Der Titelsong unserer Initiative in der Version von der Band TIL.
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Der Titelsong unserer Initiative in der Version von der Band TIL.

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Niemand spricht gerne darüber: Sterben. Und doch tut es jeder – früher oder später. Der Tod ist nach wie vor ein Tabuthema. Es gibt Hospize und Trauerangebote für ältere Menschen oder auch für Kinder. Für Jugendliche dagegen kaum. Das will Dada Peng alias Mirko Klos ändern.
Das war ein tolles Gespräch mit dem Indeon Magazin. Das ganze Interview findet ihr unter dem Link.
Beitrag zum Memento Tag 2020
Sich seiner eigenen Sterblichkeit bewusst zu sein ist für viele Menschen eine Last, ein Angstfaktor, den es zu verdrängen gilt. All jene die heute den Memento Tag - End-lich leben begehen und feiern, wird es wahrscheinlich anders gehen. Denn der bewusste Umgang mit dem Tod führt vielfach dazu, dass das eigene Leben schöner, intensiver und bewusster gelebt wird, gelebt werden kann. Nur wer sich seiner eigenen Sterblichkeit bewusst ist kann auch bewusst leben. Das Leben seinen eigenen Bedürfnissen entsprechen gestalten. Nicht irgendwann, aber jetzt. Ich habe mich irgendwann, es war kein Tag sondern ein Prozess, entschieden, dass ich mein Leben so leben, so ordnen möchte, dass mein letzter Tag zu jeder Zeit kommen kann. Ich möchte einen leeren Keller, eine geplante Beerdigung, einen Koffer voller Erinnerungen und keine offene 2doListe haben.
Es begann eigentlich damit, dass ich keine Freude mehr an Besitz finden konnte. Jede Kiste im Schrank, jedes ungetragenen Kleidungsstück, jedes Möbelstück, das ich nicht wirklich nutzte, schien mir nur noch Ballast zu sein. Und so begann ich mich von allen Dingen, die ich nicht zum leben brauche, zu verabschieden.Ich schmiss ganze Kartons aus dem Keller weg ohne auch nur einmal sie noch durchzugucken. Ich dachte, wenn ich da jetzt 5 Jahre nicht rein gesehen habe, dann werde ich die Dinge wohl auch in Zukunft nicht vermissen.Klar, wir alle möchten etwas hinterlassen, etwas das bleibt. Das können mit Sicherheit auch Dinge sein. Allerdings gibt es auch andere Möglichkeiten, Spuren zu hinterlassen.In dem man dafür sorgt, dass Menschen sich liebevoll an einen Erinnern. Durch die Weitergabe von Wissen. In dem man etwas bleibendes schafft. Das fängt beim Kochrezept an und hört noch lange nicht bei einem Gedicht oder einer Geschichte auf.Mit der Zeit kam immer mehr der Wunsch auf, auch schon jetzt für meine Beerdigung zu sorgen. Ich fand sowohl bei meinem Vater als auch bei meiner Mutter diesen Gang ins Beerdigungsinstitut sehr unschön. Hinzu kamen damals dann wirklich hohe Geldbeträge, die man erstmal aufbringen musste und vor allem auch die Not, nicht zu wissen, wie man es richtig macht.
Ich habe mittlerweile eine Sterbegeldversicherung und die Losung an meine Freunde und Familie ausgegeben: Macht es Euch so, wie Ihr es schön findet. Es ist Eure Party. Ich habe nur einen Wunsch, dass meine Freundin Miss Jessica Walker vor der Trauerhalle steht und Welcome Drinks verteilt. Na ja und für den einen oder anderen ProgrammPunkt habe ich schon auch noch ne Idee. Aber dafür gibt es eine Liste direkt neben der Sterbegeld Police.Warum erzähle ich Euch das? Weil ich Euch aus dieser Erfahrung, aus dieser Art zu leben heraus einfach als Info mitteilen möchte, dass wir vor dem Umgang mit dem Tod keine Angst haben müssen. Im Gegenteil! Mich befreit diese Art zu leben von Tag zu Tag mehr.Die Dinge sagen, die man sagen möchte. Die Dinge erleben, die man erleben möchte. Die Wege gehen, auf denen man gehen mag. Jetzt! Nicht irgendwann.
Nächste Woche erscheint meine CD "vom leben und sterben". Als ich sie vor einigen Wochen erst fertiggestellt hatte, dachte ich abermals: Jetzt kann ich sterben. Alles was ich bis jetzt zu sagen habe, ist darauf zu finden, zu hören. Und erneut empfand ich eine enorme Freiheit. Nämlich nicht das Gefühl zu haben noch irgendetwas tun zu müssen. Um so mehr freue ich mich heute auf jeden neuen Tag, den ich frei von Wünschen, frei von Erfolgsdruck, frei von Angst leben darf.Und gerne dürfen es noch viele mehr werden. Mich beruhigt, dass ich mittlerweile zu meinen Freunden sagen kann: Wenn ich denn dann sterbe, müsst ihr einfach nur noch in der Wohnung kurz feucht durchwischen.
Ich wünsche allen Beteiligten einen erfolgreichen und schönen Memento Tag 2020!
Wer ist Dada Peng alias Mirko Klos? Erst einmal ein richtig netter, mit dem man großartig reden kann. Dazu ist er Singer/Songwriter, Autor, Artist, Ehrenpreisträger des Deutschen Hospiz- und Palliativ Verbands und vor allem Aktivist für junge Sterbende und ihre Freunde. Mit seiner Initiative „Superhelden fliegen vor“ setzt er sich für die Interessen junger Sterbender ein und möchte die Sicht auf dieses Thema verändern. Seit kurzem gibt es nun einen "Superhelden fliegen vor" Podcast und von uns eine klare Hörempfehlung!
Mein erster Superheld überhaupt - JANA
Jana ist mein erster und ganz persönlicher Superheld.
Die Journalistin Renate Werner wollte in einer Dokumentation für ARTE über meine Initiative berichten. Ich machte einen Aufruf bei Facebook, um Protagonisten für die Doku zu finden und Jana meldete sich noch am selben Tag des Postings. Wir hatten sofort eine Ebene und ich fragte Jana, ob sie Lust hätte, Teil der Dokumentation zu sein und sie sagte ganz spontan und direkt: Ja.
Natürlich ist ein Bild wie „Superhelden fliegen vor“ ein tröstlicher Gedanke für Hinterbliebene. Wenn ich dann aber einen Menschen treffe, der in jungen Jahren eine lebensverkürzende Krankheit hat, fällt es natürlich auch mir schwer zu sagen: „Du bist halt ein Superheld und fliegst vor, ist doch cool!“ Diese Gedanken mit jemandem zu teilen, der laut einer tödlichen Diagnose nur noch wenige Wochen zu leben hat, ist auch für mich eine Herausforderung. Bei Jana war das der Fall. Sie war Mitte 30 und mit Krebs diagnostiziert. Als ich sie nach ihrer Lebenserwartung fragte, sagte sie mir im April 2018, dass sie noch bis zum Mark Foster Konzert im nächsten Januar durchhalten wolle. Sie schaffte es nicht. Aber in ihren letzten Monaten durfte ich sie und ihren Mann Jens, ihr Leben, ihre Sichtweisen und Lebenseinstellungen kennenlernen und von ihr lernen. Für mich ist sie der ultimative Superheld im Sinne unserer Initiative. Die erste Superheldin überhaupt.
Sie hat meinen Umgang mit Sterbenden geprägt und mich bis zuletzt und über ihren Tod hinaus ermuntert, das Bild der Superhelden und die Idee dahinter weiterzutragen.
Ohne Jana würde es unsere Initiative in der Form und wahrscheinlich dieses Buch nicht geben.
In der ersten Zeit lernten Jana und ich uns nur durch die sozialen Medien und über WhatsApp kennen. Vor unserem ersten Telefonat war ich wahnsinnig nervös. Der Superhelden-Gedanke war mir erst einige Wochen zuvor gekommen und Jana war der erste Mensch, der erste erkrankte Mensch, dem ich nun persönlich davon erzählen würde. Ich stellte mich auf jegliche mögliche Reaktion über „Was für ein Quatsch“ bis hin zu „Ich leg jetzt auf“ ein.
Dann klingelte das Telefon. Es war Jana. „Hi!“, eine fröhliche und lebendige Stimme begrüßte mich. Sofort war das Eis gebrochen. Was ich just in diesem Moment lernte war: Sterbende sind Lebende! Und wir alle sind Sterbende.
Warum haben wir immer direkt das Gefühl mit Sterbenden behutsamer und mitleidsvoll umgehen zu müssen? Keiner von uns kennt den letzten Tag, an dem wir vorfliegen werden. Ich hätte durch einen Unfall oder ein Unglück noch vor Jana sterben können. Es gab also keinen Grund, warum ich ihr mit Sorge oder gar Angst gegenübertreten hätte müssen.
Diese Angst nahm Jana mir in diesem ersten Gespräch und mir wurde klar: Wir begegnen uns immer nur in einem Augenblick. Die Vergangenheit können wir nicht ändern, die Zukunft nicht bestimmen, aber wir können unsere gemeinsamen Augenblicke in der Gegenwart gestalten und erleben.
Und das taten wir. Jana begann dann auch mein erstes Buch zu lesen und liebte es Gedanken oder Geschichten daraus zu kommentieren. In einem Kapitel erzähle ich davon, wie meine Mutter mir und meinem Bruder ganz klare Anweisungen gibt, wer auf ihre Beerdigung erscheinen dürfe und wer nicht. Als Jana das las schrieb sie mir direkt: „Wie geil ist das denn? Das mache ich auch!“ Ich überlegte scherzeshalber weiter in dem Buch, ob wir bei der Beerdigung meiner Mutter vielleicht tatsächlich mit Einlassbändchen arbeiten sollten. Prompt kam die nächste Nachricht von Jana: „Ich will auch Einlassbändchen!“
Jana nahm mir durch ihre offene Art nicht nur die Angst, sie auf ihre Beerdigung anzusprechen. Sie nahm mir auch die Angst über meine eigene Beerdigung nachzudenken.
Und als ich das dann tat, hatte ich direkt Bilder im Kopf: Pommes Currywurst und Champagner beim Leichenschmaus, einen Welcome-Shot Vodka am Eingang zur Trauerfeier, meine Freunde der Miami-Pop-Gruppe „Spiegelblick“ spielen live und die Drag Queen Jessica Walker sitzt wie Alexis Carrington mit einem riesen Hut und verschleiert in der ersten Reihe und schluchzt immer viel zu laut: „Dada, Dada!“
Ich weiß nicht, wie die Trauergäste das Ganze finden würden, aber mir würde es gefallen!
Ich finde, die letzte Party muss auch die beste sein.
Irgendwann als Jana und ich so hin und her schrieben und telefonierten, da bemerkte ich, was wir eigentlich taten. Wir hatten Spaß daran unsere eigenen Beerdigungen zu planen. Wir taten etwas eigentlich sehr trauriges und genossen doch den gemeinsamen Augenblick, das gemeinsame Erleben. Denn noch lebten wir!
Einen der schönsten gemeinsamen Augenblicke, die Jana und ich erleben durften, war als wir uns dann endlich persönlich kennenlernten. Ich hatte einen Auftritt in Dortmund, bei dem ich meinen Song „Superhelden fliegen vor“ zum ersten Mal präsentieren wollte.
Jana und ihr Ehemann Jens kamen extra den langen Weg von Stuttgart ins Ruhrgebiet, um dabei zu sein. Jana strahlte. Sie kam ganz ohne Kopfbedeckung und sah mit ihrem kahlen Kopf wunderschön aus. Wir feierten an dem Abend außerdem die Gründung unserer Initiative und Jana und Jens standen von Anfang an wie eine Wand hinter mir und sagten: „Das musst Du machen! Das ist super, wir brauchen das!“
Jana wurde ganz wunderbar von Ihrem Jens unterstützt. Ich sagte ihr später am Abend auch, dass ich sie wirklich beneiden würde. Um diese Form der Partnerschaft. Um diese Form der Begleitung. In unseren Unterhaltungen fanden wir immer wieder eine ganz ausgeglichene, gemeinsame Ebene. Wir sahen uns nie als der Gesunde und die Kranke, der zu Beneidende und die zu Bemittleidende. Es waren einfach immer nur „Wir“. Wir mit unseren schönen Dingen im Leben und wir mit unseren weniger schönen.
An jenem Abend in Dortmund rückte die Präsentation meines Songs immer näher. Jana und Jens saßen ganz vorne. Als die ersten Töne erklangen, nahm Jens Jana ganz fest in den Arm und ich merkte wie sich meine Kehle ein wenig zuschnürte. Diesmal konnte ich nur singen, wenn ich die Augen schließen würde. Und so tat ich es. Als ich die Augen wieder öffnete, sah ich, dass Jana weinte. Der Song war zum Glück der Abschluss des Abends und so verabschiedete ich mich und konnte dann recht schnell von der Bühne. Auch mir liefen einige Tränen über das Gesicht. Nicht aus Traurigkeit. Es war eher eine Form der Dankbarkeit und des Glücks.
Jana kam direkt auf mich zu. Sie nahm mich in den Arm und sagte: „Weißte was? Genauso ist es. Ich bin ein Superheld - ich fliege vor.“
Es wurde noch ein wunderschöner Abend, mit Freunden, vielen Gin Tonics und einer ganz warmen, wohligen Stimmung. Wir feierten den Augenblick und das Leben.
Es sollte unsere einzige persönliche Begegnung bleiben.
Von Janas Tod erfuhr ich per WhatsApp, als mir ihr Mann über Janas Account eine Mitteilung schrieb: „Jana ist heute um 14.15 Uhr friedlich in meinem Arm eingeschlafen. Gruß Jens“
Ich hatte noch eine Woche vorher ausgiebig mit Jana telefoniert und obwohl sie über Schmerzen und körperliche Einschränkungen berichtete, war sie gut drauf. Wir lachten und im Vergleich zu vielen anderen Telefonaten, die ich tagtäglich führe, war das ein lebendig und positives, ein glückliches Gespräch.
Sie berichtete, wieviel positive Resonanz sie nach der Ausstrahlung des ARTE-Beitrags bekam, wie sie die Begegnung mit alten Freunden genoss und natürlich auch wie scheiße es war, sich machtlos gegenüber ihrer Krankheit zu fühlen. Aber sie beklagte sich nicht. Kein einziges Mal.
Nachdem ich erstmal einen Champagner auf Jana, auf ihr Leben und auf unsere Begegnung getrunken hatte, wollte ich Jens kondolieren. Ich hatte bereits die ersten Zeilen eingetippt: Lieber Jens, wie schrecklich. Es tut mir unendlich leid….“
Dann dachte ich an Jana und an das, was wir bei unserem ersten Telefonat vereinbart hatten. Mir fiel es darin schwer, ihr Sterben beim Namen zu nennen. Ich sagte immer wieder Sachen wie: „In Deiner Situation“ oder „wenn man Deine Diagnose hat.“ und ähnliches. Irgendwann sagte ich: „Jana, ich merke die ganze Zeit, dass es mir schwer fällt, ganz offen zu reden, weil ich Dir nicht zu nahe treten möchte und auch auf gar keinen Fall Deine Gefühle verletzten will. Aber wenn das für Dich okay ist, würde ich gerne einfach sagen, was ich denke und wenn Du Dich an irgendeiner Stelle damit unwohl fühlst, dann sag es, ok?“
Jana erwiderte nur: „Ja klar, gar kein Problem!“
„Okay, also Du stirbst, richtig?“
„Ja, ich sterbe.“ sagte Jana.
Und dann haben wir diese direkte und offene Kommunikation beibehalten. Für mich eines der größten Geschenke, die Jana mir hinterlassen hat. Angstfrei, wertfrei und offen über das eigene Sterben und über den Tod reden zu dürfen.
Als ich nun Jens bei WhatsApp zurückschreiben wollte, merkte ich, dass sich in mir Widerstand regte. Schon der erste Satz „Wie schrecklich!“ – warum schrecklich?
Jana und ich hatten ausgemacht, dass wir immer sagen können, was wir denken, was wir von Herzen sagen möchten. Warum sollte ich das nun nicht mehr tun, nur weil sie gestorben war? Ich dachte daran, was ich von Jana gelernt hatte: Kein Mitleid mit Sterbenden. Sterbende sind Lebende. Glitzer und Champagner gerne und zu jeder Zeit.
Also löschte ich den bereits eingetippten Text und schrieb:
„Lieber Jens, liebe Jana! Ich glaube fest daran, dass der Tod ein Übergang von dem einen in den anderen Daseinszustand ist. Ich weiß aber auch, dass es sehr schwer ist, wenn man den Weg gerne gemeinsam gegangen wäre und nun alleine voran gehen oder zurückbleiben muss. Ich wünsche Euch beiden viel Kraft, Mut und Hoffnung! Ihr habt mich und unsere Idee der Superhelden stark beeinflusst und begleitet. Meine Telefonate mit Jana haben einen direkten Einfluss auf den Kurs der Initiative gehabt. Dafür bin ich sehr dankbar! Jana war die erste, die als betroffener Mensch zu mir gesagt hat: “Bleib dran mit der Initiative. Mach das! Wir sind alle Superhelden, ich bin auch einer, ich fliege vor.“ Liebe Jana, du bist unser erster Superheld und ich werde nicht müde werden, von Dir zu erzählen! Lieber Jens, auch Dir Danke und alles Liebe für die nächste Zeit. Wenn Du magst, melde Dich gerne!“
Als Jens mir die ersten Bilder von der Beerdigung per WhatsApp schickte, war ich zum einen sehr gerührt, glücklich und mir sicher, dass sie mich mehr verstand, als viele noch lebende Menschen, die zwar körperlich sichtbarer waren als sie, aber definitiv nicht präsenter oder lebendiger.
Bunte Luftballons flogen in den Himmel; begraben wurde Jana in einem Friedwald, Fotos von Jana, ihre Lieblingssachen und Grußkarten lagen unter ihrem Baum. Eine Gedenktafel mit ihrem Namen und ihren Lebensdaten erinnern seitdem an diese wunderbare Frau. Auf der Gedenktafel wurde auf Janas Wunsch hin noch eine Inschrift eingearbeitet. Direkt über ihrem Namen steht geschrieben: „Superhelden fliegen vor“.

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DiskoDadaBarTada
Ihr Lieben, der erste Post 2020 🤩🥳 Ich bin zur Zeit so sehr mit leben beschäftigt, dass ich mich hier bei Facebook wirklich nur melde, wenn ich auch etwas meiner Meinung nach gehaltvolles zu sagen habe, das ist einfach nicht jeden Tag der Fall 😆 Für mich ist als Initiative "Superhelden fliegen vor" wichtig, dass wir mit offenen Armen und Augen durch dieses Leben gehen und dem Tod neugierig und werteneutral begegnen. Es gibt Tage, Wochen in denen ich mir meiner Sterblichkeit gar nicht bewusst bin. Da lebe ich einfach nur in den Tag hinein. Das ist ganz wunderbar. Und dann gibt es wieder ein Gefühl, nur einen winzigen Moment, in dem ich all das hier zu verstehen schein, in dem der Tod für mich nicht mehr Ende sondern einfach nur Veränderung ist.
Gestern hatte ich wieder so einen Moment. Nach ziemlich genau 20 Jahren war ich mal wieder in meiner alten Teenager Dorf Disko. Wenn man realisiert dass etwas 20 Jahre lang her ist, dann realisiert man auch wie viel gelebtes Leben bereits hinter einem liegt. Mir wurde gestern klar, dass ich gerade fühle und erlebe wie es ist, wenn man älter werden darf. Wenn man nach 20 Jahren etwas wieder erlebt. Und ich hatte das Gefühl, dass ich dieses Erleben mit Menschen teilen kann, die nicht alt geworden sind. Ich stand auf der Tanzfläche und dachte an 3 konkrete Menschen, die sehr jung gestorben sind und in dem Moment waren sie bei mir.
Heute morgen wachte ich auf und versuchte dieses Gefühl von gestern ganz automatisch einfach als Laune abzutun und es zu verdrängen. Es ist aber noch da. Und darum ist es jetzt für mich kein Gefühl mehr sondern Wahrheit. Meine Wahrheit.
Warum ich dies hier mit Euch teile ist, da es für mich ein ganz großes AHA Erlebnis war, Momente noch mit Verstorbenen teilen zu können und durch mein Erleben auch so ein Stück weiterhin verbunden zu sein. Und ich bin wirklich wieder komplett ausgenüchtert. Ehrlich! :-D
Ich schreibe dies, weil ich es so erlebt habe und von heute an versuchen werde, bewusster darauf zu achten, wer den einen oder anderen Moment mit mir miterleben möchte. Auch ein guter Grund um immer ein Getränk mehr an der Bar zu bestellen.
Habt ein schönes Wochenende, mit vielen schönen eigenen und geteilten Erlebnissen. Alles ist eins!🥰
Euer Dada Peng
Superhelden fliegen vor
In meinen Lesungen und Konzerten treffe ich immer wieder auf Zuhörer, die einen geliebten Menschen in sehr jungen Jahren verloren haben. Insbesondere jetzt in der Weihnachtszeit fehlt dieser Mensch und ich kenne selbst das Gefühl, wenn Trauer einen zerreißt und körperlich wehtut.
Für mich war aber schon immer der Gedanke schwierig ein Leben in Jahren zu bemessen. Ab wann ist ein Leben zu Ende gelebt? Gibt es, sofern es einem körperlich und psychisch gut geht, ein genug?
Aus dieser Überlegung heraus ist das Bild der "Superhelden" entstanden. Junge Sterbende sind für mich nicht Opfer einer Krankheit oder der Natur. Sie sind jene, die den Mut haben auch in jungen Jahren in dieses neue Land zu fliegen, in das wir einst alle fliegen werden. Sie fliegen voraus. Sie sind Entdecker, stark und mutig. Jedes Leben ist gleich viel Wert, egal wie lange es in Jahren gedauert haben mag.
Und auch wenn wir uns ein längeres gemeinsames Erleben gewünscht hätten, so durfte ich selbst erfahren, dass manche sehr kurze Lieben, dass manche sehr wenige gemeinsame Momente, das eigene Leben intensiver und kraftvoller geprägt haben, als so manche Begegnung, die über Jahre hinweg besteht.
Auf alle Superhelden, auf das Leben und auf die Erinnerung, die für immer bleibt!
"Heute ist Welthospiztag! Für viele Menschen ist ein Hospiz noch immer ein Ort der Unbehagen auslöst. Nicht, da man die Arbeit der Hospizbewegung nicht zu schätzen weiß, sondern eher, da man seiner eigenen Endlichkeit im Hospiz begegnet. Auch junge Menschen sterben dort, auch Menschen die uns Nahe sein mögen, wir alle sind Sterbende! In Zeiten von Sozialen Medien und der riesigen Anzahl an Fotos und Videos die wir von uns selbst posten, mag einem kaum der Gedanke kommen, dass es einmal einen Tag geben mag, an dem niemand mehr weiß, dass wir existiert haben. Aber geschichtlich gesehen ist das am wahrscheinlichsten. Wer von uns kennt noch seinen Urgroßvater, wie oft wird noch über unsere Urgroßeltern gesprochen? Hospizarbeit heißt auch immer wieder Loslassen lernen. Das Leben fließen lassen lernen und zu erkennen: Wir alle sind eins! Verbunden durch Leben und Tod, durch Gezeiten und durch unser eigenes Erleben. Alles kommt zusammen und nichts geht verloren."
Dada Peng
Primadonna Girl - Geschichten aus dem Hospiz by Dada Peng
"Als ich diesen song "primadonna girl" zum ersten mal hörte, musste ich sofort an eine dame denken, die ich während meiner zeit im ilse maria wuttke haus (das hospiz in schwerte) kennengelernt habe. sie war eine der 5 bewohner des hauses. das ilse maria wuttke haus ist ein einfamilienhaus inmitten einer bürgerlichen wohnhaussiedlung in schwerte. es gibt 5 einzelzimmer, eine küche, einen aufenthaltsraum und einen sehr schönen garten. die schwestern dort habe ich immer als sehr kompetent und bemüht kennengelernt aber nicht als übermäßig spirituell oder religiös gar. und ich hoffe sie nehmen es mir nicht übel, aber es gehört zu der geschichte: die heißesten make up trends und die neuesten modischen highlights der new york fashion week waren jetzt nicht unbedingt immer tagesthema bei den damen im hospiz. zumindest nicht bis jene eine bewohnerin einzog. auch sie war totkrank, wie jeder bewohner des hauses, und wusste, sie würde ihre letzten tage nun hier verbringen.als nach den ersten 2 oder 3 tagen eine der schwestern sie fragte, ob sie sich etwas wünschen würde, ob wir etwas für sie tun könnten, da blickte sie auf und sagte: "ich sehe so beschissen aus! ich würde mich sehr gerne schminken, denn so möchte ich nicht sterben! aber ich glaube meine tochter hat mein ganzes make up in meiner wohnung gelassen. könnten sie mir vielleicht mit ein wenig mascara, make up und lippenstift aushelfen? ich wäre ihnen sehr dankbar." alle anwesenden schwestern im zimmer blickten sich gegenseitg etwas hilflos an bis nach einigen sekunden die hospizleiterin sagte: "also, ich glaube bei unseren schwestern hier im haus dürften wir bei der suche nach make up kein glück haben."der blick aller anwesenden wanderte zu mir, der ich in meiner neuen dolce und gabanna jeans mit glitzer, meinen prada turnschuhen und meinem weißen hugo shirt mit einem neuen kopfkissenbezug neben dem bett stand. "also bitte.....mich braucht ihr auch nicht angucken...make up hab ich auch nicht," sagte ich nur leicht irritiert. "aber ich kann ganz sicher etwas besorgen." die dame bekam letztendlich make up um sich selbst für den letzten tanz, den letzten gang, den letzten blick in den spiegel her zu richten und wenn ich heute den song "primadonna girl" höre, so wie jetzt gerade in diesem moment, dann denke ich an sie und sie ist nicht vergessen. so blicke ich heute auf meine zeit im hospiz viel mehr lachend als weinend zurück. es gibt mehr beglückendes, das ich dort erlebt habe, als bedrückendes. und so würde ich mir wünschen, dass sich auch viele junge menschen aus dem nachtleben heraus in ein hospiz wagen würden um zu lachen, um sich beglücken zu lassen. und um make up dabei zu haben wenn es von einem "primadonna girl" gebraucht wird. aus "mein buch vom leben und sterben - von Dada Peng" https://dadapeng.net/produkt/meine-buch-vom-leben-und-sterben/
Neue Wege in der Sterbebegleitung
Nach einer meiner letzten Lesungen wurde mir von einem jungen Mann erzählt, der mit Mitte 40 nun auf der Zielgeraden seines Lebens angekommen war. Seit seiner Jugend war er leidenschaftlicher Kiffer gewesen und konnte nun kein Hospiz finden, in dem er bis zuletzt auch in seinem Zimmer exzessiv hätte kiffen können.
Eine befreundete Filmemacherin erzählte mir kürzlich, dass sie in Begleitung eines Kameramanns einen totkranken jungen Mann im Hospiz besuchen wollte, damit dieser für seine Tochter noch ein Video mit einer kurzen Botschaft aufnehmen könne. Das wurde ihr von der Hospizleitung untersagt, da man befürchtete, andere Bewohner könnten sich durch das Hineintragen der Kamera gestört fühlen und es wurde mit der Fürsorgepflicht für andere Bewohner argumentiert.
Aus einem anderen Hospiz wurde mir erzählt, dass ein Bewohner, der sehr selten nur Besuch bekam, sich gerne über Amazon Prime noch blaue Hausschuhe bestellen wollte. Da er allerdings keinen Handyempfang im Zimmer hatte und das Hospiz nicht mit WIFI ausgestattet war, musste er mehrfach die Schwestern bitten, ihm blaue Hausschuhe in der Stadt zu besorgen.
Wir sagen ja so schön 50 ist das neue 30. Und da ist auch etwas wahres dran. Unsere Leben haben sich verändert. Die Rolling Stones stehen noch mit über 70 auf der Bühne und rocken.
Das bedeutet aber auch, dass wir die Sterbenden von heute nicht mehr mit der Kriegsgeneration vergleichen können. Die Bedürfnisse, insbesondere von jungen Sterbenden, haben sich verändert.
Es gibt mittlerweile krebskranke Menschen, die ganz offen und offensiv mit ihrer Krankheit umgehen, darüber bloggen und noch im Sterbebett bei Facebook live gehen um sich von ihren Followern zu verabschieden.
Das sind ganz neue Wege der Sterbegestaltung. Das sind mutige und innovative Menschen, die ihr Schicksal und ihren letzten Weg selbst gestalten.
Vereine, Verbände, Initiativen und die Politik sind seit Jahren in erster Linie für die Ausrichtung der Hospizbewegung zuständig. Wir selbst drücken uns auch sehr gerne vor dieser Aufgabe. Viele Menschen haben Angst vor dem Thema und vor der Gewissheit einmal einen geliebten Menschen zu verlieren bzw. selber zu sterben.
Vereine, Verbände. Initiativen und die Politik sind aber in den meisten Fällen schwerfällig und entweder kirchlich oder sozial geprägt.
Im digitalen Zeitalter können viele da nicht mithalten. Die Zeiten ändern sich rasant und oftmals sind Sterbende dem Hospiz, in dem sie ihre letzten Tage verbringen, 20 Jahre voraus.
Jetzt kommt es auf die Mitte der Gesellschaft an. Künstler, Köche, Taxifahrer, Designer, Rotlichtschwalben, Fotografen, Sänger, Tänzer, Wurstverkäufer, wir alle müssen unseren Senf dazu tun, damit Hospize unserer Realität entsprechen. Damit es Räume für Kiffer, Säufer und Huren gibt. Damit Playstations, Smart TVs und WIFI zur Grundausstattung gehören, damit wir bis zum letzten Atemzug so gut es geht selbstbestimmt leben können. Selbstbestimmt einkaufen, selbstbestimmt Musik hören, selbstbestimmt guten Kaffee trinken.
Wir brauchen neue Wege in der Sterbegestaltung, neue Strassen in der Sterbebegleitung!
Wenn wir im Auto sitzen und bereits losgefahren sind, wird es schwierig wenn wir die vorhandenen Strassen verlassen möchten, weil sie uns nicht an unser selbst gestecktes Ziel zu bringen scheinen. Es geht auch, aber insbesondere in der letzten Lebensphase ist Kraft sehr kostbar und kann viel besser an anderen Punkten eingesetzt werden. Wenn wir unsere Strasse, unseren ganz eigenen Weg bereits jetzt schon bauen und ihn auch für andere bereitstellen, dann können wir die Fahrt am Ende vielleicht sogar ein wenig genießen.
Leben ist so bunt und vielfältig. Genauso muss auch das Sterben sein.
Lasst uns mutig sein, neue Strassen erdenken, erbauen und befahren!
Auf das Leben!

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Ein Gedanke: Wir glauben im allgemeinen, dass Liebe sich ausgleichen muss. Wir wollen genauso sehr geliebt werden, wie wir selber lieben. Ich glaube das ist nicht richtig! Liebe ist nämlich eigentlich wie zu pinkeln. Stell dir doch mal vor du musst ganz dringend auf die Toilette. Du findest aber nirgendwo ein Klo. Dann nach einer gefühlten Ewigkeit findest du eins und ganz kurz bevor du dir fast in die Hose machst, sitz Du auf dem Pott und kannst ganz in Ruhe pinkeln. ___🙈🤩🤩🤩🙈___ Und das Gefühl, das du dann hast, das musst du auch in der Liebe haben. Die Liebe einfach frei laufen und fließen lassen und sich einfach nur an dem Gefühl erfreuen. Ohne jegliche Bedingung. Ohne jegliche Erwartung. ___❤️❤️❤️❤️___ #SuperheldenFliegenVor #SHFV #leben #sterben #tod #trauerbegleitung #sterbebegleitung #hospizarbeit #aufdasleben #gestorbenwirdamschluss #dertodistnichtdasende #nachdenken #zitat #zitate #gedenken #gedanke #philosophie #sprüche #spruchdestages #lebendig #leben #carpediem #weisheit #geistreich #worte #gedicht #poesie #dadapeng #autor #gedankentanken #lebensweisheiten (hier: Berlin, Germany) https://www.instagram.com/p/Bul5-0FgSL1/?utm_source=ig_tumblr_share&igshid=1s41wr80duatx
ein bewohner im hospiz wurde einmal in meinem beisein gefragt: "wie fühlt es sich an, wenn man weiß, dass jeder tag der letzte sein kann?" darauf hin antwortete er nur: "und wie fühlt es sich an, wenn man so tut, als könne er es nicht?" WORD!💪👍 ___😍😍😍___ #SuperheldenFliegenVor #SHFV #leben #sterben #tod #trauerbegleitung #sterbebegleitung #hospizarbeit #aufdasleben #gestorbenwirdamschluss #dertodistnichtdasende #nachdenken #zitat #zitate #gedenken #gedanke #philosophie #sprüche #spruchdestages #lebendig #leben #carpediem #weisheit #geistreich #worte #gedicht #poesie #dadapeng #autor #gedankentanken #lebensweisheiten (hier: New York, New York) https://www.instagram.com/p/BuMYJkVAlFB/?utm_source=ig_tumblr_share&igshid=1hccgofipmqc6
Hast Du schon mal darüber nachgedacht, ob Du, wenn Du mal in ein Hospiz kommen solltest, auch Wifi hast und Du Dein Lieblingsgetränk bekommst? Mirko Klos, Aktivist, Autor und Musiker, auch bekannt als Dada Peng, setzt sich mit seinem Verein "Superhelden fliegen vor" für Sterbende ein und macht uns mit seiner Arbeit bewusst, dass auch die letzte Lebensphase Leben bedeuten darf und muss. Sein Hauptfokus liegt darin, Kinder und Jugendliche über das Sterben und den Tod aufzuklären. https://superhelden-fliegen-vor.de https://dadapeng.net/
Den Tod aus dem Dreck ziehen
mittlerweile glaube ich, zu sterben ist das größte geschenk, das uns menschen gegeben wurde. es reinigt, erneuert, befreit und macht uns alle gleich. der tod ist nicht feind, er ist freund, geliebte und ein kamerad. egal welcher religion wir uns zugehörig fühlen, egal ob wir an ein leben nach dem tod glauben, daran gerichtet zu werden, daran dass uns diverse jungfrauen erwarten oder dass wir reinkarnieren, all diese glauben und hoffnungen werden am ende in nur einer warheit münden:
uns allen wir das gleiche geschehen. wir alle gehen denselben weg, den vor uns unsere vorfahren gegangen und den nach uns unsere nachkommen gehen werden. egal was Du erreicht hast im leben oder auch nicht. egal aus welchem schoß entsprungen und egal wie lange dein leben in jahren gedauert haben mag. wenn es soweit ist, stehen wir alle einfach nur nackt da und werden gehen.
so erging es meiner tante minna, meinen großvätern, meiner großmutter, meiner cousine, meinem vater, meiner mutter, meiner paula, und so erging es auch whitney houston. denn aufeinmal war auch sie einfach nicht mehr dada.
was bleibt sind nicht wir. was bleibt sind bäume und himmel, städte, winde, meere. was bleibt ist welt.
wir sind zu gast in einer welt die nicht uns gehört und die wir nicht halten können. wir werden gehen. der himmel, die sonne, die berge und die seen nicht. wenn ich in köln am eigelstein mir die eigelstein torburg ansehe und bedenke wer schon zu welchen zeiten genau an dieser stelle vorbeigegangen, flaniert und geschlendert ist, vertrieben und besiegt wurde, dann erkenne ich meinen platz in dieser welt und wie klein er ist. und ich erkenne, dass ich nichts tun und erreichen kann um diesen platz aufzuwerten, ihn größer oder bedeutsamer zu machen. in dieser unbedeutsamkeit sind wir alle eins. darum lasst uns tagtäglich an die hände fassen und uns die füsse küssen, da wir gemeinsam gerade jetzt diese welt erleben.
wenn du dir dein direktes umfeld, deinen umkreis ansiehst in dem du lebst, dann sind es doch sehr wenige menschen die diesen kreis bilden. von allen menschen, allen zeiten, allen orten auf der welt bist du gerade dort wo du bist und teilst diesen ort und diese zeit mit diesen wenigen wesen, strassen und liedern.
dies zu begreifen war für mich ein großes geschenk und das vorangehen von vielen mir am herzen stehenden und liegenden menschen hat mir geholfen diesen tatbestand zu erkennen und ihn zu erfühlen.
ich habe in meinem leben so ziemlich jede religionsgemeinschaft zumindest einmal besucht. und ich habe in keiner religion die weisheit, liebe und verbundenheit gefunden, wie ich sie in musik, gutem essen oder einem glas wein, frisch gebrühten tee oder in einer schale Pommes fand. in fast allen religionen wird sehr gerne gesagt, wenn du erkennst, dass du bedingungslos geliebt wirst, dann bist du frei.
diesen satz kann ich nicht laut genug in alle kirchen und moscheen, in alle länder und familien hinein rufen, hinein singen.
gott, lothar matthäus, oder wie auch immer du es nennen magst liebt dich bedingungslos auch wenn du sex vor der ehe hast, arm bist, verlierst, frau bist, schweinefleisch ist.
so weit ich es aus meiner erfahrung und aus meinem leben heraus sagen kann, interessiert all das lothar matthäus nicht. und gott geht es ebenso.
es interessiert ihn nicht einmal ob du mordest oder stiehlst, ob du ein dieb bist oder ein held, ob du fett bist oder dünn.
er interessiert sich für gar nichts. egal wer du bist, was du tust, ob du alten menschen den hintern abputzt oder drogen von mexico in die usa schmuggelst. er liebt dich halt, egal wie gut oder scheisse du auch bist. er hatte hitler genau so lieb wie ghandi, den mann der meinen hund überfahren hat genauso lieb wie marilyn monroe und dich ganz so wie mich.
es gibt nichts das ich tun kann, es gibt nichts das ich lassen kann, das den wert meines lebens in irgendeiner weise verändert, weder in die eine noch in die andere richtung.
das heisst: ich bin frei. absolut frei das zu tun, was mein herz mir abverlangt, das zu tun was immer mich glücklich macht.
ich glaube, dass wir eine neue einstellung zum tod finden sollten. wir sollten ihn gesellschaftlich nicht an den rand, aber in die mitte stellen sollten.
es gibt nur zwei dinge die uns alle vereinen. das ist die geburt und das ist der tod. der anfang und das ende unserer zur zeit wahr genommenen existenz.
was dazwischen liegt, das nennt man leben. für jeden menschen ganz persönlich. für jeden menschen anders. die geburt wird als lichtgestalt als wunderschönes erlebnis dargestellt, als freudiges ereignis betitelt. beim tod ist es anders. er wird als sensenmann porträtiert, als dunkel und schlecht beschrieben. meiner persönlichen erfahrung nach, ist diese darstellung nicht korrekt.
der tod ist eine sehr existentielle und emotionale erfahrung, ganz wie die geburt. er ist nicht schlecht. während des sterbens gibt es so lichtvolle, so helle, unendlich lebendige momente, wie es sie zu anderen zeiten des Lebens, nur selten, vielleicht auch nie gegeben haben mag.
wenn wir die angst davor verlieren, wenn wir genau hingucken, genau hinfühlen, dann erfahren wir den tod in einer ganz anderen gestalt, dann ist er uns auf einmal frau und mutter, adonis und ein guter freund.
wir müssen einfach nur da sein und fühlen, riechen, sehen, hören was geschieht, das sterben aus dem dreck heraus heben und es lieben.
du liest nun das was meinem geist entsprungen. das verbindet uns. ob du mir zustimmst oder nicht, ob du mich magst oder nicht, das spielt keine rolle. im geiste sind wir verbunden. diese verbundenheit bestand von anfang an und sie wird immer bestehen. die einen kommen, die anderen gehen, die einen gehen voran, die anderen bleiben zurück.
der weg ist für alle gleich. das wird er für dich und er wird es für mich. das wird er für madonna und er war es auch für whitney houston.
aus “Dada Peng - mein buch vom leben und sterben” www.dadapeng.net
"Die letzten Lebenstage in einem Hospiz zu verbringen ist nicht das Schlimmste, das uns passieren kann, es ist das Beste! Wir müssen allerdings jetzt für ein vielfältiges, modernes und der neuen Generation von Sterbenden entsprechendes, breites Angebot von Hospizeinrichtungen sorgen. Das muss aus der Mitte der Gesellschaft geschehen und geht uns alle an!" Dada Peng ___VIELFALT___ #SuperheldenFliegenVor #SHFV #leben #sterben #tod #trauerbegleitung #hospiz #sterbebegleitung #hospizarbeit #gestorbenwirdamschluss #dertodistnichtdasende #nachdenken #zitat #zitate #gedenken #gedanke #philosophie #sprüche #spruchdestages #lebendig #leben #carpediem #weisheit #geistreich #worte #gedicht #poesie #dadapeng #autor #gedankentanken #lebensweisheiten https://www.instagram.com/p/BuEp-KBADsS/?utm_source=ig_tumblr_share&igshid=ulvo7gmhf1nm

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wie ein eiswürfel mein leben veränderte #DerTodIstTransformation
ich sitze oft am rande und doch inmitten der stadt und frage mich dinge, die dann in meinem kopf umherirren, bis wir gemeinsam eine antwort auf meine frage gefunden haben. nicht selten wünschte ich mir dann, die antwort auf alle meine fragen sei ganz einfach: ich bin verrückt. und dann wiederum finde ich antworten auf fragen, direkt vor meiner nase liegend und einfach nur auf mich wartend. so geschehen ist es, als ich mich fragte, inwiefern der tod einfach nur transformation bedeutet.
ich saß damals in meiner kleinen wohnung in köln, hörte musik und versuchte zu begreifen, was da an meiner mutter, die gerade im sterben lag, geschah. ich überdachte wirklich an diesem abend mein denkkonzept vom leben und sterben. ich versuchte zu begreifen, was während des sterbens passiert. in wie fern der körper hülle oder rückstand war.
ich weiß gar nicht mehr, in welchem krankheitsstadium meiner mutter oder zu welcher zeit es gewesen ist. vielleicht drei oder vier wochen bevor sie starb.
ich wollte mir einen gin tonic mixen und hatte weder eis noch zitrone im haus. ich ging hinüber zum rewe und kaufte diese rieseneisbeutel mit eiswürfeln darin sowie mehrere zitronen.
zu hause wollte ich dann den eisbeutel in mein viel zu kleines eisfach pressen, was natürlich nicht gelang.
also nahm ich ein paar eiswürfel aus dem beutel, warf sie in die spüle und presste dann zufrieden den beutel ins eisfach.
ich mixte mir meinen gin tonic, legte irgend eine musik auf, ich glaub es war buddha bar oder etwas ähnliches und wollte noch das licht in der küche dimmen, als mein blick auf die spüle und die darin liegenden eiswürfel fiel.
ich lehnte mich an den schrank, mit meinem gin in der hand, mit musik auf den ohren und beobachtete, wie die eiswürfel schmolzen. einen davon ganz besonders. ich nannte ihn harry.
harry verlor ganz sanft seine form.
ganz so wie der körper meiner mutter.
ich stand da und blickte, trank und atmete bis harry ganz seine form verloren hatte und im ausguss verschwunden war.
so wie auch der körper meiner mutter verschwinden würde.
ich sagte leise : "adieu harry" und dachte: „wie tötet man eigentlich einen eiswürfel?“
klar, ich kann ihn kaputt machen, ich kann ihn schmelzen lassen, aber dann ändert er ja nur seine form, dann ist er halt wasser und dann? wie töte ich wasser?
ich kann es kochen, bis es verdampft, aber dann ist es trotzdem nicht tot, sondern wasserdampf. und wie töte ich wasserdampf? egal was ich tue, ich kann die form des eiswürfels verändern, aber kann ihn nicht töten. ich kann es nicht vollbringen, dass die moleküle, die ihn ausmachen, die ihn existieren lassen, nicht mehr existent sind.
und da verstand ich: harry lebt!
und genau so ist es auch bei dem körper meiner mutter. und bei meinem körper und bei allem das da ist und lebt.
ich begriff: sterben ist lediglich transformation, der übergang von dem hier zu halt etwas anderem. und so wurde dieser unscheinbare moment, wie ich in der küche stand und beobachtete wie ein eiswürfel schmolz, ein ganz wichtiger moment in meinem leben.
womit wir wieder beim anfang der geschichte wären und der frage, ob ich verrückt bin oder nicht.
aber so ist es geschehen und so mag ich euch auch davon erzählen.
Dada Peng
Gin Tonic, Bass Musik & Poetry