Die Echo-Verleihung ist seit jeher ein eher langweiliges und peinliches Event im Kulturkalender Deutschlands.
Dieses Jahr kommt zu der ohnehin schon peinlichen Veranstlatung ein politischer Skandal hinzu: Die Nominierung, die Verleihung und die Inszenierung von Fahrid Bang und Kollegah, die schon im Vorfeld durch ihre antisemitischen Texte kritisiert wurden. Ausgerechnet am Gedenktag des Holocaust wird diesen KĂŒnstlern unkritisch eine Plattform geboten.
Ja, im Hip Hop und vor allem im Battle- und Gangsta Rap, wie Fahrid Bang und Kollegah in performen geht es vor allem um Provokation und hÀrtere sprachliche Gangarten.
Campino, der SĂ€nger der Toten Hosen, hatte das in der einzigen Kritik an diesem Abend pointiert:
Klar muss es gerade in der Kunst Freiheiten geben; und klar muss es auch Provokationen geben. Gerade Kunstformen wie der Punk mit KĂŒnstler*innen wie Campino ihn performen, haben ja von solchen gelebt. Aber darf deshalb wirklich alles gesagt werden? Darf man antisemitische ĂuĂerungen verbreiten, nur um ein paar Platten mehr zu verkaufen?
Es ist jedenfalls mehr als beschĂ€mend, dass am Gedenktag an die Opfer der Shoa in Deutschland ein Echo an KĂŒnstler verliehen wird, dessen antisemitische Textzeilen mehr als geschmacklos sind. Auch Hip Hop KĂŒnstler sollten sich trotz der teils von Provokation lebenden Kunstform fragen, ob es in politisch turbulenten Zeiten, in denen leider antisemitische ĂuĂerungen und sogar Angriffe an deutschen Schulen an der Tagesordnung stehen, sinvoll ist solche Texte zu verfassen. Und jene dann auf Veranstaltungen wie dem Echo dann unreflektiert, gar ignorant zu vertreten.
Kunst darf, soll und muss provozieren. Aber darf sie wirklich alles? Campino bringt dies gut auf den Grund: Kunstfreiheit hört da auf, wo menschenverachtende und diskriminierende Texte und Musik verfasst werden. NatĂŒrlich muss gerade in der Kunst vorsichtig mit Zensur umgegangen werden, aber solche Texte dĂŒrfen besonders im aktuellen gesellschaftlichen Kontext und Zeigeist nicht unreflektiert und unkritisiert bleiben und haben auf so einer groĂen BĂŒhne wie der Echo-Verleihung erst recht nichts verloren. Der menschenverachtende Auschwitzverlgeich ist darĂŒber hinaus nicht die einzige Kontroverse im Opus von Kollegah und ist noch schlimmer sogar nur die Spitze des Eisberges.
In seinem Video zum Song Apocalypse beschwört er antisemitische Vorurteile und propagiert, dass nur wenn das Judentum ausgelöscht wird, wieder Weltfrieden hergestellt werden kann und somit das Judentum fĂŒr das Böse in der Welt verantwortlich sei. Das Video ist in einem fĂŒr den Gangsta Rap ungewöhnlich ernsten Kontext eingefasst, sodass hier nicht von der sonst so typischen Provokation und nicht so ernst gemeinten Ăberspitzung die Rede sein kann. Der Antisemitismus durchzieht sich durch viele Songs von Farid Bang und Kollegah und scheint daher eher tatsĂ€chliches Weltbild als Stilmittel oder Provokation zu sein. Peinlich ist auch das Argument vieler Hip Hop KĂŒnstler und Liebhaber âman kenne viele Judenâ und kann daher nicht antisemitisch sein. Es klingt ganz nach dem Sound vieler Rassisten â Ich habe ja nix gegen AuslĂ€nder, aber...â. Es sind alles nur scheinheillige Argumente, man wolle nur provozieren. Dieser Fakt ist an sich schon schlimm genug, denn man kann auch ohne menschenverachtende Textzeilen provozieren und Aufmerksamkeit erzielen. Aber wenn man sich weiter mit den Werken der KĂŒnstler beschĂ€ftigt wird klar, wie tief die beiden bereits im antisemitischen Verschwörungssumpf versunken sind. Es ist daher absolut unglaubhaft von reiner kĂŒnstlerischer Provokation zu reden.
Es ist beschÀmend, dass Campino der einzige Mutige an diesem Abend bleibt der sich traute Dinge anzusprechen. Vor allem in Zeiten, wo der Antisemitismus wieder anwÀchst und am Gedenktag an die Opfer der Shoa ist es schwer ertragbar gewesen, die Verleihung und Performance von Kollegah und Farid Bang anzusehen. Dies setzte der ohnehin schon peinlichen Echo-Veranstaltung die Krone auf. Es bleibt zu hoffen, dass dies alles nun zu mindest tiefgehende Reformationen einleitet.
Anya is live and ready to show you everything. Watch her strip, dance, and perform exclusive shows just for you. Interact in real-time and make your fantasies come true.
â Live Streamingâ Interactive Chatâ Private Showsâ HD Quality
Anya is LIVE right now
FREE
Free to watch âą No registration required âą HD streaming
 "Every illness has a musical problem and a musical solution."
This quotation from the 18th century of the poet Novalis is an early example of the connection between music and medicine. But of course, you can travel a bit further back in time to find other evidences of music as a form of medicine or therapy: In the Bible, King Saul`s depressive mood was treated with harp music. Also, the ancient Chinese and Egyptians used music for medical purposes. Although, since a long time we know that music can cure and be used as a therapeutic tool, it is no secret that unfortunately music therapy (and other creative therapy forms) is not very common and supported in Germany. There is only one bachelor`s program (and six master`s) in the whole federal republic of Germany. The tendency is descending, a few big institutes closed in the past years. And there is no difference in the praxis: Unfortunately, I experienced that creative therapy including music therapy is often the first object, where funds are cut or health insurances are withdrawing just to name a few problems.
In the discussion after my lecture "Connectivities and divergences between musicology and music therapy", which I held at the University of Hildesheim last month and a short introduction about the situation of music therapy in Germany (which is mentioned above), a participant mentioned a project of musicology and music therapy in northern Germany. In this Project, children could join music therapy projects after school. A negative side aspect of this project was, that children who attended one of those projects were rated poorer by their teachers. Sadly, this example is not exceptional. In my opinion, psychological help (and also patients who need it) is still negative connotated and stigmatized in Germany. Furthermore, music therapy is still often seen as just an activity than a real therapeutical or curing method.
Nevertheless, this project is a rare example of a interdisciplinary project between musicology and music therapy. It is irritating that in both theoretical and practical context, there are no well-known projects or collaborations between musicology and music therapy. It is irritating because both disciplines could complement each other if they would work interdisciplinary. My input at the conference "Grooving in the heart of whitness?" at the University of Hildesheim pointed out the differences but also the chances of the interdisciplinary work of musicology and music therapy.
Thank you again for this interesting discussion and talk at the conference.
In den neu gewĂ€hlten deutschen Bundestag zieht zum ersten mal in der jĂŒngeren Geschichte der Bundesrepublik eine rechtspopulistische und dem Rechtsextremismus zu mindest nicht abgeneigte Partei mit einer groĂen Fraktion ein.
Diese politische Wende und die schon jetzt zu spĂŒrende gesellschaftliche Spaltung, das alles kann nicht spurlos an der deutschen Popkultur vorbeigehen, oder? Ist es nun an der Zeit fĂŒr die deutsche Popkultur wieder politischer zu werden?
Der deutsche Schlager, verkörpert vor allem durch Helene Fischer ist sicherlich nicht fĂŒr ihren politischen Aktivismus bekannt.
Der SĂ€nger der Punkband Die Toten Hosen kritisierte dies kĂŒrzlich in einem Interview.[1] Der Schlager gilt jedoch naturgemÀà als nur allzu selten politisch mit wenigen Ausnahmen und wenn ĂŒberhaupt dann nur sehr latent.
Doch auch in der ĂŒbrigen Popwelt gibt es seit Jahren ein Politik Verdruss. Der deutsche KĂŒnstler Milky Chance beispielsweise, der mit dem Song Stolen Dance auch auĂerhalb Deutschlands und Europas bekannt wurde Ă€uĂerte sich kĂŒrzlich zum Magazin Musikexpress wie folgt:
 âPolitik inspiriert uns nicht dazu, Lieder zu schreibenâ[2]
âDass wir in unseren Grundwerten links sind, sollte jedem klar sein, ohne dass ich darĂŒber konkrete Texte oder Songs schreiben muss.â [3]
Diese zwei Zitate zeigen ein in der deutschen Popkultur weit verzweigtes Problem der Depolitisierung. Jene Depolitiseriung ist zwar auch ein politischer Akt, aber einer der Bequemlichkeit. Es ist die hegemonistischste Form von Politisierung der Musik.[4]
Ein weiterer wichtiger Grund fĂŒr die Depolitisierung der deutschen Popmusik neben der Zufriedenheit mit Status quo bzw. der fehlenden Notwendigkeit ist auch der drohende finanzielle Aspekt. Man fĂŒrchtet weniger Einnahmen durch Ărger und Frust mit Fans und damit auch dem Arbeitgeber, der Musikindustrie.
Nun gibt es aber doch ein paar Bands und KĂŒnstler*innen, die sich bereit jetzt politisch Ă€uĂern und engagieren. Jennifer Rostock drehte diesen kleinen Clip.
Die Punkband Feine Sahne Fischfilet grĂŒndete eine Kampage gegen den Recthsruck in lĂ€ndlichen Gebieten Mecklenburg-Vorpommerns.
Vielleicht wird es in diesen politisch-turbulenten Zeiten Zeit, dass noch mehr Bands und KĂŒnstler*innen die (deutsche) Popkultur wieder politisieren.
In wenigen Tagen wird in Deutschland ĂŒber die politische Regierung und Zukunft des Landes gewĂ€hlt. Immer mehr WĂ€hler haben den Eindruck, dass sich die Parteien polit-programmatisch nicht mehr oder nur noch kaum differenzieren. Aber vielleicht unterscheiden sie sich ja wenigstens musikalisch von einander?
Ăhnlich wie der Streamingdienst Deezer hat der Globalpop-Radiosender Cosmo diverse Parteien nach ihren Lieblingstracks gefragt. Die Parteien antworten hier aber auch warum die jeweiligen Songs zu ihrem politisch Programm passen. Auch interessant ist die polit-musikalische Analyse von Radio Cosmo.
Hier sind die Ergebnisse:
SPD.
BĂŒndnis 90/ Die GrĂŒnen.
Die Linke.
FDP.
 Musikgeschmack vergleichen und vor allem am Sonntag (24.9.) wÀhlen gehen!
NichtwÀhlen ist kein Statement, uncool und hilft ggf. den Falschen KrÀften; am wenigsten aber dem NichtwÀhler selbst. Es ist gerade in der heutigen politischen Situation umso wichtiger von diesem wunderbaren demokratischen Recht Gebrauch zu machen.
In knapp einer Woche, am 24.09.2017 wird in Deutschland wieder gewÀhlt.
Laut SPD- Kanzlerkandidat Martin Schulz ist immer noch jeder dritte Wahlberechtigte in Deutschland unentschlossen wen er oder sie wÀhlen soll.
Vielleicht hilft den Unentschlossen der Musik-O-Mat vom Streamingdienst Deezer bei der Wahlentscheidung. Anders als beim Wahl-O-Mat, werden hier nicht Thesen verglichen, sondern der Musikgeschmack des Users mit den Parteien:
http://musik-o-mat.com/
Also Kopfhörer auf und am 24.09 zur Wahl gehen (!), damit nicht die Falschen im Bundestag dirigieren und den Takt angeben.
Anya is live and ready to show you everything. Watch her strip, dance, and perform exclusive shows just for you. Interact in real-time and make your fantasies come true.
â Live Streamingâ Interactive Chatâ Private Showsâ HD Quality
Anya is LIVE right now
FREE
Free to watch âą No registration required âą HD streaming
âEverything has to be mbalaxed!â- The development of a Senegalese popular music.
If one thinks of the West African country of Senegal, one does not necessarily imagine hearing Afro-Cuban music. A few decades ago, especially from the 1940s until the 1960s, music from Cuba and south America was ubiquitous in Senegal, especially in the capital Da-kar. Mbalax, the musical genre to be focused upon in this essay, would be hard to imagine without any Afro-Cuban influence. But how did it change from a straightforward adaptation of Afro-Cuban music into a âre-Africanizedâ musical genre?
        Dakar â a hybrid place    Â
The capital of Senegal, Dakar, is one of the most important harbor cities in western Africa.
Dakar has also evolved into the political and cultural center of Senegal since the first decades of the 20th Century, and has âalways been a hybrid place, where African interact with Euro-peanâ (Brunner, 2010: 11).
At that time, one would listen to what was currently modern in Europe (especially in France, which has been the colonial power of Senegal) and that was mainly Afro-Cuban music, for example Salsa or Cuban Son (ibid: 35).
The first records with Cuban Music arrived in Dakar sometime around the 1920s. They were brought mostly by sailors and marines (ibid: 36). The Cuban Son El Manicero, for example, enjoyed a tremendous popularity, and not only in Cuba (ibid). The success of this Son led the record company HMV to produce and sell a whole series of Latin American and primarily Cuban Music in Senegal (ibid). Also, one could listen to Cuban Sounds on the radio programs broadcast by the French colonial power (ibid: 38).
        Cuban Sounds in Dakar    Â
One reason why the music of the distant Caribbean island of Cuba was so popular in Senegal was that this music more than any other (especially the rhythm) was often perceived as â[âŠ] something vaguely Africanâ (ibid: 36). This is hardly surprising, since most of the music was strongly influenced by slaves who had been dragged from Africa to Cuba. Cuban music gained in popularity until the late 1950s, and gradually became the âmodern music of choice for many Senegaleseâ (Brunner, 2010: 39).
Senegalese Bands initially adapted the sound of Latin American and Cuban Bands. They even sang in Spanish, even though they often did not speak that language (Stapleton and May, 1987: 116). A prominent example is Laba Sosseh who sang numerous Cuban Sons, including the above-mentioned Son hit El Manicero or Guantanamo, a song about the corresponding Cuban province in the east of the island. But Youssou NâDour, too, sang in Spanish at the beginning of his career and adapted Afro-Cuban sounds (Panzachhi, 1996: 65). Many artists learned Spanish and the Son or Salsa songs only by ear (Brunner, 2010: 55).
       âRe-senegalizationâ of the music    Â
Not until the early 1970s, so ten years after the declaration of Independence of Senegal from France, did the often quoted âsenegalizationâ of popular music begin (ibid: 35). Increasingly, the audience in the Dance clubs in Dakar agreed that the bands did not compose sufficiently âSenegaleseâ music, but only adapted Latin-American and Cuban sounds (ibid). This change of perception of many Senegalese is probably related to the political process of Independence of Senegal. Furthermore, this was surely a music oriented toward the European taste, and therefore was considered a sound for more prosperous Senegalese people. As a result of the cultural changes around 1966, there was a need for Senegalese people to return to their own traditions and no longer to continue to reproduce an imported, merely appropriated culture (Stapleton et al., 1987: 116). At first, the musical styles were still oriented toward Cuban and Latin American musical genres, but Wolof was subsequently established as a song language (Brunner, 2010: 54). The Wolof are the largest ethnic group in Senegal, and Wolof is also considered a national language (Becher,2010: 10 et seq.). The well-known Band Orchestre du Baobab was one of the first Bands that would still compose in a very Cuban way, but started to sing in Wolof. A few years later, Star Band de Dakar, featuring Youssou NâDour, took another musical step towards âSenegalizationâ: They signed a Tama Player who played some solos, but was initially mainly used in the background (Brunner, 2010: 71). Also, many Bands felt back on old griot traditions. The singer Youssou NâDour, for example, calls himself a âmodern griotâ (Taylor, 1997: 131). A griot is best known as an artist of the spoken word, serving as an oral historian, genealogist, storyteller, and praise singer, mostly found in West African Countries (Tang, 2007: 1 et seq.). Â Â
For many Senegalese, these (new) aspects represented a decisive step in the development of Mbalax, if not announcing the hour of its birth (Brunner,2010: 72). âThis mix gives a special music that is not like any other, but certainly African and Senegaleseâ (Panzachhi, 1996: 56). This is mainly due to the use of the the Tama, which is a small double-headed so-called âtalking drumâ (Tang, 2007: 180).
       Youssou NâDour â âKing of Mbalaxâ?    Â
The already mentioned Star Band de Dakar, whose singer was the later world star Youssou NâDour, quickly made Mbalax popular in the capital.
This well-known singer, often referred to as âKing of the Mbalaxâ (Brunner, 2010: 70), is not only the most popular representative of the genre but also one of the most important for its development and establishment. He grew up in one of the poorer quarters in Dakar and, as his mother was a griotte, he was socialized early on with traditional sounds and music traditions (Stapleton et al., 1987: 56). Thus, it is obvious that NâDour wanted to establish a new kind of popular music, which would integrate native and traditional musical elements as well as local languages like Wolof (Tayler, 1997: 127). This was not only important because most of the musicians probably did not speak any Spanish, but also, and above all, because Wolof allowed the musicians to make a musical impact on political circumstances in Senegal and to make them, through the music, accessible and comprehensible to a broader public. Henceforth, the musicians could also communicate with the audience about socially relevant problems. This at first glance inconspicuous aspect of the music certainly led to a new and open view of the Senegalese audienceâs own culture (Panzzachi, 1996: 58). The Senegalese diplomat Abdoulaye Kebe said of this: Â Â
âPeople went mad when they heard it. Before that, bandleaders used to despise griots and players of traditional instrumentsâ (Stapleton et al., 1987: 117). The subtle use of traditional Instruments quickly found enthusiasm and inspiration. Â Â
It is also thanks to Ibra Kasse, the owner of the important and famous club for mbalax called the Miami Club, that such innovations were promoted and that there existed some platforms for such bands which could spread this musical genre (ibid.). Many of those bands, Orchestre Baobab or Xalam for example, experimented with the mix of Afro-Cuban and traditional Sen-egalese rhythms and instruments (Tenaille, 2002: 229). Some initially failed to successfully incorporate those two musical cultures (Brunner, 2010: 58). However, in some cases it took some time until this reverberation and use of traditional instruments came to harshness, while on the other hand some bands undertook âre-senegalizationâ too quickly and intensively. Â Â
The already mentioned Star Band de Dakar, with Youssou NâDourâs concise singing, probably succeeded the most with this return to traditional elements. The further development and establishment of Mbalax, which means âthe rhythm of the drumâ (Panzachhi, 1996: 129) in Wolof, brought Youssou NâDour to international attention and popularized the new music from Dakar in the West. It is not exactly clear which rhythm is explicitly meant. NâDour even claimed to have established the word Mbalax himself: Â Â
âI took the word mbalax because itâs a beautiful and original word, itâs a purely Wolof word and I wanted to show that I had the courage to play purely Senegalese musicâ (Duran, 1989: 277). However, it is difficult to reconstruct exactly when this music came to be called Mbalax (Brunner, 2010: 104).
        The establishment of a new popular music     Â
Nonetheless, NâDour and his Star Band de Dakar are often credited with having created and constituted a new genre of music through the successive reconsideration of local (Wolof) rhythms.
An important aspect of this âre-senegalizationâ was surely the introduction of the Tama, as well as the detachment of this âtalking drumâ from the rhythm section to become a virtuoso leading instrument, which became a characteristic of Mbalax (Stapleton et al., 1987: 117). Mbalax â[âŠ] is the rhythm that the Wolof feel and love the most, above all itâs the rhythm of the griotsâ (Duran,1989: 277).  Â
Youssou NâDour also added modern instruments such as the electric guitar to his sound. It is an interesting fact that the Kora, on the other hand, is rarely used in Mbalax music. The Kora is a 21-string West African harp. It dates from at least the 18th century and is today mainly known in the Gambia, Senegal, Guinea, and Mali (Knight,2016 [online] retrieved from https://mgg-online.com/article?id=mgg15595&v=1.0&rs=mgg15595). Â Â
The music producer Mark Ernestus disagrees with this, and said in an interview in the German newspaper TAZ:
âSenegalese hip hop is certainly popular with people under 25, but across the society with all age groups, I think Mbalax is still the most widespreadâ (Weber, 2013. âMusikalisch auf einen Nennerâ [online] retrieved from http://taz.de/Mark-Ernestus-ueber-den-Senegal-Sound/!117904/ [24.03.2017]). Â Â
Mbalax (and above all Youssou NâDour) still plays a significant role in Senegal, as attested to by the abundance of current Mbalax music videos one can find in diverse video-sharing web-sites on the Internet. Simultaneously, a dance has been established to this music called âNdagaâ (Stapleton et al., 1987: 120). In addition, the style is constantly evolving, combined with new styles and changed by younger artists. An example of this is the song Samba Mbalax by the Senegalese singer Adiouza. In this song, as the title already suggests, Brazilian samba is mixed with the Senegalese Mbalax music. Â Â
So this Senegalese pop music, called Mbalax, has developed from a purely adaptive (Afro-Latin) style into an independent, innovative, and distinctive musical genre (Mbalax). And this Senegalese pop music genre can hardly be described more precisely than by the âKing of the Mbalaxâ himself: Â Â
âYouâll never hear a sound like Mbalaxâ (ibid: 121).
Please visit: Â Â http://voices.uni-koeln.de/2017-1 Â Â Â Â Â Â Â Â
References:Â Â Â Â
Becher, Jutta. 2001. Untersuchungen zum Sprachwandel im Wolof aus diachroner und syn-chroner Perspektive. Hamburg: University
Brunner, Anja. 2010. Die AnfÀnge des Mbalax. Zur Entstehung einer senegalesischen Popmu-sik. Wien: Institute for musicology (1st Edition)
Knight, Roderic C.: Art. Kora, in: MGG Online, ed. by Laurenz LĂŒtteken, Kassel, Stuttgart, New York: 2016 et seq., first published 1996, online veröffentlicht 2016, retrieved from https://mgg-online.com/article?id=mgg15595&v=1.0&rs=mgg15595 (24.03.2017)
Lucy, Duran.1989. âKey to N`Dour: Roots of the Senegalese Starâ Popular Music, 8 (3) Cambridge: Cambridge University Press
Panzachhi, Cornelia.1996. Mbalax Mi. Musikszene Senegal. Wuppertal: Peter Hammer Verlag
Panzacchi, Cornelia.1994. âThe Livelihoods of Traditional Griots in Modern Senegalâ Africa: Journal of the International African Institute 62(2) Cambridge: Cambridge University Press  Â
Sadie, Stanley (ed.).2001. The New Grove Dictionary of Music and Musicians. Second Edi-tion. Volume 16. New York: Oxford University Press
Stapleton, Chris und May, Chris.1987. African All-Stars. The Pop Music of a Continent. Lon-don: Quartet Books London.
Tang, Patricia.2007. Masters of the Sabar. Wolof Griot Percussionists of Senegal. Philadelphia: Temple University Press
Taylor, Timothy D. 1997. Global Pop. World Music, World Markets. New York (i.a.): Routledge
Tenaille, Frank.2002. Music is the Weapon of the Future. Fifty Years of African Popular Music. (1st edition) Chicago: Lawrence Hill Books
Masse,Macht,Medien: Masse und Medien in der Ăgyptischen Revolution 2011
âNichts ist geheimnisvoller und unverstĂ€ndlicher als die Masse.â[1]
(Elias Canetti)
  Der Soziologe und Psychologe Gustave Le Bon bezeichnete das 20. Jahrhundert in seinem epochalen Werk Psychologie der Massen als das âZeitalter der Massenâ.[2]
Doch spielen Massen in der heutigen postmodernen Welt, sprich im 21. Jahrhundert, ĂŒberhaupt noch eine gewichtige sozio- politische Rolle?
Neue Technologien, vor allem soziale Netzwerke und Medien im Internet, scheinen sich zu einem Ă€uĂerst wichtigen Instrument beziehungsweise Hilfsmittel zur Mobilisierung von Massen entwickelt zu haben.[3]
Doch was verbindet Masse(n) und Medien? Und wie bilden sich schlieĂlich Massen mit Hilfe der Medien, insbesondere dem Internet und den sogenannten Social Media?
Wann und wie werden die scheinbar unsichtbaren User im Internet schlieĂlich zu einer Masse? Wer beschreibt die Masse wie und wie beschreibt sich die Masse selbst?
Diese relevanten Fragen sollen anhand des politischen Prozesses des Arabischen FrĂŒhlings und expliziter mit den damit verbundenen Massenprotesten in Ăgypten aufgezeigt und versucht zu erklĂ€rt werden.
ZunÀchst sollten jedoch essentielle Termini erklÀrt werden:
 1. Social Media
 âSocial Media ist eine Vielfalt digitaler Medien und Technologien, die es Nutzern ermöglicht, sich auszutauschen und mediale Inhalte einzeln oder in Gemeinschaft zugestalten.â[4]
Soziale Medien des Internets werden vor allem genutzt, um kollektive AktivitĂ€ten zu organisieren und schlieĂlich auch umzusetzen, sowie um einen Sinn fĂŒr kollektive IdentitĂ€t (auch innerhalb marginalisierter Gruppenmitglieder) zu schaffen. Dies alles kann vor allem im Internet durch die globale Community verbreitet und bestĂ€rkt werden.[5]
Eines der wohl signifikantesten Kriterien der Social Media als Massenmobilisierungsinstrument ist wohl, wie sehr jene die Dynamiken der sozialen Mobilisierung verĂ€nderten. Social Media ermöglichen eine progressive InteraktivitĂ€t und Schnelligkeit, die von keinen anderen traditionellen Mobilisierungstechniken und â Medien bislang so erzeugt werden konnte.[6]
Soziale Netzwerke im Internet stellen zudem einen autonomen Ort dar.[7] Aus jenem autonomen (Kommunikations)- Ort können sich Massen bilden.
 Die technologische Entwicklung und Infrastruktur von (digitalen) Netzwerken und Social Media in der heutigen postmodernen Welt beeinflusst auch die soziale Struktur der Gesellschaft.[8]
Das Aufkeimen von diversen sozialen Netzwerken begĂŒnstigte auch die Entstehung neuer Kommunikationsmöglichkeiten und Gruppen. Diese fĂŒllen die LĂŒcke zwischen interpersonaler und Massenkommunikation.[9]
 2. Die Masse
Der Terminus Masse war zunÀchst nur mit einer naturphilosophischen und physikalischen Bedeutung besetzt. Mit politisch- sozialer Bedeutung, wie er in diesem Beitrag behandelt werden soll, wird der Begriff erst im Laufe der Französischen Revolution aufgeladen.[10]
Â
3. Massenpsychologie
 In der Massenpsychologie wird untersucht, wie das Individuum innerhalb einer Masse durch eine groĂe Anzahl anderer Menschen beeinflusst wird.
 Die Masse im Zeitalter des Internets und der Massenkommunikation ist nicht grundsÀtzlich an Raum und Zeit gebunden. Nach dem Sozialpsychologen Gabriel Tarde entsteht SozialitÀt durch soziale Nachahmung via Kommunikation.[13]
Massenkommunikation kann als standardisierte Verbreitung von Informationen an ein unbekanntes und anonymes Publikum verstanden werden.
Medien stellen darĂŒber hinaus eine Machttechnik der Normierung und Disziplinierung dar. Ihre Wirkung erzielen sie nicht ĂŒber Verbote oder Zensuren, sondern vielmehr ĂŒber permanente Konsumption, InteraktivitĂ€t und Beteiligung.[14] Dies ist vor allem ĂŒber die neuen Medien des Internets (vor allem die bereits erwĂ€hnten Social Media) möglich.
Soziale Gruppen, deren Mitglieder sich primĂ€r im Internet begegnen und deren Kommunikation ĂŒberwiegend im Internet erfolgt, bezeichnet man als sogenannte âvirtuelle Gruppeâ.[15] Jene virtuellen Gruppen sind jedoch keine homogene Masse.[16]
Diverse Anwendungen und Netzwerke, wie zum Beispiel der Kurznachrichtendienst Twitter oder das soziale Netzwerk Facebook ermöglichen es, dass Einzelpersonen in kommunikativen Kontakt treten, ohne dass sie sich vorher begegnet sind. Die Bildung einer neuen sozialen Gruppe benötigt einerseits eine Internetplattform (wie z.B.: Facebook), sowie die Rekrutierung eines Teilnehmerkreises mit einem Mindestmaà an gruppeninterner KommunikationsaktivitÀt.[17]
Es ist hinsichtlich der Thematik sicherlich auch wichtig zu beachten, dass bei Internetnutzer*innen ein ĂŒberdurchschnittliches sozio- politisches Engagement auch auĂerhalb des Internets festgestellt werden konnte, was sicherlich auch bei den Massenprotesten in Ăgypten sichtbar wurde.[18]
   Soziale Netzwerke im Internet
Soziale Netzwerke im Internet stellen autonome RĂ€ume dar, an denen Ideen, Hoffnungen, Meinungen und Sorgen ausgetauscht werden können und so Kontakte geknĂŒpft werden, bis hin zu einer möglichen Bildung einer (heterogenen) Masse. Diese konstituiert sich zunĂ€chst ausschlieĂlich im digitalen Raum, kann dann aber anschlieĂend in Versammlungen und Protesten zum sichtbaren Körper werden. Dies lĂ€sst sich exemplarisch am Beispiel des Arabischen FrĂŒhlings in Ăgypten zeigen.
Auch bei jenem politischen Ereignis startete der Protest zunÀchst mit Organisation und Diskussion im Internet und formierte sich dann als Masse im urbanen Raum.[19]
Die Jugendbewegung des 6. Aprils in Ăgypten beispielsweise erzielte in kurzer Zeit 70.000 Follower der gleichnamigen Facebook- Gruppe.[20]
Die Aktivist*innen in Ăgypten planten die Proteste und somit die Masse der Proteste via Facebook, organisierten sie via Twitter und dokumentierten sie via dem Internetvideo- Portal Youtube[21]. Die Koordination und Mobilisierung fand also fast ausschlieĂlich im Internet statt.
Das rapide Teilen von Informationen und Nachrichten und die relativ einfache Erreichbarkeit dieser medialen Prozesse ermöglichte es vermutlich, die Massen rasch und effektiv zu mobilisieren.
Es war ein gewichtiger Vorteil der Social Media, dass die Nutzer*innen wĂ€hrend der Ăgyptischen Revolution mit enormer KapazitĂ€t Informationen austauschen und Verbreiten konnten.[22] Somit wurde das Staatsmonopol auf Information aufgehoben und in das Internet verschoben, was die Mobilisierung der Masse erheblich vereinfacht haben könnte.
Â
 Die Àgyptische Masse
 Eine der wesentlichsten Fragen, die es zu beantworten gilt, ist sicherlich die folgende:
Wer war die Àgyptische Masse, die sich zum Sturze des Àgyptischen Regimes im Jahre 2011 versammelte?
Die schiere GröĂe der Masse, die sich auf dem Tahir- Platz versammelte, war sicherlich ein SchlĂŒssel zum Erfolg der Proteste. Teilweise versammelten sich ĂŒber eine Millionen Menschen dort.[23]
Die erste Massendemonstration in Ăgypten zum Widerstand gegen das Regime des damaligen repressiv- regierenden, Ă€gyptischen PrĂ€sidenten Husni Mubarak, bildete sich am 25. Januar 2011. Jene Massenmobilisierung erfolgte bis zum 11. Februar 2011, als Mubarak schlieĂlich nach massiven Druck der Massenproteste zurĂŒcktrat.[24]
Die (Protest-) Masse in Ăgypten bestand ĂŒberwiegend aus jungen Menschen und Studierenden, die gröĂtenteils mit dem Internet und sozialen Netzwerken bereits vertraut waren.[25] Diese junge Generation, die auch mit den sozialen Medien durchaus vertraut ist und war, fĂŒhrte eben jene innovativen (digitalen) Instrumente zur Mobilisierung von Massen ein.[26] Diese Jugendbewegung war in der Lage, die traditionellen SchwĂ€chen und Spaltungen Ă€gyptischer Oppositioneller durch einen trans- ideologischen Diskurs zu ĂŒberwinden und die verschieden Aktivist*innen mit diversen politischen HintergrĂŒnden zu einer Zusammenarbeit gegen das autoritĂ€re Regime zu bewegen.[27]
Auch Frauen spielten ebenfalls eine groĂe Rolle bei der Ăgyptischen Revolution.[28] Es gab beispielsweise zahlreiche, einflussreiche Bloggerinnen, die den Protest und die Massen betrĂ€chtlich beeinflussten.[29]
Die drei wesentlichsten Themen der Masse waren Brot, Freiheit und soziale Gleichheit.[30]
Vor allem aber die Frustration ĂŒber die zunehmende massive Polizeigewalt in ganz Ăgypten wurde zu einem öffentlichen MassenphĂ€nomen.[31] Das gemeinsame Ziel einer radikalen Demokratisierung beziehungsweise die AffinitĂ€t des gemeinsamen Zieles kann im Freud`schen Sinne als âMassenseeleâ bezeichnet werden und hebt die Masse der Ăgyptischen Revolution von einer gewöhnlichen Menschenmenge ab.[32] Der Wunsch nach der Auflösung der prekĂ€ren gesellschaftlichen und politischen Situation in Ăgypten und der steigende Unmut auf die politische Institution der damaligen Ă€gyptischen Regierung mit Husni Mubarak als zentrale Unmutsfigur, hielten die Masse eng zusammen. Bereits Sigmund Freud erwĂ€hnt, dass der Hass gegen eine bestimmte Person oder Institution einigend wirkend könne.[33]
Die Masse in Ăgypten war dezentralisiert, nicht hierarchisch strukturiert und informell organisiert.[34]
Ihre Hauptmerkmale waren ihre fluide und austauschbare Mitgliedschaft der diversen Gruppierungen innerhalb der Bewegung.[35]
Die Masse agierte allerdings weitestgehend FĂŒhrerlos, was es fĂŒr das Regime Mubaraks erschwerte mit ĂŒblichen RepressionsmaĂnahmen an einzelnen Personen durchzufĂŒhren.[38] Dies stellt zugleich auch eine explizite Besonderheit dieser Masse dar und könnte der autonomen und anonymen GrĂŒndung in den diversen Social Media Plattformen geschuldet sein. GenĂ€hrt wurde die Masse vom Frust der Vergangenheit, Frust unter anderem ĂŒber die bis dato herrschende ReligiositĂ€t und politische Ideologie der Gesellschaft.[39]
Â
Die Entladung der Masse
 Die Entladung der Masse ist laut dem Schriftsteller Elias Canetti der zentralste Prozess, der sich innerhalb einer Masse ereignen kann. Die Masse manifestiert sich eigentlich erst nach der Entladung beziehungsweise die Entladung konstituiert die Masse.[40]
Die Entladung ist der Moment, in der sich alle Mitglieder einer Masse zu jener zugehörig fĂŒhlen. Es entsteht also eine Art KollektivgefĂŒhl. Die Verschiedenheiten der Angehörigen einer jeweiligen Masse werden dabei aufgehoben und es herrscht ein GleichheitsgefĂŒhl.[41] Es ist hierbei jedoch kritisch zu hinterfragen, ob innerhalb einer Masse tatsĂ€chlich eine völlige Gleichheit entstehen kann, oder ob nicht nur der Wunsch beziehungsweise die Illusion nach Gleichheit der treibende Motor einer Masse ist, der eigentlich angestrebte Zustand aber nie erfĂŒllt werden kann. Vermutlich ist jedoch die Masse der Protestbewegung der Ăgyptischen Revolution innerhalb der Bewegung dem Zustand von Gleichheit nĂ€her gerĂŒckt, als in der vorherigen Gesellschaft.
Man könnte also vermuten, dass dieses GefĂŒhl beziehungsweise die Entladung dann entsteht, wenn sich die Masse, wie die Protestmasse wĂ€hrend der Ăgyptischen Revolution, von den sozialen Netzwerken mit eher unsichtbaren Mitgliedern zu einem sichtbaren (Massen-) Körper an einem Ort versammelt. In Ăgypten wĂ€re dies die Massenversammlung am Tahrir- Platz[42] gewesen.
Elias Canetti selbst erwÀhnt in seinem Werk Masse und Macht Àhnliches:
 â Auf einem bestimmten Platze steh der Mensch und hĂ€lt sich alles, was ihm in die NĂ€he kommt, mit wirkungsvollen RechtsgebĂ€rden vom Leibe.â[43]
 Dies lĂ€sst sich auch auf den Tahrir- Platz ĂŒbertragen, den sich die Aktivist*innen wĂ€hrend der Proteste im Jahre 2011 aneigneten, besetzten und mit StraĂenbarrikaden gegen die herrschende Polizeigewalt verteidigten.[44] Ein Augenzeugenbericht stĂŒtzt ebenfalls diese These: â Je nĂ€her wir dem Tahrir- Platz kamen, desto stĂ€rker fĂŒhlten wir uns.â[45] Das IdentitĂ€tsgefĂŒhl sei mit jedem Schritt, der nĂ€her zum Tahrir- Platz fĂŒhrte, gröĂer geworden.[46]
Canetti behauptete weiterhin, dass die Masse die Dichte liebe. Auch dies könnte ein Grund sein, warum sich die Ă€gyptische Masse auf einen begrenzten, urbanen Platz versammelte.[47] Die Ă€gyptische Masse wĂ€re unter den Aspekten Cannettis wohl eher eine geschlossene Masse, denn die geschlossen Masse â [âŠ] schafft sich ihren Ort [âŠ]. Der Raum den sie erfĂŒllen wird, ist ihr zugewiesenâ[48]. Die natĂŒrlichen Grenzen, die durch den Tahrir- Platz, beziehungsweise seine umliegenden, eingrenzenden HĂ€user gesetzt sind, könnte ein Auseinanderlaufen der Masse verhindert haben. Durch die Aussicht auf ein Wiederversammeln tĂ€uscht sich die Masse ĂŒber ihre Auflösung hinweg. Der Tahrir- Platz, der passenderweise ĂŒbersetzt âPlatz der Befreiungâ heiĂt wartet gewissermaĂen auf die Masse und solange er da ist wird sie sich auf dieselbe Weise zusammenfinden.[49]
Es ist also durchaus nachvollziehbar, warum die Ă€gyptische Protestmasse sich aus der unsichtbaren digitalen Welt in einen urbanen Raum bewegte. Auch die Philosophin Judith Butler sieht die Vereinnahmung eines (öffentlichen) Ortes, wie den Tahrir- Platz, als eine Gemeinsamkeit aller Massendemonstrationen.[50] Auf dem Tahrir Platz begegneten sich Menschen unterschiedlichen Alters, Geschlechts, EthnizitĂ€t, ReligiosiĂ€t und sexueller Orientierung, die sich sonst so wahrscheinlich nie begegnet wĂ€ren. Es bildete sich dort also eine Ă€uĂerst heterogene Masse.[51]
Die Schnelligkeit und EffektivitĂ€t mit der sich die User zu einer Masse auf dem Tahrir- Platz versammelten, ĂŒberraschte nicht nur auslĂ€ndische Medien, sondern vor allem auch die Ă€gyptische Regierung unter dem damaligen PrĂ€sidenten Mubarak, dem die Proteste hauptsĂ€chlich gegolten haben.[52]
 Vor allem die multimodalen und autonomen Kommunikationsmöglichkeiten des Internets brachen die Barriere der Isolierung und der Angst vor der Teilnahme an der Massenbewegung auf.[53] Eine Teilnehmerin der Proteste verglich die Entladung und das Aufkeimen der Masse mit Popcorn:
âPopcorn entsteht nicht einfach aus dem Nichts. Du brauchst Maiskörner, Ăl, viel Hitze und Druck. Sei vorsichtig mit dem Arabischen Pocorn! Du kannst dich daran verbrennenâ.[54]
  Zusammenfassend lĂ€sst sich nun festhalten, dass das Internet und insbesondere die Social Media gewiss eine zentrale Rolle in der heutigen Massenbildung beziehungsweise in der Mobilisierung von Massen (-protesten) spielen können. Vermutlich wird das Internet zur Mobilisierung von Massen in Zukunft sogar eine immer beachtlichere Rolle einnehmen, da mit den Social Media alternative und offene Informations- und Kommunikationsquellen geschaffen werden können, die (zumindest ĂŒberwiegend) nicht von autoritĂ€ren Regierungen reguliert und restringiert werden können.
Mit Social Media war es zudem möglich, die Massen in einem beispiellosen Tempo und PrÀzision zu mobilisieren und zu koordinieren.
Dies konnte unter anderem am aufgezeigten Beispiel der Ăgyptischen Revolution gezeigt werden.
Die Mobilisierung der Masse in Ăgypten erfolgte nicht wie in der Historie ĂŒblich ĂŒber Schriften, wie z.B. wĂ€hrend der französischen Revolution. Auch nicht ĂŒber die Massenmedien Radio und Fernsehen, sondern vor allem ĂŒber das Internet. Doch es braucht auch einen âOrt der Sichtbarkeitâ[55], wie z.B. den erwĂ€hnten Tahrir- Platz, um politische (Massen-) Aktionen durchfĂŒhren zu können, beziehungsweise ĂŒberhaupt eine wirkungsvolle Masse zu bilden. Der offene und zentral gelegene Tahrir- Platz ermöglichte zum einen eine groĂe Massenansammlung, zum anderen diente er aber auch als groĂes Fenster fĂŒr die globalen Medien, um die Veranstaltungen dort zu zeigen und eine gröĂere politische EffektivitĂ€t zu erzielen.[56]
Die Frage die sich nun anschlieĂend stellt ist, ob das Internet nicht auch solch ein Ort
der Sichtbarkeit sein oder werden kann.
Meiner Meinung nach braucht es jedoch beides, die Kombination aus sozialen Medien und öffentlicher Versammlung. Die bereits erwÀhnte Philosophin Judith Butler ist ebenfalls der Meinung, dass eine Transponierbarkeit der Körper beziehungsweise der Masse nur durch die Kombination mit Medien vorstellbar sei.[57]
Aus der Sicherheit und einer gewissen AnonymitĂ€t und Autonomie der digitalen Welt des Internes heraus, konnten sich die dort organisierten Massen in den urbanen Raum ziehen und jenen fĂŒr sich einnehmen.[58]
Es ist ergo durchaus wichtig zu beachten, dass Soziale Medien nicht die Massenproteste verursacht oder jene ausschlieĂlich begĂŒnstigten, jedoch waren sie ein Ă€uĂerst bedeutendes Instrument um jene Prostest Masse zu bilden, beziehungsweise um jene vom virtuellen, privaten Raum auf den realen, öffentlichen Raum zu verschieben.
Die anfangs virtuellen Proteste in den sozialen Netzwerken des Internets haben sich durch die Massen auf der StraĂe manifestiert beziehungsweise materialisiert und verkörpert. Der (Internet-) User wurde so zum sichtbaren Körper der Masse.
   [1] Elias Canetti in: LappenkĂŒper, Ulrich (u.a.): Masse und Macht im 19. Und 20. Jahrhundert. Studien zu SchlĂŒsselbegriffen unserer Zeit. MĂŒnchen: Oldenbourg Verlag 2003, S.19
[2] Le Bon, Gustave: Psychologie der Massen. Hamburg: Nikol Verlag 2009, S.21ff.
[3] Vg.l auch: Eltantawy, Nahed und Wiest, Julie B.: Social Media in the Egyptian Revolution: Reconsidering Resource Mobilization Theory in: International Journal of Communication 2011 (Vol. 5), S.1207
[4] Siehe in: König, Christian (u.a.): Soziale Medien: Gegenstand und Instrument der Forschung. Wiesbaden: Springer Verlag 2014, S. 13
[5] Vgl.: N. Eltantawy und J.B. Wiest: Social Media in the Egyptian Revolution: Reconsidering Resource Mobilization Theory in: International Journal of Communication 2011 (Vol. 5), S.1207
[6] Vgl. Ebd. S.1213
[7] Castells, Manuel: Networks Of Outrage And Hope. Social Movements In The Internet. Cambridge (u.a.): Polity Press 2012, S. 2
[8] Vgl. van Dijk, Jan: The Network Society. Social Aspects of New Media. London: Sage Publications 1999, S.142
[9] Vgl. ebd.: S.161
[10] Vgl.: Morgner, Christian: Weltereignisse und Massenmedien: Zur Theorie des Weltmedienereignisses. Studien zu John F. Kennedy, Lady Diana und der Titanic, Bielefeld: Transcript 2009, S. 25
[11] Vgl. : Ebd.
[12] Vgl.: Ebd.
[13] Vgl. Ebd.: S. 26
[14] Vgl.: Hepp, Andreas und Winter, Rainer (Hg.): Kultur- Medien â Macht. Cultural Studies und Medienanalyse. Opladen: Westdeutscher Verlag 1997, S. 253
[15] S.: Döring, Nicola: Sozialpsychologie des Internet. Die Bedeutung des Internet fĂŒr Kommunikationsprozesse, IdentitĂ€ten, soziale Beziehungen und Gruppen. Göttingen (u.a.): Hogrefe Verlag 2003 (2. Auflage), S. 501
[16] Vgl.Ebd.: S. 504
[17] Vgl. Ebd.: S. 520
[18] S. Ebd.: S. 550
[19] Vgl.: M. Castells: Networks of Outrage and Hope. Social Movements in the Internet Age, S.103
[20] Vgl. Ebd.: S.53
[21] Vgl. Ebd.: S.58
[22] Vgl.: N. Eltantaway und J.B. Wiest: Social Media in the Egypt Revolution, S.1214
[23] Vgl.: Haas, Mark L. und Lesch, David: The Arab Spring. Change and Resistance in the Middle East. USA: Westview Press 2013, S.40
[24] JĂŒnemann, Anette und Zorob, Anja (Hg.): Arabellions: Zur Vielfalt von Protest und Revolte im Nahen Osten und Nordafrika. Wiesbaden: Springer Verlag 2013, S.28
[25] Vgl.: M. Castell: Networks of Outrage and Hope. Social Movements in the Internet Age, S. 66
[26] Vgl.: Shehata, Dina: 6 Youths Movements and the 25 January Revolution in: Korany, Bahgat (u.a.): Arab Spring in Egypt: Revolution Beyond. Cairo: American University in Cairo Press 2012, S. 105
[27] Vgl.: Ebd.
[28] Vgl: M. Castell: Networks of Outrage and Hope. Social Movements in the Internet Age, S. 69
[29] Vgl. ebd.: S. 70ff.
[30] S.: ebd.: S. 66
[31] Vgl.: Schneiders, Thorsten G. (Hg.): Der Arabische FrĂŒhling. HintergrĂŒnde und Analysen. Wiesbaden: Springer Verlag 2013, S. 118
[33] S. Freud: Massenpsychologie und Ich- Analyse, S.43
[34] S.: Abdelrahman, Maha: Egypts Long Revolution. Protests Movement and Uprisings. London: Routledge 2014, S. 49
[35] Vgl.: ebd.
[36] S.: G. Le Bon: Psychologie der Massen, S. 146
[37] Vgl.: Nordhausen Frank (u.a.): Die arabische Revolution. Demokratischer Aufbruch von Tunesien bis zum Golf. Berlin: Ch. Links Verlag 2011, S.46
[38] Vgl.: Rosiny, Stephan: Ein Jahr âarabischer FrĂŒhlingâ: Auslöser, Dynamiken, Perspektiven. Hamburg: Institut fĂŒr Nahost- Studien 2011, S.2
[39] Howard, Philip N. (u.a.): Democracies Fourth Wave? Digital Media and the Arab Spring, New York: Oxford University Press 2013, S. 7
[40] Vgl. Canetti, Elias: Masse und Macht. Erster Band. Classen Verlag 1960, S.12
[41] Vgl.: ebd. Canetti
[42] Siehe Abb. 1 im Anhang.
[43] Elias Carnetti in: ders. Masse und Macht. Erster Band. Classen Verlag 1960, S.12
[44] Siehe Abb. 2 im Anahng
[45] Sarrah Abdelrahman in: Bernold, Mathias und Henaine, Sandra L.: Revolution 3.0. Die neuen Rebellen und ihre digitalen Waffen. ZĂŒrich: Xanthippe Verlag 2012, S.32
[46] S.: ebd.
[47] Vgl.: Stadler, Peter: Masse und Macht in: LappenkĂŒper, Ulrich (u.a.): Masse und Macht im 19. Und 20. Jahrhundert. Studien zu SchlĂŒsselbegriffen unserer Zeit. MĂŒnchen: Oldenbourg Verlag 2003, S. 20
Marcel Prousts Madeleine in »A la recherche du temps perdu«, die Zitattechnik in den Werken von B.A. Zimmermann, die »ars memoriae« des Mittelalters oder der Bilderatlas »Mnemosyne« von Aby Warburg sind Beispiele dafĂŒr, wie sich Erinnerungen als GedĂ€chtnisprozesse in Inhalt, Form und Theorien manifestieren können.
Musik als Medium der Erinnerung ist in der GedĂ€chtnisforschung bislang jedoch wenig berĂŒcksichtigt worden. Die in diesem Band versammelten BeitrĂ€ge widmen sich dem Gegenstand Musik und zeigen aus interdisziplinĂ€rer Perspektive die Relevanz erinnerungstheoretischer Konzepte im Bereich der (musik-)wissenschaftlichen Rezeption auf.
Mit BeitrÀgen u.a. von Helga de la Motte-Haber, Melanie Unseld, Jan Assmann, Thomas Burkhalter und Ana Hofman.
âfor Laws, Religion, Liberty we fallâ: Politik, nationale IdentitĂ€t und Religion in HĂ€ndels Oratorium Judas Maccabaeus
I.           Kompositorischer Kontext
 Das Oratorium Judas Macchabeus von Georg Friedrich HĂ€ndel ist wohl, nicht nur gemessen an der Anzahl der AuffĂŒhrungen, eine der bekanntesten und erfolgreichsten Kompositionen HĂ€ndels. Lediglich das Oratoirum Messiah aus dem Jahr 1742 wurde öfters aufgefĂŒhrt.[1] Judas Maccabaeus begeisterte die gesamte Mittel- und Oberschicht.[2]
Dies ist vor allem vor dem Hintergrund interessant, da HĂ€ndels vorherige Kompositionen nicht allzu erfolgreich waren. Vor allem gegen Ende der Spielzeit 1740/41 schlug das Desinteresse des Londoner Publikums bisweilen in Aversion um.[3]
Im Jahre 1748, also ein Jahr nach der UrauffĂŒhrung, erlebte das Werk ein kleines Revival. Insgesamt sechsmal wurde es in jenem Jahr aufgefĂŒhrt[4] Die spĂ€teren Inszenierungen enthielten den Zusatz âwith Additions and a New Concertoâ.[5]
HĂ€ndel komponierte das Oratorium zwischen Juli und August 1746.[6] UraufgefĂŒhrt wurde das Werk allerdings erst ein knappes Jahr spĂ€ter.
Unmittelbar vor der Komposition von Judas komponierte HĂ€ndel bereits ein anderes politisches Oratorium, das Occasional Oratorio. Dieses patriotische Pasticcio aus diversen SĂ€tzen eigener Kompositionen bezog sich ebenfalls, wie Judas auf den Vormarsch der Jakobiten auf London.[7] Es handelt sich hierbei um ein noch deutlicher politischeres Werk, welches der britische Musikwissenschaftler Dean Winton sogar als âpiece of propagandaâ[8] bezeichnet. Einige der Arien wurden auch in Judas Maccabaeus verwendet.[9]
Die bisherigen Forschungen zu HĂ€ndels Judas Maccabaeus beleuchten entweder die sozial-politischen UmstĂ€nde des Werkes oder stellen eine ausschlieĂlich musikwissenschaftliche Analyse am musikalischen Material dar. Eine Kombination und eventuell direkte eine Verbindung zwischen beiden Feldern gibt es bisher kaum.           Â
 II. Libretto und Handlung
 Das Libretto zu Judas Maccabaeus stammt von dem geistlichen Thomas Morell.
Es war die erste von vielen Kollaborationen zwischen HĂ€ndel und Morell.[10] Der Pastor Thomas Morell stellt eine wichtige Person in HĂ€ndels spĂ€teren Leben und Schaffen dar.[11] Dieser ist unter anderem auch fĂŒr die Libretti der beiden Opern  Jeptha und Joshua verantwortlich. Letzteres Werk ist darĂŒber hinaus nicht ganz irrelevant fĂŒr die Betrachtung von Judas Macchabaeus, was im Verlauf dieser Hausarbeit noch verdeutlicht wird. Es ist vielleicht nicht unerheblich zu erwĂ€hnen, dass Morell wie bereits oben angedeutet, hauptberuflich Geistlicher war und somit im Dienste der anglikanischen Kirche stand. Viele Librettisten von HĂ€ndel teilten nicht nur ein gemeinsames Interesse an religiösen und politischen Thematiken, sondern auch die musikalische Bewunderung fĂŒr den Komponisten.[12] So ist es nicht verwunderlich, dass Morell und HĂ€ndel sich fĂŒr diesen thematischen Stoff entschieden haben.
Inhaltlich geht das Libretto vor allem auf das erste Buch der MakkabĂ€er im alten Testament zurĂŒck.
In jenem wird vor allem der jĂŒdische Freiheitskampf gegen die repressive Herrschaft der Seleukiden geschildert, die unter der Herrschaft von Antiochus IV. Epiphanes versuchten, den jĂŒdischen Glauben zu unterdrĂŒcken und zu bekĂ€mpfen. Â
HĂ€ndel komponierte das Oratorium, als der Ausgang der jakobitischen Rebellion noch gar nicht abzusehen war.[13]
Thomas Morell selbst Ă€uĂerte, dass Judas Maccabaeus eine Hommage an den Herzog von Cumberland und seine siegreiche RĂŒckkehr aus Schottland darstelle.[14]
HĂ€ndel und Morell entschieden sich, das Libretto in englischer Sprache zu verfassen, obwohl manche Autoren zu jener Zeit sprachlich-musikalische Nachteile in der englischen Sprache in Opern sahen. So kritisiert der englische Dichter und Dramatiker John Dryden beispielsweise, dass die englische Sprache viele einsilbige Wörter und Konsonantenverbindungen aufweise und somit in Hinblick auf das VersmaĂ eine geringere Eignung fĂŒr die Musik darstelle, als beispielsweise die französische oder italienische Sprache.[15] Trotzdem entschieden sich Morell und HĂ€ndel fĂŒr die englische Sprache, vermutlich um den gesellschaftspolitischen Kontext dem Londoner Publikum besser vermitteln zu können oder um ĂŒberhaupt fĂŒr ein breiteres Publikum zu sorgen.
Â
III. Politischer Kontext in GroĂbritannien um 1746
Mit dem invasiven Vormarsch von Schottland nach England des Prinz Charles Edward, der oftmals auch Bonnie Prince Charles genannt wird, geriet die Londoner Gesellschaft in Panik und  das gesellschaftliche Klima des Londoner Alltags verÀnderte sich sukzessiv.[16]
Bonnie Prince Charles
Wie durchaus nicht unĂŒblich nach einer nationalen Krise, dĂŒrstete es nun der Londoner Gesellschaft nach einer Sensation beziehungsweise einem Novum, das möglichst von der temporĂ€ren Bedrohung ablenken und die Moral und Motivation der englischen Bevölkerung wieder stabilisieren sollte.
Der Erfolg von Judas Maccabaeus trug sicher auch dazu bei, das Londoner Publikum wieder zu erheitern und aufzumuntern.[17]
Dass sich besonders HĂ€ndels Musik eignete, um (gesellschafts-) politische Botschaften an die Londoner Gesellschaft zu vermitteln, beweist auch folgendes Zitat: â For a writer with something to say to the educated, influential upper- and middle- class London public, Handel`s music could be an ideal vehicleâ[18].
Prinz Charles Edward Stuart vollzog jenen oben genannten Vormarsch, nachdem er 1745-46 ganz Schottland eroberte. Die Eroberung Schottlands, sowie der Vormarsch auf London bildeten den Höhepunkt eines langjÀhrigen Konfliktes zwischen Jakobitern und Briten.
Jakobiter waren die AnhĂ€nger von König Jakob dem II[19]. Dieser gehörte dem Hause Stuart an und war König von Schottland und England. Seine prokatholische Politik brachte ihm in der Bevölkerung wenig Sympathie.  Er fĂŒhrte immer mehr Katholiken in hohe Ămter, wodurch sich die protestantische Elite bedroht fĂŒhlte.
Zu jener Zeit gab es ohnehin zahlreiche Spannungen und Konflikte zwischen Protestanten und Katholiken.
Dieser zunehmende Katholizismus und Absolutismus von König Jakob wurde fĂŒr viele Briten schlieĂlich untragbar bzw. mit der britischen Verfassung nicht mehr vereinbar.
Sein Enkel Prinz Charles Edwart Stuart eroberte zudem, wie oben erwĂ€hnt, Schottland und befand sich auf dem Vormarsch auf London. Er eroberte einige StĂ€dte in England, darunter auch Manchester. Doch danach beging er  einen fatalen strategischen Fehler; er lieĂ sich von seinen Offizieren ĂŒberreden zunĂ€chst nach Schottland zurĂŒckzukehren, um neue KrĂ€fte zu sammeln, bevor die Jakobiter versuchen wollten, London anzugreifen.
Dieser strategische Fehler brachte Wilhelm August, Herzog von Cumberland genĂŒgend Zeit, um eine groĂe Truppe zu mobilisieren.
Wilhelm August war der Sohn von König Georg II., ein König aus dem Hause Hannover und König von Irland und GroĂbritannien und befand sich zur Zeit des Vormarsches der Jakobiter aufgrund einer Fehlinformation ganz im SĂŒden Englands, um einen vermeintlichen Angriff der Franzosen auf England zu verhindern.
Durch den RĂŒckzug der Jakobiter konnte der Herzog von Cumberland genĂŒgend Truppen mobilisieren, um die Jakobiter weiter zurĂŒck in den Norden Englands zu drĂ€ngen. Die Jakobiter gewannen danach noch eine Schlacht, bevor sie sich schlieĂlich bis in den Norden Schottlands, nach Inverness zurĂŒckziehen mussten.
An jenem Ort kann es am 16. April 1746 zur sogenannten (letzten) Jakobitischen Rebellion. In der berĂŒchtigten Schlacht von Culledon[20] wurden die Jakobiter von den britischen Truppen buchstĂ€blich niedergemetzelt, was dem Duke of Cumberland auch den oftmals zitierten Spitznamen âButcher of Cumberlandâ brachte. In jener Schlacht wurden die Jakobiter ein fĂŒr alle mal geschlagen.
Ganz London atmete damals auf. Doch HĂ€ndel wartete noch zwölf Wochen mit der Komposition seines âSiegesoratoriumsâ.
Ein interessanter und noch wenig erforschter Nebenaspekt ist, dass Jakobiter, obwohl HĂ€ndel zu mindest seit den 1720er Jahren als Sympathisant des Hauses Hannover gelten kann, nie Anti HĂ€ndel waren. Im Gegenteil: von einigen wurde er sogar unterstĂŒtzt und er selbst hatte den ein oder anderen jakobitischen Librettisten engagiert[JS5]Â .
Â
 III. Politik und nationale IdentitÀt in Judas Macchabaeus
 Das Oratorium besitzt also einen politisch gesellschaftlichen Kontext.  HĂ€ndel spĂŒrte, was das Londoner Publikum nach solch einer nationalen Krise und dem bereits erwĂ€hnten Konflikt mit den Jakobitern hören wollte: NĂ€mlich ein festliches Konzertoratorium, das eingĂ€ngige Melodien bot.
Als ein Beispiel sei âSee the conquering hero comesâ genannt, dessen Melodie heutzutage noch oft unter dem Namen âTochter Zionâ (vor allem an Weihnachten) gesungen wird. UrsprĂŒnglich stammte dieser Satz aus HĂ€ndels Oratorium Joshua.
[1] Vgl.: Channon,Merlin: Handel`s Early Performances of `Judas Maccabaeus`:Some New Evidence And Interpretation in: Music and Letters 1996, Â S. 499
[2] Vgl. Winton,D.: HandelÂŽs Dramatic Oratiorios and Masques. S. 471
[3] Vgl. MGG Art. HĂ€ndel, Sp. 533
[4] Vgl.: Channon,M: Handel`s Early Performances of `Judas Maccabaeus`:Some New Evidence And Interpretation in: Music and Letters, Â S. 499
[5] Vgl.: ebd., S.506
[6] Vgl.ebd., S.499
[7] Vgl. MGG Art. HĂ€ndel, Sp. 534
[8] S.: Winton, Dean: Handel`s Dramatic Oratorios And Masques. London: Oxford University Press,1959. S. 460
[9] Vgl. Ebd.
[10] Vgl.: Smith, Ruth: Handel`s Oratorios and 18th Century Thought, Cambridge: Cambridge University Press ,2005. S.198
[11] Vgl.: Dean, W.: Handel`s Dramatic Oratorios And Masques. London: Oxford Unviersity Press,1959. S. 462
[12] Vgl.: MĂŒller-OberhĂ€user, Gabriele: âA Valiant jewish Commanderâ: Morells Libretto des Judas Maccabaeus im Kontext der englischen Literatur in: Höink,Dominik und Heidrich, JĂŒrgen: Gewalt-Bedrohung-Krieg: Georg Friedrich HĂ€ndels Judas Maccabaeus. Göttingen: V&R Unipress,2010. S.60
[13] Vgl.: Ruth, Smith: The Meaning of Morells Libretto Of `Judas Maccabaeus` Libretto in: Music And Letters,1998, S.50 Â Â
[14] Vgl.: Dean,W.: Handel`s Dramatic Oratorios and Masques,S. 461
[15] Vgl.:MĂŒller-OberhĂ€user, G.: A Valiant jewish Commanderâ: Morells Libretto des Judas Maccabaeus im Kontext der englischen Literatur in: Höink,D. und Heidrich, J.: Gewalt-Bedrohung-Krieg: Georg Friedrich HĂ€ndels Judas Maccabaeus. Göttingen: V&R Unipress,2010. S.64
[16] Vgl.: Dean,W.: Handel`s Dramatic Oratorios and Masques, S. 463
[17] Vgl. ebd. (Dean W S. 463)
[18]S.: MĂŒller-OberhĂ€user, G.: A Valiant jewish Commanderâ: Morells Libretto des Judas Maccabaeus im Kontext der englischen Literatur in: Höink,D. und Heidrich, J.: Gewalt-Bedrohung-Krieg: Georg Friedrich HĂ€ndels Judas Maccabaeus. Göttingen: V&R Unipress,2010. S.61
[19] Anm.: Engl. King James the Second
[20] Anm.: Ort im Norden Schottlands, bei Iverness
Klar, der Waltz No.2 von Dmitri Shoastkovich ist ein Ohrwurm. Die schlangenartige Eingangsmelodie der Klarinette windet sich schnell in das Gehirn und kommt da so schnell auch nicht mehr wieder raus.
Doch ist das der einzige Grund , warum er in zahlreichen Filmen und Serien eingesetzt wird?
NatĂŒrlich bietet sich bei einer (Tanz-)Szene von House of Cards (Staffel 1) ein Walzer an, aber sicherlich ist dieser Waltzer bewusst gewĂ€hlt, denn das harte Polit-GeschĂ€ft in Washington gleicht auch mehr einem Zirkus- als Politbetrieb.
Aber nicht nur das Werk als solches, sondern auch der Komponist und seine sowjetische Biografie und somit Gegenmodell zu den turbokapitalistischen Gegebenheiten in House of Cards und Mr. Robot, wird eine Rolle bei der Auswahl dieses Werkes gespielt haben.
In Mr. Robot wird sogar eine elektronisch verfremdete Version verwendet und ist in einer Szene zu hören, in der der Protagonist sich ebenfalls wie im Zirkus vorkommt nicht mehr weià was real ist. Der Illusionseffekt wird durch die elektronische Verfremdung der Synthesizer-Version sogar noch verstÀrkt.
Anya is live and ready to show you everything. Watch her strip, dance, and perform exclusive shows just for you. Interact in real-time and make your fantasies come true.
â Live Streamingâ Interactive Chatâ Private Showsâ HD Quality
Anya is LIVE right now
FREE
Free to watch âą No registration required âą HD streaming
 Anders als bei der Black Panther Bewegung soll sich die neue âQueen Beyâ - Bewegung vor allem (oder nur?) die Frauen beteiligen. Also Ladys: âlet`s get in formation!â
Musik war schon immer ein wichtiges kulturelles Instrument fĂŒr (Kriegs-) Propaganda. Doch:
âWie gehen Krieg und Musik zusammen? Beziehungsweise: Wieso gehen Krieg und Musik so gut zusammen? Bei Kriegspropaganda und Kriegshetze und â ganz aktuell â im Soundtrack von bestialischen Mordvideos kommt Musik eine entscheidende Rolle zu. Dem gegenĂŒber steht eine Vielzahl von Musiken, die Frieden und Gewaltlosigkeit beschwört, und so etwas wie musikalische Trauerarbeit. Diese beiden ErzĂ€hlstrĂ€nge greifen die Thementage Krieg singen auf und setzen sie zueinander in Beziehung. In AnknĂŒpfung an die HKW-Programme Krieg erzĂ€hlen (Februar 2014) und Böse Musik (Oktober 2013) wird in Performances, Konzerten, Installationen, Workshops und ExpertengesprĂ€chen die emotionale Besetzung der Themen Krieg und Frieden mit Mitteln der Musik dargestellt und erforscht. Und: Es geht darum, wie kriegerisch die Musik heutzutage ist, wo doch substanzielle Bestandteile der Aufnahme-, Widergabe- und Ăbertragungstechnologie â vom Radio ĂŒber das Magnetband bis zum Vocoder â ursprĂŒnglich fĂŒr militĂ€rische Zwecke entwickelt wurden.
Mit Laibach, Milo Rau, Rayess Bek, Doan Tri Minh, Victor Gama, Andreas Ammer & FM Einheit, wittmann/zeitblom, dem Chor der Kulturen der Welt feat. Ari Benjamin Meyers & Hauschka, zeitkratzer u.a.
Kuratiert von Holger Schulze und Detlef Diederichsen
âKrieg singenâ findet im Rahmen von 100 Jahre Gegenwart statt.â
Teil 2/2: Zwischen den 1980er und den 2000er Jahren bleibt politisch wie kulturell kein Stein auf dem anderen. Der zweite Teil der Dokumentation "Peace ânâ Pop" zeichnet die popkulturellen Reaktionen in einer unĂŒbersichtlichen Welt voller Kriege nach.
Ein sehr sehenswerter Beitrag zu Reaktionen aus der Popkultur auf Krieg und Frieden von den 1980ern bis heute.
âDiesem Typen gehört deine Speisekammer. Er kontrolliert deine armseligen Verbindungen zum und im kapitalistischen System und er vereitelt deine Möglichkeiten darin einzugreifen. Und hier ist der Bastard auf der Beerdigung einer Mörderin. Einer Mörderin, die sich einen ScheiĂ um so genannte Versager, einen ScheiĂ um dich gekĂŒmmert hat! Organisiert und widersetzt Euch - attackiert!«
So lautet der zornige Kommentar auf der Facebook-Seite von Sleaford Mods zu einem Bild das durch die Presse ging und das den zu TrĂ€nen gerĂŒhrten britischen Premierminister David Cameron wĂ€hrend der Trauerfeier zur Beerdigung von Margret Thatcher zeigt. Auch im folgenden Video âMiddle Menâ wird Cameron scharf attackiert und mit Pistole am Kopf dargestellt.
SĂ€nger Jason Williams ĂŒbrigens im selben britischen Dörfchen (Grantham) aufgewachsen wie die eiserne Lady kritisiert die Entpolitisierung in der britischen Popmusik und sieht den Grund dafĂŒr in der Drogenkultur seit den 1980ern. Sie wollen einen neuen Klassenkampf in die britische Subkultur zurĂŒckbringen. Sie sind die neuen working class heroes.
Mit der relativ unpolitischen Mod bewegung aus den 1960ern haben die Sleaford Mods ĂŒbrigens nichts gemeinsam, weder Ă€sthetisch noch musikalisch.
Es lassen sich auch keine platten Parolen finden, vielmehr sind die Texte von Williamson Erfahrungsberichte und scharfe Kommentare zum Alltag am unteren Ende der Sozialleiter. PrĂ€ziser âexcremental Angerâ.
Doch âWer wird die Wut der Sleaford Mods aufgreifen? Wer kann diese Wut in ein neues politisches Projekt konvertieren?â
Ist die Musik der Sleaford Mods  also ein Aufruf zu einer neuen politischen Gruppierung um gegen Camerons Britannien zu revoltieren? GenĂŒgend Energie und Zorn  hĂ€tten die beiden mit ihrer Musik abzugeben.
Denkt man an das westafrikanische Land Senegal, so liegt einem nicht gleich zwangslÀufig afrokubanische Musik im Ohr.
Vor einigen Jahrzehnten, besonders in den 1940er bis 1960er Jahren jedoch, war Musik aus Kuba und SĂŒdamerika vor allem in der Hauptstadt Dakar allgegenwĂ€rtig.
Mbalax, die senegalesische Musikgattung die nun fokussiert werden soll, wÀre aber ohne jenen afrokubanischen Einfluss schwer vorstellbar.
Afrokubanische Musik spielt fĂŒr eine Musik die damals wie heute in Dakar omniprĂ€sent ist eine wichtige Rolle, nĂ€mlich Mbalax.
Vor allem durch den Weltstar Youssou N`Dour wurde Mbalax auch international bekannt.
Doch wie kam der Wandel von einer reinen Adaption afrokubanischer Musik zu einem âreafrikanisiertenâ Musikstil zustande? Â
Dakar - ein hybrider Ort.
Die senegalesische Hauptstadt Dakar ist eine der bedeutendsten HafenstĂ€dte Westafrikas. Dakar entwickelte sich  in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts zum politischen und kulturellen Zentrum Senegals und war auĂerdem âimmer schon ein hybrider Ort, an dem sich Afrikanisches mit EuropĂ€ischem vermischteâ.
Man hörte zu jener Zeit in den Bars und Tanzlokalen Dakars, was in Europa (und vor allem in Senegals Kolonialmacht Frankreich) modern war.  Und das war zu jener Zeit eben  primÀr afrokubanische Musik, wie beispielsweise Salsa oder vor allem der kubanische Son.
Die ersten Platten mit kubanischer Musik erreichten Dakar ungefĂ€hr in den 1920ern. Sie wurden ĂŒberwiegend von Seeleuten und Matrosen mitgebracht.
Der Son âEl Maniceroâ beispielsweise genoss nicht nur auf Kuba groĂe Beliebtheit.
Der Erfolg dieses Sons fĂŒhrte dazu, dass sich die Plattenfirma HMV dazu entschied, eine ganze Serie von Platten mit lateinamerikanischer und vor allem kubanischer Musik in Senegal zu verkaufen.
Auch im Radio der französischen Kolonialherrschaft konnte man ĂŒberwiegend kubanischen KlĂ€ngen lauschen.
Kubanische Sounds in Dakar.
Ein Grund, warum ausgerechnet die Musik der fernen, karibischen Insel Kuba in Senegal so beliebt wurde war, dass jene Musik (vor allem die Rhythmik) oft als â[âŠ] something vaguely africanâ  wahrgenommen wurde. Dies ist  nicht Ă€uĂerst verwunderlich, schlieĂlich ist und war  jene Musik gröĂtenteils auch von Sklaven, die von Afrika nach Kuba verschleppt wurden, stark geprĂ€gt und beeinflusst.
Kubanische Musik gewann bis in die spĂ€ten 1950er Jahre hinein immer mehr an PopularitĂ€t und wurde allmĂ€hlich zur âmodern music of choice for many Senegaleseâ.
Senegalesische Bands adaptierten also anfĂ€nglich den Sound von lateinamerikanischen, ĂŒberwiegend kubanischen Bands. Sie sangen sogar auf Spanisch, auch wenn sie diese Sprache oftmals gar nicht beherrschten.  Als prominentes Beispiel sei hier vor allem Laba Sosseh genannt, der zahlreiche kubanische Sons sang, darunter auch den oben erwĂ€hnten Son- Hit âEl Maniceroâ  oder âGuantanamoâ, ein  Lied ĂŒber die gleichnamige, kubanische Provinz im Osten der Insel. Aber auch Youssou N`Dour sang am Anfang seiner Karriere auf Spanisch und adaptierte afrokubanische Sounds.  Viele Bands  lernten die Son oder Salsa StĂŒcke aus Kuba lediglich nach Gehör.
âResenegalisierungâ der Musik.
Erst Anfang der 1970er Jahre, also zehn Jahre nach der UnabhĂ€ngigkeitserklĂ€rung Senegals von Frankreich, beginnt die oft zitierte âSenegalisierungâ der Popularmusik. Â
Zunehmend ist sich das Dakarer Publikum in den Tanzlokalen einig, dass die Bands nicht  âsenegalesischâ genug musizieren, sondern lediglich lateinamerikanische Musik kopieren.
Diese Ănderung der Wahrnehmung vieler SenegalesInnen hĂ€ngt vermutlich mit der UnabhĂ€ngigkeit Senegals zusammen. Mit der politischen UnabhĂ€ngigkeit wollte man auch eine eigenstĂ€ndige, autonome Musikkultur schaffen.
Des Weiteren war jene afrokubanische Musik sicherlich eine am europĂ€ischen Geschmack orientierte Musik und somit eher KlĂ€nge fĂŒr wohlhabendere SenegalesInnen, die sich den Eintritt in die Tanzlokale leisten konnten.
Sicherlich auch bedingt durch den kulturellen Umschwung um 1966 wuchs somit ein BedĂŒrfnis nach einer RĂŒckbesinnung auf die eigenen Traditionen und nicht mehr auf eine importierte, lediglich angeeignete Kultur.
ZunĂ€chst orientiere man sich zwar weiter an lateinamerikanischen musikalischen Stilen, allerdings wurde nun sukzessiv Wolof als Liedsprache etabliert. Â
Die bekannte Band Orchestre du Baobab war eine der Ersten, die zwar stark lateinamerikanisch- orientiert musizierten, aber eben auf Wolof sangen.
Einige Jahre spĂ€ter wagte die Star Band Dakar, die Band in der auch Youssou N`Dour spielte dann einen weiteren musikalischen Schritt hin zur âSenegalisierungâ: Sie nahmen einen Tama Spieler unter Vertrag, der eingestreute Soli spielte,  anfangs aber noch ĂŒberwiegend eher im Hintergrund  eingesetzt wurde.  Auch griffen viele Bands auf alte Griot- Traditionen zurĂŒck.  Youssou N`Dour beispielsweise begreift sich selbst als âmodern griotâ
FĂŒr viele SenegalesInnen stellten diese (neuen) Aspekte einen entscheidenden Schritt der Entwicklung von Mbalax dar, wenn nicht gar die Geburtsstunde.
âDiese Mischung ergibt insgesamt eine besondere Musik, die keiner anderen Ă€hnelt, die aber sicherlich afrikanisch und senegalesisch ist.â Â
Dies ist vor allem der von da an eingesetzten, sogenannten âsprechenden Trommelâ, der Tama zu verdanken.
Youssou N`Dour â âKönig des Mbalaxâ?
Die bereits erwÀhnte Star Band Dakar, dessen SÀnger der spÀtere Weltstar Youssou NŽDour war, machten Mbalax in der Hauptstadt schnell populÀr.
Dieser bekannte SĂ€nger, der oftmals auch als âKönig des Mbalaxâ  betitelt wird, ist nicht nur der populĂ€rste Vertreter des Genres, sondern auch fĂŒr die Entwicklung und Etablierung einer der wichtigsten. Er stammt aus einem Ă€rmlicheren Viertel Dakars und wurde, da seine Mutter eine Griotte war, schon frĂŒh mit traditionellen KlĂ€ngen und Musiktraditionen sozialisiert.
So liegt es nahe, dass N`Dour  eine neue Popularmusik etablieren wollte, die indigene und traditionelle Elemente, sowie lokale Sprachen (zum Beispiel Wolof) integriert.
Dies war vor allem nicht nur wichtig, da wohlmöglich die wenigsten der Musiker spanisch sprachen, sondern vor allem auch, um auf politische UmstÀnde in Senegal musikalisch einzugehen. So konnte man einem breiteren Publikum politische und soziale Probleme in Senegal zugÀnglich und verstÀndlich machen.
Man konnte nun mit dem Publikum ĂŒber gesellschaftlich relevante Problematiken (musikalisch) kommunizieren und dieser auf den ersten Blick so unscheinbare Aspekt fĂŒhrte sicherlich auch zu einer neuen, geöffneten Sicht auf die eigene Kultur. Â
Der senegalesische Diplomat Abdoulaye Kebe beschreibt diese neue Melange zweier Musikkulturen wie folgt: âPeople went mad when they hear it. Before that, bandleaders used to despise griots and players of traditional instruments.â Â
Der subtile Einsatz traditioneller Instrumente, beispielsweise der Tama, der sogenannten âsprechenden Trommelâ, fand schnell Begeisterung beim senegalesischen Publikum. Â
Auch ist es Ibra Kasse, dem Betreiber eines fĂŒr Mbalax sehr wichtigen Clubs, namens Miami Club zu verdanken, dass solche Innovationen gefördert und solchen Bands eine Plattform geboten wurde. Somit konnte die Verbreitung von Mbalax voranschreiten.Â
Der senegalesische Musiker  Doudou sagt dazu:â wenn sich die senegalesische Musik heute selbst auf internationalem Parkett etabliert, darf man nicht vergessen, dass dahinter die Arbeit von Leuten wie Ibra Kasse steht, der von seinem Bartresen aus sehr vieles verstanden und gelenkt hat. Â
Viele der Bands, ob Orchestre Baobab oder Xalam experimentierten mit dem Mix aus Afrokubanischen und Traditionellen Rhythmen und mit dem Einsatz verschiedener traditioneller Instrumente. Â
Einige scheiterten anfĂ€nglich auch mit jenem Mix zweier Musikkulturen, wohlmöglich weil sie die traditionellen Instrumente zu schnell zu prĂ€sent einbauten. Â
Bis allerdings diese RĂŒckbesinnung und Verwendung traditioneller Instrumente auf Hellhörigkeit stieĂ, dauerte es noch eine gewisse Zeit beziehungsweise einige Bands unternahmen die âResenegalisierungâ zu rasch und intensiv.
Der bereits erwÀhnten Star Band de Dakar mit Youssou N`Dours prÀgnanten Gesang gelang die Verwendung senegalesischer Komponenten wohl am erfolgreichsten.
Die weitere Entwicklung und Etablierung des Mbalax, was âthe rhythm of the drumâ  in Wolof bedeutet, brachte Youssou NÂŽDour internationale Aufmerksamkeit und die neue Musik aus Dakar auch im Westen bekannt. Welcher Rhythmus allerdings explizit gemeint ist, lĂ€sst sich nicht genau klĂ€ren.
N`Dour behauptet sogar selbst das Wort âMbalaxâ etabliert zu haben:
âI took the word mbalax because it`s a beautiful and original word, it`s a purely Wolof Word and I wanted to show that I had the courage to play purely Senegalese Music.â
Wann allerdings diese Musik die Bezeichnung Mbalax zugeschrieben wird, ist kaum genau zu rekonstruieren. Â
Die Etablierung einer neuen Popularmusik
N`Dour und seiner Star Band Dakar wird dessen ungeachtet hĂ€ufig zugeschrieben, durch die sukzessive RĂŒckbesinnung auf lokale (Wolof-) Rhythmen, ein neues Musikgenre  konstituiert zu haben.
Ein wichtiger Aspekt dieser âResenegalisierungâ war sicherlich auch die EinfĂŒhrung der Tama, sowie spĂ€ter die Loslösung dieser âsprechenden Trommelâ aus der Rhythmus Sektion hin zu einem virtuosen Leitinstrument, welches charakterisierend fĂŒr Mbalax geworden ist. Â
Mbalax â[âŠ] is the rhythm that the Wolof feel and love the most, above all it`s the rhythm of the griotsâ .
Youssou N`Dour addierte zu seinem Sound aber auch moderne Instrumente, wie zum Beispiel Synthesizer oder Keyboards.
Interessant ist, dass im Mbalax die Kora wenn ĂŒberhaupt nur Ă€uĂerst selten eingesetzt wird.
N`Dour ist der Meinung, dass viele alte traditionelle Instrumente wie die Kora in ihrem Tonumfang eingeschrÀnkt seien.
Durch die Aufnahme moderner Instrumente erhielt der Mbalax den progressiven Anstrich und Sound, den wir heute kennen. Gewiss auch aus diesem Grund  wuchs das Publikum nicht nur in Senegal kontinuierlich an. Auch international wurden zunehmend Hörer und KĂŒnstler aufmerksam auf diese senegalesische Popularmusik, insbesondere auf Youssou N`Dour.
So kam es zur Zusammenarbeit mit bekannten, westlichen KĂŒnstler wie Paul Simon und Peter Gabriel, mit denen er auf Tour ging.  Vor allem die Tournee mit Letzterem 1987, stellte sich als ein voller Erfolg heraus.  Sein Album âThe Guideâ aus dem Jahre 1994 erhielt sogar einen Grammy und wohl kaum ein anderer KĂŒnstler verkörpert bis heute die aufgeladene rhythmische Energie, die sich in Mbalax entlĂ€dt.
Der Musikproduzent Mark Ernestus hĂ€lt  allerdings dagegen und sagte in einem Interview der taz:  âSenegalesischer Hip Hop ist sicher sehr groĂ bei Leuten unter 25, aber quer durch die Gesellschaft mit allen Altersgruppen ist nach meinem Eindruck Mbalax nach wie vor deutlich am weitesten verbreitet.â
Mbalax (und vor allem Youssou NÂŽDour) spielt also auch heute noch in Senegal eine wichtige Rolle, was nicht nur die FĂŒlle an aktuellen Musikvideos im Netz beweist. Parallel zu der Musik hat sich auch ein Tanz zu jener Musik etabliert, welcher âNdagaâ genannt wird.
AuĂerdem wird der Stil von jĂŒngeren KĂŒnstlerInnen stetig weiterentwickelt, mit neuen Stilen kombiniert und verĂ€ndert. Als ein Beispiel hierfĂŒr dient der Song âSamba Mbalaxâ der senegalesischen SĂ€ngerin Adiouza, in dem wie der Titel schon verrĂ€t brasilianischer Samba mit dem senegalesischen Mbalax vermischt wird.
Diese senegalesische Popmusik hat sich von einem rein adaptiven (Afrolatin) zu einem eigenstÀndigen, innovativen und unverwechselbaren Musikgenre (Mbalax) entwickelt.
Und pointierter als der âKönig des Mbalaxâ selbst kann man dieses senegalesische Popmusikgenre kaum beschreiben:
âYou`ll never hear a sound like Mbalaxâ. Â
Anya is live and ready to show you everything. Watch her strip, dance, and perform exclusive shows just for you. Interact in real-time and make your fantasies come true.
â Live Streamingâ Interactive Chatâ Private Showsâ HD Quality
Anya is LIVE right now
FREE
Free to watch âą No registration required âą HD streaming
Der Son Cubano gilt als eine der ersten, bekannten Musikgattungen Kubas und hatte einen erheblichen, nicht zu unterschÀtzenden Einfluss auf die kubanische Musikszene.
Son heiĂt ins Deutsche ĂŒbersetzt so viel wie Schall oder Klang.
Er entstand im 16. Jahrhundert im Osten der Insel Kubas. Der Ă€lteste, bekannte Son, der âSon de la ma Teodoraâ stammt aus der Gebirgskette Sierra Maestra.
Man konnte zu dieser Zeit,also im 17. bis 18. jahrhundert vor allem ĂŒberwiegend spanische Volksmusik der europĂ€ischen Einwanderer hören.
Parallel entwickelten sich aber auch afrikanische Musikstile, vor allem Trommelrhythmen bei religiösen Ritualen der afrikanischen Sklaven oder Kleinbauern.
Die beiden einst verfeindeten LĂ€nder USA und Kuba haben nun beschlossen, ihre seit mehr als fĂŒnfzig Jahren eingefrorenen diplomatischen Beziehungen wieder aufzutauen.Geographisch trennen beide Staaten nur wenige hundert Kilometer. Politisch hingegen liegen zwischen beiden LĂ€ndern Welten. Trotzdem haben sie sich entschlossen diplomatische Beziehungen wieder aufzunehmen und ihre Botschaften wieder zu eröffnen.
Ein wichtiger AnstoĂ hierfĂŒr war die geplante Streichung Kubas von der Liste der LĂ€nder, die laut den USA den globalen Terrorismus unterstĂŒtzen.
Auch das erste Treffen zwischen beiden StaatsoberhÀuptern Barack Obama und Raul Castro gab sicherlich wichtige Impulse.
Nicht nur aufgrund der jĂŒngsten positiven diplomatisch-politischen Entwicklungen, lohnt sich ein Blick auf die interessante Musik des Inselstaates:
Diese Frage muss man sich ernsthaft stellen,lauscht man einmal den CDU- Wahlsong fĂŒr die NRW Landtagswahl 2010.
JĂŒrgen RĂŒttgers, zu jenem Zeitpunkt bereits fĂŒnf Jahre MinisterprĂ€sident von NRW, wollte mit folgender Hymne noch einmal alle KrĂ€fte mobilisieren um erneut als Sieger aus der Wahl hervorzugehen:
Es ist bei diesem Song wohl kein Wunder, dass eine andere politische Kraft die Wahl gewonnen hat und der inhaltsbefreite Politschlager höchstens im Bierbrunnen auf Mallorca breite AnhÀngerschaft findet.