25.Januar 2016
Vom VerkÀufer(bot) zu InteraktivitÀt aufgefordert
Das Nuf berichtet in einem gesponsorten Artikel ĂŒber eine fabelhafte neue Matratze.
Ich trage mich mit dem Gedanken, mir eine neue anzuschaffen, es ist aber nicht Prio1 auf der Agenda.
Aber unverbindlich Webseite gucken kann man ja mal: Es wird ein Direktvertriebskonzept vertreten, das durch Umgehung des Einzelhandels und Bewertung/Bewerbung durch Endkunden und damit einen direkten Feedback-Draht zwischen Hersteller und Kunden zumindest in anderen Bereichen sehr hochwertige Produkte zu annehmbaren Preisen hervorbringt, wie z.B. Lautsprecherboxen von Nubert (da hab ich das vor vielen Jahren ausprobiert und die Boxen behalten) â und zumindest Nubert machte das auch schon in prĂ€-internetten Zeiten.
Webseiten haben fĂŒr mich den groĂen Vorteil, dass man in Ruhe gucken kann, ohne sich wie neulich realen Beratungen durch FachverkĂ€ufer entziehen zu mĂŒssen, weil man ja nur mal gucken will. Neulich in einem PolstermöbelfachgeschĂ€ft war es uns nicht möglich, in Ruhe Sofas (Sofen?) anzusehen, ohne von einem Innenausstatter âbetreutâ zu werden, der sich auch nach einem âwir wollen erstmal alleine guckenâ nicht abhalten lies, uns die VorzĂŒge dieses oder jenes Sitzmöbels anzudienen.
Unangenehm und direkt kaufverhindernd, wir haben den Laden schnell wieder verlassen.
Ich mag Online-Einkauf. Ich hab meine Ruhe, kann mich irgendwo im Netz verklickern, Begriffe und Unterschiede recherchieren und zwischendurch auch erstmal sacken lassen, ohne irgendjemand Rechenschaft darĂŒber ablegen zu mĂŒssen, was ich eigentlich will.
Gerade bei Boxen und Matratzen (und eigentlich auch Sofas) möchte man diese ja in der eigenen Umgebung ausprobieren, auf dem Sofa lĂŒmmeln, wie man eben nicht im Laden lĂŒmmelt oder in 10 Minuten Matratzeliegen im Laden eben nicht herausfinden kann, ob diese bei 7 Stunden Steisslage bequem bleibt.
ZurĂŒck zur Matratzenseite: 100 Tage Probeliegen, zumindest fĂŒr meinen laienhaften Blick sinnvolle BegrĂŒndungen fĂŒr die Ausstattung, sinnvoller Transportweg, ausfĂŒhrliche FAQ, bei Nichtgefallen kostenfreie RĂŒcksendung ohne Theater, die Seite fĂŒttert das âkann man echt mal ausprobierenâ-Verhalten sorgsam an.
Plötzlich ploppt unten rechts ein Chatfenster auf und bietet mir Beratung an.
Ich fĂŒhle mich ertappt und so empfindlich gestört, dass ich die Seite sofort verlasse und stattdessen einen Techniktagebuch-Rant ĂŒber den nicht mehr ungestört vollziehbaren Onlinekauf verfasse.
Kathrin Passig hĂ€lt meinen ziemlich launigen ersten Entwurf zurĂŒck, und fragt mit Recht, ob es nicht auch etwas weniger rantig gehe. AuĂerdem wĂ€re ein Screenshot gut.
Naja, stimmt schon.
Also â fĂŒr die Wissenschaft: Wenn ich die Seite noch mal im gleichen Browser aufrufe, geht der Chat sehr schnell auf:
Ok, das geht ĂŒber Cookies. Also hab ich die Seite mal in einem frischen Browser geladen, nach kurzer Zeit ging der Chat auch dort auf.
Ich hab dann kurz gegoogled, wie man einen Turing-Test macht, also rausfindet, ob der Gegenpart in einem Chat ein Mensch oder ein Computer ist. Die Literatur empfiehlt, dem Chatpartner Schach-Aufgaben zu stellen.
Erschien mir jetzt erstmal zu kompliziert. Also einfacher:
Damit kann der Chat(bot) schon nicht so gut umgehen und antwortet mit einer Standardantwort, die ich hier nicht spoiler, damit ihr alle noch etwas Spaà damit haben könnt.
Der Bot holt dann aber einen menschlichen Berater hinzu â ich hatte Kontakt :-)
(Alexander Stielau)













