Die Zeit vergeht, doch die Trauer bleibt und inmitten ihres Schmerzes lebt eine Liebe, die nie vergeht.
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Die Zeit vergeht, doch die Trauer bleibt und inmitten ihres Schmerzes lebt eine Liebe, die nie vergeht.

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âIch schĂ€mte mich, als ich bemerkte, dass das Leben ein Maskenball ist, und ich mit meinem wahren Gesicht teilgenommen habe.â
- Franz Kafka
Und ich werde immer fetter und fetter. Aber seit ich keine Drogen mehr nehme bin ich meinen EssanfÀllen ausgeliefert. Es macht mich ohnmÀchtig, aber gleichzeitig ist das Essen das einzige was mir noch Halt gibt. Sonst ist nichts mehr da...
Da sind so viele Worte in meinem Kopf, so viele sorgen und Ăngste. Und dennoch traue ich mich nicht sie aussprechen oder aufzuschreiben
Da ist so viel Scham. Scham fĂŒr Dinge die ich nicht mal selbst zu verschulden habe. Scham weil ich denke, ich hĂ€tte doch anders handeln sollen. Scham weil es nicht meine Schuld ist, scham weil ich mir trotzdem eine Mitschuld gebe.
Ich möchte im Boden versinken. Ich werde nicht darĂŒber sprechen und das wird mich zerbrechen. Ich möchte meine Sachen packen und irgendwohin hin verschwinden, wo mich niemand finden kann. Aber vor meinen eigenen Gedanken kann, ich nicht weg laufen. Das habe ich oft genug erfolglos versucht.
Den ganzen Tag habe ich versucht mein Leben zu leben trotz oder mit Angst, brennendem Nacken, eiskalten HĂ€nden und vernebeltem Kopf. Ich habe es geschafft und bin stolz auf mich, ich habe mich aber auch lange nicht so erschlagen und ausgebrannt gefĂŒhlt. Jetzt muss ich vorsichtig sein, mich zu sehr zu ĂŒberfordern kann mich in den Hummermodus bringen, indem ich nur noch einsilbig antworte und keine VerĂ€nderung möglich ist.

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eine Wahrheit,
die Wahrheit ist: Ich traue mich nicht, zu schreiben. Keine Abschlussarbeit, keinen Essay, kein Gedicht, keinen Bericht, keinen Kommentar, keine Geschichte. Einen Tagebucheintrag alle paar Monate und WhatsApp-Nachrichten tagtĂ€glich - das ist, was ich verfasse. wie lange ich mit dir nicht gesprochen habe? Ich bin verwundert. Wie das deine Frage sein kann nach meinem EingestĂ€ndnis. Warum fragst du mich nicht.. âwovor du dich fĂŒrchtest? du wirst mir erzĂ€hlen, was du dir selbst einredest. Du brauchst die ErklĂ€rungen, die Rechtfertigungen, die schlechten Ausreden und guten Entschuldigungen. FĂŒr und vor dir selbst. Ich versuche mich nur daran zu erinnern, wann ich das letzte Mal dein GegenĂŒber war, dein Spiegel, dein Therapeut, dein Freund, dein Kritiker.â war nicht immer ich diejenige, die laut sprach in unseren Dialogen? Verkneife ich mir zu sagen. Vor Ewigkeiten? Ich weiĂ es ehrlich nicht, antworte ich dir. Ich habe in den letzten Jahren kaum noch an dich gedacht. âIch habe auch nicht auf dich gewartetâ NatĂŒrlich hast du das nicht. Ich muss kurz aufschnaufen. Ich hatte mir das so nicht vorgestellt. Ich war doch hier, um mich besser zu fĂŒhlen. meine VersĂ€umnisse und UntĂ€tigkeiten, mein Scheitern, mein mangelnder Ehrgeiz, meine fehlende Hingabe, meine PassivitĂ€t, meine Prokrastination, meine Selbstsabotage, meine Faulheit, das alles eben, in ein anderes Licht zu rĂŒcken. Ich war hier, um meinem Verhalten psychoanalytisch einen Sinn zu geben, ErklĂ€rungen zu finden. etwas, das mir helfen könnte, VerstĂ€ndnis fĂŒr mich selbst aufzubringen. âalso fĂŒr noch mehr SelbsttĂ€uschung?â nein, fĂŒr die Wahrheit! - entgegnet der Trotz der pathetischen Teenagerin in mir. Nach einer Minute Schweigen und angehaltenem Atem, bin ich wieder alt und wenig stolz genug: FĂŒr eine Wahrheit, die ich akzeptieren kann. Mit der ich lernen kann, zu leben. die mir hilft, Wege zu finden, dieser Furcht die Stirn zu bieten, mit ihr umzugehen, der Angst vorm Scheitern, der Angst vor dem Anfang zu trotzen, meinen Fluchtimpulsen zu widerstehen. mein Vermeidungsverhalten ist lĂ€ngst pathologisch. Ich vermeide mein Vermeidungsverhalten (zu reflektieren). ich möchte mich nicht stellen mĂŒssen. ich möchte mich verkriechen. die Augen vor mir selbst verschlieĂen. aber so geht das nicht weiter. Ich schĂ€me mich so sehr fĂŒr all das, was ich hĂ€tte tun können, aber nicht tat. âDu steckst in einem Strudel. Ein anderes Mal lassen wir uns von ihm und seinen Details mitreiĂen. Aber jetzt ist es Zeit, sich an diesem FloĂ festzuhalten: Erbarmungslose Ehrlichkeit.â das sei die erste Zutat, die ich brauche, meinst du, wĂ€hrend ich, so abrupt aus meinem Selbstmitleid gerissen, beleidigt brumme. âUnd die richtigen Fragen.â fĂŒgst du, meinen Unmut erprobt gekonnt ignorierend hinzu. âZeit und Geduld.â
In die Falle gegangen.
Nervös suchte Alex den Bahnsteig ab. Er hatte keine Ahnung nach was, oder besser, nach wem er Ausschau hielt. Alles was er wusste, war das Fred ihn vom Zug abholen wollte, Er wusste aber nicht wie Fred ausschaut, und wie er ihn erkennen sollte. Fred wĂŒrde ihn erkennen, weil Alex ein 3 cm breites, schwarzes Lederhalsband trug, das vorne und an den Seiten Silber glĂ€nzende D-Ringe hatte. Am vorderen D-Ring hing ein ovales Messingschild, auf der Vorderseite war sein Name eingraviert, auf der RĂŒckseite stand âEigentum von Sir Fredâ. Das Halsband hatte er Gestern mit der Post erhalten. Mit dabei lag ein Brief mit den Fahrplan Daten des Zuges aus dem er jetzt stieg, und die Anweisung, das Halsband offen zu tragen. Alex hatte das Halsband erst kurz vor Einfahrt in den Bahnhof angelegt, es ist ihm peinlich seine sexuelle Orientierung öffentlich zu zeigen und er hĂ€tte die Fahrt nicht ĂŒberstanden wenn, zumindest einige Menschen, dieses fĂŒr einen Mann ohnehin ungewöhnliche âSchmuckstĂŒckâ richtig gedeutet hĂ€tten. Warum tat er es dann ĂŒberhaupt? Tja, zum Einen weil Fred es zur Bedingung gemacht hatte, zum anderen aber, weil es ihn erregte bloĂgestellt zu werden, und das Teil des Spiels war auf das er sich mit Fred verabredet hatte.
Man könnte Alex einen Fetischisten, Sub, Sklaven, Bottom oder Maso nennen, aber das wĂŒrde nicht ausreichen um zu beschreiben, was Alex ist, oder besser, sein möchte. Er hat schon viele BDSM Scenarios ausprobiert, aber, so zu sagen, seinen Herrn noch nicht gefunden. Die Mainstream BDSM Scene ist ihm zu soft, dort bestimmt der Bottom was der Top machen darf. Rein Maso ist er auch nicht, fĂŒr ihn mĂŒssen Schmerzen und SchlĂ€ge Mittel zum Zweck sein, nĂ€mlich seinen Willen zu brechen. Eine Master Sklave Beziehung will er auch nicht, er ist nicht schwul und seinen Peiniger zu lieben, oder wenigstens zu verehren, kann er sich nicht vorstellen, das passt fĂŒr ihn nicht zusammen. Er stellt sich eher sowas wie eine strenge Strafhaft vor, in dem es hauptsĂ€chlich darum geht ihn zu DemĂŒtigen. Es gibt vieles was Alex in diesem Zusammenhang demĂŒtigend empfindet. Es fĂ€ngt schon damit an, dass man seiner Freiheit beraubt wird. Obwohl in Echt wĂŒrde Alex es nicht gut verkraften verhaftet zu werden und in Fesseln einem Richter vorgefĂŒhrt zu werden. Er hat in Bankok einmal gesehen wie jugendliche Taschendiebe auf der LadeflĂ€che eines Pickup in Handschellen durch die Menge zum Revier gebracht wurden. Bei dem Anblick hat er sich schlagartig geschĂ€mt und sich geschworen nie mehr solche Fantasien zu haben. NatĂŒrlich hat der Vorsatz nicht lange gehalten, spĂ€ter hat er dann im Hotel onaniert und sich vorgestellt er wĂ€re auf dieser LadeflĂ€che gesessen, nur hat er nicht nur Handschellen getragen, sondern auch Windeln und eine Feinstrumpfhose. Das sind natĂŒrlich sehr heftige und extreme Fantasien, und er wĂŒnscht sich nicht wirklich dass sowas mit ihm geschied, aber wenn es ihn ĂŒberkommt, erregen ihn solche Gedanken. Nach dem Orgasmus dann, schĂ€mt er sich dafĂŒr und schiebt die Gedanken schnell beiseite.
Von Fred erhofft er sich in dieser Richtung eine neue Erfahrung. Egal wenn er ihn blasen muss, oder gefickt wird, beides eigentlich etwas auf das Alex gar nicht steht, Hauptsache Fred nimmt sich was er will und fragt nicht um Erlaubnis. Schon tauchen entsprechende Bilder in Alexs Kopf auf und er bekommt Angst, beruhigt sich aber damit, dass er sich sagt, ist bestimmt auch wieder einer, der nicht so durchzieht wie er sich im Chat gegeben hat. Wenn es danach geht, sollte Alex eigentlich weglaufen solange er noch kann, weil Fred angekĂŒndigt hat, mit ihm gĂ€be es keine Diskussionen, was er im Ăbrigen damit schon erhĂ€rtet hat indem er wegen des Halsbands zu keinem Kompromiss bereit war.
Mit diesen Gedanken und einem unheimlich blöden GefĂŒhls, weil er sich einbildete alle starrten ihn wegen des Halsbands an, er machte sich total lĂ€cherlich damit, stand Alex zitternd auf dem Bahnsteig und wartete. Er zuckte heftig zusammen, als ihm von hinten jemand auf die Schulter tippte. Ruckartig drehte er sich um und musste sich erst mal neu sammeln. Er hatte sich viele Gedanken gemacht wie Fred wohl aussehen wĂŒrde, ein BierbĂ€uchiger Unsympath mit Glatze und Vollbart war was er erwartet hatte, doch die RealitĂ€t brachte ihn aus dem Konzept. âHallo Alex, schön, dass du es geschafft hast.â BegrĂŒĂte ihn ein lĂ€chelnder, freundlicher, auf den ersten Blick ein ĂŒberaus symphatischer Mann. Alex stand der Mund offen, âwas ist?â fragte er lachend, âhast du einen Geist gesehen?â Alex wurde rot, der wusste genau wie er auf Alex wirkte. Alex musste sich rĂ€uspern und presste dann heiĂer ein âhallo Fredâ hervor. Fred war der Typ Mann dem alles gelang, er war groĂ sportlich, sah blendend aus, blaue Augen offenes Gesicht, Manager der auf dem Golfplatz zu Hause war, könnte man meinen, jemand mit einer natĂŒrlich autoritĂ€ren Ausstrahlung. Dann gab es Alex einen Stich, erst jetzt bemerkte er, dass Fred die Uniform eines Justiz Beamten trug, nur ohne MĂŒtze. Wieder fiel ihm der Kinnladen runter. âsind sie Justiz Beamter?â entfuhr es ihm entsetzt. Fred grinste, ânein, wegen der Uniform meinst du?â Alex nickte. ânein keine Angst, die hat mir Tom geliehen.â Dabei schaute er an Alex vorbei. Beinahe hĂ€tte es ihm die Beine weg gezogen, ruckartig drehte er sich um, dastand noch ein Mann in Uniform. âhi Alexâ grinste er schief. Tom war nicht annĂ€hernd wie Fred, dĂŒnn drahtig und leicht verschlagener Blick. âTom ist bei der Justiz,â erklĂ€rte Fred, er hilft mir dich angemessen zu empfangen.â Alex taumelte, als er sich zurĂŒck drehte, hatte Fred Handschellen in der Hand. Alex sah sich hektisch um, niemand war mehr auf dem Bahnsteig, sie waren alleine. Es war ein kleiner Vorort Bahnhof mit zwei Gleisen. Fred bĂŒckte sich und lies die Schellen um Alexs Knöchel zuschnappen. Alex hatte sich getĂ€uscht, es waren FuĂfesseln mit ca 30 cm Verbindungskette. Bevor er reagieren konnte, hatte Tom auch schon einen breiten LedergĂŒrtel von hinten um seine Teillie geschlungen, vorne baumelten zwei Handfesseln. Schnell verschloss Fred sie um seine Handgelenke, Alex steckte nun in schweren Fesseln die normalerweise nur bei gefĂ€hrlichen Verbrechern zu Anwendung kommen. âhalt stop Jungs,â Alex zog die ReiĂleine, âdas wird mir hier zu heftig, ihr habt den Falschen, macht mich bitte los, ich habe mich geirrt, sorry.â sagte er hastig. Von hinten packte ihn Tom mit geĂŒbten Griff am Kiefer und brachte ihn dazu den Mund zu öffnen, Fred stopfte einen schlaffen Gummiball hinein und fixierte das ganze mit einem Riemen im Nacken. Dann pumpte er mit einem kleinen Pumpball Luft in den Gummiball, bis der komplett Alexs Rachen ausfĂŒllte. Dann deckte er den Knebel mit einer OP Maske ab, trat zurĂŒck und wartete bis Alex sich beruhigt hatte. âGut, wir können losâ sagte er zu Tom. Der hakte eine kurze Leine seitlich an Alexs GĂŒrtel ein und zog ihn Richtung Ausgang. Fred ging dicht neben Alex und tĂ€tschelte ihm aufmunternd den Po. âheftig? Ach komm, du hast ja keine Ahnung.â raunte er ihm ins Ohr, Alex wurde schwindlig und taumelte benommen neben Tom her.
Immer diese unmenschlichen Erwartungen, die ich nicht erfĂŒllen kann. Immer diese EnttĂ€uschung in euren Augen, wenn ich mal wieder versage. Immer dieses ekelhafte GefĂŒhl von Scham. Und immer wieder diese Gedanken, nie gut genug fĂŒr euch zu sein, egal wie sehr ich es versuche.