Es tut immernoch weh.
Da sind die guten Phasen. Die in denen alles läuft, in denen ich alles im Griff habe. Die Phasen, in denen ich mich selbst mag. Duschen kann, ohne das es eskaliert. In denen ich in den Spiegel sehen kann und das, was ich sehe, okay ist. Nicht schön, aber okay.
Und dann sind da die schlechten Phasen. Die sehr viel längeren schlechten Phasen. In denen es mir wieder schwer fällt, Dinge weg zu werfen. So richtig schwer, mit weinen und Panik Attacken. Weil meine Psyche Dinge nicht hergeben will, wenn ich nichts negatives damit verbinde. Selbst wenn es nur eine leere Tempo-Packung ist. Die Phasen, in denen ich nachts Angst habe zu schlafen. In denen ich mich Stunden lang wach halte. Weil schlafen träumen bedeutet. Und träumen bedeutet, immer wieder das zu erleben, was mir vor so vielen Jahren passiert ist. Im den schlechten Phasen fällt es mir schwerer zu duschen. Weil ich wieder überall fremde Hände an meinem Körper spüre. Weil ich das Gefühl habe, nicht "sauber" zu werden. Die Phasen, in denen mein Essverhalten sich ändert. Ich wieder Tage lang nichts esse, nur um dann völlig maßlos zu essen. Die Phasen, in denen ich Panikattacken bekomme. Ohne jeden ersichtlichen Grund. In den schlechten Phasen denke ich wieder daran, mir weh zu tun. Das ist seit Jahren nicht passiert, aber der Gedanke kommt immer wieder. Und manchmal, an den besonders schlechten Tagen, frage ich mich ob sich dieser ewig andauernde Kampf noch lohnt.
Ich weiß, dass es sich lohnt. Ich weiß, das Leben bietet so viel mehr. Aber an den besonders schlechten Tagen, an Tagen wie heute, kann ich es nicht mehr sehen.













