ich möchte Euch heute von meinem Auslandsaufenthalt beim Internationalen Vertrieb der DB in Kopenhagen vom 28. Juni bis 19. September 2015 berichten.
Im dualen Studium kann man, wenn man möchte, für insgesamt drei Monate eine Auslandspraxisphase machen. Man muss sich jedoch selbst um die Planung und um eine Abteilung kümmern.
Ich habe frühzeitig begonnen mich über Abteilungen im Ausland zu informieren, die duale Studenten für drei Monate aufnehmen. Ich habe unter anderem Kontakt mit dem Internationalen Vertrieb in London, Kopenhagen und Brüssel und auch mit DB Schenker in Stockholm aufgenommen. Nach einem Telefongespräch habe ich mich jedoch für den Aufenthalt in Kopenhagen entschieden.
Meine Auslandsphase in Kopenhagen war sehr abwechslungsreich. Das Sales Center des internationalen Vertriebs in Kopenhagen war direkt gegenüber vom Hauptbahnhof und nur fünf Minuten von der belebten Einkaufsstraße Strøget und dem Rathausplatz, dem zentralen Platz in Kopenhagen, entfernt. Die Abteilung dort war für den Ticketverkauf und das Marketing in ganz Skandinavien ( also Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland und Island) zuständig und hat mit den unterschiedlichen Landesbahnen zusammen gearbeitet. Ich habe vor Ort die Leiterin des Auslandsbüros und die Verantwortliche für das Marketing unterstützt. Aufgaben wie beispielsweise die Erfassung und Dokumentation der Einnahmen und Kontaktaufkommen in der Verkaufsstelle, die monatliche Erstellung der Präsentation über die Einnahmeentwicklung in Skandinavien oder die Auswertung der monatlichen Reportings für bahn.com/dk und bahn.com/se waren Teil meines Arbeitsalltags. Außerdem habe ich bei einer Marketingaktion für die Deutsche Bahn in Kopenhagen geholfen :).
Nach der Arbeit oder am Wochenende habe ich aber auch sehr viel unternommen. Ich bin nur rund 35 Minuten bis zum Rådhuspladsen (Rathausplatz) mit dem Bus gefahren, hatte Netto, Lidl, Førex, eine große Supermarktkette in Dänemark, einen See und ein Fitness Studio direkt vor der Haustür. Ich hab mir die schönen Plätze und Orte in und um Kopenhagen angeschaut (siehe Bild) – das Rathaus, den Freizeitpark Tivoli, in dem sehr viele Konzerte am Freitagabend stattfinden, die Einkaufsstraße Strøget mit dem berühmten Einkaufszentrum „ILLUM“, den Nyhavn mit den vielen kleinen süßen Cafés und Restaurants, das Schloss Amalienborg mit der täglichen Wachablösung um 12 Uhr, die kleine Meerjungfrau, die Erlöserkirche, von deren Turm aus man einen grandiosen Blick über Kopenhagen hat und den Freistaat Christiania, in welchem die Christiana Bikes hergestellt werden. Ich habe mir aber auch andere dänische und auch schwedische Städte angeschaut. Ich war in Århus, Helsingborg, Helsingør, Malmö, Göteborg und Stockholm. Von Kopenhagen aus war man innerhalb von nur 30 Minuten mit dem Zug in Schweden :).
Kopenhagen ist sehr modern und fortschrittlich. Die Metro fährt ohne Zugführer, überall wird mit Kreditkarte bezahlt, sogar am Getränkeautomaten im Bahnhof und man braucht keine Zugtickets mehr, weil man mit der „rejsekort“ am Startbahnhof an einem Lesegerät schnell eincheckt und am Zielbahnhof wieder auscheckt und die Kosten für die Reise vom Guthaben der „rejsekort“ abgezogen werden.
Da ich in der Zeit, in der ich im Ausland war, meine zweite Projektarbeit für die Uni geschrieben habe, habe ich mich dafür entschieden, die Angebots-E-Mail des Internationalen Vertriebs mithilfe eines Eye-Tracking-Verfahrens zu optimieren. Das ist die E-Mail, die den genauen Reiseplan und die Preise für eine Reise eines Kunden beinhaltet. Die Erstellung der Arbeit hat mir sehr viel Spaß gemacht. Mithilfe des Eye-Trackers konnte man die Pupillen der Testpersonen aufnehmen und schauen, was sie bei der E-Mail zuerst betrachtet haben und was zuletzt und wie ihr Blickverlauf war.
Der Aufenthalt in Kopenhagen war eine tolle Erfahrung für mich – ich habe sehr viel dazu gelernt. Schon die Planung für die Zeit dort war sehr aufregend – Wohnung, Bank, Versicherung, Handyanbieter, Zugtickets etc. Die Arbeit im Sales Center hat mir Spaß gemacht, meine Kollegen waren super lieb und haben mir sowohl bei der Erstellung meiner Projektarbeit als auch beim Eingewöhnen in dem für mich unbekannten Land geholfen. Ich habe sehr viele Eindrücke der unbeschwerten und unkomplizierten Lebensweise der Dänen gewonnen sowie viel über deren Lebensfreude gelernt und konnte daher für mich persönlich sehr viel mitnehmen!