Instagram vs. Reallife
Smartphones und Internet besitzen wohl so viel Bedeutung wie nie zuvor. Wir sind einfach abhängig, ob wir es zugeben möchten oder nicht. Es fängt ja schon bei den ganz Kleinen an. Hier ein kleines Beispiel:
Neulich war ich mit meiner Oma mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs. Da saßen wir also in der Ubahn und unterhielten uns, bis mir eine Mutter mit ihrer Tochter auffiel. Das Kind fing an zu quengeln, was der Mutter überhaupt nicht passte. Also zückte sie ihr Smartphone und gab es ihrem Kind, sodass das kleine Mädchen irgendein Spiel auf dem Handy zocken konnte. Wow, dachte ich mir. Das Mädchen war vielleicht drei Jahre alt und wusste schon genau, wie es mit dem Gerät umgehen musste. Als ich mich dann umschaute, wurde ich mir bewusst, dass wirklich jeder zweite sein Handy in der Hand hatte. Entweder zum Telefonieren, zum Surfen oder einfach um ein Spiel zu spielen. Fasse ich mich aber an meine eigene Nase, weiß ich, dass wenn meine Oma nicht dabei gewesen wäre, ich vermutlich auch am Handy gewesen wäre.
Ich besitze die App Instagram seit ungefähr 6 Jahren (bin selbst ganz erschrocken darüber). Auch ich poste regelmäßig Selfies, Fotos von meinem Essen oder von Urlaubsorten. Außerdem verbringe ich täglich viel Zeit auf dieser App, um mir anzuschauen, was andere so tun. Dabei schaue ich mir nicht nur an, was meine Freunde posten, sondern auch was Influencer tun.
Was ist ein Influencer überhaupt? Im weitesten Sinne ist es eine Person, die das Ziel hat, andere Personen zu beeinflussen. Und genau das tun diese, indem sie uns ihre neuesten Beautyartikel vorstellen und darauf schwören, dass man zum Beispiel damit alle seine Unreinheiten losbekommt. Als kleines Goodie oben drauf, erhalten die „Zuschauer“ einen Rabattcode, womit sie bei ihrer Bestellung sparen können. Influencer kooperieren demnach mit Firmen, indem sie Werbung bei ihren Followern für deren Produkte machen und verdienen damit ihren Lebensunterhalt. Manche Influencer verdienen pro geposteten Bild fast sechsstellige Summen. Tja, was soll ich sagen - auch ich habe schon einige dieser Codes genutzt und damit gespart. Auch leben viele Influencer ein „Jetset-Leben“. Täglich posten sie Fotos von den wunderschönsten Orten der Welt, die sie bereisen dürfen und das natürlich in den neusten Klamotten. Ist doch klar, dass dadurch in einem Otto Normalerverbraucher etwas Neid aufkommt.
Aber was macht diese Beeinflussung jetzt mit jungen Menschen? Eine Studie der Royal Society for Public Health in Zusammenarbeit mit der Young Health Organisation untersuchte das Nutzungsverhalten von jungen Menschen in den sozialen Medien. Zudem wurde untersucht, wie sich die Nutzung auf deren Wohlbefinden und auf deren Gesundheit auswirkt.
Das Ergebnis? Erschreckend.
Genannt wurden unter anderen:
Depressionen
Angstzustände
Einsamkeit
Selbstzweifel
Druck
u.v.m.
Es wird ersichtlich, dass vor allem Instagram einen sehr schlechten Einfluss auf die psychische Gesundheit von jungen Menschen hat, besonders bei jungen Frauen. Auf keiner anderen App werden Fotos mit Filtern oder Photoshop so extrem bearbeitet, sodass sie die Masse ansprechen, wie in Instagram. Auch das Thema Figur spielt eine große Rolle. Frauen bekommen auf dieser Plattform das augenscheinliche Idealbild demonstriert, was zu Schäden in der Selbstwahrnehmung führen kann. Plötzlich fühlen sie sich dick oder hässlich, nur weil sie nicht so aussehen, wie die bearbeiteten, perfekt in Szene gesetzten Körper der Influencer. Zudem kommt das Gefühl auf, ständig etwas zu verpassen, wenn sie nicht durch ihre Timeline scrollen. Das ist auch der Grund, warum die jüngerer Generation auch „Digital Natives“ genannt wird. Ständig sieht man Leute an ihrem Smartphone tippen, siehe mein Beispiel weiter oben im Post.
Wie kann ich meine Schüler nun auf die Gefahren aufmerksam machen und ihnen zeigen, wie man richtig mit sozialen Medien umgeht? Der Lehrplan des Fachprofils Deutsch sieht eine reflektierende Auseinandersetzung mit der eigenen Mediennutzung vor. Meine Unterrichtseinheit würde voraussetzen, dass die SuS mit Instagram und anderen sozialen Netzwerken vertraut sind. Außerdem würde sie darauf abzielen, den SuS einen sicheren Umgang hiermit zu ermöglichen, ihnen die Risiken aufzuzeigen und sie zum Nachdenken über ihr eigenes Nutzungsverhalten zu bringen.
Ich will meinen SuS klar machen, dass es einfach normal ist, sich etwas mit anderen Menschen zu vergleichen, aber sie sich nicht von dem augenscheinlich „perfekten Leben“ der Influencer täuschen lassen sollten. Auch diese sind „Normalos“, welche ihre Wäsche selber waschen und jeden Tag aufs Klo gehen müssen ;). Nur sie lassen uns jeden Tag an ihrem Leben teilhaben.
Wie steht ihr dazu? Findet ihr euch in dem Beitrag wieder?
Eure teachingpenguii
Quellen:
Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung München: Fachprofil Deutsch
Virneburg, S. (2017): Was macht Instagram mit uns? In: Mittelbayerische.de Online abrufbar unter: https://www.mittelbayerische.de/wissen-nachrichten/was-macht-instagram-mit-uns-21981-art1570232.html (letzter Aufruf am 02.08.2018)
















