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Man bezahlt immer fßr das, was man getan hat. Frßher oder später.
Philippe Djian: âMarlèneâ, S.233
Ihr wollt, dass ich das gut gelaunte Mädchen spiele? okay
Ihr wollt, dass keine schlechte Laune habe? okay
Ihr wollt, dass ich das tue was ihr wollt? okay
Aber dann bitte, bezahlt mich fĂźr meine Leistungen, okay?
September 2019
Vom suboptimalen Bezahlen
Im Einrichtungsmarkt. Die Leute vor mir in der Kassenschlange unterhalten sich mit der Frau hinter der Kasse darĂźber (bzw. teilen ihr mit), dass es andernorts unĂźblich sei, dass man bei der Kartenzahlung die Karte ans Verkaufspersonal geben mĂźsse â eine Art der Kartenzahlung, der ich selbst auch immer seltener begegne und die mir daher immer exotischer und umständlicher erscheint. Andernorts, sagen die Leute, wĂźrde man alles einfach selbst machen. Wo genau andernorts ist, verstehe ich akustisch leider nicht: vielleicht in Holland, vielleicht auch nur bei Roller (einem anderen MĂśbelhaus). In jedem Fall ist meine Neugier geweckt, ob man nicht auch in dem Laden, in dem ich gerade an der Kasse stehe, anders bezahlen kĂśnnte: vielleicht kontaktlos oder mit dem Handy.
Als ich an der Reihe bin und die Verkäuferin den zu zahlenden Betrag nennt, sage ich: ÂťMit Karte, bitteÂŤ. Sie hält wortlos die Hand auf â vermutlich, damit ich ihr die Karte gebe und sie sie in das ihr zugewandte Lesegerät stecken kann. Ich gebe zu verstehen, dass ich gerne versuchen wĂźrde, kontaktlos zu bezahlen. Es ist schon häufiger vorgekommen, dass das an Orten, an denen ich es nicht erwartet hätte, auf Nachfrage oder durch schlichtes Ausprobieren geklappt hat; in manchen Fällen war das Personal im Erfolgsfall ähnlich freudig Ăźberrascht wie ich und ergaben sich nette, kurze Unterhaltungen Ăźber Bezahlverfahren und -verhalten. In diesem Fall teilt mir die Verkäuferin auf meine Frage hin mit, dass sie eine Dienstanweisung habe, die es erfordere, zu kontrollieren, ob meine Karte Ăźberhaupt unterschrieben ist und ob die Unterschrift auf der RĂźckseite meiner Karte mit der bei der Bezahlung zu leistenden Unterschrift identisch ist. Im Nachhinein erkenne ich, dass das der Punkt gewesen wäre, an dem ich einfach âşAh, okayâš hätte sagen und ihr meine Karte hätte geben sollen. Sie kann ja auch nichts fĂźr idiotische Dienstanweisungen und die Leute in der Schlange hinter mir schon gar nicht. Stattdessen frage ich ein zweites Mal nach, ob ich es nicht einfach mal kontaktlos probieren kĂśnnte. Sie wiederholt das, was sie Ăźber die Dienstanweisung und die Unterschrift gesagt hat, und ich wiederhole meine Frage, ob ich es nicht einfach mal kontaktlos probieren kĂśnnte. Sie schaut mich an, wie man eben jemanden anschaut, der darauf besteht, kontaktlos bezahlen zu wollen (bzw. der erst mal nur freundlich nachfragen wollte und dann genervt war, weil ihm was von irgendwelchen Dienstanweisungen erzählt wurde, und anschlieĂend den Punkt verpasst hat, keine Diskussion anzufangen), und aktiviert dennoch die Kartenzahlung.
Da sie das Kartenlesegerät inzwischen in meine Richtung gedreht hat, sehe ich, dass das Display âşBitte Karte auflegen oder einsteckenâš anzeigt. Ich lege meine Karte auf. Es passiert nichts. Die Verkäuferin sagt, leicht triumphierend: ÂťKann ja nicht funktionieren, ist nicht freigeschaltet.ÂŤ Das wusste ich natĂźrlich nicht. ErdrĂźckt von der normativen Kraft des Faktischen reiche ich ihr meine Karte, sie steckt sie ins Gerät, zieht sie wieder heraus, ich unterschreibe (oder mache den Ăźblichen unlesbaren Krakel, der meiner Unterschrift so sehr ähnelt wie ein Chili con carne der Mona Lisa), sie verifiziert den Krakel als meine Unterschrift und gibt mir meine Karte wieder. Damit habe ich offenbar bezahlt und kann gehen â sei es auch mit einem dreifach schlechten GefĂźhl: Erstens habe ich mich offenbar (und, logischerweise, ohne das zu wollen) wie ein nerviger Kunde verhalten; zweitens ist jeglicher Zeit-, Komfort- und Zufriedenheitsgewinn, den eine reibungs- und kontaktlose Zahlung fĂźr beide Seiten bedeutet hätte, einem Zeitverlust und einer nervigen Diskussion gewichen; drittens kann man in dem Laden offenbar nicht kontaktlos bezahlen. Ich trolle mich â halb hoffend, halb fĂźrchtend, bestimmt nicht der nervigste Kunde heute gewesen zu sein â und verstecke mich in einem der Schraubgläser, die ich gekauft habe.
(Christopher Bergmann)
Ist es nicht nett von mir das mein Zahlschwein mir die Nägel und die Uhr bezahlen durfte? Dafßr ist er wenigstens Gut - seiner Herrin zu dienen hahahha

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âJeder muss fĂźr seine Taten bezahlenâ
Gzuz / Was hast du gedacht?
Glßck muss man mit Tränen bezahlen.
Edith Piaf
Man kann einfach nicht immer nur anschreiben lassen. Irgendwann kommt fßr jeden der Zahltag und das ist immer frßher als später.
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