Klopfen an Türen
Kam er sie besuchen, so freute sie sich jedes Mal. Sie tranken zusammen Tee und lachten, sie dachte über eine Zukunft nach und schmunzelte selbst in der Bahn, wenn sie an seine Scherze dachte. Mit der Zeit wurden ihre Treffen zum Alltag, selbst als sie in die Heimat fuhr, kam er nach, um sie zu besuchen.
Erst fiel es ihr nicht auf, doch seine Besuche wurden häufiger. An einem Abend besuchte er sie plötzlich vier Mal; kaum verabschiedet, kam er wieder bei ihr vorbei für einen Überraschungsbesuch. Eines Tages klopfte es an der Tür, während er sie besuchte, und er stand vor der Tür, während er noch am Tisch einen Tee trank. Plötzlich klopfte es aus dem Schrank und noch während sie ihren Besuch aus dem Schrank in die Wohnung herein bat, klopfte es bereits aus dem Ofen. “Wenigstens hat er jedes Mal ein neues Gastgeschenk dabei”, dachte sie sich.
Mit den Wochen wurden ihre Hände wund vom häufigen Öffnen aller Türen, an denen es irgendwann im Minutentakt klopfte. Langsam wurde ihr klar, dass es ihm nie um sie ging, es ging ihm immer nur um das Besuchen, um das Klopfen, um das Hereinkommen, es artete regelrecht zu einer Sucht für ihn aus. Sie hatte genug von all dem, “Ihr Männer seid doch alle gleich!” und baute noch am selben Tag alle Türen in ihrer Wohnung aus, so dass niemals jemand wieder klopfen konnte.














