Discussion Shorthand TSDP, TMDP, TWDP - Stop using AGAB to refer to people's bodies.
TSDP - Typical Sex Development Pathway - referrs to perisex people's sex traits.
Altered-TSDP or A-TSDP- referring to perisex people who have altered their sex traits, such as via medical transition. To be used when relevant.
I dislike using the words male and female to refer to sex traits because it misgenders trans people with those sex traits. And I also just don't believe in "biological sexes" to begin with.
TMDP (Typical Mullarian Developmental Pathway)- referring to typical/perisex development of characteristics such as breasts, vulva, uterus, ovaries, etc.
Examples of people with TMDP
(perisex) cis women
(perisex) trans men
some (perisex) nonbinary people.
TWDP (Typical Wolffian Developmental Pathway)- referring to typical/perisex development of characteristics such as facial hair, penis, scrotum, testicles, prostate, etc.
Examples of people with TWDP
(perisex) cis men
(perisex) trans women
some (perisex) nonbinary people.
What if someone has/had neither TWDP or TMDP traits? They are intersex.
This exists for the purpose of talking about anatomy/medical needs as well as for the purpose of explaining how intersex variations differ from perisex sex traits without using the words male/female, as just using those terms further reinforces the coupling of gender and sex traits. I believe all sex traits should be completely decoupled from gender.
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Actors role playing DID can be identified from differences in brain activation patterns, compared to people with DID - and brain activation patterns depend on whether an trauma holder alter / EP is in charge or a Apparently Normal Part / host - supporting the Theory of Structural Dissociation of the Personality (TSDP).
Multiple brain scan studies support structural dissociation, brain activation differences between alters, brain activation differences between people with DID and healthy controls or trained actors pretending to have DID.
Regions of the brain activated are those known to be associated with self-referencing and sensorimotor actions, but not the regions linked to imagination
Schlumpf YR, Reinders AATS, Nijenhuis ERS, Luechinger R, van Osch MJP, Jäncke L (2014) Dissociative Part-Dependent Resting-State Activity in Dissociative Identity Disorder: A Controlled fMRI Perfusion Study. PLoS ONE 9(6): e98795.
Background In accordance with the Theory of Structural Dissociation of the Personality (TSDP), studies of dissociative identity disorder (DI
Does anyone know of a PDF or book that includes the full Theory of Structural Dissociation? We're a little tired of only hearing summaries on it and would like to read through the full thing ourselves to see what exactly it says, but we're having trouble finding sources that don't just reference it.
So what exactly do you make of people calling trans women "wollfipathians"?
I think it's misgendering and completely undermines the entire reason terms like TWDP/TMDP are useful.
Body parts are not something you are— they are something you have.
A person is not a "wollpathian" the same way a person is not a "male" (with regards to sex). Sexes are social constructs. A person has (or had) a TSDP (Typical sex development pathway), this is no different than saying a person has (or had) a certain individual body part, like testes or a penis or whatever else. It just refers to a cluster of body parts that appear together in perisex individuals. It is a neutral statement regarding anatomy only with no regards to gender. Anyone can have any sex traits regardless of gender.
The phrasing of that term defines trans women by their bodies and is literally defined by the person who coined it as a synonym for "the male sex", it's transmisogynistic and blatant misgendering.
People with a Typical Wolffian Developmental Pathway are not "male", they are not "of the male sex", they do not have "male sex traits", simply due to the fact that many people with these sex traits are transgender females. A penis/testes/deep voice/flat chest etc are things that women can be born with/develop at puberty. "Perisex trans women start out with [body parts]" is not misgendering. But "Perisex trans women are [term that defines a person by their body parts]" is, it's reducing trans people to their sex traits in largely the same way the concept of "biological sexes" does, and that is offensive.
Der erste Lockdown lähmte Land und Leute, als plötzlich über zwei Dutzend TKKG-Bücher vor mir auf dem Tisch lagen, von deren Existenz ich nichts mehr wusste. Meine Neffen, wochenlang ins Homeschooling verbannt, hatten die Sammlung in einer Kellerkiste ausgegraben und in einem Zug durchgelesen. Beim Durchschauen der Ausgaben lösten Cover wie vom Paket mit dem Totenkopf, dem leeren Grab im Moor oder dem Rätsel um die alte Villa sofort nostalgische Erinnerungen aus. Und so schlug ich im Frühjahr 2020 zum ersten Mal seit über drei Jahrzehnten wieder ein TKKG-Buch auf. Der Start einer Zeitreise zurück in die Kindheit der frühen 80er Jahre, die literarisch durch kaum etwas anderes so geprägt wurden, wie von TKKG. Aus einem ‚mal eben kurz reingucken, es ist ja sonst nix los‘ wurde ein ausgiebiges Eintauchen in das längst vergessene TKKG-Universum.
Die Jagd nach den Millionendieben
Langsam anfangen ist nicht. Für Tarzans Internatsleben geht es vom ersten Moment ums Ganze. Schon im ersten Kapitel des ersten Buchs ist sein Verbleib im Internat in einem Maße gefährdet, wie es die kommenden 50 Folgen nicht mehr sein würde. Der fiese Kunstlehrer Dr. Pauling aka Rembrandt, der an jenem Abend Aufsicht führt, an dem sich Tarzan heimlich abseilen und mit Gaby und Karl treffen möchte, wird zu seinem Alptraum. Nur dank Klößchens beherzter Hilfe kommt er aus der Nummer nochmal raus, bzw. zu später Stunde ins Internat wieder rein: er lässt Tarzan eine Wäscheleine in den Hof hinunter, als Ersatz für das von Pauling entdeckte und konfiszierte Seil. Und auch sonst ist dieser Lehrer ein lästiger Schatten, wo immer die vier Kinder die Bilderdiebe suchen, der Rembrandt ist schon da.
Es ist der Einstieg ins TKKG-Universum und das zarte Pflänzchen des Neubeginns ist allgegenwärtig: Klößchen ist noch gar nicht so richtig dabei, qualifiziert sich aber für Höheres, als er Tarzan vor dem sicheren Verweis von der Schule rettet – und kann gleich am nächsten Tag seine Kernkompetenzen in Eddis Eisdiele voll einbringen. Gaby macht bei gefährlichen Einsätzen einfach mit. Karl kommt nicht nur altklug daher, er hat auch freche, witzige Momente. Zu einem Sympathieträger, einer Identifikationsfigur, das ist schon absehbar, sollte es später aber nicht reichen. Gewalt findet statt, aber meist in einem realistischen Kontext. Da bekommen 13-jährige Kinder, selbst wenn sie Tarzan heißen, von kräftigen, gewalttätigen Bierausfahrer-Vätern auch mal eine richtig gescheuert. Oder, wenn Gangster Messer zücken, ist höchste Fluchtbereitschaft geboten (bei Tarzans erste Begegnung mit den Bilderdieben).
Auch die Topografie der TKKG-Stadt bekommt erste Konturen. Neben dem Internat und der Glocknerschen Wohnung (Kommissar ‚Papilein‘ Glockner tritt noch nicht in Aktion) wird vor allem das Leben in der Villa Sauerlich porträtiert. Nicht nur, weil sich dort im Schlussakt das Geheimnis um die Bilderdiebe spektakulär auflöst. Das üppige Leben im Villenviertel war vielleicht von Anfang an als Gegenstück zum eher kargen Internats-Dasein angedacht. In heutigen Instagram-Zeiten ein Secret Escape für gestresste 13-jährige, das Klößchen seinen Followern mit reichlich Impressionen präsentiert: vom Pool, dem Jaguar und den heimlichen, fetttriefenden After-Hour-Bouletten-Buffets auf seinem Zimmer.
Natürlich schützt auch die noble Nachbarschaft nicht vor Verbrechen, die Heimsuchung sollte eine Konstante werden. Außer gleich im ersten Fall auch bei der Todesfracht im Jaguar, den Gangstern auf der Gartenparty und die in unmittelbarer Nachbarschaft heruntergekommenen Adligen in der heißen Spur nach Paradiso.
Kontinuität sollte wahrscheinlich auch mit dem zweiten, von der Haupthandlung völlig losgelösten, Spannungsbogen etabliert werden. Nämlich die Kontinuität, Rocker zu verprügeln. Wie viele von ihnen sollten in den kommenden Jahren noch mittels Schulterwürfen oder Fußfegern von der Schwerkraft befreit durch die Lüfte fliegen und jaulend irgendwo aufschlagen. Der Vollständigkeit halber für Freunde der Statistik: als erster in dieser schier endlos langen Reihe hat Nachwuchsrocker Rudi Kaluschke das Vergnügen.
Der rächt sich später an Tarzan bei einem Badeausflug am See auf hinterhältige, lebensgefährliche Art, als er aus der Tiefe des Sees kommend den schwimmenden Tarzan nach unten zieht. Beim näheren Hingucken entpuppen sich Seen generell als immerwährende Brutstätten von Ärger und Ungemach. In Band fünf Feuerstuhl wird den Vieren beim Nacktbaden die Kleidung gestohlen, im Stausee in Band sieben (Rätsel um die alte Villa) wird das gefundene Diebesgut sofort wieder geraubt, beim Bombenleger (Band 21) fliegt eine Sauna in Seenähe in die Luft, bei den Bestien in der Finsternis (Band 39) brennt ein in Ufernähe stehendes Haus ab, und der Teufel vom Waiga-See (Band 47) ist natürlich Programm.
Lebensgefahr würde in der realen Welt auch für Sauerlichs Chauffeur Georg bestehen, wenn man ihn derart leblos auf dem Bauch liegend und alle Viere von sich gestreckt, auffinden würde. In der TKKG-Welt aber werden brutale Schläge mit harten Gegenständen auf den Hinterkopf einfach abgeschüttelt. Als Entschädigung freut man sich über Karten für eine Theatervorstellung.
Absolut einzigartig bleibt aber Klößchens Versuch, mit Tarzans Hilfe abzunehmen. Zumindest sind in den ca. ersten 50 Büchern keine weiteren Versuche bekannt, nicht mal, als er in eine der beiden Doppelgängerinnen verliebt ist.
Es ist beeindruckend, wie geordnet der TKKG-Kosmos schon kurz nach seinem Urknall daherkommt. Rolf Kalmuczak muss von Anfang an eine sehr klare Vision der TKKG-Welt gehabt haben. Der Grundstein, auf dem über die folgenden Jahre und Jahrzehnte die Lebenswelt der vier Jugenddetektive aufgebaut werden konnte und damit zu einer der schönsten und erfolgreichsten Kinder- und Jugendbuchserien werden sollte, war mit dieser sehr gelungenen Pilotausgabe gelegt.
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Der erste Lockdown lähmte Land und Leute, als plötzlich über zwei Dutzend TKKG-Bücher vor mir auf dem Tisch lagen, von deren Existenz ich nichts mehr wusste. Meine Neffen, wochenlang ins Homeschooling verbannt, hatten die Sammlung in einer Kellerkiste ausgegraben und in einem Zug durchgelesen. Beim Durchschauen der Ausgaben lösten Cover wie vom Paket mit dem Totenkopf, dem leeren Grab im Moor oder dem Rätsel um die alte Villa sofort nostalgische Erinnerungen aus. Und so schlug ich im Frühjahr 2020 zum ersten Mal seit über drei Jahrzehnten wieder ein TKKG-Buch auf. Der Start einer Zeitreise zurück in die Kindheit der frühen 80er Jahre, die literarisch durch kaum etwas anderes so geprägt wurden, wie von TKKG. Aus einem ‚mal eben kurz reingucken, es ist ja sonst nix los‘ wurde ein ausgiebiges Eintauchen in das längst vergessene TKKG-Universum.
Das leere Grab im Moor
Im dritten Band ging es für TKKG das erste Mal groß raus in die Natur: Ab ins Soiner Moor! Rolf Kalmuczak spendete damit früh einem seiner größten Anliegen eine eigene Folge: Kinder zu ermuntern, vor die Türe zu gehen und die Schönheit der Welt draußen zu erleben. Die Natur, in diesem Falle konkret das Moor, wird Hauptschauplatz der Handlung und heimlicher Hauptdarsteller des Buchs. Insofern war der Band ein Pionier, später sollte das wiederholt werden in den Bänden 19 (Fluss) und 22 (Wald mit Tiger). Leider blieb die Handlung nur in In den Klauen des Tigers konsequent draußen in dem neu etablierten Biotop. Auch das grandiose Setting des Moors hätte mehr Zeit und im besten Falle das Finale verdient. Stattdessen spielt fast die gesamte zweite Hälfte wieder in der Stadt, mit einer, teilweise spannenden, aber mehr oder weniger beliebigen Auflösung, die man an viele Folgen hätte anheften können.
Ein Flugzeug stürzt, von Tarzan aus seinem Internatsbett zufällig beobachtet, in einer lauen Sommernacht über dem Soiner Moor ab. Die Zeitungen hatten im Vorfeld berichtet, dass sich der Schatz eines Scheichs an Bord befinden soll. Und so tummelt sich schon am nächsten Morgen die halbe Stadt da draußen. Es herrscht Goldgräberstimmung. Auch das TKKG-Quartett ist nicht gänzlich gefeit dagegen. Selbstverständlich werden aber edlere Gründe als die „Gier des lichtscheuen Gesindels“ angeführt: Man will sich dieses lediglich „aus der Nähe anschauen und dabei sein, wenn sie sich in die Haare kriegen“.
Und zunächst müssen sie sich auch mit einer Reihe bizarrer Gestalten herumschlagen, die ihre Auftritte nacheinander in derart enger Abfolge haben, dass sie selbst für TKKG-Verhältnisse einzigartig sein dürfte: der selbsternannte, schwer angetrunkene Grünrock-Wildhüter Göbl, der allseits bekannte Stadtstreicher Max Stulla, der vermeintliche Kräutersammler und eigentliche Wilderer Funke sowie der Wirt der Höllenmühle Keipner, ausgestattet mit Tränensäcken und einem Bauch „rund wie ein Fass“. Allesamt Widerlinge in bester TKKG-Tradition. Beim anschließenden Erfrischungstrunk der vier im Biergarten der Höllenmühle strahlt Gabys Anmut besonders schön. Illustrator Rainer Stolte wollte hier sicher einen ästhetischen und an der Stelle dringend benötigten Gegenpol zur vorangegangenen Freakshow setzen.
Eine dramatische Wende erfährt der Plot, als die vier herausfinden, dass der Pilot den Absturz nicht nur überlebt haben könnte, sondern ein größerer Betrug dahinterzustecken scheint. Es ist eine der Folgen, in der etwa zur Hälfte der Fall durch scharfsinniges Kombinieren von Tarzans Hirn gelöst wird und im Folgenden Beweise für die Hypothesen gesammelt werden müssen. Besonders beeindruckend in dieser Phase ist der Moment, als Tarzan mit Karls Fernglas eine sehr weit entfernt stehende Person gerade noch so erkennen kann, wie diese, ebenfalls mit einem Fernglas, die Vierer-Bande und deren Treiben rund ums Grab zu beobachten scheint.
Die große Schwäche der Geschichte ist die praktische Unmöglichkeit des Tathergangs. Der absichtlich herbeigeführte Absturz mittels eines Sprengsatzes und der kurz zuvor erfolgte Absprung des Piloten mit der Truhe wurden auf TKKG-Site.de ausführlich zerpflückt und ist rational schwerlich zu widerlegen. Vielleicht muss man sich der Sache mehr mit der kindlichen Fantasie sehr junger Leser annähern. Dann kann die Geschichte ihre volle Wucht entfalten. Ein sagenumwobener Schatz, der vom Himmel fällt, und der einem unendlich reichen Scheich aus dem Morgenland gehört. Dann kann man sich weiter leiten lassen vom ikonischen Bild des Feuerballs am Nachthimmel, den Tarzan halb im Schlaf für eine Sternschnuppe hält, der am nächsten Tag nicht die heiligen drei Könige, sondern die vier von TKKG folgen werden. Der gelungene Schlusspunkt: Die Truhe, die eine ganze Region in Aufregung versetzt hatte, ist leer. Der Scheich aka „Wüstenfuchs“, hat sie alle an der Nase herumgeführt.
Zum Gründungsmythos von TKKG haben vor allem die drei Ausflüge ins Moor beigetragen. Von vielen Dingen, die Rolf Kalmuczak sehr gut konnte, war das ‚Erlebarmachen‘ der Natur vielleicht seine vorzüglichste schriftstellerische Fähigkeit. Da sind die Mühen in der Mittagshitze beim ersten Besuch im Moor, bei dem trotz aller Widrigkeiten und Klößchens obligatorischem Gemotze die Begeisterung der Vierer-Bande für den Ausflug nachempfunden werden kann. Atmosphärisch bestens eingefangen von einem der gelungensten Coverbilder, auf dem auch alle Viere zu sehen sind. Und noch mehr, als sich die drei Jungs abends aufmachen, um den Wilddieb zu ertappen: Wie sie im goldenen Abendlicht das Moor erreichen. Wie sich mit Verschwinden der letzten Sonnenstrahlen die Dämmerung mit einem bläulichen Zwielicht langsam übers Moor legt. Und wie die drei dann eins werden mit der Dunkelheit und der Natur. Wo das Schärfen aller Sinne gefragt ist und wo ruhig Sitzen zur athletischen Übung, ja zur Überlebensfrage wird. Das ist einfach großartig! Rund 40 Jahre nach der Erstveröffentlichung ist es zu Corona Zeiten aber noch viel mehr. Spätestens beim dritten Ausflug ins Moor wird klar: Das ist das Buch zum Lockdown! Du musst nicht in die Ferne schweifen. Du musst nur vor die Tore der Stadt! Dort warten die wahren Schätze auf dich. Die nicht erst vom Himmel fallen müssen, sondern die als Wiesen, Wälder, Moore, Seen, Heiden oder Flüsse einfach da sind.
Text: Peter Luchs
Fotos: Peter Luchs / TKKG-Site.de
Der erste Lockdown lähmte Land und Leute, als plötzlich über zwei Dutzend TKKG-Bücher vor mir auf dem Tisch lagen, von deren Existenz ich nichts mehr wusste. Meine Neffen, wochenlang ins Homeschooling verbannt, hatten die Sammlung in einer Kellerkiste ausgegraben und in einem Zug durchgelesen. Beim Durchschauen der Ausgaben lösten Cover wie vom Paket mit dem Totenkopf, dem leeren Grab im Moor oder dem Rätsel um die alte Villa sofort nostalgische Erinnerungen aus. Und so schlug ich im Frühjahr 2020 zum ersten Mal seit über drei Jahrzehnten wieder ein TKKG-Buch auf. Der Start einer Zeitreise zurück in die Kindheit der frühen 80er Jahre, die literarisch durch kaum etwas anderes so geprägt wurden, wie von TKKG. Aus einem ‚mal eben kurz reingucken, es ist ja sonst nix los‘ wurde ein ausgiebiges Eintauchen in das längst vergessene TKKG-Universum.
Rätsel um die alte Villa
Karl bekommt endlich Leben eingehaucht. Die titelgebende Villa, in der ein vermeintliches Rätsel gelöst werden will, haben seine Eltern von einer Erbschaft gekauft. Der Umzug ins neue Heim in der Lindenhofallee bietet, neben ein paar Einblicken in das Leben der Viersteins, vor allem die Grundlage für das übergeordnete Thema des Buchs: Freundschaft. Das großartige Gemeinschaftsgefühl, das entsteht, wenn alle zusammenhelfen und mit anpacken, kumuliert sich bei Karls Biss in die Wurstsemmel, als die fleißigen Umzugshelfer die wohlverdiente Brotzeit im Garten des neuen Anwesens bekommen.
Darüber hinaus liegt es in der Natur der frühen Folgen, dass die Beziehungen der vier untereinander etabliert werden wollen. Wer vor allem die späteren Folgen kennt, wird in Buch sieben überrascht: Hier wird noch als Gruppe über das weitere Vorgehen abgestimmt (und nicht Häuptling T meist ohne Widerspruch Gefolgschaft geleistet). Diese Abstimmung bietet für Klößchen ein wie für ihn gemachtes Fettnäpfen: In seiner typisch flapsigen Art möchte er Gaby als Mädchen nur eine halbe Stimme zugestehen. Natürlich wird er sofort einen Kopf kleiner gemacht, alles im Spiel, wie Heranwachsende die Gleichberechtigung der Geschlechter lernen. Es ist nebenbei auch eine der vielen Szenen, die das von einigen monierte antiquierte Mädchen- und Frauenbild bei TKKG mehr als nur konterkarieren. Genauso schön ist es, wie Klößchen die Situation mit Tarzan später im Internat noch einmal nachbespricht und sich Verhaltenstipps für die Zukunft geben lässt.
Über all dem aber steht das Kettchen für Gaby! Diese Halskette mit dem G hatte sich Tarzan als Finderlohn in einem Juweliergeschäft aussuchen dürfen. Schon in der Theorie ist Verliebtsein keine einfache Sache, aber in der Praxis … eine einzige Rumdruckserei, vor allem, wenn man die Gefühle der Herzensdame endlich mal zeigen will. Und das auch noch im „trauten“ Vierer-Kreis. Klößchens Anwesenheit entpuppt sich für Tarzan als großer Glücksfall: Wie ein geschulter Trauzeuge führt er als Stichwortgeber Regie und sorgt für eine feierliche Übergabezeremonie. Tarzans ewige Dankbarkeit sollte ihm gewiss sein.
Dieses Innenleben der Vierer-Bande liest man mit derart heller Freude, dass es einen großzügig über den sicher nicht hochkarätigen Plot hinwegsehen lässt. Die dunkle, weil noch nicht elektrifizierte, Villa löst für sich allein genommen schon leichtes Gruseln aus. Kommen in diesem Setting noch Begegnungen mit Einbrechern dazu, ist für Hochspannung gesorgt. Dazu einiges an klassischer Detektivarbeit wie Befragungen und Beschattungen von eher einfältigen Ganoven (Auf der TKKG-Site.de wurden hierzu schon Schwachpunkte diskutiert).
Einen bizarren Ausbruch von Gewalt erleben wir im Schwimmbad, in dem Tarzan seine am Ende benötigten Fähigkeiten als Schnorchel-Taucher erwirbt. Ein junges Mädchen wird vom betrunkenen Hauptbösewicht Galster brutal k.o. geschlagen wird. Im hinteren Teil der Geschichte liest man fassungslos, wie Tarzan einen Messerangreifer dingfest macht. Jeder erfahrene Personenschützer würde bei einem Messerangriff raten, schleunigst das Weite zu suchen (wie in Band eins, bei den Millionendieben, in ähnlicher Situation). Umso bedauerlicher hier, denn die Situation in der Scheune hätte eine Flucht locker hergegeben, die Polizei war schon im Anmarsch. Aber in der TKKG-Welt reichen ein paar Stunden im Judo-Kurs, in denen mit einem Holzstück gelernt wird, genau diese Art von Angriff abzuwehren. Wenn man vergleicht, wie sonst vor anderen Übeln wie Alkohol bzw. Drogen gewarnt wird, ein ziemlicher Irrsinn.
Die Idee, das Finale im Stausee stattfinden zu lassen, hat nur noch entfernt mit der Villa zu tun, ist für sich aber sehr lesenswert. Es lässt sich festhalten: Ein Buch über Freundschaft, das durch das Ausleuchten der Innenwelt der vier Freunde einen maßgeblichen Beitrag für den noch jungen TKKG-Kosmos geleistet hatte. Und in dem nebenbei auch noch ein Kriminalfall gelöst wurde.