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Eine Wespe hat eine viel gröĂere Libelle getötet.
Das "wissenschaftliche" 7-Minute Workout
Ich bin ja bei Trends oft etwas spÀt dran. Jetzt entdeckte ich das sog. 7-Minuten Workout, welches in fast jeder Vorstellung das Attribut "wissenschaftlich" verliehen bekommt. Dies wird von manchen Weiterverwertern und vielen Lesern als "wissenschaftlich erwiesen besser" verstanden.
Die Grundlage fĂŒr dieses MiĂverstĂ€dnis ist ein wenig komplizierter, halbwissenschaftlicher Artikel, welcher das 7-Minuten Training nach den GrundsĂ€tzen moderner Erkenntnisse entwirft. Dabei scheint es plausibel, dass es möglicherweise konventionellem Training ĂŒberlegen ist. Bewiesen, wie oft suggeriert, wurde es in dem Artikel (es ist keine Studie, sondern eben lediglich ein Entwurf) nicht.
Damit will ich niemandem den Spass nehmen, sondern viel mehr ermuntern das Training nach eigenen Ideen auszubauen. Oft wird in den populĂ€ren Apps nĂ€mlich indirekt davon abgeraten, in dem gewarnt wird, dass man, wenn man die vorgegebenen Ăbungen modifiziere, sich vom Pfad des wissenschaftlich Erwiesenen entferne. Und das ist Quatsch - erwiesenermaĂen!
Wie die Homöopathie Schulmediziner zu schlechterer Medizin treibt
Neulich in der Arztpraxis war ich mal wieder etwas frech bis unverschÀmt, erhielt aber tiefe Einsichten. Eine Patientin wollte ihre Kinder mitbehandelt haben, die erkÀltet waren. Die Sprechstundenhilfe zierte sich ein wenig, als ich aber den Namen der KinderÀrztin erfuhr, rutschte mir der Satz raus: "Na dann doch lieber bei uns, sonst gibt's doch nur Globuli." Die Mutter antwortete dann noch: "Wir schwören aber darauf."
(Und ich hatte meine Selbstbeherrschung soweit wieder erlangt, nicht auch noch eine Bemerkung dazu zu machen, dass sie ihre 3-jĂ€hrigen mal eben auch zu den JĂŒngern Hahnemanns zĂ€hlte, obwohl das denen (mal abgesehen vom leckeren Milchzucker in den Globuli) ziemlich egal sein dĂŒrfte.)
Die Homöopathie kann, im Gegensatz zur echten Medizin, fĂŒr jedes Unwohlsein ein Therapeutikum anbieten. Da die Globuli keine (ĂŒber den Placeboeffekt hinausgehende) Wirkung haben, haben sie auch keine Nebenwirkung. Entsprechend können Homöopathen grosszĂŒgig bei jeder Befindlichkeitsstörung eine "Medizin" verordnen.
Diese Verhaltensweise wird im zunehmenden MaĂe auch von Medizinern gefordert. (Sorry, aber der Begriff Schulmedizin war ein Schimpfwort Hahnemanns fĂŒr die Ărzte, die die Homoöpathie ablehnten.) Lassen diese sich nicht auf das Spielchen ein und klĂ€ren stattdessen auf, dass man bestimmte KrankheitszustĂ€nde einfach tolerieren mĂŒsse, haben die Patienten mittlerweile das GefĂŒhl, es werde ihnen irgendwas miĂgönnt. Mit etwas GlĂŒck schieben sie es auf das böse Gesundheitssystem, mit etwas Pech knackst es die Vertrauensbeziehung zwischen Arzt und Patient an.
Spielen sie mit, kommen die rezeptfreien Medikamente ins Spiel (sog. "over the counter" = OTC-Medikamente). Ein 5-Milliarden-Euro-Markt allein in Deutschland. Hier tummeln sich Medikamente, die entweder:
wirksam sind, aber so billig, dass man es dem DurchschnittsbĂŒrger zumuten kann, sie selbst zu bezahlen. Sie sollen hier nicht Thema sein. Oder
bis heute einen echten Nutzennachweis schuldig bleiben, aber aus Traditions- oder LobbygrĂŒnden im Handel sind.
Das Problem mit diesen Medikamenten: Im Gegensatz zu den Homöopathika haben sie oft echte pharmakologische Wirkmechanismen und Allergiepotenzial. Sie sind also nicht nebenwirkungsfrei und schon gar nicht kostenfrei.
Die OTC-Medikamente sind in diesem Fall sogar weniger geeignet als Globuli, denn diese haben immerhin Placebowirkung (und die ist nicht 0!), aber keine (oder nur Placebo-)Nebenwirkungen.
Es entsteht die wahnwitzige Situation, dass die organisierte Placeboverabreichung, wie sie die Homöopathie nunmal ist, ein gĂŒnstigeres Wirkungs-Nebenwirkungs-Profil hat als die "Schulmedizin", da von den Patienten die Erwartung aus der Homöopathie mitgebracht wird, fĂŒr jedes Symptömchen eine Verordnung zu bekommen.
Als Mediziner ist diese Situation im klassischen Sinne tragisch. Homöopathie kann nur guten Gewissens praktiziert werden, wenn auch der Therapeut daran glaubt, sonst wĂ€re sie unethisch. Also bleibt einem "UnglĂ€ubigen" nur, die Flucht nach vorne in die Vertrauenskrise ("Tut mir Leid, aber durch die ErklĂ€ltung mĂŒssen Sie alleine durch.") oder der Griff zu OTC-PrĂ€paraten.
Die Tragik der Algorithmen
Virtuose Versuche uns immer besser fĂŒr die Werbe- und Konsumindustrie durchschaubar zu machen, wie z.B. die jĂŒngste Xbox One, die uns beim Fernsehen zusieht, haben - wie die Spieltheorie - geradezu lĂ€cherliche UnzulĂ€nglichkeiten, die auch die Chance fĂŒr die Industrie krampfhaft ĂŒbersehen, uns fĂŒr Neues zu begeistern und nicht fĂŒr das Immergleiche in verschiedenen Abwandlungen.
Facebook schlĂ€gt mir seit Monaten die immergleichen Typen als Freunde vor. Amazon will mir Brustgurte mit Herzfrequenzmessung verkaufen, die inkompatibel zu der zugehörigen Pulsuhr sind, zudem benötigt man nie mehr als einen. AuĂerdem hat es noch Pfefferspray zur Laufhose vorgeschlagen. Das finde ich dann eher beleidigend. Man fĂ€ngt sich an im Kreis zu drehen, da man immer nur Links und Angebote zu sehen bekommt, die man schon kennt und die Kreise werden immer enger.
Mehr Laissez faire wÀre da angebracht, ich will meinen (Konsum-)Horizont doch erweitern, von mir aus auch mit Hilfe der Industrie, die scheint dazu aber nicht in der Lage zu sein und treibt mich langsam aber sicher in einen Pferch in dem ich vielleicht total vorhersehbar bin, aber auch total angeödet.

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Crowdfunding als Ressourcenvernichtung?
Wenn ich mir den Aufwand ansehen, den man betreiben muss, um ein Crowdfundingprojekt erfolgreich durchzufĂŒhren, frage ich mich, ob nicht hauptsĂ€chlich Projekte finanziert werden, die ohnehin die erforderlichen Ressourcen hĂ€tten, diese aber fĂŒr das Crowfunding anzapfen/verbrauchen. Sprich, was ich in Vorbereitung der PrĂ€sentation und der anschlieĂenden Kommunikation mit der "Crowd" investiere, holt man kaum wieder raus bei kleinen und mittleren Projekten. Nicht erfolgreiche Projekte sind sogar echte Ressourcenvernichtung. Meine Anstrengungen fĂŒr das Crowdfunding sind buchstĂ€blich verpulvert. Auch alle "Backer", die sich die Zeit genommen haben mein Projekt zu studieren haben zumindest Zeit verloren.
Wer aber auf jeden Fall richtig Asche macht, sind die Anbieter von Bezahldiensten...
Memo an mich bezĂŒglich Wiederbelebungen
Aus gegebenem Anlass möchte ich mich daran erinnern:
Auch 120-Kilo-Rettungsassistenten fĂŒhren die Herzdruckmassage einhĂ€ndig und mit einer Frequenz von 60 pro Minute nicht suffizient durch.
Eine geöffnete Sauerstoffdruckflasche ist fĂŒr die Beatmung eines Patienten extrem hilfreich.
Ein PEEP von 25 mmHg ist fĂŒr eine Wiederbelebung total hinderlich.
SPON: Diabetiker, die körperlich aktiv sind, haben ein um 38 Prozent verringertes Risiko zu sterben. FORUM: Wieder was gelernt. Ich dachte bisher immer, dass das Risiko zu sterben bei 100% liegt. UnverÀnderlich.
http://forum.spiegel.de/f22/diabetes-sport-hilft-besser-als-diaet-72214.html#post11073895
Die Blutdruckmafia (ErlĂ€uterungen fĂŒr den medizinischen Laien)
Der Begriff Blutdruckmafia wird fĂŒr Patienten im Rettungsdienst verwendet bei denen einige ungĂŒnstige Faktoren zusammen kommen:
ein erhöhter Blutdruck (abgekĂŒrzt: RR)
ein Arzt, der ihnen ein BlutdruckmessgerÀt verschreibt
ein Arzt, der ihnen Nitrospray (s.u.) gegen den hohen RR verschreibt
ein Notizbuch mit Stift
Um in die Blutdruckmafia aufgenommen zu werden, mĂŒssen noch möglichst viele (aber nicht zwingend alle) Voraussetzungen erfĂŒllt sein:
weibliches Geschlecht
zweite LebenshÀlfte
Ă€ngstliches oder depressives GemĂŒt
alleinstehend
Es geschieht nun Folgendes: Die Ă€ltere Dame freut sich ĂŒber ihren fĂŒrsorglichen Hausarzt, der ihr so ein tolles BlutdruckmessgerĂ€t besorgt hat und misst jeden Abend den RR. Dieser RR, wie jeder jemals gemessene RR, wird fein sĂ€uberlich mit dem Zeitpunkt der Messung in ein zerfleddertes Notizbuch geschrieben.
Radfahrer dĂŒrfen an Ampeln bis nach vorne fahren
Wenn ich schon bei Gesetzen bin, hier noch eines, dass man (zumindest als Radfahrer) schlagfertig zu Hand haben sollte. Nach §5 Abs.8 StVO dĂŒrfen Fahrradfahrer an Fahrzeugen, die an einer Ampel oder sonstwo warten, rechts vorbei fahren:
Ist ausreichender Raum vorhanden, dĂŒrfen Radfahrer und Mofa-Fahrer Fahrzeuge, die auf dem rechten Fahrstreifen warten, mit mĂ€Ăiger Geschwindigkeit und besonderer Vorsicht rechts ĂŒberholen.

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Privat krankenversicherte Eltern dĂŒrfen ihr krankes Kind betreuen
Aus gegebenem Anlass möchte ich meine neu gewonnenen Erkenntnisse im Internet auffindbar machen, um anderen Eltern, die Sorge und Unsicherheit zu ersparen, die ich einige Tage durchlebt habe.
Das Szenario: Als privat krankenversicherter Arbeitnehmer, wurde von meinem Arbeitgeber mein Recht angezweifelt, mein krankes Kind betreuen zu dĂŒrfen und in dieser Zeit dem Arbeitsplatz fernzubleiben.
Das Ergebnis meiner Recherchen: Nach §616BGB hat jeder Arbeitnehmer das Recht "fĂŒr eine verhĂ€ltnismĂ€Ăig nicht erhebliche Zeit" seinem Arbeitsplatz unter Lohnfortzahlung fernzuleiben, sofern er ohne sein Verschulden dem Arbeitsplatz fernbleiben muss.
Die schwammige Formulierung, was eine verhĂ€ltnismĂ€Ăig nicht erhebliche Zeit ist, wird in den einzelnen TarifvertrĂ€gen hĂ€ufig konkretisiert, fĂŒr Ărzte z.B. im TV-Ărzte §29. Hier werden bis zu vier Tage fĂŒr "krank mit Kind" vergĂŒtet.
Hiernach greift der §45 des SGB V. VordergrĂŒndig werden hier nur die Rechte der gesetzlich Versicherten besprochen, bis man Abs. 5 liest und sich die MĂŒhe macht, dessen RĂŒckwartsbezug nachzuverfolgen. Hieraus lassen sich die gleichen Rechte fĂŒr nicht-gesetzlich Versicherte ableiten, also die Freistellung fĂŒr bis zu zehn Tagen pro Jahr bei Erkrankung des Kindes. Allerdings ohne Anspruch auf Lohnfortzahlung oder Anspruch auf Krankengeld.
"Weiterhin ist die Einhaltung aller Anforderungen kompromisslose Grundvoraussetzung. Ansonsten kann ich mir eine Kompromisslösung gut vorstellen."
Aus einer Email eines kompromissbereiten Kompromisslosen, der anonym bleiben soll.