Mama Lazare habe ich nach lĂ€ngeren Recherchen fĂŒr die SRF-Dokumentation - einem Siebenteiler zur SeidenstraĂe - wiedergefunden. FĂŒr Megi G. war er ein sehr wichtiger Mensch, der ihr in ihrer letzten Lebenszeit sehr beigestanden hat. Ich hatte viel von ihm gehört und wollte ihn sozusagen in zweifacher Hinsicht kennenlernen. Erstens sollte er uns den Zugang zu dem fanstastischen Höhlenkloster in Wardzia ebnen, da er dort schon seit Jahren immer wieder einkehrte. Andererseits verband uns ein âgemeinsamer Menschâ.
âMamaâ heiĂt auf georgisch âVaterâ. Nur kurz: Unsere georgische Ăbersetzerin meinte: âSo einem Mönch wĂ€re sie noch nie begegnetâ.
Und ich kann nur sagen, es war eine auĂergewöhnliche Begegnung! Voller Ăberraschungen ...
âFĂŒr das Leben in Meditation hat Vater Lazare mit knapp 20 Jahren alles hinter sich gelassen: die Familie in der Hauptstadt Tiflis, sein Jusstudium, seine Freundinnen und Freunde. In seiner winzigen Zelle betet er Tag fĂŒr Tag fĂŒr sie â und fĂŒr sein Volk. Nur zweimal eine Woche pro Jahr darf er das Kloster verlassen â dann geht er wandern und bergsteigen im wilden Kaukasus.
Im Winter sei es hier oben minus 25 Grad, in seiner Zelle werde es mit einem Strahler aber angenehme 15 Grad ĂŒber null, sagt Vater Lazare ganz zufrieden.Im Kloster wird gebaut. Seit der politischen Wende sind ĂŒber 80 Prozent der Georgier wieder orthodoxe Christen. Der Glaube boomt, und das Interesse am Höhlenkloster wĂ€chst. Es gilt, die gefĂ€hrlichsten Stellen zu sichern. Die göttliche Ruhe könnte schon bald gestört werden. Georgien möchte nĂ€mlich seine marode Wirtschaft durch den Tourismus ankurbeln, auch hier hinten im Tal. FĂŒr Vater Lazare und die Mönche bricht eine neue Zeit an:
«,.. FĂŒr Georgien ist der Tourismus gut â aber fĂŒr uns ist die Stille besser. FĂŒr uns.»âÂ
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copyright 2012: Ralph HĂ€lbig










