17.–20. März 2020
Plötzlich geht es (nur mit 4G noch nicht)
Das Hochschulgebäude, in dem ich normalerweise unterrichte und in dem ich gestern erfolgreich getestet habe, wie ich meine Seminare als Webinare durchführen kann, wird geschlossen für alle. Auch Dozierende werden in den nächsten Wochen keinen Zutritt haben. Also gehen die Tests weiter, nun von zu Hause aus.
Ich bereue bitterlich, dass ich mein schnelles Internet vor fast zwei Jahren gekündigt habe. Immer wieder erhalte ich die Nachricht „Ihre Internetverbindung ist instabil“. Ton und Bild ruckeln und meine beiden Kollegen – noch ohne Zoomerfahrung – reagieren irritiert. Ich komme auf einen Datendurchsatz von 830 Kbps, (viel) zu wenig, um Videokonferenzen mit mehreren Teilnehmenden durchzuführen.
In den nächsten Tagen muss ich also herausfinden, wo und wie und ob ich an meinen Unterrichtstagen werde arbeiten können. Zudem finden täglich Zoom-Meetings mit unterschiedlichen Kolleginnen und Kollegen statt, in denen wir uns gegenseitig schulen, Dinge ausprobieren, Fragen klären und uns virtuell auf die Schulter klopfen. Am Freitag höre ich in den Mittagsnachrichten von Radio DRS, dass offenbar nicht nur mein 4G-Hotspot wackelt. Das Problem sei erkannt; die Swisscom arbeite daran und Dienste wie YouTube würden in den nächsten Tagen ihren Datendurchsatz drosseln.
Mein Fazit nach einer unterrichtsfreien Woche, die gemäss Hochschulleitung dazu dienen sollte „die kommende Zeit zu planen, den Unterricht weitestgehend umzustellen, Inhalte aufzubereiten und sich auszutauschen“: Die Lernkurven sind steil, teilweise sehr steil. Was jahrelang nicht möglich war – etwa die Arbeit mit einer eLearning-Plattform, Hospitationsbesuche in Lehrveranstaltungen oder der Austausch ĂĽber Lehrinhalte und didaktische Zugänge –, geht plötzlich und geht gut, sehr gut sogar. Anlass fĂĽr Euphorie, eigentlich.Â
(Franziska Nyffenegger)



















