Pia Heinrich in Das Böse in Dir (Spatort Text Post 01/?)

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Pia Heinrich in Das Böse in Dir (Spatort Text Post 01/?)

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wip-wednesday 22.7.26
beinahe vergessen, aber here we go! der dritte teil für die fic "blick ins tal", wo es um pias unerwiderte gefühle für esther geht (esther datet gerade noémie) und hmm, ich weiß nicht, es liegt schon ne weile herum, gebt gern euren senf dazu!
Es ist dunkel, als es an der Tür klingelt. Esther trägt schon ihre Jogginghose, die innen aufgeraut ist, und einen warmen Pullover. Sie hat heute nicht mehr mit Besuch gerechnet. Draußen regnet es in Strömen. „Pia?“ Sie hört selbst, wie überrascht sie klingt. „Sorry.“ Pias Haar tropft, ihre Jacke sieht durchgeweicht aus. „Hatte keinen Schirm dabei und bis nach Hause ist noch ein Stück.“ Das ist eine Untertreibung. Forbach ist in Frankreich, Pia wohnt in Saarbrücken am Stadtrand. Esther tritt beiseite, um Pia reinzulassen. „Ich hol dir ein Handtuch.“ Von Esther aus würde Pia über eine Stunde zu Fuß brauchen. Busanbindung ist mit all den Baustellen und zu dieser Uhrzeit nicht mehr zuverlässig. Sie lässt ihre Kollegin im Flur stehen, triefend wie sie ist, und tritt an die Kommode mit den Handtüchern. Wenn Pia so aussieht, dann hat sie etwas zu verarbeiten. Sie stürzt sich entweder in die Arbeit oder wird rastlos. Das hier ist die rastlose Pia. Auf dem Weg zurück zu Pia macht sie einen Abstecher über ihr Schlafzimmer und greift sich einen Hoodie, der groß genug sein müsste, dass er Pia passen könnte. Auch Wollsocken und eine Hose nimmt sie mit. In den nasskalten Klamotten würde sie sich sonst nur erkälten. Pia hat sich kaum vom Fleck bewegt, aber immerhin ihre durchweichten Schuhe ausgezogen. Sie nimmt, was Esther ihr gibt. „Geh duschen, Spätzchen. Ich mache Tee.“ Pia nickt. Sie sieht verloren aus. Es dauert, bis sie wieder rauskommt. Jetzt mit rosigen Wangen, aber immer noch mit dieser Unruhe im Blick. Esthers Pullover sitzt bei ihr wie angegossen. Sie trinkt den Tee, den Esther ihr hinschiebt, schweigend. Der Kühlschrank summt im Hintergrund und der Regen prasselt immer noch auf die Fensterscheiben. Esther wartet ab. Es ist angenehm, hier mit Pia zu sitzen, trotz der ungewöhnlichen Umstände. So eine Freundin wie Pia hatte sie schon lange nicht mehr. Eine, bei der es sich natürlich anfühlt, wenn sie spontan vor der Tür steht und eine, die Esther besser versteht als der Großteil ihrer eigenen Familie. Sie ist froh, dass Pia hier sitzt. Nachdem sie sich die letzten Tage so zurückgezogen und ihre normalen Verabredungen abgesagt hat, hat Esther gemerkt, wie sehr sich ihre Leben mittlerweile miteinander verwoben sind. Sie hat Pia vermisst. „Ich bin in dich verliebt.“ Pia guckt Esther nicht an, als sie die Worte ausspricht. Der Dampf kringelt sich über ihrer Tasse. Esther stockt. „Was?“ Pia starrt weiter in ihren Tee, zuckt mit den Schultern. Ihr Mund ist ganz klein, eng zusammengezogen. „Ja.“ Sie schluckt. Ihr Daumen reibt über den Henkel der Tasse. „Ich weiß, du nicht.“ Ihre Stimme ist kratzig. Esther sitzt da, festgefroren. Sie will die Hand ausstrecken. „Pia…“ „Und ich will mich für dich freuen. Wegen Noémie. Aber ich kann nicht.“ Pia spricht, als hätte sie Esther nicht gehört. „Es tut einfach zu weh.“ Sie atmet zitternd aus und blickt hoch. Esther hätte nicht gedacht, dass es so schmerzen könnte, ein Liebesgeständnis zu hören. Es sticht in ihrem Herzen, physisch. Pias Blick ist so nass und so direkt, dass es Esther schwerfällt, ihn zu ewidern.
They are not talking about emotions today.
"Und Sie treten in seine Fußstapfen?"
🎵 Overtüre (Das fliegende Klassenzimmer) - Niki Reiser