Sauerteigstarter aufbewahren ohne Discard â so geht's ganz einfach
Wenn es um die Aufbewahrung und das FĂŒttern von Sauerteig geht, gibt es so viele Meinungen wie Sand am Meer. Ich bin ein absoluter Verfechter von Methoden, die keinen Discard produzieren. Ich will nicht gezwungen sein, stĂ€ndig Discard-Rezepte zu backen oder wertvolles Mehl zu verschwenden. Deshalb zeige ich dir heute zwei bewĂ€hrte Methoden fĂŒr die Sauerteigpflege â eine fĂŒr GelegenheitsbĂ€cker und eine fĂŒr alle, die regelmĂ€Ăig backen.
Das Beste daran? Bei beiden Methoden produzierst du nur so viel Starter, wie du wirklich zum Backen brauchst.
Sauerteig aufbewahren fĂŒr GelegenheitsbĂ€cker
Als GelegenheitsbĂ€cker macht es absolut Sinn, deinen Sauerteigstarter im KĂŒhlschrank zu lagern, wenn du ihn nicht nutzt. Die kĂŒhle Temperatur verlangsamt den Reifeprozess, und du kannst ihn ein wenig vernachlĂ€ssigen, ohne dass er dir eingeht.
So funktioniert die KĂŒhlschrank-Methode:
Stell dir vor, du hast gerade gebacken und noch eine kleine Menge Starter ĂŒbrig. Der geht jetzt direkt in den KĂŒhlschrank und wartet dort geduldig auf seinen nĂ€chsten Einsatz.
Es ist zum Beispiel Montag, und du weiĂt, dass du am Samstagmorgen 100 g aktiven Starter brauchst. Hier ist dein FĂŒtterungsplan:
Donnerstagabend â erste FĂŒtterung: FĂŒttere deinen Starter mit der halben benötigten Menge, also 50 g. Bei einem festen Sauerteigstarter (wie ich ihn verwende) wĂ€ren das 33 g Mehl und 17 g Wasser. Bei einem klassischen Starter mit 100 % Hydration nimmst du 25 g Mehl und 25 g Wasser. Nach dem FĂŒttern darf der Starter 2â4 Stunden bei Raumtemperatur stehen bleiben, bevor er wieder in den KĂŒhlschrank wandert.
Freitagabend â zweite FĂŒtterung: FĂŒttere noch einmal genauso, nur dass der Starter jetzt komplett drauĂen bleibt, bis du ihn am nĂ€chsten Morgen verwendest. Nach dem Backen kommt er wieder in den KĂŒhlschrank zurĂŒck.
Gelegentlich wirst du etwas mehr fĂŒttern wollen, als du eigentlich brauchst â da bleiben ja immer ein paar Gramm am Spatel oder im Glas hĂ€ngen. Aber mehr als das ist es nicht. Kein Discard, keine unnötige Arbeit, kein schlechtes Gewissen.
Sauerteigstarter pflegen fĂŒr regelmĂ€Ăige BĂ€cker
Als regelmĂ€Ăiger BĂ€cker kann dein Starter dauerhaft bei Raumtemperatur leben. Er wird es dir mit besonders viel Triebkraft und aktivem GĂ€rverhalten danken â ein Traum fĂŒr alle, die mehrmals die Woche Sauerteigbrot backen!
Das Prinzip Ă€hnelt der KĂŒhlschrank-Methode, nur angepasst an deinen Backrhythmus. Angenommen, du backst alle drei Tage ein Brot und brauchst dafĂŒr 120 g Starter. Du verteilst die 120 g einfach auf drei FĂŒtterungen, also jeweils 40 g.
Bei festem Starter: 26 g Mehl und 13 g Wasser pro FĂŒtterung Bei Standard-Starter: 20 g Mehl und 20 g Wasser pro FĂŒtterung
Auch hier gilt: Gelegentlich musst du ein bisschen mehr fĂŒttern, weil es immer zu einem kleinen Starterschwund kommt. Aber das ist wirklich vernachlĂ€ssigbar.
Warum ĂŒberhaupt mit Discard arbeiten?
Du siehst also: Es ist eigentlich ganz einfach, ohne Discard zu arbeiten und trotzdem einen gesunden, aktiven Sauerteig zu pflegen. Warum halten dann immer noch so viele Leute an der Discard-Methode fest?
Viele HobbybĂ€cker haben von Anfang an gelernt, exakte VerhĂ€ltnisse aus Starter, Mehl und Wasser einzuhalten. In manchen Situationen macht das auch absolut Sinn â gerade wenn man den Starter zum ersten Mal ansetzt oder einen schlafenden Starter wieder aktivieren möchte.
Das klassische VerhĂ€ltnis 1:3:3 sieht zum Beispiel so aus: 20 g Starter werden mit 60 g Mehl und 60 g Wasser gefĂŒttert. Das ergibt 140 g frischen Starter. Normalerweise braucht man aber gar nicht so viel fĂŒr ein einzelnes Brot.
Wenn du jetzt mit 100 g Starter backst, bleiben 40 g ĂŒbrig. Diese mĂŒssten theoretisch wieder mit 120 g Mehl und 120 g Wasser gefĂŒttert werden. Du hĂ€ttest also ganz schnell Unmengen an Starter â besonders, wenn du tĂ€glich fĂŒtterst. Deshalb wird dann ein groĂer Teil weggeworfen (discarded) oder in Discard-Rezepten verarbeitet.
Meine Philosophie: Nur so viel produzieren, wie ich brauche
Ich persönlich bevorzuge die Methode, bei der ich nur so viel Starter produziere und fĂŒttere, wie ich tatsĂ€chlich verbrauche. Das spart nicht nur Mehl und reduziert Lebensmittelverschwendung, sondern macht die Sauerteigpflege auch viel unkomplizierter und alltagstauglicher.
Probier es einfach mal aus â dein Sauerteig wird genauso aktiv und triebstark sein, und du sparst dir die stĂ€ndige Suche nach Discard-Rezepten. Versprochen!
Hast du Fragen zur Sauerteigpflege oder eigene Erfahrungen mit der Discard-freien Methode? Lass es mich in den Kommentaren wissen!












