Hey, wie gehts ?
Es gibt eine einfache Frage, bei der jeder von uns schon einmal gelogen hat. Die Frage "Wie gehts dir?"
Warum das so ist, liegt zum Einen wohl daran, dass wir häufig dazu verleitet werden mit einem einfachen "Gut" zu antworten, ich meine möchte mein Gegenüber wirklich wissen, das meine "beste" Freundin eigentlich überhaupt nicht zu mir passt und wir nur noch aus gewohnt Dinge unternehmen?, oder ich einen tollen Typen kennengelernt habe, der mir viel bedeutet und ich ihm nichts? oder das meine Mutter denkt sie wäre ein Teenie? oder auch dass mein Beruf eigentlich keinen Spaß macht? und ich daran zu Grunde gehe? wer zur Hölle will das wissen ?!
Zum Anderen liegt es wohl in der Natur des modernen Menschen. Keine Schwäche zeigen zu wollen, egal bei wem. Denn Schwäche bedeutet schwach zu sein, und schwach sein schickt sich nicht. Man muss immer stark sein und es dem anderen zeigen. Gefühlsduselei etc. Heul nicht, oder bist du ein Baby ? Weinen macht hässlich! und viele andere Sätzen kommen mir ins Ohr.
Ich denke, ich habe den Bogen mittlerweile so gut raus, dass ich kaum mehr weiß wer ich eig. bin, und was ich fühle. Vor lauter Stärke denken alle Menschen um mich herum, ich wäre der Sonnenschein, und sind ganz entsetzt wenn ich doch mal durch schimmern lasse, dass es doch ein Problem gibt. Andere halten mich einfach für Gefühlskalt oder gefühllos. Geweint vor einem anderen Menschen habe ich als Kind das letzte Mal, voraus gesetzt man sieht ab von dem schwächenden Mittel der Betäubung durch Alkohol ab. Die Hemmungen fallen, und man weint, aber zur Hölle nochmal die Menschen um mich herum dürfen die Wahrheit darum nicht erfahren!
Das ich mich oft in einer Spirale von Selbsthass wieder finde das geht keinem was an. Das weiß niemand. Das ahnt niemand und falls doch, so sagt es niemand. Weil die Schwäche schickt sich nicht, übers schwach sein redet man nicht.
Schreiben hilft. Seine Gedanken auf Papier los zu werden befreit. Die düsteren Gedanken verschwinden aus meinen Kopf für kurze Zeit, oft sehe ich dann einen Lichtblick. Licht am Ende des Tunnels, wie es so schön heißt. Die Sicht wird klarer für einen kurzen Moment, bis zu dem einen Punkt, an dem jemand wieder fragt: "wie geht es dir ?" Die Gedanken überschlagen sich, doch anstatt sich jemanden anzuvertrauen, antwortet man "gut und dir?!"







