Franz Kafka Proměna - Jiří Slíva
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Franz Kafka Proměna - Jiří Slíva

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Um die sogenannte ‘Identitäre Bewegung’ zu bekämpfen gibt es nur vier Wege:
1.) Ihre Auftritte zwar nicht ignorieren aber nicht die von ihnen erwünschte (und für ihre abscheulichen Ideen und Zwecke notwendige) Aufmerksamkeit schenken. 2.) Bildung 3.) Aufklärung 4.) Therapie
Ich habe kürzlich mit Leuten, vor allem Bubis mit kurzer Bildungsbiographie bzw. stadtbekannten aber zumindest (intellektuell-)harmlosen, der rechten Hooliganszene zuzuordnenden, Schläger ‘New Balance’ Glatzen gesprochen, die diesem Konglomerat aus -größtenteils- bildungsfernen, allerdings unter dem Deckmantel der Intellektualität, angehörenden 'Bewegung’ nahestehen oder zumindest, und das erscheint mir wahrscheinlicher, aus Gründen der Erlebnisorientierung an deren Aufmärschen, die in erster Linie wegen gelber Fahnen mit einem Lamda, das übrigens auch ein bekanntes Zeichen der Lesben- und Schwulenszene ist, martialisch wirken, teilnehmen. (Schachtelsatz. Zum Analysieren für Identitäre) Wenn man deren Blogs verfolgt stößt man immer nur auf, häufig fragwürdige bzw. aus dem Kontext gerissene Zitate, angefangen vom äußerst umstrittenen Ernst Jünger, bishin zu Franz Grillparzer, der sich vermutlich im Grabe umdreht, wenn er wüsste, von wem er hier missbraucht wird. Aber gut, man kennt das ja. Anti- und pseudointellektuelle Gruppen haben ja keine Substanz um Eigenes hervorzubringen. Deshalb müssen diese 'Kegelvereine’ auf Fremdmaterial, dass hier ganz offensichtlich dann auch schwer bis nicht verstanden wird, zurückgreifen. Und dann immer dieser Stolz. Dieser hämische Stolz, durch einen wahren Zufall, von ihrer Mutter ausgerechnet in ihrem Heimatland herausgepresst worden zu sein. Ob das nun Frankreich, Deutschland, Österreich oder irgendein anderes Land ist spielt dabei keine Rolle. Wo kommt dieser Stolz nur her frägt man sich? Und diese ewige Religionsdiskussion. Nicht zum Aushalten das. Religion ist doch etwas, dass maximal zu Hause ausgeübt werden sollen darf (tja…Konjunktiv Irrealis und ein Modalverb…da gehts richtig ab). Also: schenken wir diesen Possenreißern die Aufmerksamkeit, die sie verdienen. Ähnlich wie einem Kleingärtnerklub. Und sollte das alles nichts helfen, dann fällt uns was anderes ein.
Man macht sich so seine Gedanken, denk ich mir.
immer denke ich "das ist gut, das schreibst du auf". aber im endeffekt tu ich es nie.

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Manchmal ist der Harndrang stärker als der Wissensdurst!
Die Niedertracht
Wie erbärmlich.
Der nächste Traum des Wahnsinns
Zehntausend Meter Höhe. Ich drehe fast durch. Meine Höhenangst verlangt mir alles, wirklich Alles ab. Ich muss mich bemühen, nicht das Bewusstsein zu verlieren. Die kleine Cesna wirkt wie ein Elektromobil bei einem Formal Eins Rennen.
Ein fester Tritt in meinen Rücken bringt mich ruckartig aus dem Gleichgewicht und ich falle. Einundzwanzig, Zweiundzwanzig, Dreiundzwanzig. Ich glaube einmal gehört zu haben, dass man den Fallschirm nach fünf Sekunden öffnen muss. Die Erde sieht unter mir so winzig klein aus. Ich kann das Steinerne Meer sehen. Von hier oben sieht das Bergmassiv nur wenig furchteinflößend aus, obwohl es in seiner fürchterlichen Hässlichkeit schon so vielen, auch erfahrenen Alpinisten das Leben gekostet hat. Die Menschen, die in den Schluchten und Tälern zwischen den Bergen leben müssen, tun mir in diesem Moment sehr leid.
Der Boden kommt immer näher. Wie konnte ich nur auf die schwachsinnige Idee kommen, einen Fallschirmsprung zu wagen, bei meiner unermesslichen Höhenangst? Schon der Gedanke an das Besteigen eines Kinderschemmels löst bei mir Handschweiß aus.
Einunddreißig, Zweiunddreißig. Wie viele Sekunden habe ich schon gezählt? Ich denke mir, dass es an der Zeit wäre die Reißleine zu betätigen. Im Fernsehen sieht es immer kinderleicht aus, doch es gelingt mir nicht, die Leine auch nur zu finden. Die Landschaft unter mir nimmt allmählich feste Konturen an, als ich endlich eine Schnurr entdecke, die möglicherweise funktionieren könnte. Zaghaft zupfe ich daran. Zuerst leicht, dann immer fester. Nichts passiert. „Jetzt bin ich im Arsch“, sage ich leise zu mir selbst. Mit brutaler Gewalt reiße ich erneut an der Leine, und siehe da, ein bumsgrüner Fallschirm entfaltet sich zu einem riesige, drachenähnlichem Etwas.
Mit großer Wucht schlage ich am Boden auf und verliere sofort das Bewusstsein. Ein langer Traum umhüllte mich. Was für ein Wahnsinn, ein Traum im Traum. Ich träume von einem verrückten Hotel, schäbig und heruntergekommen, mit einem Pater Noster Aufzug. Es ist alles sehr verwirrend. Ich laufe nackt herum, mein Glied ist halberregiert. Ich finde den Ausgang nicht, an der Bar trinke ich Gin Fizz.
Ich schlage die Augen auf. Ich liege in einem Bett. An der Wand kann ich ein Kruzifix erkennen. Ein Nachtkästchen aus Fichte. Ein Glas Milch steht darauf. An den Wänden hängen unzählige Trophäen. Ein Gewehr. Gummistiefel. Der Raum ist quadratisch, vielleicht 20 Quadratmeter groß. Es scheint eine Hütte zu sein, alles ist aus Holz. Fenster mit Fensterkreuz. Steingut, Schnaps, Speck. Wo bin ich?
Sehr leise öffnet sich die Türe. Ein Mann tritt ein. Eine hagere Erscheinung mit unstetem Blick.
Szenenwechsel. Ich irre umher. Almlandschaft. Aus irgendeinem Grund weiß ich, dass ich vier Wochen im Koma lag. Ich hatte ein Handy bei mir und wählte die Nummer meines Vaters. Er freute sich, von mir zu hören, war jedoch nicht überrascht. Offensichtlich bin ich niemandem abgegangen. Ich bin völlig unverletzt. Ich bitte meinen Vater mich abzuholen und sage ihm, dass ich mich in Mittersill befinde. Er holt mich ab.
Meine größte und einzige Angst ist, dass mich der Senner, während meiner andauernden Ohnmacht vergewaltigt hat. Hat mich der Senner in den Arsch gefickt? Und wenn ja, wie oft? Ich fühle mich schmutzig und verzweifelt.
Mein prominenter Traum.
Ich sitze mit dem König (so nenne ich ihn manchmal) in meinem moosgrünen Renault mit den tollen Extras, wie Tempomat, elektronische Klimaanlage und der psychedelischen Reifendruckanzeige. Wir waren auf dem Weg von Freilassing nach Salzburg. Als wir die Grenze passieren wollten mussten wir jedoch feststellen, dass alles zerbombt war. Es war Krieg. Was tun? Wir konnten eine kleine Schotterstraße über die Salach ausmachen, die uns als geeignet erschien, die heimatliche Mozartstadt zu erreichen. Eine kleine Sandrampe wurde uns aber zum Verhängnis. Mit Schwung versuchte ich das Hindernis zu überwinden, blieb jedoch hängen und der Motor ließ sich nicht mehr starten.
Szenenwechsel. Von einer Sekunde auf die andere befanden wir uns in einer Bar mit dem Namen ‚AGB‘, die ausschließlich von Hip – Hop – hörenden, männliche, jugendlichen Schlägertypen besucht war. Eine Massenschlägerei war im Gange und offenbar gerade auf ihrem Höhepunkt. König, ein gut trainierter Boxer, stürzte sich sofort in die Menge und verteidigte mich gegen Fausthiebe und Fußtritte. Überall lagen blutüberströmte Jugendliche am Boden die von ihren Kontrahenten immer noch mit Füßen getreten wurden. Anstatt dem König zu helfen, bahnte ich mir meinen Weg zur Bar um Bier zu bestellen, dabei wollten wir doch eigentlich jemanden finden, der uns mit dem Renault helfen würde. Ich staunte nicht schlecht, als ich feststellte, dass es sich bei den beiden Barkeepern um Christoph Grissemann und Dirk Stermann handelte. Offenbar kannten wir uns, denn Dirk Stermann verwickelte mich sofort in ein Gespräch, während mir unaufgefordert von Christoph Grissemann meine Lieblingsgetränkekombination (kleines Bier, großer Fernet) serviert wurde. Auf die Frage, ob sie es nicht als störend empfinden, dass ihre Bar gerade kurz und klein geschlagen wurde antworteten die beiden synchron „normal“.
Szenenwechsel. Ich fand mich mit Dirk Stermann in einer nuklearen Winterlandschaft wieder. Wir standen am Rande eines zugefrorenen Sees. Vereinzelt sah man Menschen in Clownkostümen schlittschuhlaufen. Dirk (ich nannte ihn Dirk) stürmte mit kindlicher Freude auf den See und schlitterte abwechselnd auf Kein und Bauch über das glasklare Eis. Er forderte mich auf mitzumachen, als er plötzlich einbrach. In Windeseile entledigte ich mich meiner Kleider und eilte ihm zu Hilfe. Unter größter Anstrengung gelang es mir ihn an Land zu zerren. Doch anstatt sich zu bedanken biss er mir mit voller Gewalt in meinen linken Hoden! Nie zuvor in meinem Leben hatte ich solche Schmerzen. Auf die Frage warum er das mache antwortete er nur, dass er es auch als sehr schmerzhaft empfinden würde!?
Szenenwechsel. Dirk und ich spazierten durch einen sehr eigenartigen Wald, der ausschließlich aus morschen Bäumen bestand auf denen dicke, saftige, violette Feigen wuchsen. Ich hatte mir eine gepflückt. Sehr süß und geschmackvoll! Offenbar war Dirk völlig ausgehungert, denn er starte neidvoll auf meine Feige und forderte mich harsch auf ihm auch eine zu pflücken und keine Egomane (er benutzte das Wort Egomane) zu sein. Von weitem sah es so aus als wäre es kinderleicht an die Feigen heranzukommen, doch jedesmal wenn ich einen Baum vor mir hatte waren die Feigen in unerreichbarer Ferne.
Szenenwechsel. Der König hatte sich zweigeteilt und schob meinen Renault an und saß zeitgleich im Wagen. Nach mehrmaligen Ruckeln gelang es ihm den Motor zum Laufen zu bringen.
08.30 Uhr. Mein Wecker läutet. Ich frage mich warum man etwas derart skurriles träumt?
Ankommen
Und plötzlich muß ich realisieren, dass es nicht eine Sache der Anderen ist, wer ich bin. Was ich bin. Es selbst gestalten, selber teilhaben am Eigenen. Nicht sein wollen was man nicht sein kann. Sein was man ist ob man es will oder nicht. Wielange kann man nicht denken, bis der komplette Wahnsinn eintritt? Wie lange kann man wahnsinnig sein ohne es zu bemerken? Merken es die, die einem am nächsten sind früher, oder später als man selbst? Der Aufschub des unweigerlich zu Denkenden ist die Eintrittskarte in eine Welt ohne Grund, ohne Boden. Immer das Richtige denken und das Falsche tun. Ein lila grünes Kartenhaus. Ein Leben im eigenen Käfig. Gefangen im eigenen Ich. Eine Endlosspirale in eine Welt voll Lügen. Ungestraftes lügen.

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Kürzestgeschichten. Ein Gedankenzerfall
„Ich habe nichts gesehen, ich habe nichts gesehen.“ Der Gehsteig war gesäumt mit bunten Blumen. „Ich habe nicht gesehen, ich habe nichts gesehen.“ Jubelnde Menschenmassen zogen durch alle Straßen, bunt, fröhlich, aufgehetzt, blind, halb tot. Die Stumpfsinnigkeit stieg in meine Nase, ich konnte die Niederträchtigkeit riechen.
Ich stieg in den Zug ein. Das Abteil war noch leer, ich bin überpünktlich, das ist eigentlich nicht meine Art. Der Geruch von abgestandenem Rauch kroch bereits über meine Kleider. Der HNO Trakt meines Körpers wird von einem Nikotinsaum übersäht. Ich zündete mir eine Zigarette an.
Warten immer warten nur warten wir warten. Alle sind schon da, wir warten auf dich, bis du kommst, wir warten. Der fröhliche Unsinn treibt seine Scherze mit uns. Wir warten auf dich. Kommst du dann? Wir warten. Elendig, elendig, die Zeit vergeht nicht, die Wunde klafft, wir warten.
Die Zeit heilt keine Wunden, die Zeit ist unser Feind. Wir arbeiten gegen die Zeit. Die Zeit bringt uns um, allmählich, es eilt ja nicht. Die Zeit hat Zeit. Wir sterben, wir erbrechen, wir urinieren, wir haben ja Zeit. Zeit zum Sterben, keine Wunde schließt die Zeit. Die Zeit ist unser Feind, wir sind Feinde.
Das Ende ist niemals der Anfang. Der Anfang ist niemals das Ende. Alles ist aus, nichts beginnt. Ich stehe am Ende, nichts hört auf, alles beginnt alles ist aus niemand ist da. Es ist finster. Dunkelheit in mir um mich außerhalb. Alles stirbt ab, alles wird tot. Wir sind tot.
Die Sonne am Dach lässt die Hitze in den Keller sinken. Es glüht. Es glüht. Es glüht. Der Keller spendet keine Kälte. Dumpfe Leichtigkeit, fruchtbare Schwüle. Der Geruch eines Grabes. Das Dach glüht, ich muss hinaus, dass Dach glüht, wer kann hier raus? Bin ich drin, muss ich raus, sind wir alle da?
Allein sein, nicht mit jemanden. Allein sein, mit mir. Ich habe mich verlassen. Gas. Untergang, vollends Untergang, Vakuum, Alleinsein. Sterben in mir. Mein Körper lebt, alles ist tot in mir, ich bin tot in mir. Der Tod hat Angst vor mir.
Völlige Leere, um mich herum in mir herum außen herum. Alles ist leer, ich sehe nichts, ich kann nichts sehen. Wer steht vor mir, wer steht hinter mir, alles ist leer. Ich bin leer. Ausnahmslose Leere. Das Papier ist leer, nichts kommt heraus, ich bin das Universum, ich bin die Galaxie, ich bin leer, atemlos, lustlos, gedankenlos, hungerlos, keine Gefühle, tot, abgestorben.
Kinderlachen, Blumenwiesen, Kuchen essen, lustig sein, feiern, Freude, ausgelassen, Freunde, Liebe, Geborgenheit, Wärme, Nähe, Frieden, Seeligkeit.
Kriegsschreie, Minenfelder, Hunger, traurig sein, alleine sein, zurückgezogen, Hass, Ausgestoßen, Kälte, Distanz, Krieg, völlige Zerstörung.
Alles ist gegen uns, einsame Stunden, Tage, Wochen, Monate. Nichts ist zu retten. Schmerz, Blut, Schimmel. Wir sind uns selbst am entferntesten. Wir kennen uns nicht, niemand kennt uns wir wollen niemanden kennen, wir sind allein, allein, allein. Es tut schon nicht mehr weh. Es kommt zum Glück immer schlimmer als es scheint.
Ich falle. Ich falle. Ich falle. Ich falle. Kein Halt, kein Felsvorsprung, langes Fallen. Rückenwind, freier Fall, alleine. Dunkelheit rings um mich, ich falle. Kein Aufprall, ich segle, wie ein Vogel ohne Gelenke. Ich falle, ich schlage nicht auf. Genügend Zeit um sich auf den Schmerz vorzubereiten. Unvorbereitet.
Der Geruch der Vergangenheit. Tränen aus allen Öffnungen, unkontrollierbar. Der Geruch zerstört alles. Die Vergangenheit überholt mich nicht. Die Zukunft hat keinen Geruch. Die Vergangenheit riecht nach Blumen. Die Gegenwart riecht nach Moder. Ich verliere mich in der Vergangenheit, ich schwelge in Blumen.
Punktieren. Punktieren. Punktieren. Noten punktieren, verlängern, hinauszögern. Leben. Trauer. Punktieren. Hinauszögern. Schmerzen punktieren. Kopfschmerzen. Punktieren, ablösen, erhöhen, verlieren, punktieren. Viertelliterschmerzen punktieren.
Aufgeben, loslassen. Endlich Frieden finden, alles herauslassen. Aufgeben, sich geschlagen geben, den Stolz ablegen, aufhören, weg gehen, hinter sich lassen. Den Zerfall stoppen, die Niedertracht ertragen, die Schmach wirken lassen. Feigheit zugeben, Fehler eingestehen, ziehen lassen, nicht nachtrauern, aufbauen, niederstrecken, Kontakte abbrechen. Sich nicht mit allem beschäftigen, Egalität, los lassen, zerschmettert liegen bleiben, aufwachen, weitergehen. Jahre vergehen. Mir ist kalt.
Trost, Trost. Suchen im Dunkel. Finde das Licht, wo ist der Ausgang. Keine Beschilderung im Sumpf. Eiserne Härt, Selbstdisziplin, der Stolz ist der Feind. Ich suche, ich suche, ich suche. Ausweglosigkeit, der Tumor der Gesellschaft, einer verrottenden Gesellschaft.
Freude um mich herum. Lachen um mich herum. Gefühle um mich herum. In der dunklen Blase gefangen. Ewigkeit in Minuten. Minutenlange Ewigkeiten. Abbruch, still stehen, bewegungslos. Hinausgreifen. Genießen.
Schnapsidee oder die Verblödung eines Volkes
Ich möchte gleich vorwegnehmen, dass es sich in diesem Text nicht um die medizinische, homöopatische Anwendung des obligatorischen "Verdauungsschnapses" oder einem Edelbrand dreht, nein, ich behandle hier das Trinken von so genannten "Kurzen", die vom Anwender in kurzer Zeit und hoher Anzahl konsumiert werden um die Maximalausbeute zu erreichen.
Oft habe ich es von meinen Eltern als Kind gehört...."diese Schnapsnase", "blöd geworden vom Schnaps", "Rauschkind" uvm.
Es hat sehr lange gedauert, ca. bis letzten Samstag, bis auch ich endlich verstanden habe, was meine Eltern damit gemeint haben.
In mittlerweilen einigen Selbstversuchen, habe ich die Wirkung des Schnapses an mir selbst (steckt ja auch schon im Wort Selbtversuch) ausprobiert und ich muß sagen, jede Aussage bezüglich dem exzessiven Schnapsgenusses trifft zu 100% zu.
Spätestens nach dem zuvielten Schnaps tritt eine akute Verblödung ein. Kompletter Verlust jeder menschlichen Eigenschaft. Das Alpen - LSD weckt die absolute Kehrseite eines jeden Menschen. Lähmung des Sprachzentrums, Aggression, ja, ich habe sogar Stimmen gehört. Man wird zu einem anderen Menschen. Ich frage mich manchmal ob unsere Politiker vielleicht ganz nett wären!? Ich hatte nur noch den Wunsch dem nächstbesten die Visage derart zu ramponieren, dass man nicht mehr erkennen kann wo oben und unten ist. Plötzlich ein Tränenausbruch.....unendlich viel Wasser meines Körpers spritzt geradezu aus meinen Tränensäcken. Der Wahnsinn ist Mensch geworden. Das Schlimmste daran ist jedoch, dass man selbst nicht mehr davon weiß und fragmentartig erst durch Erzählungen von anderen erfährt was alles vorgefallen ist.
Mein Heimatland ist die Supernova des Schnapskonsums. Schnaps, die Deutschen kommen um unseren Schnaps zu trinken, ja, die Italiener kommen des Schnapses halber und man hat schon gehört, dass so mancher Skandinavier sogar eigens für den Transport des Schnapses Kanister mitbringt. Ein Wahnsinn. Eine ganze Nation aufgbaut auf hochprozentigem. Jajajaja, Kurze trinken bis zum bitteren Ende. Der Verlierer muss die nächste Runde bezahlen...der Kreislauf der kompletten Volksverblödung nimmt kein Ende. Der Tumor Schnaps eingebettet in den Alpen....auf da Oim gibts koa Sünd....dann kann es ja kein Fehler sein einen Liter vom herrlichen Enzian zu vernichten. Holaretuliö! Besoffen, aggressiv und verblödet. Ein Volk, dass vom Bettler bis zum Hochadel permanent Hochprozentiges säuft. Wollt ihr den totalen Rausch? Schnaps ist Opium fürs Volk! Saufen bis zur völligen Erblindung....Trichter ins Maul und los! jajajaja, Jägerbombe! na los, füll mich ab du Sau und sieh zu, dass ich mich ja an nicht mehr erinnern kann am Tag darauf!
Österreich ist ein Land mit einer Schnapsfahne und einem roten, mit dicken blauen Adern durchzogenem Gesicht! Alpenzwerge? Schnapskurze? Alles richtig! Der eigene Horizont reicht nur soweit wie man sehen kann. Wer schon einmal in einem der Täler im Innergebirg oder in Tirol war weiß, was das zu bedeuten hat. Aber es gibt eine Lösung: der Schnaps....dann kann man nur mehr so weit sehen wie man riechen kann.
Danke, Prost ihr Säcke, Prost du Sack, zur Mitte zur Titt blabla, blabla.
Das verkaufte Ich oder Tanzmusik
Am Wochenende war es wieder so weit. Der Abschlußball einer öffentlichen Schule. Ein großer Tag im Leben eines jungen Menschen und seiner Eltern. Stolz sind die Eltern auf ihre Kinder. Zum ersten Mal im Anzug, zum ersten mal im schönen Ballkleid.
Es ist schwer zu sagen an wie vielen solcher Veranstaltungen ich schon teilgenommen habe. An meinem eigenen Abschlussball natürlich und seit dem - das ist 10 Jahre her - an vielen weiteren Bällen, allerdings als, falls dieses Wort hier passend ist, Musiker. Genauer gesagt als Bassist einer Tanzband. Tanzmusik ist die niedrigste bekannte Form von Musik. Als Tanzbandmusiker wird man eigentlich nicht oder kaum wahr genommen. Die Prozedur ist immer die selbe. Schülerbälle beginnen immer um 20:00 Uhr, d.h., dass man als Musiker um spätestens 16:30 Uhr vor Ort sein muss. Bus ausräumen, alles zur Bühne schleppen, Anlage aufbauen, verkabeln, Banner aufhängen, Soundcheck. Dann bitte Essen fassen: Würstel, angebranntes Gulasch, Wurstsemmeln, Semmeln mit Aufstrich, zerfrietiertes Schnitzel, Leberkäs, dünner Wasserkaffee, aber dafür Freibier, der einzige Grund warum ich das noch machen kann. Freibier, Freibier, Freibier, ein Prosit der Gemütlichkeit und wer ist eigentlich Alice?
Nach der Eröffnungsrede durch das Ballkomitee und dem dazugehörenden Eröffnungswalzer geht der Wahnsinn los. Sechs Stunden Spielzeit mit kurzen Pausen, die der Musikant benötigt um einen Kurzurlaub zu unternehmen. Am WC, vor der Tür, hauptsache Zigarette. Fünfzehn Minuten Pause, drei Zigaretten und natürlich Bier. Und dann gehts auch schon lustig weiter! Nach Amarillo und zum Bett im Kornfeld über Florida (See you later Aligator) bis Fürstenfeld, aber bitte mit Sahne. Wir rocken die ganze Welt bis zum Sperrbezirk. Der Wahnsinn kennt keine Grenzen mehr. Die Eltern und Lehrer tanzen sich mit geschickten Bewegungen in Trance, der highway to hell in Aktion, I feel good während sich die Jugendlichen in der Disco ins Koma saufen. Kollektives Erbrechen, der Typ vom Securitydienst in seinem Element, das Blut fließt, die Fäuste halten ab jetzt die Reden. Bitte kein Niveau, wir sind die Jugend und schlagen uns unseren Frust aus dem Leib. Mit der Fresse auf den WC Sitz, der Fuß im Arsch, Polizei, die besoffenen Teeniegirls heulen sich die Seele aus dem Leib, weil der adrette Bursche von vorhin alle anderen Mädchen küsst und / oder völlig besoffen im eigenen Urin und der eigenen Kotze liegt. Der Kontrahent nimmt Anlauf, mit dem Fuß in den Mund, er liegt ja schon am Boden. Das ist unsere Zukunft, Matura für geistig Schwerstbehinderte.
Ich spreche hier nicht vom Ball einer Sonderpädagogischen Einrichtung, mit Jugendlichen die in ihrem Leben wirklich schreckliches durchleben mussten, die Rede ist von elitären Privatschulen, Gymnasien, HTLs, HAKs usw.
Und wo bleibt der Musikant? Auf seiner Bühne, schön Stimmung machen, bitte recht freundlich. Bitte kommt doch alle auf die Tanzfläche. Und jetzt ein Cha - Cha - Cha, bitte machen sie sich bereit, es folgt ein Walzer, Limbo, Twist, Charlsten. Swingen bis die Beine brechen! Narcotic! Dieses Lied, dieses eine Lied, dieses Lied bewegt dann endlich auch die Jugend aufs Parkett. Narcotic, der Song eines One - Hit - Wonders, ein übler 3 Akkorde Song, der mal so richtig zum Springen einlädt. Springen bis zur kompletten Erschöpfung, bis zur Ejakulation springen. Und der Musiker, ja der Herr Musikus springt mit, springt von der Bühne, springt mit dem Bodensatz. Und dann biegen wir in die Zielgerade: Oh Lord, We Will rock you, We are the champions und dann die, zum Glück, heimlichste Bundeshymne von Österreich: I am from Austria...da werden mir doch die Beine weich. Alles zerfließt in Tränen, die Jugendlichen zeigen sich versöhnlich, ja, ich sag am Ende dieser Welt voll stolz: I am from Austria, genau das ist es, dieses Lied hält eine ganze Republik zusammen, wir rücken alle ein Stück näher. Österreich gegen alle anderen, gegen unseren großen Feind Deutschland speien wir es ganz stolz heraus: I am from Austria. Danke, wir freuen uns schon auf nächstes Jahr, ihr seit das beste Publikum seit Menschengedenken gewesen, kommt gut heim, fahrt nicht besoffen...STIIMMUUUNNNGGG!!!
Die Mentalität der Österreicher ist wie ein Punschkrapfen....außen rot, innen braun und immer ein bisschen betrunken. Thomas Bernhard