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a mood to remember by manyfires

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Vista desde el patio, Casa JosĂ© Luis Cuevas, Hermenegildo Galeana 109, Altavista, San Ăngel, Ălvaro ObregĂłn, Ciudad de MĂ©xico 1968
Arq. Abraham Zabludosky y Teodoro GonzĂĄlez de LeĂłn
Foto. Julius Shulman
View from the patio, Jose Luis Cuevas house, Hermenegildo Galeana 109, Altavista, San Angel, Alvaro Obregon, Mexico City 1968
Recent Acquisition - Photograph Collection
Original July 22, 1934 caption: âOne of the four types of houses in the Public Works Administration housing project at Altavista, Va., a small mill town. It has four rooms, including two bedrooms and bath and rents for $20 a month. Fifty similar houses were built at a cost of $100,000 for the project by a limited dividend corporation under the supervision of the WPA. It is the first housing project on the $125,000,000 program to be completed.ââ
August 1997
But always through Peterâs bedroom in Berlin
1997 habe ich mein Informatik- und Publizistik-Studium, obwohl immer noch eingeschrieben, schon zwei Jahre lang erfolgreich hingeschmissen. Auch den ausbeuterischen Job beim damaligen Berliner Super-Start-up Pixelpark habe ich gekĂŒndigt und beschlossen, mich mit E-Learning selbstĂ€ndig zu machen. âE-Learningâ, weil der Leiter des âProjekt pro Lehreâ der FU-Berlin, fĂŒr das ich als Computer-Auskenner gearbeitet hatte, das fĂŒr die Zukunft der Lehre hĂ€lt. E-Learning heiĂt fĂŒr uns zu der Zeit hauptsĂ€chlich Dokumente vor einer Veranstaltung (mit Leuten in einem Raum) zum Download bereitzuhalten und danach Protokolle und Bilder der durchgefĂŒhrten Veranstaltung und ein Diskussionsforum anzubieten, an dem die Teilnehmer dann relativ wenig teilnehmen.
Dieses Setting fĂŒhrt ĂŒber diverse Bekanntschaften zu der Idee, dass man sowas auch fĂŒr Entwicklungshilfe anbieten könnte und man damit Menschen âenablenâ könnte, die in LĂ€ndern leben, die anscheinend Hilfe bei der Entwicklung nötig haben. Daraus wurde der âNew Media Workshop Harare: Internet as a possibility to improve communication for private organisationsâ, finanziert und durchgefĂŒhrt von der Carl-Duisberg-Gesellschaft. Und ich soll als Computer-Auskenner den technischen Teil dieses Workshops ĂŒbernehmen. Harare ist die Hauptstadt von Simbabwe im SĂŒdosten von Afrika. Dort leben neben ganz normalen Menschen auch Elefanten und andere Tiere, die man sonst nur aus dem Tierpark kennt. NatĂŒrlich mache ich da mit.
Die technische Infrastruktur des E-Learnings, das wir bald auch den Teilnehmern in Afrika anbieten, besteht aus einem Windows NT Server auf einem 486er PC. Dieser Server hĂ€ngt im Internet per ISDN-Einwahl (nur ein Kanal mit 64 kBit, weil man muss ja auch noch telefonieren) mit fester IP-Adresse erreichbar unter einer Domain. Dieser Server steht in meinem Wohnungsflur in Berlin-Neukölln unter der Garderobe, weil die rasselnden LĂŒfter wirklich sehr laut sind. Da sich aus zum Aufschreibezeitpunkt 2020 immer noch unerklĂ€rlichen GrĂŒnden (so viel zum Thema Computer-Auskenner), die Internetverbindung nach einer lĂ€ngeren Laufzeit immer wieder aufhĂ€ngt, ist ein Teil des Systems an eine mechanische Zeitschaltuhr angesteckt, bei der man in einem 24-Stunden-Kreis mit kleinen Stiften die aktiven Viertelstunden einstellen kann. Das E-Learning ist jeden Tag zwischen 3 Uhr und 3 Uhr 15 nicht erreichbar. Zum GlĂŒck ist ganz Afrika in Ă€hnlichen Zeitzonen wie Berlin.
Der erfahrene Kollege, der den Workshop in Harare moderiert und schon viele solcher Veranstaltungen im Entwicklungshilfe-Kontext weltweit gemacht hat, Alfons, ist fĂŒr die ganzen technik-unabhĂ€ngigen Themen, wie Prozesse, Kommunikation und Dokumentation, zustĂ€ndig. Ich fĂŒhle mich in guten HĂ€nden und fliege im August 1997 relativ naiv und unvorbereitet nach Simbabwe. Ăberraschenderweise bekommen die Akteure solcher Veranstaltungen, zumindest zu der Zeit noch, Business Class FlĂŒge bezahlt und ich muss mich nach der HĂ€lfte des zehnstĂŒndigen Fluges nach SĂŒdafrika rechtfertigen, dass ich keine weiteren edlen Weine, Whiskeys oder Schokoladenparfaits mehr haben will.
Der Workshop findet in der Prince Edward School in Harare statt, einem im 19. Jahrhundert von der britischen Kolonisation gegrĂŒndeten Knabeninternat.
Die Schule erhĂ€lt von der deutschen Entwicklungshilfe ca. 20 PC-ArbeitsplĂ€tze, die ein lokaler ElektrohĂ€ndler liefert. Zwei Tage lang installieren Cornelius (einer der Workshop-Teilnehmer aus Harare und ehemaliger SchĂŒler der Schule) und ich Netzwerkkarten und Betriebssysteme auf diesen Rechnern.
An den Rechner, der am nĂ€chsten an einer Telefonsteckdose steht, schlieĂe ich mein mitgebrachtes 56k-Telefonmodem an (Internet-Connectivity war nicht Bestandteil der zur VerfĂŒgung gestellten Hardware). Das stellt den Internetzugang fĂŒr den gesamten Workshop zur VerfĂŒgung. Zur Einwahl mit OrtsgebĂŒhr (auf Telefonrechnung der Schule) benutze ich meinen Compuserve-Internet-Zugang, der weltweit funktioniert.
Nachdem die Infrastruktur innerhalb von zwei Tagen fertig aufgebaut ist, nehmen mein Kollege Alfons und ich uns ein Mietauto (inklusive Fahrer) und fahren fĂŒr drei Tage zu der schwer beeindruckenden SehenswĂŒrdigkeit âGreat Zimbabweâ. Die Digitalkamera Kodak DC25, die mir ein Freund aus Berlin fĂŒr den Afrika-Workshop zur VerfĂŒgung gestellt hat, hat eine Auflösung von 493 x 373 Pixeln (0,18 Megapixel). Entsprechend sehen die Bilder aus â allerdings trĂ€gt diese BildqualitĂ€t auch zur Romantisierung der Erinnerungen bei.
Hinten am Strand vom Lake Mutirikwi war wirklich eine Elefantenfamilie zu sehen
Nach diesem touristischen Highlight beginnt am Montag der Workshop. Angemeldet haben sich 18 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus fast genauso vielen afrikanischen LĂ€ndern.
Nach den Vorstellungsrunden und der Bildung der Arbeitsgruppen am ersten Tag ist der Dienstag komplett fĂŒr mich und die technischen Aspekte reserviert. Ich habe ein Gewaltprogramm vorbereitet: Geschichte des Internets, prinzipielle Funktionsweise, Internet-Dienste (E-Mail, Usenet, FTP, Webseiten ... soziale Netzwerke gibt es noch nicht wirklich). Interessant auch ein Block zur Benutzung von Suchmaschinen: es gibt noch kein Google, deswegen am Beispiel AltaVista und Yahoo. Beispiel zur Benutzung von logischen Operatoren in Suchanfragen: âKenyaâ (80278 Treffer), â+Kenya+Kiswahiliâ (9000 Treffer), â+Kenya+Kiswahili-Nairobiâ (10 Treffer). Und natĂŒrlich ein Webseiten/HTML-Crashkurs (Titel â<body></body>â). Das Ganze an einem Tag in vier Sessions.
Ich bin mit meiner Performance nicht wirklich zufrieden und das wird auch vom Protokoll einer Teilnehmerin bestÀtigt:
â... Peter was extremely divided, shared and therefore failed to be well concentrated on solving some problems.â (*seufz*, recht hat sie)
Allerdings gibt es auch eine positive Zusammenfassung in der mein Schlafzimmer vorkommt.
â... Suddenly there was a maddening clicking on keyboards as all participants embarked to set their e-mail addresses in their respective computer with the expert assistance from Peter, Tevie, Jim and Thandi.
E-mail addresses set, participants started sending messages across the globe - but always through Peter's bedroom in Berlin where the Server is sitting!!
At this stage it was time to go for a grand Italian lunch.â
Aus dramaturgischen GrĂŒnden hatte ich den Leuten erzĂ€hlt, dass der Server zu Hause in meinem Schlafzimmer und nicht im Wohnungseingang installiert ist.
Abgesehen von meiner mittelmĂ€Ăigen didaktischen Performance denke ich, dass der Workshop, gerade wegen der eigentlichen Kommunikationsthemen, recht gut verlaufen ist.
Sehr visionĂ€res Gruppenergebnis: âUse IT more widely to get quick global answers to global environmental problemsâ
Zum Abschluss am Freitag werden alle Teilnehmer zum Reden-Anhören, HĂ€ppchen-Essen und AnstoĂen in die deutsche Botschaft eingeladen. Nach dem offiziellen Akt beschlieĂen wir in eine nahe gelegene Disko zum Chill-out zu gehen. Ich werde mangels Krawatte nicht in die Disko reingelassen. Ein Workshop-Teilnehmer, der schnell in sein Hotel um die Ecke gelaufen ist, hilft mit seiner Zweitkrawatte aus.
Nach meinen Erfahrungen dieser Wochen in Simbabwe und mit den Leuten, denen ich begegnet bin, ist es ziemlich bedrĂŒckend zu wissen, dass dieses Land in den nĂ€chsten 20+ Jahren vom verbitterten, senilen Despoten wirtschaftlich, kulturell und intellektuell ziemlich zugerichtet wird.
(Peter Witzel)