenn wir mal ehrlich sind, war ihr doch nie zu trauen.
Da wird aus einem gestandenen Mann, aus einem total lockeren Typen und selbst aus dem intelligentesten Kerl, in null Komma nix ein HĂ€ufchen Elend, ein Fluchttier, ein totaler Looser oder ein Nervenwrack.
Manche der MĂ€nner, die keine Frauen haben in Murakamis Geschichten, verfallen immer weiter einem scheinbar regelrechten âWahnâ oder wĂ€re âSchmerzâ besser ausgedrĂŒckt? Sie sind verlorene Wesen, verwehte Seelen, die nicht mehr wissen, wohin mit sich und der Welt und dem Schmerz der Welt in ihrem Herzen.
Der Held aus der Geschichte âKinos Barâ erwischt seine Frau beispielsweise gleich mal inflagranti.
Beide trennen sich, relativ einvernehmlich, schlieĂlich war die Ehe schon lĂ€nger âirgendwieâ im Eimer, seine Frau entschuldigt sich bei ihm in aller Ehrlichkeit und er nimmt die Entschuldigung an.
Kino kĂŒndigt seinen alten Job, eröffnet eine Bar und lebt sein neues Leben. Aber etwas stimmt nicht, denn eines Tages ereignen sich mehr und mehr seltsame, fast dĂ€monische Dinge.
Ein junger Mann, eine Art Priester oder DĂ€monenjĂ€ger will Kino helfen, denn âDas Böseâ hat sich die Bar und ihren Besitzer (angeblich) als RĂŒckzugsort ausgesucht. Der junge Mann schickt Kino fort, auf Reisen. Er dĂŒrfte auf keinen Fall mitteilen, wo er ist oder wie es ihm geht, nur einmal wöchentlich eine Karte mit Adresse drauf schicken, damit der Mann weiĂ dass es ihm gut geht.
Doch auf Reisen, alleine in seinem Zimmer, in der Nacht, bei RegenâŠ
Da bricht Kino zusammen, nachdem er eine Karte mit persönlichen Gedanken losgeschickt hat.
Kino zerfĂ€llt in Schmerz und Einsamkeit, dann klopft plötzlich âEtwasâ, dann an die TĂŒrâŠ
Doch Kino öffnet nicht, denn er weiĂ wer oder was da klopftâŠ
SpĂ€ter, ohne Unterlass klopft dieses Etwas dann an die Fensterscheibe, obwohl er im siebten Stock wohntâŠ
Ist es sein Herz? Ist es sein Verstand? Oder ist es das Böse aus seiner Bar?
Immer zweimal, dann einmal, dann wieder zweimalâŠ
Nein, es ist sein Herz, da ist er sich bald sicher, es klopft in seinem Herzen anâŠ
Kino versinkt im Schmerz, er ist zutiefst verletztâŠ
Er ist einsam und verzweifelt, merkt es aber erst jetztâŠ
Er ist nun einer der MĂ€nner, die keine Frauen mehr habenâŠ
Die Liebe
Und so, wie der gute Kino wĂ€hrend der Geschichte mehr und mehr zu versinken scheint, so versinken auch die Geschichten mehr und mehr im Fantastischen, im fast schon Wahnsinnigen. Die neun Geschichten beginnen sehr alltĂ€glich, ja fast schon langweilig und ereignislos. Doch das bleibt nicht so, im GegenteilâŠ
Denn irgendwann, da fragt man sich, welches Buch man eigentlich gerade liest. Sind das immer noch dieselben Geschichten? Immer noch dasselbe Buch? Ja, das Cover ist noch das Gleiche, der Schreibstil auch, also muss das ja so sein.
Die Geschichten, sie steigern sich ebenfalls in etwas hinein, so Àhnlich wie ein Liebeskranker.
Sie werden immer verrĂŒckter und bekloppter, ja fast schon psychotisch.
Irgendwann, da geht jegliche RealitĂ€t einfach ĂŒber Bord und man kann nur noch verwundert, ja fast schon verstört mitlesen, was da gerade vor sich gehtâŠ
Zum Schluss, da steht alles total Kopf, die Handlung, die Ereignisse, das Denken, die Figuren, einfach alles!
Dann gehen all die Dinge wie die Gorillaz, Black Eyed Peas, Francis Lai, die 101 Strings, Percy Faith, Fahrstuhlmusik, die SeemÀnner die Frauen an Deck locken, Ammoniten und Quastenflosser, Einhörner und vieles Anderes ganz auf einmal, einfach verloren.
Und obwohl der Mann in der letzten Geschichte, in der es um MÀnner geht, die keine Frauen haben, dem Leser erklÀrt, wie man zu einem Mann wird, der zu den MÀnnern gehört, die keine Frauen haben ⊠Ergreift ihn der Selbstmord seiner einstig Geliebten, seit Langem verschollenen Jugendliebe zutiefst.
Und das obwohl er seit vielen Jahren glĂŒcklich verheiratet ist.
Sind es nur seine Gedanken oder ist der Mann inzwischen wahnsinnig? Oder war er das schon vorher? Oder ist das Buch, sind die Geschichten inzwischen komplett wahnsinnig geworden? SchlieĂlich hatte SIE IHN verlassen und nun, nach ihrem Selbstmord, von dem der Mann mitten in der Nacht von ihrem Ehemann am Telefon erfĂ€hrt, da ist er der zweiteinsamste Mann der Welt, so sagt er. Der Ehemann der Frau ist der einsamste Mann der Welt, weil er ihr Ehemann war, so sagt der Mann. Er selbst ist also nun ein Mann, der eine Frau hat aber weiĂ wie es ist, keine Frau mehr zu haben. Vollkommen bekloppt oder?
Der Mann stellt sich immer wieder irgendwelche Dinge vor, immer wieder auch, wie die Seeleute ihm seine alte Jugendliebe mit ihrem verfĂŒhrerischen Gesang fortlocken und mitnehmen. Wie sie seine groĂe Liebe von einst, er nennt sie nur âMâ in alle Windrichtungen verstreuen, diese Ganoven, diese Banditen!
Aber gegen die Seeleute, die ihm die groĂe Liebe nahmen (Metapher), kann er nicht viel, konnte er nicht viel ausrichten. Diese letzte Geschichte, sie verstreut sich selber in einem gar wahnhaften Wind, unter dem Gesang der SeemĂ€nner, die an alldem ĂŒberhaupt erst schuld sind.
Und so entfaltet âDas fĂŒnfte Elementâ in dieser Geschichtensammlung seine ganze Macht und lĂ€sst jegliche RealitĂ€t, jeglichen Verstand einfach untergehen, verdampfen, von Seeleuten mit an Bord nehmen und in aller Welt und Winde zerstreuen und verstreuen. Auf nimmer wiedersehen.
Und so muss der Mann in dieser finalen Geschichte, die von MĂ€nnern handelt, die keine Frauen haben und auch genauso heiĂt, erfahren dass man selbst als bereits verheirateter Mann mit einer Frau an seiner Seite  zu den MĂ€nnern gehören kann, die ganz genau wissen wie das ist⊠âŠzu den MĂ€nnern zu gehören, die keine Frauen haben.
Genau diesem Wahn aber, da ist Murakami ganz ehrlich, können manchmal auch Frauen erliegen:
In einer anderen Geschichte, da erzĂ€hlt eine Frau ihrem âLoverâ von frĂŒher, als sie ein junges MĂ€dchen war.
Sie war verliebt in einen Jungen, sie war so verliebt, dass sie eines Tages sogar in sein Haus einbricht, sich dort selbstbefriedigt, an seiner Kleidung riecht, Dinge mitnimmt aber auch eigene Dinge da lĂ€sst, sich auf seinem Bett wĂ€lzt und mehr und mehr den Verstand zu verlieren scheint. Was sie tut ist schon kein Stalking mehr, es ist etwas vollkommen verrĂŒckteres! Doch der Junge soll es ja nicht mitbekommen was sie tut, das wĂ€re fatal! Ansprechen ist genau deshalb ja auch keine Option!
Und so betritt sie immer wieder heimlich das Haus und das Zimmer des Jungen, wie im Wahn.
Bis die Familie alle Schlösser am Haus austauscht und der HaustĂŒrschlĂŒssel nicht mehr im BlumenkĂŒbel versteckt ist, und das MĂ€dchen nicht mehr hineinkommtâŠ
Das MÀdchen möchte ab da am liebsten sterben, sie wurde ihrem Liebsten beraubt.
Doch die Zeit vergeht und diese wahnhafte Liebe, sie verfliegt irgendwann einfachâŠ
Und das MÀdchen kann sich eines Tages nicht mal mehr selbst erklÀren, was denn eigentlich mit ihr los war.
Der Junge ist ihr inzwischen schnurzpiepegal, was damals in sie gefahren ist, das wĂŒsste sie nur zu gerne.
Ist das alles nicht vollkommen irrational?
.Aber so ist sie nun mal, die Liebe.  .Sie ist mit Verstand nicht zu erklÀren.
Am Ende, da können es wohl nur MÀnner erklÀren, die zu den MÀnnern zu gehören, die keine Frauen haben.
Und eben jene Frauen, die wissen wie es ist zu den Frauen zu gehören, die keine MÀnner haben.
Ist das alles nicht unfassbar traurig?
Fazit
Nur MĂ€nner, die wissen wie es ist, keine Frauen zu haben, die wissen wie sich das anfĂŒhlt, zu jenen MĂ€nnern zu gehören, die keine Frauen haben â Oder um es anders auszudrĂŒcken: Nur wer schon mal geliebt und verloren hat, der weiĂ, der kann wissen, wie das ist und daraus lernen, daran wachsen. Oder daran zu zerschellen, wie ein alter SeelenverkĂ€ufer voller um ihr Leben kreischenden SeemĂ€nnernâŠ
MĂ€nner, die dies nicht wissen, werden es vielleicht nie erfahren, nie wissen oder genau dann daran zu Grunde gehen.
Vielleicht nicht alle, aber einigeâŠ
Deshalb sagt der Freund von Kitaru in der Geschichte âYesterdayâ zu dessen (eigentlich) groĂen Liebe:
>>>âAber es ist besser, in der Jugend schlechte Erfahrungen zu machen und einsam zu sein. Das gehört zum Erwachsenwerdenâ
âMeinst du?â
âWie BĂ€ume harte Winter ĂŒberstehen mĂŒssen, um groĂ und krĂ€ftig zu werden. Wenn das Klima immer mild und heiter ist, entwickeln sich keine Jahresringe!â<<<
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Und so sind jene MĂ€nner, die keine Frauen haben stetig auf der Suche, oftmals aber wissen sie nicht einmal ganz genau wonach. Sie sind oftmals sehr sehr einsam und finden einfach oftmals nicht, wonach sie doch so sehnlichst suchen.
Sie sind Suchende, sie sind oftmals zutiefst verletzt und einfach nicht in der Lage, sich selbst zu befreien.
Auf dem Titelbild des Buches sieht man die Silhouette einer Frau mit wehendem Kleid, ihre Farben sind bunt und stark, ihr Umriss ist laminiert. Aber da ist auch ein Mann auf dem Cover, er ist weiĂ, fast blĂ€sslicher als jeder Nebel, verschwindet fast gĂ€nzlich auf dem Cover.
Die Frau scheint dem Mann sogar in die Hosentasche zu fassen, obwohl er es ist, der dort lĂ€ssig mit der Hand in der Tasche zu stehen versucht. Es nĂŒtzt aber nichts, ER verschwindet, wird ĂŒberdeckt, von IHR, ER hat keine Chance. Ja und so ist es dann, wĂ€re die Frau nicht mehr dort auf dem Cover, es wĂ€re sehr weiĂ, sehr blass, sehr öde UND sehr sehr traurig vor allem.
âDie Liebe ist nur ein chemischer Prozess, erst wenn WIR ihr Bedeutung beimessen, erlangt sie eine Bedeutung!â Das ist ein Zitat aus Bioshock 2, ich persönlich finde es sehr klug, denn dieser âchemische Prozessâ ist ein ĂŒberaus mĂ€chtiger.
In einer Geschichte Murakamis erwacht ein Mann, der zuvor etwas âAnderesâ gewesen sein muss, jedenfalls kein Mensch in einer alten Villa. Alles muss er erst mĂŒhevoll erlernen, was aus den Bewohnern der Villa geworden ist weiĂ er nicht. Dann aber steht plötzlich ein MĂ€dchen vor ihm, alles andere als schön aber ER verliebt sich in sie, ohne zu wissen was das eigentlich bedeutet⊠âSich zu verliebenâ.
Er weiĂ ja nicht einmal, was eigentlich ein âMenschâ ist oder sein soll, er weiĂ gar nicht.
Aber er weiĂ, dass er dieses MĂ€dchen liebt, sie begehrt und bei ihr sein will, auch wenn groĂe Gefahr droht.
Zu diesem Zeitpunkt hat sich der gesunde Menschenverstand in dieser Geschichtensammlung schon lĂ€ngst verabschiedet. Und das obwohl sie sehr, sogar mitten im Leben, in der RealitĂ€t begann, dann aber sagen Verstand und RealitĂ€tssinn âWinke Winkeâ.
Es ist wie beim âVerliebt seinâ und dem, was manchmal danach kommtâŠ
Sprachlich und inhaltlich auf alle FĂ€lle ganz groĂes Literaturkino ohne Wenn und Aber.
Jede Geschichte ist ein Kunstwerk in sich, zusammen sind sie ein Meisterwerk.
Und wie immer werden auch schon mal die lĂ€ssigsten Drinks getrunken, die Beatles, Errol Garner, Teddy Wilson oder Buddy Di Franco gehört und ĂŒber Texte, Klangarchitektur und Bedeutung hin auseinanderphilosophiert.
Vor allem gute Jazznummern und deren KĂŒnstler tun es Murakami an aber auch sonstiger Pop oder Rock darf gerne mal als Stilelement herhalten.
AuffÀllig ist vor allem, dass Murakami teilweise selber aufzutreten scheint, denn gerne ist der Ich-ErzÀhler ein freier Schriftsteller und man wird die insgeheime Ansicht nicht los, dass Murakami sich einfach selbst portraitiert.
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Auch der blaue VW Golf aus âDie Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazakiâ hat einen Gastauftritt.
Dem GroĂmeister des GeschichtenerzĂ€hlens macht eben keiner etwas vor, auch die Liebe und der Verlust nicht. Oder tĂ€uscht man sich da? Was Murakami wirklich denkt und fĂŒhlt, das bleibt im Verborgenen.
Aber auskennen muss er sich, dem Grundeindruck kann man sich nicht erwehren.
Mit dieser unbestimmbaren, oftmals ersehnten, gerne gefĂŒrchteten, allesbestimmenden Macht.
Diesem unsagbar, unfassbar mÀchtigen, chemischen Prozess in Kopf und Körper.
Der Liebe
Diesem âFĂŒnften Elementâ
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Haruki Murakami
âVon MĂ€nnern die keine Frauen habenâ
Taschenbuch
btb
Ersterscheinung 2014
Preis: Ca. 10,00âŹ
Es ist Abend geworden, die Sonne versinkt in Lila, Blau, Hellblau sowie Hell- und Dunkelorange am HorizontâŠ
Die Werbeschilder, die Schaufenster, die Werbereklamen und die Scheinwerfer der Autos ĂŒbernehmen die Beleuchtung dieses kleinen, hektischen UniversumsâŠ
Cayman sucht das âCLOSEDâ âSchild heraus, gleich ist FeierabendâŠ
Cayman drapiert die letzten BlumenstrĂ€uĂe zurecht, damit es ordentlich aussiehtâŠ
Der Kameramann schaut gedankenverloren in das wirrende Treiben der GroĂstadtâŠ
Der Kameramann fragt: âDu, sach mal? Ob es wohl auch Frauen gibt, die wissen, wie es ist zu den Frauen zu gehören, die keine MĂ€nner haben? Die muss es ja auch geben!â
Cayman blinzelt in das letzte Bisschen Sonnenlicht, das sich durch die HĂ€userschluchten projiziert: âWoher soll ich das wissen, weder hab ich im Moment eine, die mich zu einem der MĂ€nner machen KĂNNTE, die keine Frauen haben, noch ist mir je SOWAS passiert! Es gibt weitaus Schlimmeres im Leben!â
Der Kameramann wird ganz philosophisch: âTja da haste Recht aber isst es denn nicht unsagbar traurig, dass es MĂ€nner gibt, die keine Frauen haben und Frauen, die keine MĂ€nner haben, denen dieses GefĂŒhl, dieses Erlebnis, ein Wesen an der Seite zu haben, dem sie und umgekehrt alles bedeutet vielleicht nie kennen werden? Wo es vielleicht einen Mann gibt der keine Frau mehr hat und eine Frau gibt, die keinen Mann mehr hat, die gemeinsam, voller GlĂŒck und ErfĂŒllung fĂŒr immer und ewig nie mehr dazugehören wĂŒrden? Aber sich niemals treffen werden, weil sie nichts voneinander wissen?â
Cayman zuckt wortlos mit den SchulternâŠ
Beide stecken die HĂ€nde in die Taschen und schauen auf das wilde Treiben der Welt da drauĂen, hinter dem Verlaufstresen. Ein PĂ€rchen trifft sich an einer Ampel, beide umarmen sich voller Sehnsucht und Freude, dann kĂŒssen sie sich, einfach so, voller LeidenschaftâŠ
Cayman sagt: âJa, nur MĂ€nner die keine Frauen haben, können wissen, wie unfassbar traurig das ist, was wir dort gerade beobachten!â
Das PĂ€rchen umarmt sich, als wĂŒrde jeden Augenblick die Welt untergehen, dann gehen sie hĂ€ndchenhaltend davon, verschwinden im Menschen-, Auto-, Stimmen-, MotorengerĂ€usch-, Lichtergewirr Tokyos auf nimmer wiedersehenâŠ
Cayman und der Kameramann sehen sich an, Cayman sagt: âAlso jetzt bin ich irgendwie frustriertâ
Der Kameramann murmelt vor sich hin: âIchauchâŠâ
Dann öffnet er die SchiebetĂŒr unter dem TresenâŠ
Ohne zu zögern kriecht er hinein: âToshii! Kannst schon mal Tee aufgieĂen!â
Der Kameramann winkt Cayman hinein: âDann komm! War noch Platz fĂŒr zwei Besucherzimmer mit Bad! Gibt schlieĂlich genug MĂ€nner, die keine Frauen haben und irgendwo wohnen wollen oder mĂŒssen!â
Ein letztes Mal lĂ€sst Cayman den Blick schweifen, er zuckt mit den Schultern, schlieĂt die Glasscheibe, hĂ€ngt das âCLOSEDâ âSchild auf, löscht das Licht und verschwindet ebenfalls unter dem TresenâŠ
Beeindruckt sagt er nach dem Betreten: âWow! Wir haben ja wirklich einen Springbrunnen im Foyer!â
Ende der Geschichte
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