Es kommt raus, was in uns steckt
Epheser 4,31-32 (Schlachter 2000): "[31] Alle Bitterkeit und Wut und Zorn und Geschrei und Lästerung sei von euch weggetan samt aller Bosheit. [32] Seid aber gegeneinander freundlich und barmherzig und vergebt einander, gleichwie auch Gott euch vergeben hat in Christus."
Es ist schon sehr ernüchternd, wenn wir als Christen diese Verse lesen. Erst müssen wir feststellen, dass diese Ermahnung des Paulus an eine Gemeinde, also an gläubige Christen geschrieben wurde. Das heißt selbst in den Anfängen der Gemeinde CHRISTI waren Bitterkeit, Wut, Lästerungen und so weiter reale Probleme. Und dann müssen wir auch noch feststellen, dass diese Probleme auch in unserer Zeit und in unseren Gemeinden auch fast 2000 Jahre später genau so vorhanden sind wie damals.
Jetzt stellt sich natürlich die Frage: Wo kommt das alles her? Woher kommen Wut, Zorn, Geschrei, Lästerungen, Bosheit und dergleichen? Und wenn wir ehrlich zu uns selbst sind, erkennen wir uns in dieser Auflistung doch auch wieder, oder?
Wir wollen uns heute einmal auf die Suche nach der Quelle all dessen begeben und schauen, ob es nicht eine Möglichkeit gibt, das alles irgendwie los zu werden.
Einen ersten, sehr deutlichen Hinweis finden wir schon ganz am Anfang der Bibel und zwar kurz nach der Sintflut.
1. Mose 8,21 (Schlachter 2000): "Und der Herr roch den lieblichen Geruch, und der Herr sprach in seinem Herzen: Ich will künftig den Erdboden nicht mehr verfluchen um des Menschen willen, obwohl das Trachten des menschlichen Herzens böse ist von seiner Jugend an; auch will ich künftig nicht mehr alles Lebendige schlagen, wie ich es getan habe."
Über Jahrhunderte, ja sogar Jahrtausende hinweg haben die Menschen sich den Kopf zerbrochen über die Frage, was wohl der "Naturzustand" des Menschen ist. Viele von der Welt gefeierte Denker und Philosophen haben es sich zur Lebensaufgabe gemacht eine Antwort auf diese Frage zu finden. Einer davon namens Jean-Jacques Rousseau schrieb dann 1755 in seiner Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen: "Der Mensch ist von Natur aus gut, ich glaube es nachgewiesen zu haben." Schade! Da hat Rousseau was falsches geglaubt! Hätte er auch nur die ersten Kapitel der Bibel gelesen und geglaubt, dann hätte er sich das ganze Nachdenken sparen können und direkt die Wahrheit über die Natur des Menschen gefunden!
Der Mensch ist nicht von Natur aus gut! Nein, er trachtet nach dem Bösen und zwar von Jugend auf!
JESUS selbst sagt es auch sehr deutlich:
Markus 7,14-23 (Schlachter 2000): "[14] Und er rief die ganze Volksmenge zu sich und sprach zu ihnen: Hört mir alle zu und versteht! [15] Nichts, was außerhalb des Menschen ist und in ihn hineinkommt, kann ihn verunreinigen; sondern was aus ihm herauskommt, das ist es, was den Menschen verunreinigt. [16] Wenn jemand Ohren hat zu hören, der höre! [17] Und als er von der Menge weg nach Hause gegangen war, fragten ihn seine Jünger über das Gleichnis. [18] Und er sprach zu ihnen: Seid auch ihr so unverständig? Begreift ihr nicht, daß alles, was von außen in den Menschen hineinkommt, ihn nicht verunreinigen kann? [19] Denn es kommt nicht in sein Herz, sondern in den Bauch und wird auf dem natürlichen Weg, der alle Speisen reinigt, ausgeschieden. [20] Er sprach aber: Was aus dem Menschen herauskommt, das verunreinigt den Menschen. [21] Denn von innen, aus dem Herzen des Menschen, kommen die bösen Gedanken hervor, Ehebruch, Unzucht, Mord, [22] Diebstahl, Geiz, Bosheit, Betrug, Zügellosigkeit, Neid, Lästerung, Hochmut, Unvernunft. [23] All dieses Böse kommt von innen heraus und verunreinigt den Menschen."
All das Böse, das wir überall um uns herum tagtäglich in der Welt sehen und selbst tun, all das kommt aus dem Herzen!
Wut? Kommt aus unserem Herzen. Zorn? Aus unserem Herzen. Bitterkeit, Geschrei und Bosheit? Richtig! Aus unserem Herzen! Im gerade gelesenen Abschnitt (Markus 7,18-19) finden wir aber auch schon einen kleinen Hinweis darauf, wie das zu ändern ist. Wie wir gerade gelesen haben geht Nahrung ja in den Bauch und nicht ins Herz. Aber es gibt offenbar andere Dinge, die in unser Herz hinein können! Also können wir unser Herz von außen befüllen!
Lukas 6,43-45 (Schlachter 2000): "[43] Denn es gibt keinen guten Baum, der schlechte Frucht bringt, noch einen schlechten Baum, der gute Frucht bringt. [44] Denn jeder Baum wird an seiner Frucht erkannt; denn von Dornen sammelt man keine Feigen, und vom Dornbusch liest man keine Trauben. [45] Der gute Mensch bringt aus dem guten Schatz seines Herzens das Gute hervor, und der böse Mensch bringt aus dem bösen Schatz seines Herzens das Böse hervor; denn wovon sein Herz voll ist, davon redet sein Mund."
Das, was unser Herz erfüllt, das kommt auch aus uns heraus! Davon reden wir und dem entsprechend handeln wir. Wenn aus unserem Mund Geschrei und Lästerung kommen, wo kommt das dann her? Aus unserem Herzen! Wenn Wut, Zorn, Bitterkeit und Bosheit unser Denken und Handeln bestimmen, wo kommt das her? Aus unserem Herzen!
Das ist genau wie bei einer Saftpresse. Wenn wir einen Apfel auf eine Saftpresse drücken, was kommt dann raus? Selbstverständlich Apfelsaft, oder? Wieso? Weil der Apfel damit voll ist! Ein Apfel wird aber nie Orangensaft gebe, weil eben kein Orangensaft im Apfel ist.
Nur das, was drin ist, kann auch rauskommen!
Und genau so ist das auch bei uns Menschen. Nur das, was in uns ist, kann auch aus uns heraus kommen!
Wir versuchen ja oft Dinge zu verharmlosen. Wenn man jemanden im Zorn beleidigt hat, dann sagt man oft "Das ist mir so rausgerutscht..."
Absolut richtig! Es ist aus dem Herzen auf die Zunge und direkt aus dem Mund gerutscht!
Oder wir versuchen die Schuld zumindest teilweise jemand anderem zuzuschieben. "Die Person hat mich so wütend gemacht, da konnte ich gar nicht anders als zu schreien / der Person eine zu scheuern!"
Ist das so? Was entscheidet denn, was aus einer Frucht kommt? Die Saftpresse oder der Inhalt der Frucht?
Egal in welchem Winkel man presst, egal welche Farbe die Saftpresse hat, aus einem Apfel kommt immer Apfelsaft. Und so ist es auch egal was uns in unserem Leben begegnet oder was uns unter Druck setzt. Wenn unser Herz mit Bosheit, Wut und Zorn erfüllt ist, wird auch das aus uns heraus kommen.
Wenn unser Herz aber mit der Liebe CHRISTI erfüllt ist, dann wird selbst unter dem schlimmsten Druck nur Liebe und Barmherzigkeit aus uns herauskommen!
Damit sind wir auch schon direkt beim nächsten Punkt: Wie ändern wir das, was aus uns heraus kommt?
Matthäus 12,33 (Schlachter 2000): "Entweder pflanzt einen guten Baum, so wird die Frucht gut, oder pflanzt einen schlechten Baum, so wird die Frucht schlecht! Denn an der Frucht erkennt man den Baum."
Das, was wir pflanzen, das ernten wir auch. Oder anders ausgedrückt: Womit wir unser Herz füllen, das kommt auch raus!
Das heißt also, dass ein Weg zu beeinflussen, was aus unserem Herzen kommt, was wir sagen und tun, ist zu kontrollieren, was wir in unser Herz hinein lassen und womit wir es füllen!
Einen sehr deutlichen Hinweis darauf, wie wir das tun können finden wir direkt am Anfang der Psalmen:
Psalm 1,1-3 (Schlachter 2000): "[1] Wohl dem, der nicht wandelt nach dem Rat der Gottlosen, noch tritt auf den Weg der Sünder, noch sitzt, wo die Spötter sitzen, [2] sondern seine Lust hat am Gesetz des Herrn und über sein Gesetz nachsinnt Tag und Nacht. [3] Der ist wie ein Baum, gepflanzt an Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht, und alles, was er tut, gerät wohl."
Anstatt die Welt in unser Herz zu lassen sollten wir viel mehr dem Wort GOTTES Raum geben! Dann wird unser Herz auch die Frucht der Gerechtigkeit und Liebe hervorbringen und Bosheit, Zorn, Wut, Geschrei, Bitterkeit und dergleichen werden keinen Platz mehr in unserem Leben haben!
Lasst uns danach streben und CHRISTUS ähnlicher werden!
Zum Schluss möchte ich noch mit euch zwei Verse aus dem 1. Brief des Paulus an die Thessalonicher lesen:
1. Thessalonicher 3,12-13 (Schlachter 2000): "[12] Euch aber lasse der Herr wachsen und überströmend werden in der Liebe zueinander und zu allen, gleichwie auch wir sie zu euch haben, [13] damit er eure Herzen stärke und sie untadelig seien in Heiligkeit vor unserem Gott und Vater bei der Wiederkunft unseres Herrn Jesus Christus mit allen seinen Heiligen."
Genau das wünsche ich uns allen!
Gebet:
Herr JESUS, ich danke Dir von ganzem Herzen, dass Du mich liebst. Du bist für mich auf diese Erde gekommen und hast Dein Leben für mich hingegeben, damit ich ewiges Leben haben kann. Du hast den größten Liebesbeweis erbracht, der überhaupt möglich ist! Aber du siehst auch, wie lieblos ich oft bin. Du siehst wie voll mein Herz mit Dingen ist, die mich nur von Dir trennen. Darum bitte ich Dich heute, dass Du mich immer mehr in Deiner Liebe wachsen lässt! Mache mich überströmend darin. Stärke mein Herz immer mehr durch Dein Wort und erfülle mich mit Deinem Geist, damit das Böse keinen Platz mehr in meinem Herzen und Leben hat! Danke, dass Du es tun wirst und dass ich auf Deine Versprechen immer vertrauen kann. Denn Du, JESUS, bist treu.
Amen!
(by R. Foth)









