ENCANTO - Die Magie des eigenen Ichs
Stell Dir vor, es gibt eine Kerze, in der eine geheimnisvolle Kraft inne wohnt, die Dein größtes Interesse, Deine größte Leidenschaft in eine Superkraft verwandelt: Du liebst gutes Essen, kochst gerne und hast Freude daran, anderen Menschen zu helfen? Wieso könntest Du nicht einfach alles miteinander kombinieren und mit dem Essen, das zu zubereitest, Krankheiten heilen? Oder Du liebst Pflanzen und Blumen? Wieso nicht per Gedankenkraft überall, wo immer Du willst, die schönsten Blumen blühen lassen und Deine Mitmenschen damit erfreuen?
In dem Disney Animationsfilm "Encanto" geht es genau darum - und um eines gleich vorweg zu nehmen: Dies wird jetzt keine Review oder eine Kritik an dem Film selbst, sondern ich möchte mich heute mit der Thematik des Films beschäftigen. Denn die Story geht tiefer, als sie den Anschein hat.
Um vielleicht für all jene, die den Film nicht kennen oder noch nicht gesehen haben, zu erklären, was ich meine, erkläre ich kurz, was ich mit "Mag des eigenen Ichs" und "Superkräfte" meine, ohne jetzt etwas von der Story zu spoilern: Encanto ist eine kleine, dorfähnliche Gemeinde in Kolumbien bzw. Südamerika (Zeit unbekannt, aber da ich weder Autos noch Handys gesehen habe, tippe ich auf Ende 19. / Anfang 20. Jahrhundert). Die Menschen im Dorf erhalten Unterstützung von einer Familie, deren Mitglieder Superkräfte besitzen: Da gibt es Luisa, die kann Esel, Felsblöcke und ganze Häuser herumtragen, eine andere kann das Wetter manipulieren oder die schöne Isabela kann Blumen wachsen lassen.
 Diese Superkräfte erhalten ausschließlich Mitglieder dieser Familie, und zwar als Kinder in einer großen Zeremonie, wo sich dann eine magische, leuchtende Tür öffnet und die "Gabe" dann dem Kind offenbart.
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Der Junge Antonio beispielsweise kann dann mit den Tieren sprechen - und hier komme ich zum Kern meiner Theorie bzw. meines Artikels, denn Antonio hat vor der Zeremonie große Angst und bekommt von Mirabel (die Hauptfigur und Heldin des Films) Mut zugesprochen und ein Stofftier geschenkt mit dem Satz "Du magst doch Tiere". Und hier kommt meine Überlegung, ob vielleicht alle Mitglieder der Madrigal-Familie ihre Gabe selbst wählen und diese durch die Magie dieser Kerze nur verstärkt wird?
Die Magie - "Encanto" spanisch für „Zauber“ oder „Verzauberung“ - des eigenen Ichs vestehe ich als Methapher dafür, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu haben. Antonio beispielsweise würde auch gut mit Tieren umgehen können, wenn er nicht mit ihnen sprechen könnte. Isabela hätte auch Freude und Begabung darin, Pflanzen und Blumen zu züchten und zu pflegen, wenn sie nicht ihre Superkraft hätte.
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Als ich Antonios Zeremonie gesehen habe, habe ich mich selbst gefragt: Welche Tür würde sich für mich da wohl öffnen? Wie würde mein Zimmer aussehen und welche Superkräfte würden mir geschenkt werden? Fragt Euch das auch mal: Welche Eurer Interessen, Leidenschaften und Fähigkeiten hättet Ihr gerne als Superkraft und was würdet Ihr damit anstellen?