In den C.Keller hat es mich, als JC Waggong zugehöriges Streetkid, eher zufÀllig verschlagen. Dank Largeman (bis heute DJ in unseren heiligen Hallen) und seinen Dudes, fand ich mich aus irgendeinem Grund, irgendwann, ca. 2006/2007 an einem der zugeschmierten Tische des Kellers wieder. Und irgendwie bin seit dem nicht wieder so richtig da weggekommen.
Ich lernte dort sofort 'ne Menge neue, coole Leute kennen. Auch ehemalige Schulgenossen und verrĂŒckte Exzentriker, ja manchmal Freaks, die hinter dem Tresen standen, gaben mir recht schnell das GefĂŒhl ein neues, zweites Zuhause gefunden zu haben. Das Angebot an GetrĂ€nken war mehr als man brauchte und auch noch gĂŒnstig dazu.
Es lief die unterschiedlichste Musik, als Soundtrack fĂŒr unsere Saufgelage und âtiefsinnigenâ GesprĂ€che und ehe ich mich versah, stand ich ab und an â helfender Weise â selbst hinter der Theke, um Limetten zu schneiden, Wodka-Cola zu verkaufen und auch immer öfter hinterm DJ-Pult.
Letzteres sorgte vor allem auch dafĂŒr, dass ich meine Plattensammlung erweiterte und stundenlange GesprĂ€che mit Kai (damals Barmann und mit im Vorstand des Vereins), ĂŒber Elektrofunk, Jazz, Soul und Rap, Schallplatten, Labels, Schnaps und weiĂ der Geier, was noch, fĂŒhrte. Manchmal bis frĂŒh um sieben oder auch mal um neun!
Atze, die gute Seele des Hauses, Chef, Ă€ltestes InventarstĂŒck und MitbegrĂŒnder des C.Kellers schuppte mich auch irgendwie direkt als festen Bestandteil mit in dieses geordnete Chaos. ZunĂ€chst als âOrdnerâ und am âEinlassâ, schlussendlich dann hinter die Bar. Damals mit den Worten (nicht ganz O-Ton): âwenn du hier schon jeden Abend rumhĂ€ngst, kannste auch hier arbeitenâ. ZACK! Seite dem sind nun ĂŒber zehn Jahre vergangen, war Mitarbeiter und inzwischen mit im Vereinsvorstand.
Ich habe die coolsten, verpeiltesten, gediegensten, vertrotteltsten und liebenswertesten Mitarbeiter und GĂ€ste an meiner Seite gehabt! Nicht selten endeten Barschichten mit metaphilosophischem BierfrĂŒhstĂŒck, samt Schnaps und auch mal einem Pfeifchen Hobbitkraut. Und sicherlich gab es untereinander auch mal Konflikte,  meist jedoch eher mit GĂ€sten, Störenfrieden oder dem eigenen Zustand nach zu viel Runden Wodka.
Beeindruckt auch von den Kunstausstellungen, Initiativen wie dem KREARTYOU - Festival, dem alljĂ€hrlichen Wandertag und dem allgemeinen Interesse an Kultur, Musik und immer wieder neuen EinflĂŒssen, hatte ich auch Lust mitzugestalten.
Konzerte waren das Ding, das mich interessierte, und dank neuer Gesetzeslage was Musik und Gastro und so n Quatsch betraf, 'ner Ausbildung als Veranstaltungstechniker in der Tasche und Musik als gröĂtes Hobby und Atzes Anleiern der ersten Livegigs, war es logische Konsequenz, die gerade wieder in den Keller zurĂŒckkommende Konzertgeschichte zu pushen, so gut wie es ging.
Angefangen mit Skabands am Sonntag oder vereinzelt mal in der Woche, spĂ€ter auch mal Balkan oder Gypsypunk, folgten unter anderem auch regelmĂ€Ăige Konzerte von Studenten der HfM, was schlussendlich im bis heute stattfindenden Jazzmontag gipfelte und fester Bestand des abendlichen C.Keller-Programmes ist.
Respekt an Atze, der sich dahin gehend bis heute so gut kĂŒmmert und nicht mĂŒde wird!
Und wenn man es nicht ganz so offiziell haben wollte, verzog man sich zu Kaffee oder Bier, auf die Teestuben-Terrasse und frönte dort dem Gitarre und Bassspielen mit Nik der Bartfrau (JA, der Bartfrau, haha).
Ebenso das, teils stundenlange, Quatschen mit Penner, wÀhrend man sich selbst allmÀhlich abschoss, wird mir immer im Kopf bleiben... und die meist netten MÀdels bzw. Kolleginnen da oben. Word up!
Am Ende kann ich gar nicht mehr viel sagen, auĂer: Es ist einzigartige AtmosphĂ€re, der Austausch zwischen Generationen, Alt und Jung kommen zusammen, das Aufeinandertreffen der verschiedensten Charaktere, KĂŒnstler, Freaks, âNormalosâ, Musiker und die Möglichkeit auch fĂŒr jeden, irgendwie mitzuwirken.
Ob in der Teestube oder hinter der Bar zu arbeiten, auszustellen, Live zu spielen, Platten aufzulegen oder Dadaistischen Aktionen beizuwohnen (Letzteres macht nicht nur der Hintzenstern mit seiner Truppe, da gibt es genug GÀste am Tresen, die dem PrÀdikat Dada nur zu gut entsprechen, haha).
Alles scheint hier irgendwie immer machbar!
Sicherlich gibt es auch hier und da Kritiker und VerĂ€chter des C.Kellers, aber es bleibt eines der wichtigsten HĂ€user (nebst weniger anderer in Weimar, wie die Gerber 1 +3) fĂŒr Soziokulturelles, Freizeitgestaltung und einen vielfĂ€ltigem Klientel wie kaum woanders in Weimar!
Viele Leute kamen und gingen. Andere sind bis heute geblieben und fester Bestandteil des c.Kellers, egal ob als Gast, Vereinsmitglied oder Mitarbeiter. Manch einer seit Anbeginn, seit 1989. Andere wiederum weilen nicht mehr unter uns, was oft schmerzt, da sie teils groĂe LĂŒcken hinterlassen haben, die kaum zu schlieĂen sind und einem erst bewusst machen, wie besonders jene Personen waren und dass das Leben endlich ist. Vielleicht sollte man dieses auch einfach ein bisschen mehr genieĂen. Der C.Keller, trug, seit dem ich dort bin, auf jeden Fall eine riesen Menge fĂŒr mich mit dazu bei!