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Namibia, Botswana, Simbabwe 2024/25 - Vorbericht
Herrschaften und Oukies!!!
Bald geht es wieder los. Dieses Mal ganz in den Norden Namibias, durch den Caprivi Streifen an die FlĂŒsse Okavango und Zambesi, bis zu den weltberĂŒhmten Victoria FĂ€llen.
Wie immer, machen wir auch dieses Mal eine selbstgebastelte Rundreise mit einem 4x4 als Leihwagen - ohne Dachzelt, denn wir sind "Warmduscher" und wollen im weichen Bettchen schlafen.
AuĂerdem fĂ€hrt auch in diesem Jahr noch einmal meine Mutter mit, die einmal im Leben die Victoria FĂ€lle sehen wollte. Diesen Wunsch erfĂŒllen wir ihr gerne.  Â
Wenn alles klappt, wie geplant, die Airline Eurowings Discover (die Airline heiĂt seit neuestem nur noch Discover) auch schön mitspielt und sonst nichts dazwischen kommt, sollte dem Abflug nach Windhoek nichts im Wege stehen.
Der Abflug findet in diesem Jahr ausnahmsweise einmal ab DĂŒsseldorf via Frankfurt statt. Der Zubringerflug in der Business Class nach Frankfurt kostete gerade einmal 50 Euro pP mehr und fĂŒr uns entfĂ€llt so die aktuell elendige Anfahrt ĂŒber die SauerlĂ€nder Dörfer, bedingt durch die Sperrung der A 45.
Ab dem 15.12. heiĂt es dann wieder fĂŒr unsere kleine Reisegruppe:
Die geplante Tour fĂŒhrt uns auch dieses Mal zu verschiedenen Zielen, die wir schon immer einmal besuchen oder noch einmal besuchen wollten, da sie uns so gut gefielen.
Hier unsere Stationen der diesjÀhrigen Reise:
1. Eagle Rock Lodge (2. Besuch): gelegen nur rund eine gute 1 Stunde westlich des Flughafens, im Khomas Hochland, und damit ideal zu Beginn oder zum Ende der Reise. Arianes Rouladen von der Oryx Antilope sind legendÀr.
2. Swakopmund, Chala Kigi (10ter Besuch): gelegen an der kalten AtlantikkĂŒste. Swakop wird wegen seiner Jugendstilarchitektur auch scherzhaft als das sĂŒdlichste Seebad Deutschlands bezeichnet.
3. Sophienhof Lodge bei Outjo (2ter Besuch): Hier haben wir uns dieses Mal fĂŒr das VIP -Haus mit eigenem Pool und Carport entschieden.
4. Kayova River Lodge (1ster Besuch), gelegen am mĂ€chtigen und ebenso berĂŒhmten Okavango River mit Blick auf Angola. Die Lodge bietet Unterkunft in nur 8 Bungalows. Es gibt es exzellente Möglichkeiten zur Vogelbeobachtung und natĂŒrlich Bootsfahrten auf dem Okavango.
5. Namushasha River Lodge (1ster Besuch): Die Lodge liegt am Ufer des Kwando River im Ost-Caprivi, rund 24 km sĂŒdlich von Kongola in der NĂ€he des Mamili und Mudumu-Nationalparks.
6. Chobe River Camp (1ster Besuch), nordöstlich des GrenzĂŒbergangs Ngoma am Ufer des tierreichen Chobe River mit Blick auf den Chobe National Park und Botswana situiert.
6. Sandpiper Villas Chobe (1ster Besuch), in der botswanischen Grenzstadt Kasane (2ter Besuch) und wie der Name bereits verrÀt direkt am tierreichen Chobe River gelegen.
7. Divava Okavango Resort & Spa (1ster Besuch), gelegen an den Popa FĂ€llen (2ter Besuch) des berĂŒhmten Okavango Rivers und nur wenig Kilometer vom Mahango Nationalpark entfernt, bietet die Lodge den idealen Ausgangspunkt fĂŒr Vogel- und Wildbeobachtung.
8. Wildacker GĂ€stefarm (2ter Besuch): kleine mit viel Herzblut gefĂŒhrte GĂ€stefarm. Mit nur 6 reedgedeckten Bungalows garantiert die Wildacker GĂ€stefarm einen sehr persönlichen Service, unterhalb des Mangetti Nationalparks gelegen.
9. Otjikaru GĂ€stefarm (1ster Besuch) am Waterberg (2ter Besuch). Die GĂ€stefarm ist eine kleine persönliche GĂ€stefarm und bietet Unterkunft fĂŒr eine begrenzte Anzahl an GĂ€sten in 4 Bungalows mit sehr guter namibischer FarmkĂŒche. Besucher können auf Pirschfahrten auf der Wildfarm gehen oder den Farmbetrieb kennenlernen.
10. Letzte Station wird dieses Mal Farm Heimat (2ter Besuch): gelegen nur rund 1 Stunde sĂŒdöstlich des Flughafens, in der Kalahari, und damit ideal zu Beginn oder zum Ende der Reise. Heimat ist eine echte working Guestfarm vorwiegend mit Rindern, Ziegen und Schafen. Hier isst man gemeinsam mit der Farmersfamilie, die seit vielen Generationen hier lebt und wirtschaftet. Authentisch und echt!
Je nach Internet-Verbindung wird unser Blog dann möglichst tĂ€glich wieder ĂŒber unsere Reise berichten. Traditionell ist das Internet in Namibia ja eher lahm, es wird gelegentlich sogar behauptet, dass hier noch mit Dampfmaschinen gearbeitet wird.
Unser Reisebericht ist fĂŒr alle gedacht, die einen Ă€hnlichen Urlaub planen oder die gern wissen möchten, was man auf so einer Reise erleben kann - und natĂŒrlich fĂŒr unsere Lieben daheim & in der Ferne.
Wir wĂŒnsche viel SpaĂ beim Lesen, Mitreisen und MittrĂ€umen.
Lekker Slaap!
Angie, Micha, Mama & der HasenbÀr
August 1997
But always through Peterâs bedroom in Berlin
1997 habe ich mein Informatik- und Publizistik-Studium, obwohl immer noch eingeschrieben, schon zwei Jahre lang erfolgreich hingeschmissen. Auch den ausbeuterischen Job beim damaligen Berliner Super-Start-up Pixelpark habe ich gekĂŒndigt und beschlossen, mich mit E-Learning selbstĂ€ndig zu machen. âE-Learningâ, weil der Leiter des âProjekt pro Lehreâ der FU-Berlin, fĂŒr das ich als Computer-Auskenner gearbeitet hatte, das fĂŒr die Zukunft der Lehre hĂ€lt. E-Learning heiĂt fĂŒr uns zu der Zeit hauptsĂ€chlich Dokumente vor einer Veranstaltung (mit Leuten in einem Raum) zum Download bereitzuhalten und danach Protokolle und Bilder der durchgefĂŒhrten Veranstaltung und ein Diskussionsforum anzubieten, an dem die Teilnehmer dann relativ wenig teilnehmen.
Dieses Setting fĂŒhrt ĂŒber diverse Bekanntschaften zu der Idee, dass man sowas auch fĂŒr Entwicklungshilfe anbieten könnte und man damit Menschen âenablenâ könnte, die in LĂ€ndern leben, die anscheinend Hilfe bei der Entwicklung nötig haben. Daraus wurde der âNew Media Workshop Harare: Internet as a possibility to improve communication for private organisationsâ, finanziert und durchgefĂŒhrt von der Carl-Duisberg-Gesellschaft. Und ich soll als Computer-Auskenner den technischen Teil dieses Workshops ĂŒbernehmen. Harare ist die Hauptstadt von Simbabwe im SĂŒdosten von Afrika. Dort leben neben ganz normalen Menschen auch Elefanten und andere Tiere, die man sonst nur aus dem Tierpark kennt. NatĂŒrlich mache ich da mit.
Die technische Infrastruktur des E-Learnings, das wir bald auch den Teilnehmern in Afrika anbieten, besteht aus einem Windows NT Server auf einem 486er PC. Dieser Server hĂ€ngt im Internet per ISDN-Einwahl (nur ein Kanal mit 64 kBit, weil man muss ja auch noch telefonieren) mit fester IP-Adresse erreichbar unter einer Domain. Dieser Server steht in meinem Wohnungsflur in Berlin-Neukölln unter der Garderobe, weil die rasselnden LĂŒfter wirklich sehr laut sind. Da sich aus zum Aufschreibezeitpunkt 2020 immer noch unerklĂ€rlichen GrĂŒnden (so viel zum Thema Computer-Auskenner), die Internetverbindung nach einer lĂ€ngeren Laufzeit immer wieder aufhĂ€ngt, ist ein Teil des Systems an eine mechanische Zeitschaltuhr angesteckt, bei der man in einem 24-Stunden-Kreis mit kleinen Stiften die aktiven Viertelstunden einstellen kann. Das E-Learning ist jeden Tag zwischen 3 Uhr und 3 Uhr 15 nicht erreichbar. Zum GlĂŒck ist ganz Afrika in Ă€hnlichen Zeitzonen wie Berlin.
Der erfahrene Kollege, der den Workshop in Harare moderiert und schon viele solcher Veranstaltungen im Entwicklungshilfe-Kontext weltweit gemacht hat, Alfons, ist fĂŒr die ganzen technik-unabhĂ€ngigen Themen, wie Prozesse, Kommunikation und Dokumentation, zustĂ€ndig. Ich fĂŒhle mich in guten HĂ€nden und fliege im August 1997 relativ naiv und unvorbereitet nach Simbabwe. Ăberraschenderweise bekommen die Akteure solcher Veranstaltungen, zumindest zu der Zeit noch, Business Class FlĂŒge bezahlt und ich muss mich nach der HĂ€lfte des zehnstĂŒndigen Fluges nach SĂŒdafrika rechtfertigen, dass ich keine weiteren edlen Weine, Whiskeys oder Schokoladenparfaits mehr haben will.
Der Workshop findet in der Prince Edward School in Harare statt, einem im 19. Jahrhundert von der britischen Kolonisation gegrĂŒndeten Knabeninternat.
Die Schule erhĂ€lt von der deutschen Entwicklungshilfe ca. 20 PC-ArbeitsplĂ€tze, die ein lokaler ElektrohĂ€ndler liefert. Zwei Tage lang installieren Cornelius (einer der Workshop-Teilnehmer aus Harare und ehemaliger SchĂŒler der Schule) und ich Netzwerkkarten und Betriebssysteme auf diesen Rechnern.
An den Rechner, der am nĂ€chsten an einer Telefonsteckdose steht, schlieĂe ich mein mitgebrachtes 56k-Telefonmodem an (Internet-Connectivity war nicht Bestandteil der zur VerfĂŒgung gestellten Hardware). Das stellt den Internetzugang fĂŒr den gesamten Workshop zur VerfĂŒgung. Zur Einwahl mit OrtsgebĂŒhr (auf Telefonrechnung der Schule) benutze ich meinen Compuserve-Internet-Zugang, der weltweit funktioniert.
Nachdem die Infrastruktur innerhalb von zwei Tagen fertig aufgebaut ist, nehmen mein Kollege Alfons und ich uns ein Mietauto (inklusive Fahrer) und fahren fĂŒr drei Tage zu der schwer beeindruckenden SehenswĂŒrdigkeit âGreat Zimbabweâ. Die Digitalkamera Kodak DC25, die mir ein Freund aus Berlin fĂŒr den Afrika-Workshop zur VerfĂŒgung gestellt hat, hat eine Auflösung von 493 x 373 Pixeln (0,18 Megapixel). Entsprechend sehen die Bilder aus â allerdings trĂ€gt diese BildqualitĂ€t auch zur Romantisierung der Erinnerungen bei.
Hinten am Strand vom Lake Mutirikwi war wirklich eine Elefantenfamilie zu sehen
Nach diesem touristischen Highlight beginnt am Montag der Workshop. Angemeldet haben sich 18 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus fast genauso vielen afrikanischen LĂ€ndern.
Nach den Vorstellungsrunden und der Bildung der Arbeitsgruppen am ersten Tag ist der Dienstag komplett fĂŒr mich und die technischen Aspekte reserviert. Ich habe ein Gewaltprogramm vorbereitet: Geschichte des Internets, prinzipielle Funktionsweise, Internet-Dienste (E-Mail, Usenet, FTP, Webseiten ... soziale Netzwerke gibt es noch nicht wirklich). Interessant auch ein Block zur Benutzung von Suchmaschinen: es gibt noch kein Google, deswegen am Beispiel AltaVista und Yahoo. Beispiel zur Benutzung von logischen Operatoren in Suchanfragen: âKenyaâ (80278 Treffer), â+Kenya+Kiswahiliâ (9000 Treffer), â+Kenya+Kiswahili-Nairobiâ (10 Treffer). Und natĂŒrlich ein Webseiten/HTML-Crashkurs (Titel â<body></body>â). Das Ganze an einem Tag in vier Sessions.
Ich bin mit meiner Performance nicht wirklich zufrieden und das wird auch vom Protokoll einer Teilnehmerin bestÀtigt:
â... Peter was extremely divided, shared and therefore failed to be well concentrated on solving some problems.â (*seufz*, recht hat sie)
Allerdings gibt es auch eine positive Zusammenfassung in der mein Schlafzimmer vorkommt.
â... Suddenly there was a maddening clicking on keyboards as all participants embarked to set their e-mail addresses in their respective computer with the expert assistance from Peter, Tevie, Jim and Thandi.
E-mail addresses set, participants started sending messages across the globe - but always through Peter's bedroom in Berlin where the Server is sitting!!
At this stage it was time to go for a grand Italian lunch.â
Aus dramaturgischen GrĂŒnden hatte ich den Leuten erzĂ€hlt, dass der Server zu Hause in meinem Schlafzimmer und nicht im Wohnungseingang installiert ist.
Abgesehen von meiner mittelmĂ€Ăigen didaktischen Performance denke ich, dass der Workshop, gerade wegen der eigentlichen Kommunikationsthemen, recht gut verlaufen ist.
Sehr visionĂ€res Gruppenergebnis: âUse IT more widely to get quick global answers to global environmental problemsâ
Zum Abschluss am Freitag werden alle Teilnehmer zum Reden-Anhören, HĂ€ppchen-Essen und AnstoĂen in die deutsche Botschaft eingeladen. Nach dem offiziellen Akt beschlieĂen wir in eine nahe gelegene Disko zum Chill-out zu gehen. Ich werde mangels Krawatte nicht in die Disko reingelassen. Ein Workshop-Teilnehmer, der schnell in sein Hotel um die Ecke gelaufen ist, hilft mit seiner Zweitkrawatte aus.
Nach meinen Erfahrungen dieser Wochen in Simbabwe und mit den Leuten, denen ich begegnet bin, ist es ziemlich bedrĂŒckend zu wissen, dass dieses Land in den nĂ€chsten 20+ Jahren vom verbitterten, senilen Despoten wirtschaftlich, kulturell und intellektuell ziemlich zugerichtet wird.
(Peter Witzel)
Dude they can see you!
Hunters will be hunted.

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Namibia, Botswana, Simbabwe 2024/25 - Tag 19
Happy New Year!
Herrschaften und Oukies!
Heute stehen wir um 6 Uhr auf und marschieren um kurz vor 7 Uhr zum FrĂŒhstĂŒck.
In der Nacht hat es aus KĂŒbeln geschĂŒttet. Der Himmel ist immer noch grau und vor unserem Carport hat sich eine respektable Seenplatte gebildet.
Erstaunlicherweise kommen nach und nach zu dieser frĂŒhen Uhrzeit recht viele Menschen in der Boma zusammen. Wir ahnen nichts Gutes bzw. einen Massenausflug in Richtung Zimbabwe.
Den Tagesausflug zu den Victoria-Falls in Zimbabwe buchten wir ebenfalls bei dem Tourveranstalter in unserer Unterkunft. Und so kam es, wie es kommen musste:
um 7.30 Uhr fuhr ein Van vor, in diesen stieg ein Teil der GĂ€ste ein und es fuhr ein zweiter Van vor, bei dem wir ebenfalls nicht auf der Liste standen. Im BĂŒro wurde derweil hektisch telefoniert.
Die Verwalterin kam heraus und bemĂŒhte sich um Schadensbegrenzung: es werde ein Transport fĂŒr uns "shortly" zur VerfĂŒgung stehen.
Da platzte mir der Kragen und ich machte sie und ihr Office-Team vor allen Leuten zur Schnecke (Ăbersetzung): "In meinen 12 Jahren in Afrika, habe ich noch nie so eine unprofessionelle Organisation erlebt, wie hier!"
Kurz darauf fuhr ein junger Mann mit einem 9-Sitzer plus AnhĂ€nger vor. Der Fahrer entpuppte sich als reizend und super engagiert. Er erzĂ€hlte uns, dass er eigentlich auf dem Weg gewesen sei, aus einem anderen Hotel 3 Amerikaner abzuholen, als der Anruf kam, er mĂŒsse noch 3 weitere GĂ€ste aufsammeln (nĂ€mlich uns).
Obwohl wir ja mit dem eigenen Mietwagen in Kasane sind, entschieden wir uns fĂŒr eine gefĂŒhrte Tour. Bis zur Grenze sind es nur wenige Kilometer.
DafĂŒr sprechen aus meiner Sicht gleich mehrere Dinge. Der wichtigste ist aus meiner Sicht, dass man als AuslĂ€nder ohne Begleitung gerne mal ein paar Stunden an der Grenze warten kann. 1 bis 2 Stunden sind ganz normal.
Hinzu kommt, dass man sich nie sicher sein kann, wer an der Grenze, zusĂ€tzlich zu den offiziellen GebĂŒhren, noch die Hand aufhĂ€lt. ZusĂ€tzliche Bestechungsgelder oder Fantasieabgaben sind leider an der Tagesordnung.
Korruption ist im Staate von Robert Mugabe ein groĂes Problem. Aber auch die normale Prozedur mit VisagebĂŒhr, Zolldokument, zusĂ€tzliche Auto Haftpflichtversicherung und StraĂengebĂŒhren hĂ€lt auf und geht an die Nerven.
Wir mussten nur noch die Einreiseformular ausfĂŒllen, sowie die 30 US Dollar an VisagebĂŒhren bezahlen.
Allerdings ist auch die Einreise selbst fĂŒr Tourveranstalter bzw. deren Reiseleitern nicht so einfach, denn viele Fahrer fahren nur bis zur Grenze, reisen aber selber nicht nach Zimbabwe ein, sondern ĂŒbergeben an der Grenze an einen zweiten Fahrer, aus Zimbabwe. Ein merkwĂŒrdiges und aufwĂ€ndiges Prozedere, afrikanisch halt.
Dieses Mal haben wir GlĂŒck und unser reizender, junger Mann fĂ€hrt mit uns ĂŒber die Grenze. Er nimmt uns an die Hand und lotst uns durch die komplizierten GrenzformalitĂ€ten.
Er fÀhrt diese Strecke nahezu tÀglich und zeigt uns seinen Pass, der voller Stempel ist. Uns staunenden EuropÀern erklÀrt er, dass dieser Pass gerade einmal schlappe 4 Monate alt ist und er nÀchste Woche schon wieder einen neuen beantragen muss. Ein Hoch auf unsere EU! So einen Zinnober braucht kein Mensch!
Wir fahren 60 Kilometer ĂŒber die recht gut ausgebaute StraĂe nach Victoria Falls. Die Kleinstadt Victoria Falls, an den Victoria WasserfĂ€llen, lebt zu 100% vom Tourismus und hat mit dem eigentlichem Zimbabwe nicht viel zu tun.
Nachdem die Amerikaner in Victoria Falls, in ihrem Hotel, abgesetzt wurden, setzt uns unser Fahrer vor dem Haupteingang der Victoria FĂ€lle ab.
Wir vereinbaren mit ihm einen Pick-up im legendĂ€ren, altehrwĂŒrdigen "The Victoria Falls Hotel". Eigentlich war von uns beabsichtigt, die 800 Meter vom Haupteingang bis zum Garteneingang des Hotels zu laufen, aber, wir werden aufgeklĂ€rt, dass dieser Hintereingang nicht mehr existiert bzw. geschlossen sei.
Deshalb wird eine Kollegin beauftragt, uns am Haupteingang wieder abzuholen und einmal um den Pudding, bis zum offiziellen Hoteleingang zu fahren.
Der Rummel hier ist gigantisch, immerhin haben wir es hier mit einem UNESCO Weltnaturerbe zu tun, und entsprechend gesalzen sind auch die Eintrittspreise: 50 US Dollar werden pro Nase fÀllig!
Dazu kann man "kostengĂŒnstig" Souvenirs jeglicher Art erwerben, Regenponchos und RollstĂŒhle ausleihen usw. Brauchen wir alles nicht: Rollstuhl und Regenponchos haben wir sowieso selber.
Nach Betreten des Nationalparks schauen wir uns zunÀchst mal die Schautafeln zu den WasserfÀllen an. Hier stehen Informationen zur Höhe, Breite, Vergleiche mit anderen WasserfÀllen usw.
Unser Weg fĂŒhrt uns zunĂ€chst zu den 107 Meter hohen Rainbow Falls. Von hier hat man einen guten Blick entlang der 1708 m langen Abbruchkante. Das Wasser sammelt sich unten in der Schlucht und flieĂt dann wie in einem Kanal in Richtung Danger Point.
Von hier flieĂt der Mittellauf des Sambesis wieder schmal durch eine Schlucht bis nach Mosambik. Die Wassermenge flieĂt aktuell nicht in voller Breite.
Das war uns allerdings klar, denn die Wassermenge ist zwischen Oktober und Januar deutlich geringer, als zur Hochsaison. Jedoch stellen wir fest, es flieĂt heute deutlich mehr Wasser, als bei unserem letzten Besuch im identischen Zeitraum.
DafĂŒr kann man ĂŒberall auf die Abbruchkante sehen. Im Februar und MĂ€rz, wenn der Sambesi viel Wasser fĂŒhrt, schieĂen 10000 mÂł/s ĂŒber die Abbruchkante der Victoria Falls.
Allerdings ist das mit Sicherheit nicht der beste Zeitpunkt fĂŒr einen Besuch der Victoria Falls, denn die Gischt erreicht dann eine Höhe von 500 m und bildet eine Wolke aus Gischt. Von den WasserfĂ€llen sieht man dann leider auch nicht viel.
Es sei denn man bucht einen Hubschrauberrundflug ĂŒber die Victoria Falls. Quasi im Minutentakt kreisen die Hubschrauber ĂŒber unsere Köpfe hinweg. Teilweise zeitgleich gleich 4 Helikopter. Der LĂ€rm ist unbeschreiblich.
Von oben ist die Sicht auf die WasserfĂ€lle sicher am beeindrucktesten. Vor allem die Breite der WasserfĂ€lle kommt aus der Luft mit Sicherheit am deutlichsten rĂŒber, aber bei dem Wasserstand ist das nicht unbedingt notwendig. Die Sicht ist fast ĂŒberall gut.
Die Victoria Falls sind mit 1708 m die breitesten durchgehenden WasserfĂ€lle der Erde. Wobei wir wieder bei den Schautafeln von vorhin sind. GröĂer, breiter, tieferâŠ. gar nicht so einfach.
Der höchste Wasserfall der Welt ist der Salto Angel oder Angel Falls in Venezuela, das ist einfach und unstrittig. Wie gesagt, die breitesten durchgehenden WasserfÀlle sind die Victoria Falls. Die breitesten WasserfÀlle der Welt insgesamt sind die Iguaçu WasserfÀlle. Die sind breiter als 2500m, aber immer wieder unterbrochen.
Und was ist mit den berĂŒhmten Niagara-FĂ€llen? Die spielen in diesen Statistiken nur eine untergeordnete Rolle. Die Fallhöhe ist mit 59m eher lĂ€cherlich, die Wassermenge von 6000 mÂł/s kann sich da schon eher sehen lassen, ohne aber einen Spitzenplatz einzunehmen.
Wir gehen ein paare Schritte weiter zum Danger Point. Die Felsen auf den wir hier am Danger Point stehen sind sehr eben und bei Feuchtigkeit extrem glitschig.
Zwischen MĂ€rz und Mai, wenn der Sambesi Hochwasser fĂŒhrt, kann man hier duschen. Man sieht nichts und durch die Absturzgefahr macht der Aussichtspunkt seinem Namen alle Ehre.
Diese Gefahr besteht heute nicht. Uns bietet sich hier ein guter Blick nach Sambia, das auf der anderen Seite der FÀlle liegt. Auch in den Mittellauf des Sambesi können wir schauen.
Als nĂ€chstes gehen wir zum Aussichtpunkt auf die BrĂŒcke ĂŒber den Sambesi. Der Aussichtpunkt ist leider etwas zugewachsen, so dass wir die BrĂŒcke, die auch die Grenze zwischen Zimbabwe und Sambia bildet, nicht ungestört im Blickfeld haben.
Hier gibt es auch die Möglichkeit eines Bungee-Sprungs von der BrĂŒcke. Aber, das ist nichts fĂŒr uns. Hinzu gekommen sind in den letzten Jahren so spannende AktivitĂ€ten, wie, Abseilen, Zipp-Line oder auch River Rafting unter den WasserfĂ€llen im Sambesi.
Von hier aus fĂŒhrt ein Weg zurĂŒck zum Eingang, aber wir haben ja bis jetzt nur die östlichen Aussichtpunkte gesehen und machen uns auf dem Weg, die Abbruchkante entlang, vorbei am Danger Point und Rainbow Point zu den westlichen Aussichtspunkten.
In kurzen AbstÀnden folgen einige Aussichtspunkte, die obwohl sie nicht weit auseinander liegen immer wieder verschiedene, spektakulÀre Ausblicke bieten.
WĂ€hrend die Wassermenge am Danger Point und Rainbow Point noch sehr ĂŒberschaubar war, fĂ€llt an den westlichen Aussichtpunkten deutlich mehr Wasser die Victoria Falls hinab. Hier wird dann auch klar warum die einheimischen die WasserfĂ€lle "Donnernder Rauch" genannt haben.
Das Wasser stĂŒrzt ĂŒber die Abbruchkante und kann nicht direkt geradeaus weiter flieĂen, dadurch wird die Gischt enorm verstĂ€rkt.
Auch wenn der Sambesi nicht voll Wasser fĂŒhrt, spĂŒren wir hier an diesen Aussichtpunkten die Gischt und der Wasser-SprĂŒhnebel sammelt sich nicht nur auf den BrillenglĂ€sern, sondern auch auf den Kameraobjektiven. Wir sind froh um unsere Regenponchos.
Bis zu 500 m hoch steigt die Gischt, wenn der Sambesi 10000 mÂł/s Wasser ĂŒber die Abbruchkante jagt. Die Wasserwolke ist dann bis zu 40km weit sichtbar.
Die VictoriafĂ€lle wurden bereits 1934 unter Schutz gestellt und das sogar lĂ€nderĂŒbergreifend. Seit 1972 sind sie Teil des Mosi-oa-Tunya-Nationalparks.
Bei Niedrigwasser kann man auf Sambischer Seite ein groĂes StĂŒck an der Abbruchkante entlang laufen. Mit dem Devilâs Pool gibt es einen natĂŒrlichen Pool in dem man zu dieser Jahreszeit (angeblich) ungefĂ€hrlich baden kann.
Der Pool liegt unmittelbar an der Abbruchkante und was die Jungs und MĂ€dels da treiben, sieht fĂŒr uns alles andere als ungefĂ€hrlich aus. Vielleicht sieht es auch nur so aus, aber auf den ersten Blick wĂŒrde ich sagen: die sind lebensmĂŒde.
Die Abbruchkante der Victoria FĂ€lle liegt in Sambia. Der Touristenort fĂŒr Besucher der Vic Falls in Sambia ist Livingstone.
Wem ein Tagesbesuch nicht ausreicht oder wer von hier weiter reisen möchte, der kann sowohl in Livingstone, als auch im Ort Victoria Falls Hotels, Lodges und CampingplĂ€tze in einer groĂen Price Range finden.
Als nĂ€chstes stehen wir dann komplett im Regen. Nicht symbolisch, sondern tatsĂ€chlich. Im Bereich der Main Falls der Victoria FĂ€lle hat sich durch die stĂ€ndige Feuchtigkeit der aufsteigenden Gischt ein kleines StĂŒck Regenwald gebildet.
Regenwald mitten in einem so trockenen Gebiet. Auf dem Weg zum Main Fall View Point fĂŒhrt uns der Weg mitten durch dieses StĂŒck Regenwald.
Plötzlich ist alles prachtvoll grĂŒn. Es wachsen Schlingpflanzen, Farne, Palmen, es blĂŒhen Blumen in allen Farben und hier fliegen sogar Schmetterlinge. Aber wehe sie fliegen ein StĂŒck zu weit aus dem kleinen StĂŒck Regenwald hinaus.
Auch am Aussichtspunkt auf den 93 Meter hohen Main Fall wachsen noch Farne, denn auch hier ist der stĂ€ndige SprĂŒhnebel noch spĂŒrbar. Erst am Aussichtspunkt Devils Cataract ist man auĂerhalb der "wet zone" angekommen.
Hier schauen wir auf den östlichsten Teil der VictoriafĂ€lle. Hier sieht man bei dem heutigen Wasserstand schön die Kaskaden, die der Sambesi herausgearbeitet hat. Wie ĂŒber viele kleine WasserfĂ€lle flieĂt das Wasser die Kaskaden hinab.
Hier am östlichsten View Point auf die Victoria WasserfÀlle steht auch die Statue von David Livingstone dem schottischen Missionar und Entdecker.
David Livingstone ist auch der Namensgeber des Ortes Livingstone auf Sambias Seite der WasserfÀlle.
David Livingstone war 1855 der erste EuropÀer, der die VictoriafÀlle zu Gesicht bekam. Livingstone zu Ehren wurde 1954, also 99 Jahre nach der Entdeckung der VictoriafÀlle, dieses Denkmal errichtet.
Livingstone war es auch, der den WasserfÀllen den Namen Victoria Falls verpasste. In Anlehnung an die damalige britische Königin Victoria.
Wie versprochen, werden wir direkt vor dem Haupteingang von der Kollegin eingesammelt. Doch bis es soweit ist, hat der liebe Gott die Staatsgewalt gestellt. Am Rollstuhlausgang will man uns nicht raus lassen, weil niemand im Rollstuhl sitzt.
Unterwegs, auf den bescheidenen, teils sehr ruppigen Wegen, hat sich das linke Vorderrad verabschiedet und hĂ€ngt nur noch am "seiden Faden". Also, schiebe ich das Ding langsam ĂŒber die Holperwege knapp die letzten 2 Kilometer zurĂŒck.
Am Ausgang wĂ€hnt man sich BetrĂŒgern auf der Spur, die man auf keinen Fall durchlassen kann. Ein riesen Theater entsteht, bei dem ich die Herrschaften so richtig zusammenfalte und sich eine interessierte Zuhörerschaft bildet.
Meine Mutter und Michael will man schon gar nicht mit mir durchlassen. Ich erklÀre, dass meine Mutter 83 Jahre alt und dement sei, kein Wort Englisch verstehe und keines Falls alleine durch das normale Drehkreuz gehen könne.
Nach langem Palaver darf ich dann doch schiebend durch den Rollstuhlausgang und der "Meister" begleitet nun persönlich meine Mutter (am Arm untergehakt) und meinen Michael durch das Drehkreuz bis zur Fahrerin. Die ist, ob des Blödsinns, total peinlich berĂŒhrt und entschuldigt sich fortlaufend.
Wir werden zum altehrwĂŒrdigen "The Victoria Falls Hotel" gebracht, wo wir fĂŒr uns einen Platz zum Lunch auf der Stanleys Terrace reserviert hatten.
UrsprĂŒnglich wollte ich eigentlich hier den Afternoon Tea reservieren, habe dann aber doch davon Abstand genommen und auf einen normalen Lunch ĂĄ la carte gesetzt.
Zum GlĂŒck, denn neben uns saĂ ein asiatisches Paar mit dem besagten Afternoon Tea. Der Etagere empfand ich als wirklich mickrig und dass in so einem Haus der dazugehörige Tee in Teebeuteln serviert wird, geht schonmal ĂŒberhaupt nicht.
Der Tagesausflug neigt sich dem Ende zu. Unser Fahrer holt uns, wie vereinbart, im Victoria Falls Hotel ab und so geht es zurĂŒck nach Botswana.
Obwohl wir ja gerne alleine unterwegs sind, wĂŒrde ich den Abstecher zu den Victoria Falls immer nur ĂŒber einen Tourveranstalter buchen.
Lekker Slaap!
Angie, Micha, Mama & der HasenbÀr
The Victoria Falls, which straddles both Zimbabwe and Zambia, is one of the Seven Natural Wonders of the World and a UNESCO World Heritage Site. It also happens to be an African destination that combines brilliantly with so many others in Southern Africa that you were likely already considering, namely Cape Town, Kruger or even Botswana.
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Die VictoriafĂ€lle, die sich ĂŒber Simbabwe und Sambia erstrecken, sind eines der sieben Naturwunder der Welt und ein UNESCO-Weltkulturerbe. Es ist auch ein afrikanisches Reiseziel, das sich hervorragend mit so vielen anderen im sĂŒdlichen Afrika kombinieren lĂ€sst, die Reisende wahrscheinlich bereits in Betracht gezogen haben, nĂ€mlich Kapstadt, KrĂŒger oder sogar Botswana.
Africa is a world of its own. A lot of travelers may only think of some top destinations like Cape Town when thinking about the continent, but thereâs so many different cultures, developed from each countryâs history, and natural beauty that you canât believe until you see it. Thereâs an adventure waiting for you on the continent of Africa, especially the beautiful country of South Africa.
âââââââââââââââ
Afrika ist eine Welt fĂŒr sich. Viele Reisende denken vielleicht nur an einige Top-Reiseziele, wie Kapstadt, wenn sie ĂŒber den Kontinent nachdenken. Aber es gibt so viele verschiedene Kulturen, die sich aus der Geschichte jedes Landes und der natĂŒrlichen Schönheit entwickelt haben, dass sie es erst glauben können, wenn sie es sehen. Auf dem afrikanischen Kontinent wartet ein Abenteuer auf jedermann, insbesondere in dem wunderschönen Land SĂŒdafrika.